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2007/2008
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Freunde

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Puerto Iguazú (Argentinien)/Ciudad del Este (Paraguay)/Foz de Iguacu – Corumbá(Brasilien)

13. – 23.06.2007

13.06.2007
Unser Tagesausflug nach Ciudad del Este (Paraguay) ist es allein schon der Reise wegen wert unternommen zu werden. Bereits vor zwei Tagen haben wir uns am Hafen ein wenig umgeschaut und dabei erfahren, dass die Fähre über den Fluss pro Person 4 Pesos (Fr. 1.60) kostet. Um in die Stadt zu fahren könnte man einen Bus nehmen. Als wir heute früh zur Fähre kommen macht uns der freundliche Beamte der Prefectura Naval, der am Montag schon ein wenig mit uns diskutiert hatte, mit „Fernando del Puerto“ bekannt, der uns mit einem Minibus die 12 km vom Hafen in die Stadt fahren würde. Wir handeln einen fairen Preis aus und erleben eine kleine Überraschung: Bereits auf der Fähre erklärt er uns, er werde dann noch schnell bei sich zuhause vorbeifahren und wir rätseln darüber, was er uns da wohl verkaufen möchte oder ob wir bei ihm essen sollten. Als wir in sein Fahrzeug einsteigen merken wir schnell, weshalb er zuerst nach Hause will. Er transportiert normalerweise nur Material und hat deshalb die Sitze herausgenommen, wir müssen uns also in seinem Hiace eine geeignete Sitzgelegenheit suchen. Ich setze mich gleich auf den Boden, so rutsche ich sicher nirgends runter. Auf halbem Weg sind wir bei seinem Haus und witzeln, jetzt werde er wohl sein Sofa heraustragen müssen. Er rückt mit zwei Doppelsitzen an und stellt sie einfach hinten hinein. Nein nein, befestigen muss man die nicht, die sind sehr schwer…

Unterwegs gibt es sehr viele Polizeikontrollen, doch wir werden nur bei einer angehalten. Dort will man offensichtlich Geld von uns, doch unser Fahrer sagt wir sprechen kein Spanisch und er könne sich nicht mit uns unterhalten, worauf ihn der Hüter des Gesetzes weiterfahren lässt. Wir erfahren dann auch den Grund für die enorme Polizeipräsenz. Es gab in den letzten Wochen viele Morde und gerade vor zwei Tagen wurden wieder zwei ermordet.

Was sich dann in der Stadt abspielt ist absolut verrückt. Es gibt Stände und Kleinstläden zu hunderten, Strassenverkäufer, aber auch einige moderne kleine Einkaufscenter. Wir werden von den Angeboten beinahe erschlagen. Viele Sachen sind enorm billig, andere wiederum sogar teurer als bei uns. Die Hand-Nähmaschine, welche wir bei einem Strassenhändler erstehen bringt ihm ein schönes Einkommen und mir viel Freude. Peter lässt sich für 10 Pesos (Fr. 4.00) die Haare schneiden und bekommt sogar noch Gel drauf. So haben wir beide unser kleines Andenken an das Erlebnis „Ciudad del Este“.

14.06.2007 – Foz de Iguacú (Brasilien)
Der Grenzübertritt von Argentinien nach Brasilien geht reibungslos vonstatten. Die Argentinier lassen uns mit einem Ausreisestempel und nach Abgabe der in Buenos Aires bei der Einreise ausgefüllten Fahrzeugpapiere ziehen. Obwohl es immer viel Papierkram gibt ist es relativ einfach, weil die Beamten sehr freundlich sind und genau wissen, was sie machen müssen. In Brasilien müssen wir ein Formular ausfüllen, dann werden unsere Pässe kontrolliert und wir bekommen einen Einreisestempel. Der zweite Beamte füllt mit einer Seelenruhe im Zweifingersystem auf dem Computer die Fahrzeugpapiere aus. Als alles gestempelt und beiderseits unterschrieben ist geht je ein Exemplar, bestehend aus vier A4-Seiten, an uns und das andere in die Ablage. Für die Fahrzeuge selbst und deren Inhalt interessiert sich zu unserem Erstaunen kein Mensch.

Patricia ersteht ein Busticket und wird am Samstagabend von Foz de Iguacú nach Campo Grande reisen und von dort eine Tour ins Pantanal buchen.

15.06.2007
Die brasilianische Seite der Iguacu-Fälle vermittelt eine wunderschöne Panorama-Sicht, doch die Kraft der Naturgewalten ist nicht so stark spürbar wie im Argentinischen Nationalpark, wo wir richtig mittendrin waren.

17.06.2007 – Uebernachtung bei Tankstelle 30 km südlich von Guaíra
Eigentlich möchten wir gerne den Itaipu-Staudamm und das im Jahre 1995 in Betrieb genommene Kraftwerk besichtigen. Doch am Sonntag finden keine Führungen statt und sogar der Zutritt zur Staumauer wird uns verwehrt, denn die gesamte Anlage darf nur an Werktagen und mit einer organisierten Tour besucht werden. So erhaschen wir nicht einmal einen Blick auf den derzeit grössten Stausee der Welt.

Die Landschaft ist unheimlich grün, das Land ist fruchtbar und es wird viel Mais angepflanzt.

18.06.2007 – Tankstelle 10 km südlich von Dourado
In Guaíra machen wir uns zuerst daran, für Marcel Gas zu finden. Er hat 5 kg Flaschen mit Schweizer Anschluss und ein von Peter hergestelltes Übergangsstück mitgenommen, das einen amerikanischen Anschluss besitzt. In Argentinien wäre das perfekt gewesen, doch die brasilianischen Anschlüsse passen nicht. Der Gasmann siehr vorerst keine Lösung, als er jedoch merkt, dass wir nicht locker lassen wollen lädt er nach etwa 10minütiger Diskussion die Flasche auf sein Motorrad und kommt nach einer Weile mit einem passenden Übergangsstück, das er extra hat löten lassen, wieder zurück. Jetzt füllt er von einer grösseren Flasche in Marcels Flasche um, verkauft ihm das Übergangsstück sowie eine weitere Vorrichtung zum Füllen. Koordinaten: S24°05,200’/ W054°15.005’ Copagaz, Guaíra.

Unheimliche Weite: In dieser Region wird Zuckerrohr angebaut zur Herstellung von Zucker und Alkohol-Treibstoff. In Navítai steht eine riesige Fabrik.

Drei Tage vor Winterbeginn ist es über 30°C warm.

19.06.2007 – Bonito
In Dourados empfehlen uns ein paar Einheimische, um nach Bonito zu gelangen, die direkte Strasse über Itapora nach Maracajú zu fahren. Sie sei geteert und 40 km näher als die Hauptstrasse. Und sie ist denn auch, weil noch nicht sehr alt, hervorragend zu befahren, wogegen die auf unserer Karte rot eingezeichnete Strasse bis Guia Lopes da Laguna, wo es nach Bonito abzweigt, eine fürchterliche Rüttelpiste ist. Unterwegs stoppen wir bei einem Agrikultur-Lager. Wir sprechen mit einem gelangweilten Chauffeur und erfahren von ihm, dass in den vier Silos Soja lagert, das auf die LKW’s verladen, 1000 km nach Sao Paolo transportiert und von dort nach Japan verschifft werden sollte. Doch weil die Qualität nicht stimmt stehen seit drei Tagen über 10 Fahrer mit Ihren Lastwagen im Gelände und warten auf eine Lösung des Problems. Er sagt uns die Soja-Bohnen müssten nochmals gereinigt werden um den Kunden zufrieden zu stellen.

Bonito und „Eco-Tourismo“: Es gibt nichts rund um den Ort, das man auf eigene Faust und ohne zu bezahlen unternehmen könnte. Für alles, sogar den Besuch einer Estancia, einer Quelle oder eines Flusses braucht man einen Führer. Die Ausflüge sind sogar für unsere Verhältnisse teuer und man muss erst noch selber schauen, wie man an die teilweise doch ziemlich abgelegenen Orte hinkommt.

20.06.2007 Peter und ich wollten nach Bonito um zu Schnorcheln. Deshalb buchen wir für 99 Reais pro Person (ca. Fr. 70.--) Schnorcheln im Rio da Prata mit anschliessendem Lunch. Den 50 km entfernten Treffpunkt, der meist über Naturstrassen führt, erreichen wir mit dem Motorrad. Übers Schnorcheln selbst gibt es nicht viel zu erzählen, die Bilder sprechen für sich (Galerie 8). Unser Führer Ronni erklärt alles in Englisch und ohne ihn hätten wir uns an zwei drei Stellen nicht getraut, uns zwischen den Steinen durch den Fluss hinunter treiben zu lassen. Die Fazenda, auf welcher diese Schnorcheltouren angeboten werden, hat eine Grösse von insgesamt 1400 ha und es gibt 1500 Stück Vieh. In einem grossen Garten werden die beim Lunch gereichten Salate biologisch angepflanzt. Die vierköpfige Amerikaner-Familie unserer Gruppe lässt das wohl kalt, auf ihren Teller verirrt sich absolut kein Grünzeug….

21.06.2007 – Parkplatz am Fluss
Heute entdecken wir, dass wir irgendwann in eine andere Zeitzone gefahren sind und jetzt der Schweiz 6 Stunden hinterherhinken… (nach Bali, wo einige unserer Freunde Ferien verbringen, sind es 12 Stunden!)

Die kürzere Strecke führt uns auf 70 km Naturstrasse von Bonito über Bodoquena nach Miranda. Die Brücken sind teilweise in fürchterlichem Zustand. Wir schwitzen, nicht nur wegen zerbrochenen Latten sondern auch wegen der Temperatur: Winteranfang im Pantanal bei 34°C und die Klimaanlage läuft auf Hochtouren.

Beim Camping Elevado, 10 km nach der Abzweigung Richtung Porto da Manga, verlangt die geschäftstüchtige Managerin 18 Reais pro Person (ca. Fr. 13.--) dafür, dass wir als einzige lediglich auf der Wiese stehen möchten und keine sanitären Einrichtungen benötigen. Daraufhin packen wir schleunigst zusammen und, obwohl es bereits dunkel ist, fahren wir ein Stückchen zurück auf einen anderen Platz in der Nähe des Flusses. Das einzig Negative hier sind hunderte von kleinen Mücken, die durchs Gitter hereinkommen oder den Spalt am unteren Ende unserer Moskito-Jalousien benutzen um in unser Wohnmobil einzudringen.

22.06.2007 – Übernachtung bei Tankstelle in Porto Morrinho
Die ursprünglich geplante Strecke durch den Pantanal können wir nicht fahren, weil vor 14 Tagen eine Brücke zusammengebrochen ist. Deshalb fahren wir ein gutes Stück über Naturstrasse und zerbrechlich aussehende Brücken nach Norden und später den gleichen Weg wieder zurück. Hier gibt es unzählige Vogelarten, die sonst nirgends auf der Welt vorkommen. Wir erfreuen uns am zahlreichen Gefieder, obwohl wir keine Ahnung haben, wie die einzelnen Vögel heissen.

Beim Mittagessen erspäht Peter Otter, die sich im Wasser tummeln und fischen. Leider gibt es hier kein Besucherzentrum, wo alles schön beschrieben wäre. Es werden jedoch viele Öko-Turismus-Touren angeboten, doch die sind einerseits teuer und werden andererseits mit Fahrzeugen durchgeführt, wo man auf Bänken auf der Brücke eines Lieferwagens sitzt, was uns aus der Ferne betrachtet äusserst unbequem erscheint.

23.06.2007
Wir sind rechtzeitig um 10.00 Uhr in Corumbá, um unseren Ausreisestempel noch vor 12.00 Uhr bei der Polizei in der Estacion Rodaviária abholen können. Doch entgegen der Information im Reiseführer, sind an Feiertagen, Samstagen und Sonntagen die Öffnungs-Zeiten schon seit längerer Zeit von 14.00 – 17.00 Uhr. Wir warten vier Stunden – wir sind in Südamerika und haben alle Zeit der Welt.

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