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2007/2008
Südamerika

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Schiffsreise, Teil 3.2

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Freunde

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Cusco – Tacna (Peru)

6. – 19. August 2007

Peru ist etwa 4 Mal so gross wie Deutschland und von den 28 Millionen Einwohnern lebt zirka ein Drittel im Ballungs-Grossraum der Hauptstadt Lima. Der derzeitige Staatspräsident, Alan García, ist bereits in seiner zweiten Amtsperiode. Der Durchschnitts-Lohn eines Arbeiters beträgt US $ 200.00, ein Tourbus-Chauffeur, mit dem Peter ins Gespräch kommt, verdient US $ 250.00. In Peru werden vor allem die drei Sprachen Quechua, Aymara und Castellano (Spanisch) gesprochen.

08.08.2007 – Cusco
Die Ruinen von Pisac liegen eine knappe Stunde nordöstlich von Cusco. Die ganze Anlage ist riesig und erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer. Eindrücklich sind der am Berghang liegende Friedhof mit tausenden von Gräbern, ein enger etwa mannshoher Tunnel und das Sonnenheiligtum Intiwatana, an dessen Schatten der tägliche Sonnenverlauf beobachtet wurde. Über hunderte von Metern sind die steilen Hänge terrassiert, oben wurden Kartoffeln und unten Mais angebaut.

09.08.2007
Heute besuchen wir die Inka-Stätte, die gleich um die Ecke beim Campingplatz liegt: Saksaywamán, die Falkenfestung – ihr Grundriss soll die Form eines Falken haben. Sie sind die mächtigsten und imposantesten Ruinen in der näheren Umgebung von Cusco. Saksaywamán wird, hinter Machupicchu, als wichtigstes Vermächtnis der Inka betitelt. Weil wir wieder einmal das Gefühl haben, es ginge auch ohne Führer, werden wir aus vielen Bauten nicht ganz schlau. Wir wissen allerdings inzwischen auch, dass ein jeder Führer, wie bereits bei Pisac oder Machupicchu, seine eigene Geschichte erzählt. Ein faszinierendes Rätsel bleibt bis heute die Transporttechnik der riesiegen Porphyr- und Granitblöcke aus denen die Festungsmauern erstellt wurden. Der grösste der minutiös gearbeiteten Quader misst nicht weniger als 6.20 x 5 x 4 Meter und wiegt 42 Tonnen.

10.08.2007 – Abancay (Hotel de Turistas)
Die sehr abwechslungsreiche Route führt durch Schluchten und Täler. Vom 4100 Meter hohen Pass windet sich die Strasse hinunter zum Rio Apurímac auf 1900 müM. Dann steigt sie wieder an auf über 4000 Meter bevor wir in Abancay auf 2400 müM übernachten.

11.08.2007 – Puquio (im Hof vom “Mecanico Diesel José)
Der erste Pass heute geht, nicht wie auf der eigentlich zuverlässigen Karte vermerkt, auf 4300 Meter sondern gemäss GPS auf 4550 Meter über Meer. Zum Schlafen wäre dies zu hoch, zum Mittagessen ist es ganz angenehm.

Während einer ganzen Fahrstunde nähern wir uns unserem Ziel um keinen Meter. Die luftlinienmässige Entfernung pendelt auf unserem GPS hartnäckig zwischen 190 und 200 Kilometern, bis sie nach einer lang gezogenen Rechtskurve Richtung Westen endlich wieder etwas abnimmt.

12.08.2007 – Nasca (Maison Suisse)
In Puquio wird die Dorfstrasse saniert und die Umleitung führt über holprige Naturstrassen. Ab hier wird auch die Hauptstrasse schlechter, doch der wunderschönen Aussicht von der Höhenstrasse am nördlichen Berghang ins tiefe Tal hinunter tut dies keinen Abbruch. Je mehr wir uns Nasca nähern, desto trockener wird die hügelige Landschaft und gleicht plötzlich einer Wüste. Dank eines von den Nasca (Ureinwohner) erstellten Bewässerungssystems mit teilweise unterirdischen Stollen, das nach wie vor funktioniert, ist die Wasserversorgung der Einwohner von Nasca noch heute gewährleistet.

Etwa 40 km vor unserem Tagesziel steht ein Wohnmobil mit offener Kühlerhaube. Wir halten an und lernen das Schweizer Paar Nicole und Ivo kennen, das vor 14 Monaten in Nordamerika gestartet ist und südwärts reist. Sie haben ein lautes Geräusch im Motor festgestellt und möchten die Ursache herausfinden. Obwohl sie zuerst Richtung Cusco weiterfahren, kommen sie zwei Stunden später wieder nach Nasca zurück. Sie haben umgekehrt und wollen ihren Nissan von einem Mechaniker in Nasca oder eventuell Lima überprüfen lassen. In der Zwischenzeit haben sie uns per E-Mail berichtet, dass der Motor mit nur 86'000 Kilometern Totalschaden erlitten hat und nun in Lima repariert werden soll.

Für US $ 55.00 pro Person buchen wir auf morgen, ca. 10 Uhr, einen 30minütigen Flug um uns die mysteriösen Linien von Nasca anzuschauen.

Die geheimnisvollen und rätselhaften Nasca Geoglyphen sind erstaunlicherweise nur von der Luft aus sichtbar und es ist verblüffend, wie genau diese riesigen Bilder vor ein paar hundert Jahren gezeichnet werden konnten. Die Markierungen wurden laut Experten wie z.B. der Mathematikerin und Geographin Dr. Maria Reiche, die ihr Leben der Erforschung der Nasca Geoglyphen verschrieben hat, in den Boden gekratzt. Es gibt Tierfiguren wie einen 85 Meter grossen Kolibri, einen 70 Meter grossen Affen, eine 46 Meter grosse Spinne (Bild), aber auch kilometerlange schnurgerade Linien oder geometrisch perfekte Trapezoide.

13.08.2007
Weil es am Morgen früh neblig ist, startet der erste Flug nicht wie geplant um 06.00 Uhr sondern erst um halb zehn. Die Flugzeiten werden nun natürlich alle nach hinten verschoben. Der langen Rede kurzer Sinn: Letzten Endes starten wir um 15.10 Uhr zu einem turbulenten Flug, bei dem dreizehn der berühmten Figuren nach einem genauen Schema abgeflogen werden. Dabei geht es gar nicht zimperlich zu und her. Die Figuren sehen wir, wenn wir unter den Flügelenden zu Boden schauen. Einmal rechts herum, einmal links herum – und wem es dabei nicht früher oder später übel wird, der ist sich aber einiges gewohnt. Peter wird schon nach kurzer Zeit ganz still und ist froh, als die Achterbahn endlich zu Ende ist. Gott sei Dank haben wir bereits vorher beschlossen, erst morgen weiterzufahren, denn in diesem Zustand wären wir unmöglich auch nur noch einen Kilometer weiter gekommen.

14.08.2007 – Hotel Puerto Inca (S15°50.318’/W074°18.762’) 10 Soles/Person
Fast vier Monate waren wir gemeinsam mit Marie und Marcel unterwegs. Wir haben uns am 19. April kurz vor Hamburg getroffen und die ganze fünfwöchige Schiffsreise miteinander erlebt. Dann sind wir in Buenos Aires gemeinsam gestartet und haben zusammen insgesamt vier Länder bereist. Heute, einen Tag vor Maries Geburtstag, trennen sich unsere Wege. Marie und Marcel fahren etwa 1000 Kilometer weiter in den Norden, wo sie nochmals einige Zeit mit ihrer Tochter Patricia verbringen werden. Unsere Reise geht vorerst ein Stück auf der legendären Panamericana Richtung Süden.

Wir besuchen das Gräberfeld von Chauchilla, wo viele gut erhaltene Mumien sowie Schädel, Knochen und Textilfetzen aus der Präinkazeit in freigelegten Grabkammern zu besichtigen sind.

Nach der Fahrt durch die relativ trostlose trockene Gegend südlich von Nasca sind der Anblick des Pazifiks und das Rauschen der Wellen eine richtige Wohltat.

15.08.2007 – Parqueo Cruz Cóndor (S15°36.754’/W071°54.289’, 3795 müM)
Obwohl wir früh um sieben wegfahren gibt es heute einen langen Tag. Als wir von der Küste weg in die Berge Richtung Arequipa fahren hüllt uns plötzlich dichter Nebel ein. Es ist das erste Mal, dass ich in Südamerika ein Stück weit selber fahre.

Als es dann auf die Naturstrasse geht ist Peter wieder am Steuer. Anfänglich fragen wir uns, weshalb diese Strecke in einem Reisebuch als schön bezeichnet wird, scheint es doch im ganzen Gebirge keine Pflanzen zu geben. Später wachsen Kakteen aus dem kargen Boden, dann wird es tatsächlich noch grün. Schneeberge im Hintergrund stehen in wunderschönem Kontrast dazu. Wir unterschätzen die Distanz zu unserem Ziel sowie den Zustand der Strasse und die Höhe des Gebirges. Als es Zeit zum Übernachten wäre sind wir noch immer über 4'000 Meter und da würden wir bestimmt nicht gut schlafen. Unter 3'600 bietet sich dann kein geeigneter Platz an, was uns veranlasst, schon im Dunkeln, noch zum Parkplatz Cruz Cóndor zu fahren. Dass dieser allerdings auf fast 3'800 müM liegt merken wir erst an nächsten Morgen. Wir wundern uns nun nicht mehr, dass Peter mit seiner Erkältung so schlecht (sprich: fast nicht) geschlafen hat.

16.08.2007 – Arequipa, Hostal Las Mercedes, 26 Soles
Um 06.00 Uhr sitzen wir bereits gemütlich beim Frühstück. Es ist ruhig und der Himmel ist wolkenlos. Schon vor sieben Uhr fahren zwei Busse mit Händlern vor – sie sind ausser uns die ersten auf dem Platz. Eine halbe Stunde später kommen dann die ersten der vielen Touristen, alle in der Hoffnung, Kondore fliegen zu sehen. Diese sollen etwa ab acht oder halb neun aus ihren Nestern, die tief im Colca Cañón liegen, im Aufwind am Cruz Condor vorbei in Höhen bis 5000 Meter aufsteigen. Die Schlucht, die tiefste der Welt, ist doppelt so tief wie der Grand Canyon in den USA.

Die Kondore in der Thermik aufsteigen zu sehen ist äusserst eindrücklich. Wir haben sogar das Glück, dass einer direkt vor unserer Nase in nur 15 Meter Entfernung auf einem Stein landet, sich von allen Seiten fotografieren lässt und dann elegant wieder abhebt.

Der Kondor gilt mit seiner Flügelspannweite von bis 3.20 Metern als der König der Anden. Er ist der grösste Raubvogel der Erde und kann bis zu 70 Jahre alt werden. Kondore ernähren sich von Aas, sind jedoch auch in der Lage ein Schaf zu erledigen. Sie werden mit ca. 12 Jahren geschlechtsreif und bleiben ihren Partnern ein Leben lang treu. Die Männchen, an ihrem Kamm erkennbar, werden bis 11 kg schwer wogegen die Weibchen nur 8 – 10 kg wiegen.

Nachdem ich heute früh mit halbem Ohr etwas über ein Erdbeben in Pisco mitgehört habe erkundigen wir uns genauer beim Concièrge des Hostal Las Mercedes. Er weiss genau Bescheid und sagt uns, dass es gestern Abend um halb sieben ein starkes Erdbeben in der Region Pisco/Ica gegeben habe. Bald darauf wird uns klar, dass wir dieses sogar in einer Entfernung von über 400 km gespürt haben. Damit wir gerade stehen haben wir letzte Nacht zwei grosse Steine unterlegt. Das Schütteln haben wir dann darauf zurückgeführt, dass wir wenig Druck in den Reifen hatten. Nachdem wir die Steine dann durch unsere Keile ersetzt hatten, wurde es ruhiger. Weil wir so spät angekommen sind kann ich mich erinnern, dass die Uhr 18.37 anzeigte.

17.08.2007
Arequipa ist mit ca. 900'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Perus. Das historische Stadtzentrum wurde im Jahr 2000 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Alte, reich verzierte Gebäude aus hellem Sillar-Gestein sind die architektonische Besonderheit der Stadt.

Vom Café Terrace bietet sich vor allem Richtung Westen ein wunderschöner Blick über die Plaza de Armas und die Stadt. Im Norden/Nordosten thronen die schneebedeckten Berge Chachani, der Vulkan Misti und der Pichupichu.

18.08.2007
Wir sind überrascht, entdecken wir doch insgesamt vier Kaffees, die gratis wifi anbieten. An der Ecke Palacio Viejo/La Merced dürfen wir sogar Strom einstecken. Die Konsumation, eine Tasse Kaffee kostet mich 2.50 Soles (Fr. 1.--). Dafür sitze ich zwei ein halb Stunden mit unserem Laptop auf dem Tisch im Lokal.

Nach getaner Arbeit besuchen wir den Mercado San Camilo und bereuen, nicht nach Herzenslust einkaufen zu können. Bei der Einreise nach Chile wird strengstens kontrolliert und viele Lebensmittel darf man gar nicht einführen.

Vom Besuch des Konvent und Museum La Recoleta wird uns vor allem die Bibliothek in Erinnerung bleiben. Sie umfasst über 20'000 Werke, einige wenige davon sind in feinster Handschrift verfasst. Die Mehrheit der Bücher ist theologischer Natur, es gibt jedoch auch solche über Physik oder Geometrie.

Als Abschluss geniessen wir im Café Restaurant los Ekekos an der Mercaderes für wenig Geld ein ausgezeichnetes Nachtessen. Heute Abend werde ich auch noch stolze Besitzerin eines typischen, aus Alpaca gewobenen Huts für 11 Soles (Fr. 4.40).

19.08.2007 – Balneario Los Palos (S 18°17.616’/W070°26.677’)
Nach der Fahrt durch die kahle und trockene Berggegend ist es jedes Mal eine Augenweide bewässerte Grünflächen zu erblicken. In einigen abgelegenen Gegenden machen wir eine eigenartige Entdeckung. Links und rechts der Panamericana sind mehrere Quadratkilometer weit Grundstücke parzelliert. Teilweise sind bereits Bäumchen angepflanzt, die mit aus einem Zysternenwagen Gefüllten Kübeln einzeln begossen werden. Ein seltsamer Anblick mitten in der Prärie.

Mit dem Nebel haben wir bisher grosses Glück. Obwohl wir bereits um 08.00 Uhr wegfahren erreichen wir die gefährdeten Gebiete erst, als sich der Nebel aufzulösen beginnt. Dabei sinkt die Temperatur jedoch merklich. Herrschen in den sonnigen Höhen bis zu 29°C wird es weiter unten in den dunstigen tieferen Lagen bis 18°C kalt.

Drei Kilometer vor Moquegua gibt es wegen der Fruchtfliege in südlicher Fahrtrichtung eine Kontrolle. Der Beamte beschlagnahmt eine Avocado, eine Tomate und die Orange. Weil es Mittagszeit ist verspeisen wir die Sachen gleich beim Rastplatz hinter dem Posten.

Weil wir in Tacna keinen Übernachtungsplatz finden fahren wir weiter bis ans Meer. Der Strand „Balneario Los Palos“ wäre eigentlich ganz schön, lägen da nicht eine tote Robbe und viele verendete Vögel im Sand. Zum Baden ist es ohnehin zu kalt und für eine Nacht können wir die Kadaver vergessen.

Peter liegt schon im Bett, als er plötzlich jemanden mit der Taschenlampe um unser Wohnmobil spazieren sieht. Wir machen unsererseits Licht und erkundigen uns nach dem Geschehen. Der Mann ist verantwortlich für die nahen Bungalows und möchte wissen, ob wir hier campieren. Er versichert uns es sei kein Problem und wünscht eine gute Nacht.

Morgen früh werden wir die Grenze nach Chile überqueren.

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