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Cachi – Laguna de Lobos

13.02.2009 – 05.03.2009

13.02.2009 – Cachi – Laguna Brealito
Odyssee an der Laguna Brealito

Statt wie geplant über Molinos zuerst nach Colomé und dann zur Laguna Brealito zu fahren beschliessen wir das schöne Wetter zu nutzen und zuerst die Laguna zu besuchen um eventuell sogar dort zu übernachten. Wie bereits in den letzten Tagen seit wir in Argentinien sind überdeckt der Himmel, was uns nicht daran hindert, mit dem verlockend herumliegenden Brennholz ein Feuer zu entfachen. Als wir am Brot backen sind beginnt es schon leicht zu tropfen. Trotzdem lassen wir uns (noch) nicht beirren und harren aus bis auch das zweite Brot fertig gebacken und das saftige Rindfilet gegrillt ist.

Um 22.00 Uhr beginnt es plötzlich stark zu regnen und Peter fängt an, sich Sorgen zu machen, ob wir am Morgen auf der nassen Piste überhaupt von hier noch wegkommen. Einerseits prasselt der Regen auf das Dach und lässt ihn nicht schlafen und anderseits ist es die Ungewissheit, die ihn wach hält. Nachdem bis nachts um eins keiner von uns beiden ein Auge geschlossen hat beschliessen wir, wenigstens die zwei Kilometer auf die Hauptpiste zu fahren um nicht am nächsten Tag an der Lagune festzusitzen. Weil unsere Lichter die Umgebung so gut beleuchten, fahren wir putzmunter gleich noch ein Stück weiter und halten erst nach gut 10 Kilometer bei der Abzweigung nach Süden an, weil es im Dorf zwei verschiedene Wege gibt und wir nicht wissen welcher uns direkt nach Molinos führen wird. So ist es bereits 02.15 als wir zum zweiten Mal in dieser Nacht zu Bett gehen und endlich ruhig einschlafen können.

14.02.2009 – Laguna Brealito (+ 10 km) – Colomé – Cachi
Um 07.15 Uhr beginnt es zu tagen und weil es nach mehr Regen aussieht brechen wir ausnahmsweise bereits vor dem Frühstück auf. Die Piste ist eng und wir sind uns nicht sicher, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind. Wir wären! Aber als wir einen Einheimischen fragen, wo es lang geht sagt er uns ganz deutlich, mit diesem Fahrzeug sei kein Durchkommen möglich. Alle Kleinbusse und Lastwagen würden über das Dorf an der Laguna – von wo wir mitten in der Nacht hergekommen sind – nach Molinos fahren, denn es gebe eine „Cornisa“ (gemäss Wörterbuch ein Obersims, wir stellen uns jedoch eine Haarnadelkurve vor), die für uns den Weg unpassierbar mache. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als durch einen inzwischen noch mehr Wasser führenden Fluss und über bereits teilweise schmierige Piste den ganzen Weg über Seclantas zurück nach Molinos zu fahren.

Zum Weingut Colomé geht es von Molinos dann nochmals 17 Kilometer gegen Südwesten. Wir sind absolut überrascht, wie freundlich und persönlich wir in der Bodega & Estancia Colomé empfangen werden. Cecilia zeigt uns das Besuchercenter und bietet uns eine Tour mit Film, Besichtigung und Weindegustation zu 30 Pesos pro Person an. Sie scheint sich zu freuen, dass sich an diesem Regentag doch noch jemand zu ihnen „verirrt“ hat. Wo wir endlich hier sind wollen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und sagen auf der Stelle zu. Die Bodega Colomé gehört seit 2001 dem Schweizer Donald Hess, der praktisch alle arbeitsfähigen Einwohner der gleichnamigen Gemeinde beschäftigt. Er hat für die Produktion, den Hotelbetrieb und den Rebbau insgesamt 150 Angestellte: während der Weinlese, die ausschliesslich von Hand erfolgt, erhöht sich die Zahl auf etwa 200. Auf insgesamt 150 Hektaren werden Reben angebaut und die Bodenbeschaffenheit wird ständig kontrolliert und zu verbessern versucht, denn Colomé produziert ausschliesslich organische Weine. Ihr höchstes Weingut liegt in Payogasta auf 3015 müM und es ist das derzeit höchste Weingut der Welt überhaupt.

Die Bodega Colomé wurde 1831 gegründet und ist die älteste noch existierende Argentiniens. Donald Hess hat sie wieder etabliert und auch ein Estancia-Hotel mit 9 Suites gebaut, das 5*Komfort bietet. Die Preise liegen zwischen 290 (42 m2) und 320 US $ (55 m2) pro Nacht. Es gibt ein beheiztes Schwimmbad, Tennisplatz, Boccia-Bahn, Billiard-Tisch, eine Bibliothek. Mountain-Bikes stehen zur Verfügung oder man unternimmt einen geführten Ausritt zu Pferd. Ivana führt uns freundlicherweise durch das hübsche kleine Hotel mit Innen-Patio. Der Besitzer, Donald Hess, soll am nächsten Montag ankommen. Wir hätten ihn gerne persönlich kennengelernt und ein paar Worte mit ihm gewechselt, denn wir finden sein Projekt absolut nachahmenswürdig. So vieles in Südamerika, das ausgedient hat oder nicht mehr rentiert, zerfällt und wird vergessen. Er hat die Bodega Colomé sozusagen wiedererweckt und aus ihr, zusammen mit der einheimischen Bevölkerung, ein zukunftsträchtiges Unternehmen geschaffen.

Das Museum würde uns auch interessieren, es soll leider erst Mitte März eröffnet werden. Dann werden wir jedoch bereits wieder zuhause sein – und vielleicht zur Feier des Tages einen der mitgebrachten Colomé-Weine geniessen.

15.02.2009 – Cachi – Salta
Der Himmel ist strahlend blau, die Temperaturen ziemlich kühl und die Gipfel der umliegenden Berge frisch verschneit. „Cuesta del Obispo“ durch den Nationalpark Los Cardones ist eine traumhaft schöne Piste und weil wir uns rechtzeitig auf den Weg machen lassen wir die Berge hinter uns bevor sie von dicken Wolken verhüllt werden.

Der Campingplatz in Salta ist voll und wir freuen uns, das grösste Schwimmbecken, das wir je gesehen haben, einmal mit Wasser gefüllt zu sehen, denn der leere ausgebleichte Pool macht einen ziemlich schäbigen Eindruck. Wir treffen Evi und Hans, ein Deutsches Ehepaar mit Landrover, das zwar auch schon über ein Jahr in Südamerika unterwegs ist, von dem uns jedoch namentlich noch nie jemand erzählt hat. Peter freut sich riesig, sich wieder einmal in Deutsch unterhalten zu können und so erfahren wir auch was ihnen passiert ist, weil sie ihr Fahrzeug nicht innerhalb der 8monatigen Frist ausgeführt oder dessen Bewilligung rechtzeitig verlängert haben, sondern 10 Tage zu spät dran waren. Sie wurden offiziell mit 50 % des Fahrzeugwerts gebüsst und mussten 5300 Euro bezahlen, um ihr Wohnmobil nach drei Wochen Beschlagnahmung endlich wieder übernehmen zu dürfen. Dies sei ein Hinweis an alle Reisenden, sich unbedingt an die im Papier erwähnten Fristen zu halten, sonst könnte es, wenn der wirkliche Wert ermittelt und darauf bestanden würde, unbezahlbar werden.

16. – 18.02.2009 – Salta
Am Dienstag fahren wir mit dem Motorrad eine Runde um Salta über San Lorenzo und Castellanos wieder zurück in die Stadt. Abends lädt uns Miguel, ein in Brasilien tätiger neuseeländischer Priester, zum Asado ein. Er ist mit acht Leuten aus seiner Gemeinde auf Südamerika-Reise und so verläuft unsere Unterhaltung mehrsprachig: Englisch, Portugiesisch und vereinzelt auch Spanisch. Der Caipirinha zum Aperitif ist wohl etwas stark und wir merken uns für die Zukunft: einer ist genug! Der Abend geht schnell vorbei und wir verabschieden uns erst kurz vor Mitternacht von der fröhlichen Truppe.

Mittwochabend kaufe ich mir – vermutlich erstmals in meinem Leben – eine Designerbluse von „La Martina Argentina“ und freue mich riesig über diese unübliche Anschaffung. Danach geht’s mit Evi und Hans ganz gediegen zum Nachtessen im Solar del Convento. Das zarte Lomo mit Kartoffelkügelchen und leckerem Rahmspinat schmeckt wieder einmal vorzüglich und der Wein dazu ist ein preiswerter Reserva von ausgezeichneter Qualität. Den lauen Abend beschliessen wir auf dem Campingplatz mit einem ganz feinen Pisco und dem Rest unseres seit Beginn dieser Reise mitgeführten Mandarinenlikörs.

19.02.2009 – Salta – Tafí del Valle
Schon wieder müssen wir uns von lieb gewonnenen Menschen verabschieden. Evi und Hans reisen nochmals Richtung Norden, währenddem wir uns langsam gegen Südosten aufmachen, um nicht plötzlich noch in Eile zu geraten. Denn: In genau zwei Wochen geht unser Flug zurück in die Heimat.

In der Quebrada de Cafayate stoppen wir diesmal um das Anfiteatro zu besuchen. Die Felsen sind so hoch, dass meine Kamera das gar nicht aufnehmen kann – ein Weitwinkelobjektiv ist von Nöten… Cafayate ist ein hübscher Touristenort, wir beschliessen trotzdem nach einem kurzen Bummel weiterzufahren, denn weil am Wochenende ein riesiges Fest stattfinden wird sind die Zeltplätze bereits überfüllt und es wimmelt nur so von Menschen.

Über einen Pass fahren wir bis Tafí del Valle, wo gerade das Käse-Festival stattfindet. Dieses scheint allerdings nicht ganz so viele Leute anzuziehen wie das Fest in Cafayate und es gibt noch genügend Platz auf dem grossen Camping der Gemeinde.

20.02.2009 – Tafí del Valle – Cruz del Eje
Nach dem „Abstieg“ durch die Schlucht ist der interessante Teil unserer heutigen Etappe bereits vorbei, denn ab jetzt geht es fast nur noch geradeaus. Nach über 500 Kilometern Fahrt sind wir bereits kurz nach vier beim Gashändler in Cruz del Eje, wo wir nochmals unsere fast leere Flasche nachfüllen lassen.

Am Nachmittag steigen die Temperaturen bis auf 43°C, weil der Wind dreht und Regen einsetzt sinken sie aber innert eineinhalb Stunden um 20°C auf 23°C, um sich später bei ca. 28°C wieder einzupendeln.

Wie schon vor über einem Jahr peilen wir den ruhigen Übernachtungsplatz beim Stausee an. Das wunderschöne „Naturschutzgebiet“ ist zu unserem Erstaunen seit dem letzten Besuch zum Schlechteren verändert worden. Direkt am Wasser gibt es jetzt einen Parkplatz und gleich dahinter einen riesigen Kinder-Spielplatz mit folgendem Hinweis: „Dies ist ein Familien-Ort, mässigen sie ihr Vokabular“.

21.02.2009 – Cruz del Eje – Villa General Belgrano
Wir freuen uns, Brigitte und Edi vom Robusto auf dem Campingplatz La Florida wieder zu treffen. Sie stehen schon länger hier und ihre täglichen Aktivitäten drehen sich derzeit um Zahnarztbesuche und Golfspielen.

Heute Abend grillt Ralf (der Campingplatzbesitzer) ein Lamm und deshalb fällt das sonntägliche Asado aus. Das Essen beginnt genau um 22.00 Uhr und es ist so lecker, dass wir das schon wieder verpasste Asado locker verschmerzen können.

22. – 25.02.2009 – Villa General Belgrano
Am Montag fahren wir mit unserer BMW zum Händler in Cordoba um einen Service ausführen zu lassen. Auf dem Weg dahin erleben wir eine Riesen-Überraschung: Unser Weg kreuzt sich mit Bettina, Walter und Marlon im Action-Mobil (unser Zwilling), auf der kurzen Autobahnstrecke E20 Villa Carlos Paz – Cordoba. Bei der Zahlstelle halten wir an und unterhalten uns ein Weilchen. Sie reisen weiter Richtung Rosario und wir versprechen einander um 20.00 Uhr zuzuprosten. Dass dies unsererseits leider nur mental klappt ist dann eine andere Geschichte.

Weil wir erst gestern von der Existenz des BMW-Dealers erfahren haben kommen wir natürlich unangemeldet an. Die Leute sind sehr hilfsbereit und versprechen, den Service trotz zuviel Arbeit heute auszuführen, wir sollten etwa um sieben oder halb acht wieder vorbeikommen. Wir verbringen den Tag in der Stadt und weil wir die 80 Kilometer nach Belgrano gerne möglichst noch bei Tageslicht zurücklegen möchten melden wir uns um halb fünf nochmals im BMW-Laden um zu erfahren, wie weit sie denn mit unserem Fahrzeug schon sind. – Und sie sind noch nirgends! Das Motorrad steht noch unberührt in der Werkstatt und wird erst bewegt, als wir eintreten. Jetzt wird’s aber langsam eng, denn neben dem Oelwechsel und ein paar weiteren „Kleinigkeiten“ muss noch der Hinterreifen ersetzt werden. So begeben wir uns, wie geplant, auf Einkaufstour im Carrefour, essen gemütlich eine Pizza und hoffen um sieben unser Motorrad entgegennehmen zu können. Es wird dann aber halb neun, bis wir die Rechnung bezahlen und die BMW entgegennehmen können. Doch da hat sich schon ein kleiner Oelfleck am Boden gebildet, beim Einbau des neuen Oelfilters wurde die Dichtung beschädigt. Deshalb wird diese ersetzt und wir müssen nochmals warten. Um Viertel vor neun fahren wir endlich los, doch kurze Zeit später ist es bereits dunkel und wir sind froh, als wir gute eineinhalb Stunden danach endlich beim Campingplatz ankommen.

Am Dienstagnachmittag will Peter schnell mit dem Motorrad in die Stadt und stellt unterwegs fest, dass er einen platten Hinterreifen hat. Beim Pneuhändler ist die Ursache schnell ermittelt: Das Felgenband ist an zwei Stellen defekt und hat den Schlauch beschädigt. Er wickelt Klebeband darum, flickt den Schlauch und so fahren wir am Mittwoch 60 Kilometer rund um den „Dique Los Molinos“. Peter bewältigt diese Strecke am Donnerstag gleich noch mit dem Fahrrad und somit hat er auf dieser Reise immerhin knapp 700 Kilometer geradelt.
Als wir am Abend nochmals in den Ort fahren wollen ist der Reifen schon wieder platt, also nochmals hin in die „Gomeria“. Peter bringt mich zuerst ins Internetkaffee, wo ich für einmal ganz ungestört mit meinem Neffen „skypen“ kann. Doch plötzlich tippt mir jemand auf die Schulter – nein, Peter ist noch nicht zurück – und ich schaue in Silvias strahlendes Gesicht. Wie kommt den SIE hierher? Wir haben Silvia und Hernan im Oktober auf der Halbinsel Valdes kennen gelernt und sie Ende November in Villa Llanquin (nähe Bariloche – über 1000 km südlich von hier) besucht. Heute trifft Peter die beiden mit ihrem vor zwei Wochen erstandenen Mercedes-Wohnmobil beim Pneuhändler in Villa General Belgrano wieder!

Sie laden uns zu einem feinen Nachtessen in der Parilla La Rueda ein und wir unterhalten uns trotz der späten Stunde noch ganz angeregt. Die beiden sind dabei ihren 120seitigen Kondor-Fotoband zu drucken und planen, diesen auf ihrer etwa zweijährigen Reise durch Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela zu verkaufen.

26.02.2009 – Villa General Belgrano – Cañada del Ucle
Silvia und Hernan haben uns empfohlen, die Ruta 6 zu fahren, da gäbe es wenig Lastwagenverkehr und der Weg führe durch nette Dörfer. Leider gibt es zwischen Rio Tercero und Hernando einen schweren Unfall. Dieser würde zwar den Verkehr nicht wirklich tangieren, weil ein Unfallauto neben der Strasse und eines im Graben liegt. Doch die Polizei hat die Angelegenheit nicht im Griff und lässt keinen mehr durch, ausser die, welche sich einfach vordrängen. Was bei uns in einer solchen Situation undenkbar wäre ist hier an der Tagesordnung. Der Verkehr steht still und dadurch sind die Leute fast gezwungen hinzuschauen. Wir sind nicht gewillt der Bergung beizuwohnen, denn die Feuerwehr macht sich bereits mit dem Schweissbrenner an die Arbeit. Weil wir an zweiter Stelle stehen tun wir es Automobilisten von der Gegenseite gleich und fahren zum Verdruss des jungen tatenlos herumstehenden Polizisten einfach durch, denn es gibt genügend Platz und es wird niemand gefährdet.

Das Land ist hier topfeben und wird landwirtschaftlich genutzt. Daneben gibt es Feuchtgebiete mit tausenden von Vögeln und in einigen Lagunen tummeln sich kleine Flamingos. In Cañada del Ucle rasten wir nach 400 Kilometern Fahrt auf einem grossen Gelände in einiger Entfernung zur Hauptstrasse.

Unser heutiger „Nachbar“ ist Schreiner und er möchte uns später (nach 22.00 Uhr) Stück Schweinefleisch offerieren. Doch wir sind bereits am Nachtessen, so lädt er uns nachher zu einem kurzen Dorfrundgang ein. Als wir uns bereits verabschiedet haben kommt seine Frau nach Hause, die er uns gern vorstellen will. Ein Wort ergibt das andere, wir unterhalten uns bis spät in die Nacht und zeigen der Familie sogar noch unseren Schweizer Film.

28.02.2009 – Cañada del Ucle – Luján
Eine Stunde vor Ankunft in Luján rufen wir unseren Gastgeber fürs Wochenende an, damit Kim uns das Gatter für die Einfahrt öffnen kann. Wir haben mit der Familie Silvester gefeiert und sie sind erst vor zwei Tagen von einer weiteren Reise (diesmal war’s Florida) nach Hause gekommen. Wir dürfen unser Wohnmobil in den eigens für uns frisch geschnittenen Rasen stellen. Dann werden wir in den Swimming Pool eingeladen wo wir schön schwimmen und uns in der Hitze abkühlen können. Als Nächstes steht das Nachtessen auf dem Programm – ein leckeres Asado (Würste, Grillfleisch, Rindfilet), gegrillte Zucchini, Zwiebeln und Knoblauch.

01.03.2009 – Lujan
Am Sonntag besuchen wir die prunkvolle Basilika und anschliessend das Transportmuseum der Stadt. Das Wetter ändert sich während unserer Rückkehr zu Fuss beinahe schlagartig. Nur ein paar hundert Meter bevor wir unser schützendes Zuhause erreichen beginnt es zu stürmen und der Wind treibt uns so viel Staub ins Gesicht, dass wir rückwärts gehen müssen bevor es zu regnen beginnt. Als es so richtig zu giessen beginnt haben wir eben die Türe unseres Wohnmobils geschlossen – wir haben nochmals Glück gehabt. Eine halbe Stunde später lädt uns der Gastgeber abermals zum Schwimmen ein, denn es klart bereits wieder auf.

Bei Kim, Marisa und Franco steht gutes Essen an vorderster Stelle. So richten sie sich bei Reisen immer nach kulinarischen Leckerbissen – sie wissen genau was wo am frischesten erhältlich ist. So kommt es denn auch, dass sie in Chile 10 Kilogramm Jakobsmuscheln gekauft, gekocht, tiefgekühlt und nach Argentinien importiert haben. Und genau solche gibt es unter anderem heute zum Nachtessen. Da Peter davon allerdings nicht allzu angetan ist profitieren wir von je einem Stück mehr. Aber auch er kommt nicht zu kurz – er erhält eine doppelte Portion Gnocchi und auch vom delikaten Fischgratin fällt für ihn auch etwas mehr ab.

02.03.2009 – Lujan – Lobos
Der letzte Abschnitt unserer aktuellen Reise beträgt noch gute 100 Kilometer und so treffen wir bereits am Vormittag da ein, wo wir unser Wohnmobil für fünf Monate unterbringen wollen. Weil es morgen und übermorgen regnen soll benutzen wir den heutigen sonnigen Tag noch zum Fahrzeug waschen.

03. – 05.03.2009 – Lobos
Beim Putzen, Packen und „Einmotten“ des Wohnmobils geht die Zeit schnell vorbei und das gemeinsame Essen am Mittwoch mit Myrta und Jorge bringt uns schon fast in Zeitnot, denn wir wollen den letzte Reisebericht noch übertragen, damit alle wissen, dass wir ab Samstag wieder zuhause sein werden. Die Internet-Verbindung klappt ausgezeichnet, aber für einmal haben sich beim Text so viele Fehler eingeschlichen wie noch nie und ich verschwende mehr Zeit um das Nötigste zu korrigieren als für die ganze Übertragung nötig war. Als wir dann doch endlich fertig sind trifft es uns im Regen zum Campingplatz zurückzufahren – natürlich mit dem Töff, denn das Wohnmobil wollten wir nicht wieder schmutzig machen.

05. – 06.03.2009 – Buenos Aires – Zürich
Jorge vom Campingplatz bringt uns zum Flughafen Ezeiza in Buenos Aires. Beim Einchecken stellen sich zwei bekannte Gesichter gleich vor uns in die Reihe. Wir haben Magda und Falk in Punta Pardelas getroffen und sie sind dann nach Süden gereist. Seither haben wir von ihnen nichts mehr gehört, heute sind sie auf demselben Flug. Jetzt haben wir genügend Zeit ein paar Erlebnisse auszutauschen, bevor wir ins Flugzeug steigen müssen.

Wir haben es im letzten halben Jahr gemütlich genommen und 13500 Kilometer zurückgelegt. Wir haben wiederum interessante Leute kennen gelernt, traumhafte Gegenden besucht und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck kommen wir auch gerne wieder in unsere Heimat zurück!

Der Flug dauert fast dreizehn Stunden und ist über weite Strecken ziemlich ruppig. So sind wir denn froh, als wir endlich in Frankfurt landen und wissen, dass die Flugzeit nach Zürich nur noch eine gute halbe Stunde beträgt.

Zuhause lädt uns Jenny, die das Haus während unserer Abwesenheit bewohnt hat, zum Nachtessen in unserem eigenen Heim ein und wir freuen uns riesig über diesen lieben Empfang. Wir fühlen uns schon wieder richtig wohl.

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