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2009/2010
Brasilien

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Buenos Aires, Argentinien – Termas de Guaviyu, Uruguay

Nach einem wunderschönen Sommer in der Schweiz sind wir wieder reisebereit und freuen uns auf weitere sechs spannende Monate in Südamerika.

Samstag, 19. September 2009 – Hotel Orly B.A.
Wie bereits im letzten Jahr bringt uns Peters Bruder Ruedi am frühen Samstagmorgen auf den Flughafen Zürich. Zum ersten Mal jedoch müssen wir dort selber einchecken und können dies nicht einfach auf die bequeme Art der netten Dame am Schalter überlassen. Okay, dann machen wir halt den Versuch. Erstaunlicherweise ist es dann auch wirklich kein Problem und als Erfolgserlebnis werden zuerst die Bordkarten gedruckt und ausgespuckt, dann folgen sogar noch die Gepäcketiketten in der angegebenen Anzahl. Jetzt müssen wir nur noch das Gepäck abgeben und das ganze ist erledigt. Wirklich einfach – und nach dem Rückflug in die Schweiz, den wir vorsichtshalber bereits gebucht haben, hat kein Mensch gefragt.

Die insgesamt über 14 Stunden Flugzeit – von Zürich über Frankfurt nach Buenos Aires – verlaufen angenehm und Peter unterhält sich bereits wieder ausgiebig mit anderen Fluggästen und mit den Flugbegleitern übers Reisen und viele andere Themen. Am Ende meint er jedenfalls, der Flug sei kurzweilig gewesen und schnell vorüber gegangen.

Als allerletzte Passagiere stehen wir am fast schon leeren Gepäckband im Flughafen und starren gebannt auf die durch Plastikstreifen verdeckte Öffnung, wo bis vor kurzem noch vereinzelte Koffer erschienen sind. Jetzt kommt gar nichts mehr und ein Mitarbeiter scheint mit einem Stecken irgendetwas losmachen zu wollen. Als er fertig ist erscheint endlich als allerletztes Gepäckstück unsere dritte Reisetasche und wir sind unheimlich erleichtert, dass wir die Reise mit all unseren mitgebrachten Ersatzteilen und Kleinigkeiten antreten können.

Wir steigen wieder im Gran Hotel Orly ab, sind aber diesmal vom Service nicht sehr begeistert. Letztes Jahr war es okay, aber jetzt bekommen wir ein kleineres Zimmer und zudem ist bei unserer Ankunft das Bad nicht sauber.

Sonntag, 20. September 2009
Wir schlendern durch die Stadt und fühlen uns sofort wohl. Es ist als ob wir zuhause wären. An der Costanera findet ein 15 km Lauf statt und der letzte Teilnehmer schleppt sich mit letzter Kraft nach etwa zwei Stunden ins Ziel. Wir laufen zwar nicht ganz so weit – und auch nicht so schnell, aber trotzdem sind wir nach einigen Stunden müde und hungrig. In der Parilla El Mirasol bestellen wir uns ein feines Rindfilet, das kleinste Stück ist 300 g, und lassen es uns auf der Zunge zergehen.

Montag, 21. September 2009 – Laguna de Lobos
Nach dem Gang zur Versicherung lassen wir uns um die Mittagszeit von einer Remise nach Lobos fahren, wo wir nach über einem halben Jahr unser Wohnmobil unversehrt wieder in Empfang nehmen können.

Dienstag, 22. September 2009
Nachdem wir erste kleinere Arbeiten verrichtet und das meiste eingeräumt haben wollen wir unter den Kleiderkästchen die eigens dafür mitgebrachte Steckdose montieren. Fast hätten wir’s geschafft, doch der letzte Draht will beim besten Willen nicht klemmen und nachdem wir etwas forscher an die Arbeit gehen fliegt das Teil beinahe auseinander. Wir schmeissen die Billigsteckdose in den Eimer und werden uns im nächsten Jahr eine neue aus dem Elektrofachmarkt mitbringen (oder besser grad zwei…)

Mittwoch, 23. September 2009
… denn als wir einen der extra in Österreich geholten Zylinder am Wohnaufbau einbauen, lässt sich das Schloss von aussen nur schwerlich schliessen und wir müssen ihn gegen den zweiten Ersatz austauschen.

Der MAN springt heute früh erst beim dritten Versuch und nur mit letzter Kraft an. Deshalb versuchen wir sofort, die Ursache herauszufinden. Dieses Prozedere läuft nach dem gehabten Schema ab: Ich stelle meine „dummen“ Fragen und Peter verrichtet derweil die praktische Arbeit So entdeckt er denn auch schnell den total oxidierten Pluspol an einer der beiden Batterien. Ob diese bereits Schaden genommen hat oder ob unsere Reinigung Wirkung zeigt wird sich morgen früh herausstellen.

Unsere Nachbarn, Gerlinde und Horst, die Montagnacht eingetroffen sind, arbeiten heute den ganzen Tag an ihrer Toilette. Der Austausch der Entlüftung stellt ein einigermassen kniffliges Problem dar.

Donnerstag, 24. September 2009
Die Batterie ist definitiv kaputt und Jorge (unser Mann vom Campingplatz – Miteigentümer und Verantwortlicher) fährt uns bereitwillig in die Stadt um neue zu besorgen. Dass es so einfach werden würde und bereits der zweite Batterie-Händler die gewünschten Batterien besorgen kann hätten wir uns nicht träumen lassen. Jorge wird sie für uns morgen Freitag früh (um 08.30 Uhr) auf seinem Weg zur Arbeit abholen und gleich franko „Haus“ liefern.

Freitag, 25. September 2009
Der Einbau ist inzwischen eine „Routine-Arbeit“ und bereits kurze Zeit später läuft unser Wohnmobil wieder einwandfrei – wir wären startklar.

Gegen Abend entfacht Horst ein wunderschönes Campfeuer und als wir mit dem Motorrad aus der Stadt zurückkommen gibt es fast schon genügend Glut zum Grillen. Als wir zu Bett gehen sind wir so richtig schön durchgeräuchert.

Sonntag, 27. September 2009
Der Sonntag ist ein Regentag und wäre eigentlich geeignet dazu ein wenig zu skypen, zu surfen oder sogar weiterzureisen. Mangels Internet-Verbindung hängen wir ein bisschen herum, lesen, schreiben, trinken Tee und schwatzen.

Montag, 28. September 2009
Zusammen mit Gerlinde und Horst brechen wir gemütlich gegen Norden auf. Nachdem die letzten Einkäufe getätigt sind und wir noch die wichtigsten Mails versandt haben geht es kurz vor Mittag los.
Bereits auf dem Weg nach Zarate findet die erste Polizeikontrolle statt. Diese ist freundlich und es hat niemand etwas auszusetzen. Wir „fürchten“ uns erst vor den vielen Kontrollen in der Provinz Entre Rios, denn nur von diesen Polizisten hört man, dass sie immer versuchen, etwas Extra-Geld in die Taschen zu bekommen.

Das Tagesziel ist knappe 200 km entfernt und liegt nahe der zweiten riesigen Brücke über den Rio Parana Guazu direkt am Wasser. Hier werden wir freundlich begrüsst und willkommen geheissen. Ein „Nachbar“ fragt uns, ob wir gerne gegrillten Fisch versuchen würden. Er macht ihn extra für uns heiss und serviert ihn stilvoll mit Crackers, Zitrone und einer orangefarbenen Scheibe Kürbis. Das schmeckt köstlich und die Freude darüber scheint gegenseitig zu sein.

Dienstag/Mittwoch, 29./30. September 2009
Die erste Kontrolle, ca. 10 km nach der Brücke verläuft problemlos (Führerschein – Original, Versicherungspapiere).
Bei der zweiten Kontrolle beschliesst ein findiger Beamte, dass es nicht statthaft sei, dass der Motorradträger die Stossstange (Unterfahrschutz) überrage und der übereifrige Polizist füllt „pflichtbewusst“ ein Protokoll aus. Wir sollten dann gleich hier, oder an der Provinzgrenze, eine Busse von 300 Pesos bezahlen. Wir beschliessen, nirgendwo zu bezahlen und sind einfach nur geduldig. Wir erklären, dies sei alles Original – was auch stimmt – erhalten zu guter letzt unsere Papiere (wohlgemerkt, alles nur Kopien) wieder zurück und dürfen endlich weiter fahren.

Der heutige Tag scheint fast ein wenig mühsam zu werden, denn gleich nach der Mittagspause wird Horst ohne Licht gestoppt. Auch er hat Glück und darf nach etwa zehnminütigem Unterbruch ohne Busse weiterfahren, nachdem unverhältnismässige 700 Pesos gefordert worden waren. Die Radarkontrolle im 60er Bereich sehen wir rechtzeitig und können die Geschwindigkeit früh genug reduzieren.

Endlich gelangen wir zum Übernachtungsplatz ganz nahe der uruguayischen Grenze in Concepción. Der Park am Stausee hat nur auf uns gewartet. Holz gibt es in Hülle und Fülle und bereits nach einer dreiviertel Stunde brennt das schönste Feuer.

Als es bereits 23.20 ist beschliessen wir, nochmals Holz zu sammeln damit uns das schöne Feuer noch lange Wärme spendet. Denn wir wollen ausnahmsweise meinen (Ruths) Geburtstag bereits um Mitternacht feiern weil unsere lieb gewonnenen Freunde Gerlinde und Horst am Mittwoch direkt Richtung Brasilien und wir über die Brücke nach Uruguay reisen werden. Mit einer Flasche Wein und einer spontan zubereiteten kalten Platte sitzen wir bis um eins am inzwischen wieder hell lodernden Feuer.

Der Grenzübertritt von Argentinien nach Uruguay verläuft problemlos. Der Zoll-Beamte der das Fahrzeug kontrolliert scheint gar nichts finden zu wollen, denn er lässt mich nur zwei Schubladen und ein Fach öffnen, wo wir selber schuld wären es da zu verstecken, wollten wir tatsächlich etwas Verbotenes einführen.

Nach dem Einkauf in Salto Grande fahren wir zu den Termas de Arapei und fragen uns auf dem Weg, ob wir da wohl noch andere europäische Reisende treffen würden. Da steht tatsächlich ein ähnliches Wohnmobil wie wir es haben. Es sind Ilona und Wolf aus Deutschland. Sie sind schon seit 13 Jahren unterwegs.

Donnerstag, 01.10.2009 - Termas del Arapey
Das Thermalwasser ist angenehm warm und wir lassen uns so richtig aufweichen. Die wenigen Düsen sind allesamt auf der gleichen Höhe, differieren jedoch etwas in der Intensität. Bis wir aus dem Wasser steigen lacht sogar die Sonne vom Himmel.

Freitag, 02.10.2009
Heute lernen wir in der Therme einen uruguayischen Zahnarzt kennen. Er ist 76 und spricht uns in Deutsch an. In jungen Jahren bereits ist er unter Tito über die Karawanken aus Kroatien geflüchtet und nach zweijährigem Medizinstudium in Wien zu seinem nach Argentinien ausgereisten Vater gezogen. Weil seine Schulabschlüsse und das angefangene Studium in Argentinien nicht akzeptiert wurden verdiente er sich genügend Geld um in Wien fertig zu studieren. Doch die dortigen Damen hatten anderes im Sinn mit ihm. So liess er sich denn zu ausgedehnten Ferienreisen überreden und kehrte letzten Endes ohne Geld und ohne Abschluss wieder nach Argentinien zurück. In Uruguay erhielt er die Möglichkeit zu studieren und so schrieb er sich an der Fakultät für Odontologie ein. Und so arbeitete er denn bis zu seiner Pensionierung als ganz zufriedener Zahnarzt in Maldonado.

Samstag, 03.10.2009
Ilona kommt mit beiden Händen voller wunderbarer Champignons daher. Auf meine Frage wo sie diese denn gekauft habe antwortet sie: Da hinten auf dem Fussballfeld wachsen täglich frische. Das ist genau, was auf unserer Pizza noch fehlt – nichts wie hin, sie hat noch zwei stehen lassen.

Im Wasser unterhalten wir uns mit dem Busfahrer aus Montevideo. Er hat zwei Jahre in Köln gearbeitet und hat sogar die Schweiz schon besucht, denn seine italienisch stämmige Tante wohnt in Dübendorf. Er lädt uns ein ihn und seine Familie in Montevideo zu besuchen.

Von heute auf morgen werden in Uruguay die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Die Zeitdifferenz zur Schweiz beträgt also derzeit nur noch 4 Stunden.

Sonntag, 04.10.2009
Einer der brasilianischen Camping-Nachbarn mit seinem riesigen Wohnmobil hat extra einen Freund angerufen um für uns die Adresse des Campingplatzes in der Nähe von Rio de Janeiro zu erfahren. Nachdem er uns viele interessante Tipps gegeben hat lädt er uns in sein Wohnmobil ein. Hier ist alles vom feinsten, sogar zwei Toiletten gibt es. Er war Schuh-Hersteller, hat sich jedoch vor einiger Zeit zur Ruhe gesetzt. Seine Grosseltern waren Deutsche, doch weil es diesen zur damaligen Zeit verboten war auszuwandern, änderten sie kurzerhand ihren deutschen Namen zu Tiskoski, einem polnischen Geschlecht, und siedelten in Brasilien an.

Am Abend im Bad spricht uns ein Ehepaar an, das in Colonia del Sacramento lebt und offensichtlich ziemlich neugierig ist. Weil wir uns mit dem Zahnarzt soeben in Deutsch unterhalten hatten waren sie jedoch unsicher, ob wir auch spanisch sprechen würden. Der Mann sagt er hätte einige Hallen, wo Autos und kleinere Wohnmobile eingestellt werden könnten. Zurzeit ständen da deren drei, von Deutschen und einem Österreicher. Er will uns seine Karte geben und hofft, dass wir ihnen am Montag in einer Woche einen Besuch abstatten werden.

Montag, 05.10.2009 Gibt es heute den prognostizierten Regentag? Am morgen ist es noch ganz schön, aber mit 27°C unangenehm feuchtwarm. Trotzdem verfolgt Peter seinen guten Vorsatz, draussen seine körperlichen Kräftigungsübungen zu absolvieren. Als er hereinkommt bringt er gleich einen gesprächigen Gast mit. Um 12.30 stellt er dann fest, dass er den ganzen Vormittag mit palavern verbracht hat. Nur so lernt man die Sprache ;)

Ab 14.00 Uhr giesst es dann für genau eine Minute in Strömen und kühlt schon ein wenig ab und so geht es den ganzen Nachmittag – kurze heftige Schauer und Gewitter, unterbrochen von trockenen Abschnitten.

Wissenswertes über Uruguay
Uruguay ist mit 176'215 km2 nach Surinam das zweitkleinste Land Südamerikas – die Schweiz ist mit der doppelten Anzahl Einwohner etwa viermal kleiner. Der Rio Uruguay bildet die Grenze zu Argentinien im Westen, der Rio de La Plata im Süden, der Pazifik stösst im Osten an das Land und im Nordosten und Norden grenzt das Land an Brasilien. In der Hauptstadt Montevideo leben 1,5 Millionen Einwohner. Das Durchschnittseinkommen beträgt ca. 500 US$ und deshalb ist das Leben für uns Europäer ziemlich günstig.
Der höchste Berg, der Cerro Catedral, liegt im Süden des Landes und misst nur gerade 514 Meter.
Zu den Säulen der Wirtschaft gehört neben der Landwirtschaft der Finanzsektor und als dritte Kraft im Gefüge hat sich der Tourismus mit über 10 % profiliert. In der Landwirtschaft gibt es verschieden grosse Betriebe. Als Chacra wird ein kleines Bauerngut mit ca. 100 – 300 ha Land bezeichnet, Güter mit mehr als 500 ha heissen Estancia. Das Katasteramt klassifiziert das Land (wobei auch spezielle Satellitenfotos zum Einsatz kommen) und gibt so einen Anhaltspunkt für die Grundstückspreise. Als „Blanquiales“ wird unfruchtbares, also wertloses Land bezeichnet. In der Landwirtschaft wird auch mit „Cuadros“ gerechnet. Die Grösse eines Cuadro beträgt 79 m x 79 m (6241 m2) – ein eigenartiges Mass.
Bei nur einspurig befahrbaren Brücken oder Strassenverengungen hat immer der in Richtung Montevideo fahrende Vortritt – dies ist zwar jeweils signalisiert, aber trotzdem interessant zu wissen.

Dienstag, 06.10.2009
Carlos und seine Frau besitzen ein Nissan-Wohnmobil, welches über eine ganz simple aber absolut funktionsfähige Klimaanlage verfügt. Die Luft kann um 5 – 6 °C heruntergekühlt werden. Sie funktioniert mit Wasser, das in dünne Holzlamellen eingespritzt wird und dort verdampft. Ein 12 Volt-Ventilator verteilt die kühle Luft im Wohnmobil. Das kondensierte Wasser wird über ein Röhrchen wieder dem 25 Liter-Tank zugeführt. Ein störender Nachteil dieses Systems ist die Wasserpumpe, welche alle zwanzig Sekunden für fünf Sekunden einschaltet und deshalb benutzen die beiden sie nicht mehr.

Uns ist heute bewusst geworden, dass wir nicht einmal ein Portugiesisch-Wörterbuch dabei haben. Ilona hat in Argentinien vor Jahren einen Portugiesisch-Sprachkurs gekauft und so tauschen wir Informationen über Kurse, Wörterbücher und den Quicktionary aus. Inzwischen habe ich Ilonas Kurs digitalisiert und versuche mich schon einmal in die Sprache hineinzuhören, mit der wir in Kürze intensiv konfrontiert werden. Hier in den Termas del Arapey bekommen wir schon ein paar Kostproben zu hören und merken, dass man diese eigentlich sehr schöne Sprache mit ein wenig Geduld schon verstehen kann, wenn die Leute langsam sprechen.

Diese Woche in den Thermen hat uns in verschiedener Hinsicht ausserordentlich gut getan. Einerseits sind wir schon wieder absolut vertraut mit dem Spanisch und andererseits haben wir erste Bekanntschaften mit freundlichen Brasilianern geschlossen und haben von allen Seiten viele nützliche Tipps erhalten.

Mittwoch, 07.10.2009
Nachdem wir letzte Woche im Supermarkt keine sehr schönen Früchte und gefunden haben, decken wir uns heute direkt am Stadteingang mit frischem Obst und Gemüse ein. Auf den Preis haben wir letztes Mal nicht geachtet, deshalb sind wir überrascht, was es für den Betrag von umgerechnet Fr. 3.20 alles gibt. Ausser einer Mandarine und drei Tomaten ist noch alles auf diesem Foto zu sehen: 400 g schmackhafte Tomaten, 250 g köstliche Erdbeeren, 4 grosse süsse Mandarinen, 4 Orangen, 4 Aepfel und drei grosse runde Zuchetti.

Es ist allerdings nicht so, dass das Leben in Uruguay für die Einheimischen sehr günstig wäre, wenn man bedenkt, dass das Durchschnittseinkommen gerade mal ca. 500 US$ beträgt. Doch uns „reichen Europäern“ geht es gut hier.

Und weil es uns so gut geht bin ich zwischendurch am Portugiesisch lernen, damit wir dann auch in Brasilien gut über die Runden kommen.

Die Termas del Daiman, sind nur 10 Minuten südlich von Salto, aber weil wir am Montag Abend in Colonia eingeladen sind können wir unbesorgt auch hier einen Stopp einlegen und gleich auf einem grossen Platz zwischen den Bädern und dem Fluss übernachten. Die Bäder sind moderner, das Wasser wesentlich heisser und das Durchschnittsalter der Besucher erheblich jünger als in Arapey. Es gefällt uns gut, aber hier würden wir nicht eine Woche bleiben wollen.

Donnerstag, 08.10.2009 – Termas del Daiman
Heute kommen wir nicht sehr weit. Nach dem Besuch der Hochebene „Meseta de Artigas“ halten wir bei den Termas de Guaviyu. Unterwegs erfahren wir von einem Uruguayer wie die Thermen überhaupt entdeckt wurden: 1947 wurde in der Region Arapey nach Oel gebohrt. Anstatt in einer Tiefe von 1500 Metern auf das schwarze Gold zu stossen fand man heisses Wasser, das in einem unterirdischen Strom fliesst.

Die freundliche Dame am Eingang der südlichsten Thermalquellen Uruguays lässt uns in Ruhe einen Rundgang machen und wir beschliessen, obwohl es erst zwölf Uhr Mittags ist, unsere Zelte für eine Nacht hier aufzuschlagen. Der Gesamt-Preis von umgerechnet knapp 8 Franken für Camping, schöne Bäder (aussen und innen) sowie Jacuzzi sind überzeugend genug. Für knapp 6 Franken pro Stunde könnte man sogar noch die Sauna benutzen. Die Wassertemperaturen sind angenehm, nicht so heiss wie in Dayman und zudem hat es kaum Leute.

Mit diesem Thermen-Besuch beschliessen wir den ersten Teil unseres Uruguay-Reiseberichts.

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