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2007/2008
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Hamburg - Buenos Aires auf dem Seeweg

Teil 1: 20.04.2007 – 30.04.2007

17.04.2007 – Safenwil-Donauwörth
Am letzten Mittwoch (11. April) haben wir erfahren, dass unser Schiff, die GRANDE SAN PAOLO, nun doch bereits am 20. April auslaufen wird. Nachdem der Fahrplan im Februar vom 14. April in zwei Etappen auf den 24. April verschoben wurde geraten wir nun doch beinahe in Zeitnot. Den Arzttermin heute Vormittag für die dritte Tollwut-Impfung können wir gerade noch wahrnehmen, dann machen wir uns auf den Weg. Dieter (unser Nachbar) wünscht uns noch eine schöne Reise und ruft hinterher: Also dann bis im Oktober. Nicht, dass wir dann schon wieder nach Hause kommen wollen, nein, Gaby und Dieter planen uns in Argentinien zu besuchen!

Wir fahren bis Donauwörth, wo wir auf dem ruhigen Gratis-Stellplatz direkt an der Donau bereits einmal übernachtet hatten.

18.04.2007 – Donauwörth-Herzogenaurach
Das heutige Ziel, Herzogenaurach, liegt etwas weiter nördlich. Hier wohnen Bettina und Walter, für die wir einige Sachen, unter anderem Backmischung, mit nach Buenos Aires nehmen. Ihr Fahrzeug steht da an einem sicheren Platz und sie wollen im Oktober wieder hinüber fliegen. In Südamerika gibt es offenbar nur Weissmehl zu kaufen, weshalb auch wir vorgesorgt und etwas Ruchmehl mit im Gepäck haben. Walter gibt uns weitere wertvolle Tipps und Peter nimmt am Fahrzeug unter fachgerechter Anweisung noch letzte Feinarbeiten vor. Haben wir wohl an alles gedacht?

19.04.2007 – Herzogenaurach-Egestorf
Um zwanzig vor acht verabschieden wir uns von Bettina und Walter und machen uns auf den 600 km langen Weg nach Hamburg. Ohne Staus erreichen wir den Stellplatz in Egestorf um vier Uhr Nachmittags, wo uns Marie und Marcel bereits erwarten.

20.04.2007 – Egestorf-Hamburg, Deutschland
Nach einem kleinen Zwischenfall fahren wir los: Marcel kann sein Natel nirgends mehr finden. Ich habe die Idee ihn anzurufen und siehe da, es war ihm heruntergefallen und läutet nun aus dem nahen Gebüsch.

Das GPS zeigt bis zur Sachsenbrücke im Hafen von Hamburg 39 Minuten an. Wir erreichen das Ziel, Schuppen 48, auf die Minute genau und treffen kurz vor zehn Uhr ein. Die Grande San Paolo liegt bereits seit Donnerstagabend im Hafen und weil im Moment beim Laden reges Treiben herrscht dürfen wir vorerst einmal ohne unser Wohnmobil aufs Schiff und die Kabinen beziehen. Schon kurz darauf wird es ein wenig ruhiger und ein Offizier teilt uns mit, dass die Fahrzeuge nun auch geladen werden können. Der Platz auf Deck 6 ist ideal, nah beim Lift, und so geschützt, dass keine anderen Fahrzeuge direkt vorbei fahren können.

Wir legen um 18.30 Uhr ab und fahren durch den Elbkanal in die Nordsee Richtung Tilbury, England.

Mit der Fahrt durch verschiedene Zeitzonen müssen wir uns daran gewöhnen, dass die Schiffsuhr des Öfteren verstellt werden wird.

21.04.2007
Für Passagiere und Besatzung gibt es fixe Essenszeiten: Frühstück zwischen 07.30 und 08.30 Uhr, Mittagessen 11.00 – 12.00 Uhr und Nachtessen 18.00 Uhr. Auf See dürfen wir uns am Abend zwei Stunden Zeit lassen, in den Häfen jeweils nur eine.

Im Fitnessraum gibt es einen Tischtennis-Tisch und Marcel erklärt sich bereit, mit mir zu spielen, obwohl er das vorher noch nie gemacht hatte. Ihm gefällt dies wesentlich besser als auf dem Hometrainer zu strampeln und sogar Peter bekommt Spass am schnellen Spiel mit dem Ball. Wir sind uns einig, dass dabei wirklich alle Muskeln gebraucht werden und haben vor allabendlich vor dem ins Bett gehen zu trainieren.

22.04.2007 – Tilbury, Grossbritannien
Irgendwann in der Nacht kommen wir in Tilbury, einem Hafen von London, an. Beim Frühstück informiert uns der Hafenoffizier von Grimaldi, dass wir das Schiff verlassen könnten, doch plötzlich wird uns erklärt, die EU-Bestimmungen erlaubten das nicht und wir müssten an Bord bleiben. Unerklärlich, aber was soll’s, von so hoch oben haben wir einen wunderbaren Blïck über den Hafen und das Wetter ist hervorragend.

23.04.2007
Marcel hat Geburtstag. Deshalb schauen wir uns am Nachmittag „Die Herbstzeitlosen“, den Film mit Stephanie Glaser an und werden mit dem Spanisch-Lernen erst morgen beginnen. Das Schiff hat Tilbury bereits früh morgens verlassen und wir legen erst um etwa 22.30 Uhr in Antwerpen an. Die Fahrt vom offenen Meer, denn Shell River hoch, durch eine Schleuse, bis zur Anlegestelle dauert ungefähr vier Stunden. Unser Platz liegt direkt neben der anfangs März beim Laden umgekippten „Republica di Genoa“, einem etwas älteren Container-Schiff der Grimaldi Lines. Den Grund für das Kippen erfahren wir später auf dem Rundgang durch die „Grande San Paolo“: Das für den automatischen Gleichgewichts-Ausgleich zuständige Anti-Heeling System war defekt und pumpte alles Wasser, das in verschiedenen Tanks gelagert ist, auf die Steuerbordseite. Zusätzlich drang Wasser über die Laderampe ein, weil das Schiff bereits in bedrohliche Schräglage geraten war. Die ganze Besatzung hatte ausreichend Zeit um das manövrierunfähige Schiff zu verlassen, denn es dauerte unaufhaltsame 45 Minuten bis es, mitsamt der Ladung reglos auf der Seite liegen blieb.

24.04.2007 – Antwerpen, Belgien
Der „AEP – Antwerp Europort“ ist Europas bedeutendster Hafen. Er ist riesig, laut und schmutzig. Die alten wie die neuen Fahrzeuge werden von Arbeitern geladen, die gar nicht sorgfältig damit umgehen. Europäische Schrottautos werden vorsätzlich noch zerstört, weil sie ja „nur für die Afrikaner“ sind: Zusätzliche Beulen, durch gedrehte Scheibenwischer zerkratzte Scheiben und in die Brüche gegangene Blinker und Lichter sind keine Seltenheit. Neuwagen werden kalt auf Hochtouren gedreht und mit Vollgas um die Kurven schleudernd oder mit plattem Reifen aufs Schiff gefahren.

Es ist unglaublich, was auf den Weltmeeren alles herumgeschifft wird. Auf Deck 1 sind die wohl schwersten Container, Eisenbahnschienen, Stahlbleche und andere schwere Lasten. Auf dem 2. Deck hat es Lastwagen, Kräne und Bulldozer. Im 3. Deck, etwa auf der Höhe des Wasserspiegels und der Rampeneinfahrt, stehen Pneukrane, weitere Lastwagen und Traxe. Pneukrane gibt es bis zu 96 Tonnen und 5 Achsen. Die ganzen Stockwerke haben keine Abstützpfosten, alles liegt auf den Seitenwänden auf. Im 4., 5. und 6. Deck, wo unsere Wohnmobile geparkt sind, hat es Lastwagen, Autos und sehr lange Planierfahrzeuge. Auf den Decks 7, 8, 9, 10 und 11 sind neue Personenwagen und alte Schrottautos für Afrika geladen. Auf dem 12. Deck sind die Mannschaftsräume, unsere Kabinen, der Fitnessraum, Aufenthaltsraum, Küche, Esssaal, etc. Auf dem obersten Deck, also dem 13., ist die Kommandobrücke und dahinter sind weitere Schrottautos für Conakry (Guinea) geladen. Der 13. Stock ist nach oben offen. Nach vorne ist das Schiff auf einer Länge von über 100 Meter ab dem 7. Deck offen und es hat Platz für 700 Container. Auf dem 12. und 13. Deck können wir uns auf einer Länge von 80 bis 90 Metern und einer Breite von ca. 30 Metern frei bewegen.

25.04.2007
Als wir erwachen haben wir schon die Schleuse von Antwerpen verlassen. Am Nachmittag fahren wir von der Nordsee durch den Englischen Kanal um am späten Abend (etwa um 23.30) Le Havre zu erreichen.

26.04.2007 – Le Havre, Frankreich
Wir sind den ganzen Tag im Hafen und am Nachmittag müssen wir, um weitere Container zu laden, in einen anderen Kanal verschieben.

27.04.2007
Etwa um Mitternacht verlassen wir den Hafen und schippern äusserst langsam Richtung Bilbao. Wir sollten da wegen der hohen Hafengebühren, resp. Zuschlag für Sonntagsarbeit, nicht zu früh ankommen.

28.04.2007
Wir sitzen in der Sonne und vergnügen uns mit Lesen und einem Glas Wein. Der nervöse Koch überrascht uns plötzlich, zeigt mit dem Finger in die Ferne und ruft „ohh, Balenas“. Jetzt, wo wir darauf hingewiesen werden, sichten wir drei stattliche Wale und verfolgen sie noch lange mit unseren Blicken. Als wir beim Nachtessen darüber diskutieren sagt Matteo, der italienische Passagier, er hätte Delfine gesehen. Wir sind uns aber ganz sicher, dass es Wale waren. Die Sache klärt sich schnell, er hat die Tiere auf der Backbordseite gesichtet – wir an Steuerbord.

Wir können noch nicht in den Hafen einlaufen und müssen vorher ankern. Der geplante Landgang wird definitiv kürzer ausfallen als vorgesehen – oder eventuell gar nicht stattfinden.

29.04.2007 – Vor dem Hafen von Bilbao, Spanien
Langweiliger Sonntag? – Nicht wirklich! Wir lesen, schreiben, lernen Spanisch und schauen einen weiteren Film. In den Hafen laufen wir erst etwa um 16.00 Uhr ein und hoffen, dass wir noch die Möglichkeit bekommen, am Montag die Stadt zu besuchen.

30.04.2007 – Bilbao
Die Temperatur beträgt vormittags angenehme 21°C. Wir freuen uns auf den Landgang mit einem kleinen Bummel durch Bilbao und machen uns kurz nach dem Frühstück auf den Weg. Bereits um 12.00 beginnt es zu regnen und bis wir um 13.45 Uhr mit dem Zug von der Stadt wieder nach Santurtzi zurückfahren, von wo ein 5 km langer Marsch zum Hafen ansteht, beträgt die Temperatur nur noch kühle 13°C.

Um 22.00 Uhr laufen wir wieder aus, vor uns liegt nun die bisher längste Strecke nach Casablanca.

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