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KORSIKA-REISE VOM 15. – 25. MAI 2009

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KORSIKA-REISE VOM 15. – 25. MAI 2009

15.05.2009

Die Wettervorhersage für den Abreisetag ist nicht eben viel versprechend und wir rechnen damit bereits in Luzern verregnet zu werden. In Altdorf hingegen soll es trocken bleiben … Soviel zu den Aussichten.

Um 09.00 Uhr treffen wir uns bei der Shell-Tankstelle an der Autobahneinfahrt in Oftringen. Wir, das sind: Otti, unser Freund aus dem Baselland mit seiner Moto Guzzi; René, ein ehemaliger Kollege mit dem wir bereits in den 80er Jahren einige Motorradreisen unternommen haben, mit seinem V-Max; Ruedi, Peters Bruder mit seinem Virago; Peter mit der 1200er GS-BMW und Ruth (ich) mit der neuen 800er GS-BMW. Renés Frau Anita, die früher jeweils auch mit dabei war, ist hier um uns zu verabschieden und eine gute Reise zu wünschen.

Vorsichtshalber ziehen wir schon einmal unsere Regenkleider an, noch trocken ist dies nämlich sinnvoller und um einiges einfacher als in nassem Zustand. Doch wir haben Riesenglück, denn in Luzern wo wir eigentlich den ersten Regenschauer erwartet haben zeigt sich sogar die Sonne. Die Temperaturanzeige im Gotthardtunnel steigt bis auf 33°C und der Schock folgt gleich in Airolo. Die von Süden hereinfahrenden Autos kündigen an, was uns erwartet. Es giesst wie aus Kübeln und die nasse Kälte erreicht uns wie ein Schock. Ausser meinen Schuhen bleibt alles trocken (meine wasserdichten Gore-Tex Schuhe stehen zuhause in der Garage) und wir sind trotz des Regens guten Mutes, denn die Wetteraussichten für die folgenden Tage sind hervorragend.

In Voghera verlassen wir die Autobahn Mailand-Genua und suchen eine Übernachtung in Varzi. Das Agriturismo-Gästehaus „La Sorgente“ ist sehr hübsch und freundlich, aber das Bier ist mit 10 Euro eindeutig zu teuer und auch das feine Menu mit dem Trockenfleisch-Teller, Ravioli, Braten mit Pommes-frites, Vitello, Dessert und Kaffee ist nicht gerade billig.

16.05.2009

Es ist zwar noch neblig, aber der Regen ist definitiv vorbei. Unsere erste Wegtrecke führt durch die Berge und wir fahren Kurven bis zum „Geht nicht mehr“. Das Wetter wird immer besser und die Temperatur steigt bis 29°C.

Zum Nachtessen wählen wir eine Pizzeria am Strand und geniessen den lauen Abend in Livorno bei einem Glas Rotwein.

17.05.2009

Tagwache um sechs Uhr, damit wir rechtzeitig um 07.30 Uhr am Hafen in Livorno auf die Fähre einchecken können. Weil wir bereits via Internet die Moby Lines Fähre Livorno-Bastia gebucht haben wird der Strichcode auf unserer Reservation eingescannt und das Ticket gleich ausgedruckt.

Pünktlich um acht Uhr verlassen wir den Hafen und erreichen Bastia kurz nach zwölf. Zum Einstimmen fahren wir das Cap Corse und finden in der Bucht von Marine de Giottani ein günstiges Hotel (Hotel Marinella, Barrettali - DZ 55 Euro).

18.05.2009

Hoch über dem schwarzen Sandstrand fahren wir der Küste entlang bis zum Hafenstädtchen Saint Florent, wo es endlich ein feines Frühstück gibt. Nach der unerträglichen Rüttelpiste mit Kies, Sand und Löchern entschädigt uns die Strecke zum Col de la Palmarella und oben angekommen können wir unsere Gefühle vor lauter Begeisterung kaum mehr im Zaum halten. Wir wissen schon jetzt, dass der heutige Tag in die Rubrik der Superlative eingehen wird. Als Tüpfchen auf dem i logieren wir in im günstigen Hotel (Zimmer mit Halbpension für zwei Personen: 96 Euro) in einer Bucht nur 5 km nördlich von Porto, wo kleine Vögelchen und brünstige Stiere den einzigen Lärm in der Gegend veranstalten – und damit können wir locker leben.

Die Küste ist traumhaft schön und das Wasser der Buchten in den verschiedensten Blaufärbungen so klar, dass man bis auf den Grund sehen kann.

19.05.2009

Südöstlich von Ajaccio fahren wir in die Berge. Kurven, Kurven, Kurven! Die traumhaften Bergstrecken ohne jeglichen Verkehr lassen unsere Herzen höher schlagen. Über die D302, D757, D420 nach Aullène, die D69 nach Süden, die D268 wieder nach Norden fahren bis Zonza, wo wir die Nacht im Rest. Hotel L’Aiglon verbringen. Die Zimmer sind sehr klein und verfügen lediglich über eine nachträglich eingebaute Dusche, die Toiletten sind ausserhalb. Otti hat eine Privatunterkunft bei der Hotelbesitzerin, eine kleine Mansarde, und muss das Bad der Gastgeberin benutzen. Weil im Ort vier Strassen zusammen kommen ist fast alles ausgebucht und deshalb dürfen wir für einmal nicht wählerisch sein.

20.05.2009

Über die Pässe Col de Bavella und Col de Larone geht es an die Ostküste nach Solenzara. Wir fahren über die Schnellstrasse N198 bis Porto-Vecchio und von da auf der D368 wieder in die Berge. In Zonza wählen wir dann die D420 und gelangen wieder nach Aullène, wo ebenfalls vier Strassen aufeinander treffen. Heute erleben wir von Rennstrecke bis Splitter- und Löcherpiste die ganze Palette. Auf der D69 fahren wir bis Ghisoni, wo wir im Kyrié-Hotel absteigen. Diese Zimmer sind zwar noch mickriger als die von letzter Nacht, doch wir mögen nicht mehr weiter fahren und sehen deshalb darüber hinweg.

21.05.2009

Die Fahrt auf der D344 dem Fluss entlang ist genau der richtige Einstieg in den heutigen Tag. Nach 8 Kilometern schenkt Peter seinem GPS, das von Anfang an Wenden wollte, endlich glauben und so geniessen wir die Fahrt zurück zum Ausgangspunkt von der anderen Seite. Wir haben gestern Abend bei der Einfahrt ins Dorf die Abzweigung zur D69, die wir hätten nehmen sollen, verpasst. Und das ist gut so, denn die ersten fünf Minuten bergauf sind mühsame Baustelle.

Auf der N193 geht es zügig Richtung Corte. An die Gorges de la Restonica haben wir nur noch vage Erinnerungen und wir sehen das Tal mit neuen Augen. Anders als bei unserem ersten Besuch vor über 20 Jahren sind wir heute bei weitem nicht die einzigen Gäste. Das Tempolimit von 30 kmh ist für uns Motorradfahrer bei dieser Hitze recht mühsam. Es ist zwar berechtigt, denn auf der schmalen Strasse können Autos über weite Strecken kaum kreuzen.

Die Gorges de l’Asco ist für uns weit attraktiver, denn es gibt wieder kaum Verkehr, die Strasse ist breiter und wir können die Geschwindigkeit selber den Verhältnissen anpassen. Am Ende erreichen wir das ehemals einzige Skigebiet Korsikas, Haut Asco, das jedoch durch eine Steinlawine verschüttet wurde und heute auch nicht mehr in Betrieb ist. Was jedoch noch einwandfrei funktioniert ist die Telefonkabine – sie ist zwar Freiluft, aber sogar die Verbindung zu Rösli, Ottis Frau in der Schweiz, klappt einwandfrei und kostengünstig.

Die Herberge in Asco schaut von aussen nicht gerade viel versprechend aus, doch die Zimmer sind sehr hübsch und das Essen ist ausgezeichnet.

22.05.2009

Den letzten Tag auf der Insel gehen wir gemütlich an und legen ausgiebige Pausen ein. Von Ponte Leccia geniessen wir nochmals die letzten Kurven der D71 bis hin zur Küste, denn die letzten 50 Kilometer führen auf der N198 praktisch geradeaus nach Bastia.

Im Büro der Fährgesellschaft Corsica Ferries tauschen wir unsere Voucher gegen die Strichcode-Tickets ein um morgen früh für die Überfahrt nach Nizza gerüstet zu sein.

Das erstklassige ***Hotel Ariana etwas nördlich der Stadt haben wir bereits am Sonntag nach unserer Ankunft auf Korsika reserviert, damit wir uns heute genügend Zeit lassen können.

Zur Feier des Tages – Peters Geburtstag – spendiert er zum feinen Essen einen köstlichen korsischen Wein „Reserve du Président“. Es schmeckt hervorragend und ist alles in allem ein toller Abschluss unserer erlebnisreichen Korsika-Reise.

23.05.2009

Tagwache ist bereits um 05.30 Uhr, um 06.00 gibt’s Frühstück und wir fahren um 06.45 los, so dass wir um 07.00 Uhr im Hafen sind, damit die Fähre pünktlich um acht Uhr ablegen kann.

Wir treffen denn auch planmässig um etwa 14.15 Uhr in Nizza ein und fahren sogleich weiter Richtung Vallée du Var und möglichst ein bisschen in die Höhe um den heissen Temperaturen von bis 33.5°C zu entkommen.

In Colmars stoppen wir bei einem schön renovierten und modern ausgestatteten Hotel (es gibt sogar wifi). Das alte Städtchen ist gut erhalten und bietet uns sogar noch etwas Kultur auf unserer Reise. Bisher stand das Motorradfahren an erster Stelle und auf Korsika haben wir diesmal ausser ein paar Dörfern und einer Kirche gar nichts angeschaut.

24.05.2009

Die hohen Alpenpässe, über 2'500 müM, sind noch geschlossen, doch wir finden trotzdem eine interessante Strecke über Col d’Allos und den Col de Vars nach Briançon. Über den Col du Glandon erreichen wir die Autobahn A43/A430 nach Albertville, auf der wir für einige Zeit der Hitze etwas entgehen können. Es wäre unerträglich an den Rotlichtern auf der Hauptstrasse warten zu müssen.

Megève liegt auf über 1'100 müM, doch es ist noch immer so warm, dass wir abends um acht in der Gartenwirtschaft essen können. Im Hotel Rent sind wir die einzigen Gäste und so verspricht uns der Inhaber ein Frühstück auf Kosten des Hauses.

25.05.2009

Die letzte Etappe führt uns aus der Mont Blanc Region über den Col de la Forclaz nach Martigny. Von Aigle geht’s über den Col du Pillon, durchs Simmental nach Spiez. Auf dem Schallenberg essen wir ein feines Menu zu vernünftigen Schweizerpreisen und in der Nachmittagshitze fahren wir durchs Emmental bis Dagmersellen, wo uns Otti zu einem kühlen Drink einlädt.

Wir sind froh, die 2400 Kilometer ohne Pannen, Probleme oder brenzlige Situationen überstanden zu haben und werden sie in allerbester Erinnerung behalten.

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