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2007/2008
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Junín de los Andes – Mendoza

15. Februar - 17. März 2008

15. Februar 2008 – Junín de los Andes (Argentinien)
Der Grenzübertritt von Chile nach Argentinien verläuft problemlos und wir stellen die Uhr um eine Stunde vor. Wir sind nur noch drei Stunden hinter der Schweiz zurück! Südlich von uns erhebt sich der mit einer Eiskappe bedeckte Vulkan Lanin in seiner vollen Pracht.

Die Campingplätze in Junín de los Andes sind wegen des Dorffestes überfüllt. Am Wochenende sind die Nächte sowieso jeweils ziemlich laut und deshalb sind wir gar nicht unglücklich, ein wenig abseits des grossen Rummels auf einem kleineren Platz Unterschlupf zu finden.

16. Februar 2008
Junín de los Andes ist in Feststimmung. Wir haben im Moment jedoch noch ein Problem an unserem MAN zu untersuchen und haben keine grosse Lust uns in den Rummel zu stürzen. Seit zwei Tagen verspüren wir beim Fahren ein Schlagen im Bereich der Vorderachse und es gibt starke Erschütterungen auf das Führerhaus und auf die Lenksäule. Wir kippen die Kabine ab und untersuchen den ganzen Aufhängungs- und Motor-Bereich nach allfälligen Unregelmässigkeiten. Wir finden zwar nichts, doch interessanterweise ist das lästige Schlagen nun trotzdem verschwunden. Vielleicht war irgendwo ein Stein verkeilt.

17. Februar 2008 – Camping Piedra Mala am Lago Huachulafqen im Lanin Nationalpark
In Junin de los Andes findet ein Gaucho-Fest statt. Weil wir so konzentriert am PC arbeiten verpassen wir doch glatt den farbigen Umzug durch die Stadt.

Gegen Abend finden wir am hintersten Teil des Lago Huachulafquen, wo das Wasser am wärmsten sein soll, einen hübschen Campingplatz mit breitem schwarzem Sandstrand.

18. Februar 2008
Es beginnt erst um acht Uhr zu tagen und wir schlafen gut und gerne bis neun oder zehn. Rundherum hat es hohe Berge und die Sonne erreicht unseren Platz erst um die Mittagszeit. Solange es noch kühl genug ist machen wir die kurze Wanderung zum „Saltillo“, dem nahen kleinen Wasserfall.

19. Februar 2008
Die heutige Wanderung zum Fuss des Gletschers am Vulkan Lanin dauert neun Stunden. Ein kleiner Hund, dem wir auf dem Campingplatz ein bisschen Futter gegeben haben begleitet uns auf dem ganzen Weg. Nachdem wir uns auf den ersten Kilometern vergeblich bemüht haben, ihn zurückzuschicken, nehmen wir ihn halt mit. Schon bei der ersten kleinen Bachüberquerung landet er im Wasser und rutscht am steilen Bord immer wieder aus, so dass Peter ihn aus der unangenehmen Situation retten muss. Das kleine Tierchen hält sich tapfer und zeigt erst nach acht Stunden ernsthafte Ermüdungserscheinungen.

20. Februar 2008
Es ist über 30°C heiss, der See hat etwa 21°C und ist damit gerade warm genug zum Schwimmen. Margrit hat am Vormittag beim Wäsche waschen einen Hexenschuss erlitten und kann sich im Moment nur dank starker Schmerzmittel überhaupt noch einigermassen bewegen.

21. Februar 2008
Peter und Carlos, ein Argentinier, unternehmen zusammen einen kurzen Fahrrad-Ausflug. Bei dieser Hitze ist eine Stunde schon mehr als genug und das kühlende Bad hinterher äusserst willkommen.

22. Februar 2008 – Lago Villarino
Via San Martín de los Andes fahren wir zum kleinen See Lago Villarino. Der Gratis-Stellplatz ist nicht besonders schön und ein bisschen laut. Am Wochenende drehen die Argentinier – jung und alt – ihr Volumen immer ein bisschen höher als für unsere Ohren angenehm. Die sehr liebenswürdigen Menschen kennen hier kaum Nachtruhe, ihnen ist vor allem die Siesta (ca. zwischen eins und vier am Nachmittag) heilig.

23. Februar 2008 – Lago Espejo Chico
Peter hat wieder einmal unerträgliche Zahnschmerzen. Der Apotheker in Villa la Angostura erklärt uns, es gebe keinen zahnärztlichen Notfalldienst, ist jedoch äusserst hilfsbereit. Er ruft kurzentschlossen seinen Zahnarzt, der nebenbei ein Freund ist, an und bittet ihn, uns zu empfangen. Dieser fährt schnurstracks in die Klinik und als wir ankommen erwartet er uns bereits. Leider wirkt jedoch seine sanfte Behandlung nicht und Peter übersteht das Wochenende nur dank starker Schmerztabletten. So wie es aussieht muss er bohren und eine Wurzelbehandlung machen.

24. Februar 2008 – Villa la Angostura
Wir warten auf morgen – dann ist die Zahnarztpraxis wieder offen.

25. Februar 2008
Beim ersten Zahnarztbesuch um 09.15 wird nochmals geröntgt und dann die definitive Diagnose gestellt. Um das Übel, eine böse Infektion zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel, zu beheben muss der Zahn raus! Termin: 18.00 Uhr. Wir verkürzen uns das Warten mit Auto waschen, Kleider waschen und einkaufen.

26. Februar 2008 – Dina Huapi, am Lago Nahuel Huapi
Endlich keine Zahnschmerzen mehr und wieder Lust, etwas zu unternehmen. Peter macht mit der BMW eine kurze Erkundungstour ins 10 km entfernte Bariloche.

27. Februar 2008
Mit dem Töff fahren wir den Circuito Chico um Bariloche, besuchen das berühmte 5*-Hotel Llao Llao und die um 1890 von französischsprachigen Wallisern gegründete Colonia Suiza, deren ältester Einwohner ein 94jähriger Walliser in der zweiten Generation ist. Seine Enkelin serviert uns das Mittagessen und schwärmt von seiner geistigen Klarheit und dem guten Erinnerungsvermögen. Wir fragen uns, wie sich die Schweizer derzeit an einem solch abgelegenen Ort niederlassen konnten. Heute ist der ganze mit Schweizer und Walliser Flaggen geschmückte Ort eine einzige Touristenattraktion.

28. Februar 2008 – Beim Lago Guillelmo
Am Vormittag besteigen wir den Campanario. Es gibt zwar eine Sesselbahn, aber die knapp einstündige Wanderung kommt uns gerade recht, sonst rosten wir plötzlich noch ein. Die Aussicht ist prächtig und wir sind froh, dass sich fast alle Wolken, welche sich gestern Abend über den Bergen festgesetzt hatten und noch heute früh sichtbar waren, verzogen haben. Am Nachmittag bummeln wir kurz durch Bariloche’s Schoggistrasse und ob der vielen süssen Kreationen läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Danach lassen wir die Reifen auf unseren Felgen drehen, damit sie hoffentlich noch einmal 40'000 Kilometer herhalten. Doch halt, Pech gehabt: Die Zentrierscheibe der Auswuchtmaschine passt nicht auf unsere Felgen, weshalb wir es dabei belassen, die zwei Hinterreifen zu drehen. In Mendoza werden wir dann unser Glück aufs Neue versuchen. Dort soll es irgendwo eine modernere Auswuchtmaschine geben…

Auf Empfehlung anderer Reisender fahren wir zum Lago Guillelmo, etwa 30 km südlich von Bariloche. Die Zufahrt ist jedoch so eng, dass Peter mehrmals bezweifelt auf dem richtigen Weg zu sein. Wir haben mit Edi und Margrit am See abgemacht und eine Wendemöglichkeit gibt es sowieso nicht. Also: Augen (und Ohren) zu und durch. Nach drei Kilometern ist die Tortur zu Ende und unser schönes Fahrzeug von Sträuchern und Bäumen total zerkratzt.

29. Februar 2008 – Bariloche
Der Extratag in diesem Jahr beschert uns Regen. Wir beklagen uns nicht. Nicht nur weil wir uns kaum mehr an den letzten Niederschlag erinnern können, sondern vor allem weil vielerorts herbe Trockenheit herrscht. Der Wasserstand des Stausees bei Villa La Angostura ist sieben Meter tiefer als normal. Zudem gibt die Natur, so frisch gewaschen, ein glänzendes Bild ab und es ist für einmal auf den Naturstrassen nicht mehr so staubig. Wir versüssen uns den Regentag mit Schokolade, denn dafür ist Bariloche bekannt. Und wir sind überrascht, wie fein das „Schoggizeugs“ schmeckt, beinahe schweizerisch.

1. März 2008 – Pampa Linda
Der Nationalpark Nahuel Huapi wurde 1934 kreiert und ist das erste Naturschutzgebiet Argentiniens. Er umfasst 710'000 Hektaren der Andenregion Nordpatagoniens mit Wäldern, Bergen, Steppen, Flüssen und Seen. Der Tronador, von den Ureinwohnern Anon genannt, heisst übersetzt Donnerer und ist mit 3478 Metern der höchste Gipfel im Park. Er ist mit einer Eiskappe bedeckt von der aus nicht weniger als acht Gletscher Sedimentgestein und Erde Richtung Tal schieben und so langsam die Landschaft modellieren. Immer wieder hört man Stücke von den Gletschern abbrechen und mit lautem Getöse ins Tobel donnern.

2. März 2008 –
Die achtstündige Wanderung zum Refugio Otto Meiling an der Basis des Tronador ist für uns eine der schönsten in Südamerika. Alles stimmt: Das Wetter, die Temperatur, die Distanz und die Moral.

3. März 2008 – Beim Piccolo Paradiso von Lino & Carmen Odermatt
Am Morgen wollen wir „schnell“ zum „Mirador del Valle“ um ein paar Fotos zu machen. Fredi und Monika, die wir in Valdez kennen gelernt hatten, sind gestern Abend überraschend in der Pampa Linda eingetroffen und sie begleiten uns auf der steilen Wanderung.

Der in Bariloche wohnende Schweizer Lino Odermatt hat Edi am Samstag angesprochen, weil dieser eine Jacke mit Schweizerkreuz trug. Er hat uns alle (Peter und mich unbekannterweise) spontan zu einem „Asado“ eingeladen. Zusammen mit seiner Frau Carmen, deren Freunde Esther und Otti sowie Rada und Hansjörg bilden wir ein trinkfreudiges Schweizer Grüppchen. Bis spät in die Nacht wird schnabuliert, diskutiert und sogar politisiert.

Lino und Carmen verkaufen nach zehn Jahren ihr Piccolo Paradiso am Seeufer von Bariloche um sich wieder neu zu orientieren. Bereits in zehn Tagen ist Zügeltermin und anfangs April fliegen sie in die Schweiz um ein halbes Jahr zu arbeiten.

4. März 2008 – Dina Huapi
Zufällig treffen wir einige alte Bekannte auf dem grossen Parkplatz in Bariloche. Da es nachts hier sehr laut ist beschliessen wir, auf dem Stellplatz 10 km östlich zu übernachten. Wir sieben Schweizer und zwei Deutsche haben einander viel zu erzählen und es wird ein weiteres Mal ziemlich spät.

5. März 2008 – Cerro Catedral
Wir stehen auf dem riesigen Parkplatz des Skigebiets von Bariloche. Nach dem Mittagessen klopft es an unsere Tür und wir werden in einem freundlichen Schweizerdeutsch begrüsst: Seid ihr tatsächlich aus dem Aargau? Hans und Bethli kommen aus Erlinsbach und wir schwatzen den halben Nachmittag, bevor wir sie endlich mit dem Sessellift auf den Berg fahren lassen.

Das grösste Skigebiet Südamerikas in Bariloche bietet insgesamt 160 km Pisten in den verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Wir lernen Ernst, den Besitzer des Kiosks „TAGE“ kennen, wo Getränke, warme Sandwiches oder Apfel-Strudel sowie Souveniers verkauft werden. Er erzählt uns, sein Vater, ein gebürtiger Däne Namens Tage, habe das Unternehmen bereits vor 52 Jahren gegründet. Dieser hatte damals eine Österreicherin geheiratet, die ihrem Sohn Ernst ein gutes Deutsch gelehrt hat.

6. März 2008 – Dina Huapi
Markus, den wir im Torres del Paine Nationalpark zum ersten Mal getroffen haben, besteigt mit uns den Cerro Catedral. Wir nehmen es gemütlich, geniessen es jedoch sehr, uns körperlich zu betätigen. Nach drei Stunden haben wir die 1000 Höhenmeter geschafft und staunen, wie weit man trotz bedecktem Himmel doch sehen kann.

7. März 2008 – Confluencia
Unsere Freunde haben bei der Tankstelle eine Notiz hinterlassen, wo sie übernachten werden. Der Tankwart erinnert sich zwar daran, hat den Zettel jedoch bereits in den Kehricht geworfen, wo er ihn dann wenig schuldbewusst wieder herausfischen muss.

8. März 2008
Das „Valle Encantado“ ist ein Kletterparadies mit bizarren Felsformationen und Edi hofft (leider vergeblich) auf einen Kletterpartner mit dem er seinem Hobby frönen könnte.

9./10. März 2008 – Zapala
Die Fahrt auf der Ruta 40 dem lang gezogenen Stausee entlang nach Norden ist beinahe erholsam. Verkehr gibt es sowieso kaum, die Strasse und das Wetter sind gut, die Landschaft ist hügelig und von blassem Grün. Alles in allem eher beruhigend als umwerfend.

Der gepflegte Camping Municipal in Zapala ist, inkl. Strom und Warmwasser, gratis – wo gibt es noch so etwas?

Margrit und Edi laden uns zu seinem Geburtstag zu einem richtigen Festschmaus ein. Dieser beginnt bereits beim Zvieri mit würzigem Lebkuchen. Rahmschnitzel und Nüdeli schmecken äusserst fein und zum Dessert gibt’s ein leckeres Schoggimousse.

11. März 2008 – Chos Malal
Bei der Laguna Blanca soll es viele Schwarzhals-Schwäne, Flamingos und andere Vogelarten haben. Wir finden es nicht so überwältigend und beschliessen, heute bis Chos Malal weiter zu reisen. Auf dem Weg verspürt Peter plötzlich wieder dieses eigenartige Schlagen im Bereich der Vorderachse, das uns vor etwa drei Wochen schon einmal Sorgen bereitet hat. In Chos Malal suchen wir einen Mechaniker auf, der unter der Kabine nach einem Schaden sucht. Er findet nichts und sagt uns, er habe nicht das Gefühl, dass etwas kaputt gehen könnte.

12. März 2008 – Malargüe
Wir sind noch immer beunruhigt und suchen gleich am Morgen früh einen zweiten Mechaniker auf. Auch dieser prüft genau, ob irgendwo etwas nicht in Ordnung ist. Er sagt uns es sei nichts locker, kann uns aber damit auch nicht wirklich weiterhelfen.

Die Ruta 40 nach Mendoza ist auf etwa 100 km in schlechtem Zustand und das Schlagen wird fast unerträglich. Jetzt will Peter beim Fahren „nachschauen“ und bindet sich zu diesem Zweck vorne, auf dem abklappbaren Bügel sitzend, am Fahrzeug fest. Ich setze mich ans Steuer und „brettere“ mit 40 km/h und ohne ihn zu sehen über die Schlaglöcher hinweg. Peter meint, den ungefähren Ort vom Ton her lokalisieren zu können, kann aber nicht feststellen, was es genau ist. Nachdem auch Edi unser Gefährt gesteuert hat und nun weiss wovon wir sprechen beschliessen wir, erneut die Führerkabine zu kippen und, wie bereits beim letzten Mal, nach optischen Unregelmässigkeiten zu suchen. Wieder ist nichts! Doch welch Wunder, nach dieser Aktion ist das Schlagen weg. Wir vermuten irgendeinen Zusammenhang mit einem Silentblock auf der Fahrerseite, sind aber im Moment nur glücklich, dass das Fahren wieder Freude bereitet.

Malargüe ist ein aufstrebendes Städtchen mit hübschen Boutiquen und für Argentinien schicken Läden. Der Ort lebt vor allem vom Wintertourismus. Das bekannte Skigebiet Las Leñas liegt 80 km nordwestlich in den Bergen.

13. März 2008 – Mendoza
Nach über 400 km Fahrt erreichen wir den ACA Campingplatz beim Dique Cipoletti in Lujan.

14. März 2008
Dieser ist etwa 25 Kilometer vom Stadtzentrum von Mendoza entfernt. Um eins soll ein „Colectivo“ fahren, doch weil ich meine Kamerabatterie vergessen habe und der Bus etwas zu früh kommt verpassen wir ihn. Ohne lange zu überlegen machen wir zu viert Autostopp und sind überrascht, dass bereits der erste PW anhält. Der Lenker, ein Lehrer meint, das bringe etwas Abwechslung in seinen Alltag und er setzt uns etwa auf halbem Weg bei einer Busstation ab, die viel näher beim Zentrum liegt.

Mendoza ist eine grüne Stadt mit wenig hohen Bauten, vielen Alleen und grosszügigen Parkanlagen. Am Rande des „Parque San Martin“ besteigen wir den „Cerro de la Gloria“, den Ruhmeshügel, um das imposante Denkmal für die Überquerung der Anden nach Chile zu betrachten. Dieses wurde im Gedenken an die grosse Heldentat des Generals José de San Martín errichtet.

Zum Nachtesse setzen wir uns in eines der Strassenkaffees in der Fussgängerzone der „Calle Sarmiento“ und bestellen dicke Steaks. Die sehen zwar spektakulär aus, sind aber leider ziemlich zäh. Tja, Pech gehabt. Das nächste Mal wählen wir das Restaurant dann wieder etwas gezielter aus.

Die Rückfahrt nach Lujan gestaltet sich zwar ein wenig kompliziert, doch mit Bus und Taxi erreichen wir unseren Campingplatz sicher und verhältnismässig günstig. Eine etwa 20 Kilometer lange Taxifahrt kostet hier 12 Franken. Geteilt durch vier Personen macht das 3 Franken – in der Schweiz wäre das ungefähr der Mindestpreis für ein Bahnbillet.

15. März 2008
Peter und Edi machen eine Velotour. Das angestrebte Ziel, der Potrerillos-Stausee, erweist sich jedoch als zu weit und sie kehren nach 25 Kilometern vorzeitig um.

16. März 2008 – Uspallata
Der Aconcagua, mit 6'960 m der höchste Berg Südamerikas, liegt etwa 160 km westlich von Mendoza, an der Strecke Richtung Santiago de Chile. Wir fahren bis Uspallata um uns auf 1800 müM etwas zu akklimatisieren, denn wir wollen keine Höhenkrankheit riskieren. Zu oft schon haben wir von Freunden und Bekannten erfahren, wie schlecht es ihnen ergangen ist, wenn sie – meistens aus Unachtsamkeit – in hohen Höhen übernachten mussten. Die Geschichten von unerträglichen Kopfschmerzen und Übelkeit möchten wir nicht selber erleben.

17. März 2008
Da hat Peter doch schon genügend zu tragen an seinen nicht enden wollenden Zahnschmerzen. Als erstes sucht er deshalb gleich am Vormittag einen Zahnarzt auf, der ihm die verlorene Füllung ersetzen soll. Bei den Holperpisten ist es nicht wirklich verwunderlich, dass auch die eine oder andere Füllung herausgerüttelt wird.

Dieser Zahnarzt ist technisch voll auf der Höhe. Was wir vorher noch nie gesehen haben finden wir in diesem doch relativ abgelegenen kleinen Ort: Er besitzt eine spezielle Kamera und erklärt dem Patient auf dem Bildschirm welcher Zahn repariert werden muss. Zudem versichert er uns, er arbeite mit Produkten den Schweizer Herstellers Straumann, dies seien die weltbesten, und als Beweis legt er uns auch gleich einen entsprechenden Prospekt vor.

© by Peter und Ruth Zaugg | Das Kopieren und/oder Weiterverwenden von Inhalten ist untersagt. | Website © 2017 by x1024.ch