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2007/2008
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Freunde

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La Paz – Nordyungas – Copacabana – Titicacasee

17. – 31.07.2007

17.07.2007 – La Paz, Hotel Oberland in Mallasa Am Morgen früh erleben wir eine Überraschung: Im linken Hinterreifen steckt vermeintlich ein Nagel, der sich beim näheren hinschauen als riesige Schraube herausstellt, und wir verlieren etwas Luft. Wir beschliessen aufzupumpen und die nächste „Gomeria“ anzufahren. Knapp 20 Kilometer später und 30 Bolivianos (Fr. 5.--) leichter ist unser Reifen fachmännisch repariert und wir machen uns wieder auf den Weg. In der Schweiz wäre alleine der Flick schon teurer gewesen. Er hat eine Stunde gearbeitet und hat sich sogar noch dafür entschuldigt, dass die Reparatur des Schlauchlos-Reifens so teuer ist. Eine Schlauch-Reparatur hätte lediglich 20 Bolivianos gekostet.

Bei einer Autowäscherei lassen wir unsere Fahrzeuge für je 40 Bolivianos (knapp Fr. 7.--) unten vom Salz und oben vom Staub befreien.

Auf einer Höhe von fast 4100 m erreichen wir den Vorort El Alto von La Paz. Der Blick hinunter auf das 400 m tiefer in einer Schlucht liegende La Paz ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Auf dieser Höhe schnaufen wir ziemlich schwer und wir sind froh, dass es bis zu unserem avisierten Übernachtungsplatz beim Hotel Oberland noch ein paar hundert Meter nach unten geht.

La Paz ist eine der höchstgelegenen Grossstädte der Welt. Ihr höchster Punkt ist El Alto mit 4100 m und der tiefste liegt auf 3100 müM. Hier wohnen die Armen oben, die Reichen jedoch eher unten, wo es bedeutend wärmer ist.

Im Innenhof des Hotels Oberland, das dem Schweizer Walter Schmid gehört, stehen bereits vier Wohnmobile. Edy und Brigitte mit ihrem Robusto haben wir hier erwartet. Die anderen kennen wir noch nicht. Wir haben vieles zu erzählen und weil es bereits spät ist, essen wir im Restaurant. Ich entscheide mich für einen Lama-Spiess und kann kaum aufhören, von diesem feinen Gericht zu schwärmen.

18.07.2007
Nach beinahe 30tägigem Aufenthalt in Bolivien müssen wir unsere Pässe und Fahrzeugpapiere verlängern lassen. Das Migrations-Büro schliesst um 12.30 Uhr. Wir sind ein paar Minuten zu spät und werden vermutlich deshalb ein wenig herumgeschubst. Man schickt uns ins Büro auf der anderen Strassenseite, das jedoch auch erst um halb drei wieder öffnet. Um viertel nach zwei sind wir bereits da, um die ersten in der Schlange zu sein. Die freundliche Dame macht uns darauf aufmerksam, dass wir noch Pass- und Visumskopien brauchen. Kurz darauf schickt uns jedoch ein Beamter wieder ins erste Büro, gibt uns aber freundlicherweise gleich noch den Namen der zuständigen Person an. Jetzt beginnt es tatsächlich zu klappen und etwa eine halbe Stunde später, nach dem Besuch von Schalter „Empfang“, 9 und 10, haben wir das Visum bezahlt, die Formulare ausgefüllt und unsere Pässe abgegeben. Mit einem gestempelten, kaum lesbaren Beleg können wir sie am nächsten Tag ab 17.00 am Schalter 8 wieder abholen.

Als wir auf dem Stellplatz beim Hotel Oberland eintreffen laden uns Edy und Brigitte zu einem Apéro mit feinem Weisswein ein. Obwohl es langsam kühl wird sitzen wir bis um halb neun zusammen und unterhalten uns über schon Erlebtes und weitere Reiseziele.

19.07.2007
Freier Internet-Zugang per wifi ist in Bolivien nicht weit verbreitet und deshalb geniessen wir die paar Tage, zum Aktualisieren der Website und für kurze Kontakte mit Zuhause.

Super, wir bekommen die Pässe bereits um vier Uhr und machen uns sofort auf den Weg zum Zoll, um auch die Fahrzeugpapiere zu verlängern. Beim „Aduana“, wo wir hingeschickt wurden, sagt man uns, es tue Ihnen leid, wir müssten damit nach „El Alto“, sie könnten das hier nicht machen. Toll, morgen ist eine Grossdemo und die Beamten arbeiten allesamt nicht. Am Montag läuft die Bewilligung für die Fahrzeuge ab, das heisst, dass wir unbedingt am Montagvormittag aufs Büro müssen, um die Verlängerung zu erwirken. Denn bei Verfall müssten wir eine Busse in der Höhe eines Mindest-Monats-Einkommens eines Bolivianers berappen. 450 Bolivianos (Fr. 75.--), und das vermutlich pro Fahrzeug.

Wir sind schon ganz in der Nähe der in beinahe jedem Reiseführer aufgeführten Werkstatt von Ernesto Hug und beschliessen, uns einmal mit eigenen Augen diesen für Bolivien ausserordentlichen Betrieb anzuschauen. Ernesto Hug wurde zwar hier geboren, ist aber Schweizer und hat seine Ausbildung als Automechaniker in der Schweiz absolviert. Er hat sechs Angestellte und bildet auch selber Lehrlinge aus. Die Lehre hier dauert leider nur zweieinhalb Jahre, weil die Bolivianer sehr kurzfristig denken und eine längere Lehre als unnötig empfinden. Wir sind der Meinung, diese Autowerkstatt sei unbedingt weiterzuempfehlen. Er vermietet auch Geländewagen ab La Paz, nicht unbedingt billig aber bestimmt in bestem Zustand, unter www.rentacarpetita.com.

20.07.2007
Wegen der Demonstration „La sede no se mueve“, an der etwa 1 Million Menschen erwartet werden, wird uns davon abgeraten, in die Yungas zu fahren. Mann wisse nie, was zu erwarten sei. Bei der Demo geht es darum, dass der Regierungssitz nicht von La Paz nach Sucre verlegt werden soll. Plakate wie: „La Paz auf den Beinen für die Einheit und zur Verteidigung des Regierungssitzes“ werben für die Teilnahme am Aufstand.

21.07.2007
Den folgenden Bericht haben wir der Presse entnommen:

Demonstration in Bolivien für den Verbleib der Regierung in La Paz
[Bild: Keystone] Marsch auf La Paz in El Alto

Bei einer der grössten Demonstrationen in der Geschichte Boliviens haben gestern mehr als eine Million Menschen gegen die Verlegung des Regierungssitzes von La Paz in die Hauptstadt Sucre protestiert. Mit Transparenten und Sprüchen wie "Die Hauptstadt zieht nicht um" zogen die teils in traditioneller Tracht gekleideten Demonstranten durch die Strassen der Grossstadt und machten ihrem Ärger Luft.

[sda] - Die Kritiker eines Umzuges befürchten, dass eine Verlegung des Regierungssitzes dem armen Andenstaat Milliarden Dollar kosten und das Land zudem spalten könnte. Hintergrund der Debatte ist eine nationale Versammlung, die gerade eine neue Verfassung ausarbeitet.

Dabei brachte die rechtskonservative Opposition die Idee auf, den Regierungssitz von La Paz nach Sucre zu verlegen. Dort befindet sich der Oberste Gerichtshof. Boliviens Präsident Evo Morales hat sich dafür ausgesprochen, das umstrittene Thema vorerst auszuklammern. Seine Anhänger leben vor allem im Hochland, wo auch La Paz liegt.

Trotz schönstem Wetter sitzen wir heute in und um die Wohnmobile, aktualisieren unsere Website, laden Programme mit Strassenkarten vom Internet um sie auf unsere GPS zu übertragen und informieren uns über das Weltgeschehen.

22.07.2007
Die als „Camino de la muerte“ bekannte Strasse durch die Nord-Yungas fahren heute fast nur noch Touristen, die meisten von ihnen in organisierten Gruppen mit dem Mountain-Bike. Als wichtigste Regel gilt hier Linksverkehr, damit der Fahrer am steilen Berghang genau sieht, wie weit hinaus er fahren kann. Ebenfalls hat das bergwärts fahrende Fahrzeug, welches sich auf der sicheren Seite des Weges befindet, Vortritt. Bis vor einem Jahr, bevor die neue Teerstrasse und der Tunnel gebaut wurden, verkehrten auf der über weite Strecken nur einspurig befahrbaren Strasse auch Lastwagen und wegen der vielen Todesopfer galt sie als die gefährlichste Strasse der Welt.

Die Reise führt uns über den 4'725 Meter hohen Pass „La Cumbre“ bis hinunter ins Dorf Yolosa, das auf 1'200 müM in einer tropischen Landschaft liegt.

23.07.2007
Unsere Aufenthaltspapiere für die Fahrzeuge laufen heute ab und wir müssen sie verlängern. Zwar haben wir die richtige Adresse „Avenida 6 de Marzo – km 6“ erhalten, doch unser hilfsbereiter Taxichauffeur bringt uns trotzdem zuerst an den falschen Ort.

Im Büro des „Aduana National“ erklärt man uns, wir müssten die Verlängerung schriftlich beantragen. Wir erklären, wir hätten kein Papier und werden an die Schreib- und Kopierbüros verwiesen, welche sich gleich vor dem Zollgebäude befinden. Die Leute dort wissen auch genau, was zu schreiben ist. Für 5 Bolivianos (knapp Fr. 1.--) pro Stück erstellt uns ein Angestellter die gewünschten Anträge. Wir marschieren damit sofort wieder ins Büro, respektive zum „Ventanilla unico“, dem einzigen Schalter im ersten Stock. Hier will der eigentlich recht freundliche Beamte noch zusätzliche Kopien, worauf ich ziemlich energisch werde und ihn frage, was genau er alles braucht, damit wir nicht noch mehrere Male hin und her geschubst werden. Endlich erhalten wir eine umfängliche Auskunft und wir lassen die paar fehlenden Kopien für 20 Centavos (3 Rappen) pro Stück erstellen.

Als wir mit unseren kompletten Unterlagen wieder am Schalter erscheinen ist der Beamte im Begriff, in die Mittagspause zu gehen. Peter bittet ihn einigermassen höflich, uns zuerst noch zu bedienen, wir wollten jetzt nicht mehr länger warten.

Wir geben ihm unsere beiden Anträge, je einen für das Motorrad und das Wohnmobil. Er meint, wir müssten nur einen Antrag für beide Fahrzeuge einreichen. Doch wir bestehen darauf, dass er das so annimmt, denn wir haben ja auch separate Papiere für die Fahrzeuge. Er akzeptiert unsere Meinung, aber schon hat er ein weiteres Problem: Sein Computer funktioniert nicht, und er kann die Anträge nicht weiterleiten. Er entschuldigt sich dafür, verspricht uns jedoch, dass er die Papiere in einer Stunde „nach unten“ gebe und wir die Verlängerungen morgen früh abholen könnten. Damit, dass wir darauf warten könnten, haben wir ja nicht wirklich gerechnet.

Am Nachmittag erstehen wir in der Stadt eine SD-Karte für unser GPS und am Abend laden uns Edy und Brigitte alle im Internet erhältlichen Karten auf. In Zukunft haben wir also beim Fahren eine zusätzliche Hilfe zum Navigieren.

24.07.2007
Den Weg zum 5500 Meter hohen Nevado Chacaltaya zu finden ist nicht ganz einfach, doch nach mehrmaligem Fragen sind wir auf der richtigen Strecke. Die Schotterstrasse zieht sich lange Richtung Norden, bevor sie sich langsam den Berg hoch windet und wir die letzten Höhenmeter in Serpentinen hochfahren. Der Parkplatz des höchsten Skigebiets der Welt liegt auf 5300 müM. Wir haben vor, den 200 Meter hohen Aufstieg zu bewältigen. Er ist mühsam und die Luft wird von Schritt zu Schritt dünner. Zuoberst angekommen sind wir jedoch glücklich und halten den Erfolg gleich auf Fotos fest. Die Aussicht ist überwältigend. Obwohl es ein wenig dunstig ist sehen wir den Titicacasee, die hohen Anden, El Alto und einen Teil von La Paz sowie den 6439 Meter hohen Illimani, von dem die Stadt sozusagen überthront wird. 5500 Meter ist unser persönlicher Höhenrekord und die 650er BMW hat mit uns problemlos 5300 Meter erreicht – ein tolles Team!

Heute Abend sitzen wir, trotz Kälte, nochmals zu einem Apéro zusammen. Wir möchten uns bei Brigitte und Edy für ihre Hilfe mit dem GPS bedanken und uns zugleich vorläufig verabschieden.

25.07.2007 – Copacabana beim Hotel Gloria(3850 müM)
Nachdem wir gestern Abend Horror-Geschichten von der kurzen Übersetzung mit dem Ponton über die Enge im Titicaca-See gehört und gelesen haben sind wir unsicher, ob wir wirklich via Copacabana nach Peru ausreisen wollen. Es gibt eine südlichere Route, an der Ruinen besichtigt werden könnten, die wir nun in Erwägung ziehen.

Nach langem Überlegen beschliessen wir, uns die Sache mit eigenen Augen anzusehen. Und siehe da, wir bereuen den Entschluss keine Sekunde. Zwar würden solche Pontons, die haufenweise an beiden Seeufern stationiert sind, in Europa schon längstens aus dem Verkehr gezogen. Doch in Bolivien werden sie bestimmt noch lange im Einsatz sein, denn Holz schwimmt im Allgemeinen ganz gut.

Der Titicaca-See liegt laut unserer Karte auf 3'810 müM (gemäss GPS auf 3'826 m) und ist der höchste schiffbare See der Welt. Er ist mit 8'562 qkm2 fast 13 Mal grösser als der Bodensee. Er ist 195 km lang und 65 km breit sowie 304 m tief. Zirka 40 % des Sees gehören zu Bolivien, die restlichen 60 % zu Peru.

Wir buchen für morgen eine Tour zur Isla del Sol. Kostenpunkt pro Person für die Schiffahrt zur Insel an zwei verschiedene Häfen und wieder zurück: 25 Bolivianos (gut Fr. 4.--)

Beim Hotel Gloria stehen wir sicher für 20 Bolivianos pro Fahrzeug (Fr. 3.30/Nacht). Es scheint, dass die dünne Luft dem Gasbackofen nicht sehr bekommt und es bedarf ein paar Tricks, dass der Brenner nicht ständig erlischt.

26.07.2007
Um acht Uhr sollen wir uns an der Rezeption einfinden. In der Nacht beginnt es zu regnen und am frühen Morgen prasseln sogar kleine Hagelkörner auf unser Fahrzeug nieder. Deshalb beschliessen wir den Ausflug um einen Tag zu verschieben und uns heute stattdessen das Städtchen anzuschauen.

Doch es kommt nochmals anders, denn Peter entdeckt beim Studium des Reiseführers, dass am 28. Juli Perus Nationalfeiertag stattfindet. Deshalb unternehmen wir einen Nachmittagsausflug auf die Sonneninsel für nur 15 Bolivianos, Fr. 2.50. Dies erweist sich für mich jedoch als ziemlicher Flop, denn es reicht nur gerade einmal um auf der Insel ein paar günstige Souvenirs zu erstehen und dann mit dem Boot wieder zurückzufahren. Bei dem gut vierstündigen Ausflug verbringen wir eine halbe Stunde mit warten, drei Stunden auf einem überfüllten Boot und knappe dreiviertel Stunden auf der, wie uns gesagt wird, wunderschönen Insel, von der wir leider nur gerade einen Hafen sehen und den Hügel hoch blicken können. Peter und ich hätten sehr gerne die Wanderung über die Berge gemacht, doch um sicher zu gehen, dass wir reibungslos über den Zoll nach Peru kommen, beschliessen wir bereits am Freitag weiter zu reisen.

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