HOME

2009/2010
Brasilien

Reiseberichte

Foz do Iguaçu (Brasilien) – Paraguay – Argentinien – Uruguay

Campo Grande – Foz do Iguaçu

Ilhéus – Campo Grande

Ilhéus – São Miguel dos Milagres – Ilhéus

Rio de Janeiro - Ilhéus

Florianopolis – Rio de Janeiro

Chuí, Brasilien – Florianopolis

Termas de Guaviyu – Chuy, Uruguay

Buenos Aires, Argentinien – Termas de Guaviyu, Uruguay

Informationen

Ausrüstung

Reiseroute

Galerien

Paraguay – Argentinien – Uruguay

Campo Grande – Foz do Iguaçu

Ilhéus – Campo Grande

Ilhéus – São Miguel dos Milagres - Ilhéus

Rio de Janeiro – Ilhéus

Florianopolis – Rio de Janeiro

Chuí Brasilien - Florianopolis

Paisandú - Chuy, Uruguay

Buenos Aires - Termas de Guaviyu, Uruguay

Freunde

Freunde

Freunde

ca. 71 Website-Besucher pro Tag, 162'172 Besucher total seit Update vom 6.September 2011

Florianopolis – Rio de Janeiro

9. – 27. November 2009

Montag, 9.11.2009
Von Florianopolis machen wir einen Umweg über Blumenau um bei Kuhlmann den Oelwechsel machen zu lassen. Die Leute arbeiten gut und zuverlässig und wir sind bereits um halb drei wieder unterwegs Richtung Curitiba. Weil das Wetter nicht sehr gut ist und auch weil die Bahn, welche uns bereits mehrfach empfohlen wurde, nur von Freitag bis Sonntag fährt beschliessen wir, zuerst Sylvia und Adrian, die uns von zwei Jahren in Trevelin angesprochen hatten, auf ihrer Insel zu besuchen und später nochmals zurückzufahren.

Dienstag, 10.11.2009 – Posto, ca. 30 km vor Curitiba
Fast krampfhaft versuchen wir Sylvie und Adrian telefonisch zu erreichen, denn wir haben ja erst für morgen abgemacht. Doch ihre Telefone funktionieren nicht, weil sie sich ausserhalb eines Netzes befinden. Als wir jedoch das offene Tor zu ihrem Grundstück auf dem Festland vorfinden sind wir beruhigt, es sollte jemand hier sein. Am Ufer angekommen hupen wir einmal kräftig, Peter schreit „Haaalllooo“ und zu guter letzt pfeift er auch noch laut. Plötzlich rudert jemand auf uns zu. Es ist ein Angestellter der uns erklärt, dass die Familie einen Ausflug mit dem Boot mache und es noch ein Weilchen dauern könnte, bis sie zurückkommen. Wir sind ja einen Tag zu früh dran und haben unser zuhause dabei. Deshalb haben wir auch kein Problem damit, zu warten und die beiden werden bei ihrer Rückkehr gleich erfahren, dass wir schon da sind.

Bereits etwa eine Stunde später holen uns Adrian und Jo mit dem Motorboot ab. Jo hat seinerzeit die 60 ha grosse Insel gekauft und eine Crevettenzucht errichtet. Später hat er Sylvie und Adrian 2 ha davon verkauft und vor einigen Jahren wurde er gezwungen, seine Crevettenzucht aufzugeben. Es wurde ihm vorgeworfen, er würde nicht erlaubte Crevetten züchten, obwohl er einen Teil der Jungen bei der Universität von Florianopolis gekauft hatte. Seine Crevetten (etwa 5 Tonnen) wurden abgefischt – und wie anzunehmen ist – auf eigene Rechnung verkauft. Seither ist er am prozessieren, doch als „Ausländer“ – obwohl schon seit Jahrzehnten hier – ist es schwierig Recht zu bekommen. Jetzt lebt er oft allein auf der Insel und seine Beschäftigung gilt dem Unterhalt von Gebäuden und Umgebung.

Mittwoch - Freitag, 11. - 13.11.2009 – Ilha do Açeiro Grande bei Sylvie und Adrian
Mit Margrit und Luciano haben Sylvie und Adrian eine achtwöchige Reise durch Peru, Chile, Bolivien und Argentinien unternommen. Zum Abschluss der Ferien verbringen sie noch ein paar Tage auf der Insel bevor sie am Samstag gemeinsam nach Sao Paulo zurückfahren. Der Name der Insel ist „Ilha do Açeiro Grande“ und bedeutet „Grosse Lichtung“.

Heute machen wir einen Ausflug auf die Insel Comprida, die man von Cananeia mit der Fähre erreicht. Wir baden erstmals im Meer und trinken bei Rudi zum Apéro einen Caipirinha, der es in sich hat. Nach den währschaften Fischgerichten mit den typisch brasilianischen Beilagen beginnt das schwindlige Hirn sich langsam zu regenerieren und dann ist es auch schon Zeit, mit der Fähre wieder zurück nach Cananeia zu fahren.

Am Donnerstag studieren Adrian und Peter zusammen unsere Brasilien-Reisepläne. Wir überdenken die Anregung, doch relativ schnell in den Norden zu fahren und dann ganz langsam, den Stränden entlang nach Süden zurückzukehren. Das macht wirklich mehr Sinn, als sich langsam „hoch zu kämpfen“ und dann im Schnellzugstempo zurückzufahren. So werden wir also ab Rio de Janeiro auf dem schnellsten Weg nach Fortaleza fahren und uns dann gemütlich Zeit lassen für Brasiliens schönste Strände.

Am Freitag nach dem Frühstück verabschieden wir uns von unseren herzlichen Gastgebern und ihren Freunden, um die nächste Etappe Richtung Norden zu bewältigen. Den Abstecher nach Curitiba lassen wir bleiben, weil die Wetterprognose für diese Gegend nicht eben viel versprechend ist. Für die Zugfahrt zur Küste hinunter sollte die Sonne scheinen, denn bei Regen und Nebel ist die versprochene Aussicht nicht gerade überwältigend.

Samstag, 14.11.2009 – Bertioga
Obwohl wir heute bei schönem Wetter einen Fahrtag der Küste entlang planen stoppen wir spontan bereits am Mittag, als wir den direkt am Strand gelegenen CCB-Campingplatz von Ubatuba sehen. Wir nutzen den Sonnenschein, um im warmen Meer zu baden und unsere noch weisse Haut im Schatten, gut eingecremt, ein wenig bräunen zu lassen

Sonntag, 15.11.2009 – Ubatuba
Um nicht schon wieder ein Lastwagen-Fahrverbot oder eine Gewichtsbegrenzung zu überschreiten beschliessen wir gleich, den Campingplatz in Paraty von der Nordseite her anzupeilen. Wir haben zwar die Richtung im Kopf, sehen uns aber plötzlich vor einer Baustelle und überlegen, wie und wo hier ein Wendemanöver angebracht werden könnte. Ein Lieferwagen versperrt am scheinbaren Ende der Strasse den Weg, doch als wir uns nähern steigt der Fahrer ein um uns Platz zu machen. Wir fragen ihn nach dem CCB Camping und erhalten zur Antwort: Der ist gleich hier! Nur zwei Einfahrten weiter finden wir schon den schmalen Eingang. Nach einmal kräftig zurücksetzen (das in den Sand gesteckte Schild „nicht passieren“ wird kurzerhand umgefahren) passen wir durchs Tor und sehen schon von weitem ein Schweizer Kreuz von einem Wohnmobil leuchten. Michele und Reto sind auf dieser Reise die ersten Schweizer Reisenden, welche wir kennen lernen und wir finden bald gemeinsamen Gesprächsstoff.

Bereits eine halbe Stunde später kommt ein weiteres Wohnmobil an. Die deutschen Isa und Jürgen haben von zweien, die wir von Heiligenstadt kennen und die wir auch gerne treffen würden, erfahren, dass Michèle und Reto noch in Paraty sind und haben sie deshalb ganz gezielt gesucht.

Paraty ist ein sehr schön erhaltenes Kolonialstädtchen, dessen historisches Zentrum durch die UNESCO den Schutz als Kulturerbe geniesst, und unser erster kurzer Bummel durch die Altstadt hinterlässt bei uns einen ganz positiven Eindruck.

Montag, 16.11.2009 – Paraty
Weil es zwar warm aber regnerisch ist beschliessen wir unser Vordach zu montieren, damit wir alle gemütlich zusammensitzen können. Ab und zu prasselt denn auch ein heftiger Regen hernieder. Es ist angenehm und an diesem lauen Frühlingsabend unterhalten wir uns bis tief in die Nacht hinein.

Dienstag, 17.11.2009
Ein ausgefüllter Tag. Nachdem wir mit Michèle & Reto und Isa & Jürgen letzte Informationen ausgetauscht und sie verabschiedet haben geht es mit dem Töff nach Quilombo, ein unter Naturschutz gestelltes Küstengebiet. Wir fotografieren auch den an der Hauptstrasse BR-101 liegenden Wasserfall. Trotz zweifelhaftem Wetter fahren wir zum einzigartigen Strand von Trinidade und werden unvermittelt mit teilweise blauem Himmel und Sonne belohnt.

Auf dem Rückweg stoppen wir beim Hotel Pereque und überbringen dem Schweizer Besitzer Grüssen von Sven (René) und Viola, die wir vor über einem Monat in Mercedes, Uruguay, kennen gelernt haben. Urs Burkard freut sich sehr und lädt uns zum Nachtessen ein, damit wir uns ausgiebig unterhalten können. Zudem dürfen wir sein Internet (wifi) benutzen und sogar den Hotelpool bietet er uns zum Schwimmen an.

Das italienische Restaurant „Pizzeria Divina“ ist absolut empfehlenswert – es gibt Pizzas die sind gerade so gut wie in Bella Italia.

Mittwoch, 18.11.2009
Den Tipp, Paraty nicht zu verlassen bevor wir eine Boottour mitgemacht haben, ist absolut top. Der heutige Tag ist vom Wetter her seit langem der beste und um 11.00 Uhr startet die 5stündige Tour mit Live-Musik an Bord. Wie weit es geht ist uns ganz egal, denn es gibt so viele Inseln mit fantastischen Stränden, dass es einfach nur ein Genuss ist. Wir schätzen es, das Privileg zu haben überhaupt einen solchen Ausflug machen zu können und dieses Inselparadies sehen zu dürfen. Beim ersten Stopp können wir schnorcheln und sehen im warmen klaren Wasser viele gelb/schwarz gestreifte Fischchen sowie auf den farbigen Steinen einige Krabben. Beim zweiten Halt schwimmen wir an den Strand und legen uns unter die Bäume in den Schatten. Um zwei Uhr ankern wir zum essen und der individuell bestellte Lunch wird serviert.
Später tuckern wir an einen anderen Strand und können nochmals ausgiebig Schwimmen oder uns in den Sand legen. Das Wasser ist allerdings so angenehm warm, dass wir es lange darin aushalten und erst wieder an Bord gehen, als der Kapitän sein Horn ertönen lässt.

Donnerstag, 19.11.2009
Der etwas ausserhalb vom Ort am nächsten nördlichen Strand gelegene Campingplatz ist gross und gepflegt, also genau das Gegenteil vom stadtnahen CCB Camping, den wir gewählt haben. Trotzdem sind wir froh, für ins Städtchen nicht jedes Mal über den steilen Hügel gehen zu müssen.

Ins Hinterland gelangen wir auf der „Goldstrasse“, über welche die Portugiesen früher einen Teil des Goldes von Ouro Preto zum Hafen transportiert haben. Diese Geschichte werden wir dann jedoch von der Goldstadt berichten. Was vielleicht noch erwähnenswert ist: Viele Steine der Strassen Paratys stammen von Portugal. Diese wurden als Ballast auf die Schiffe geladen und in Brasilien gegen das Gold ausgetauscht.

Freitag, 20.11.2009
Die Küste gehört wohl mitunter zu den schönsten und abwechslungsreichsten Brasiliens und daran kann nicht einmal das riesige Atomkraftwerk direkt an den Meeresgestaden, jedoch trotzdem relativ „verdeckt“, etwas ändern. Die Fahrt bis Recreio, ca. 30 km südlich von Rio de Janeiro, ist demzufolge kurzweilig und ein einziger Genuss.

Samstag, 21.11.2009 – Recreio dos Bandeirantes, Rio de Janeiro
Am Abend kommen Marion und Jörg, die wir in Heiligenstadt kennen gelernt hatten, ganz erschöpft auf dem Campingplatz an. Sie wollten eigentlich im Norden der Stadt stehen bleiben, wurden jedoch vom Militär, welches das von ihnen ausgesuchte Gebiet überwacht, weg gewiesen. Wir freuen uns, dass sie hier sind und verbringen einen gemütlichen Abend zusammen.

Sonntag, 22.11.2009
Am Vormittag unternehmen wir einen kurzen Ausflug mit dem Motorrad etwa 20 km den Strand entlang und auf der Schnellstrasse zurück. Es ist so drückend heiss, dass uns nicht einmal der Fahrtwind die ersehnte Kühlung verschafft.

Gestern Abend war es so angenehm mit Marion und Jörg, dass wir das behagliche Zusammensein gerade nochmals wiederholen.

Montag, 23.11.2009
Wir starten mit dem Töff um sieben Uhr und brauchen etwa eineinhalb Stunden bis zum Parkplatz des Zuckerhut. Die neue Schweizer Gondelbahn bringt uns sicher auf den „Pão de Açucar“. Obwohl die Sonne noch nicht scheint sind wir zuversichtlich, dass sich das Wetter bessert. Wir müssen lange warten, bis die Häuser der Copacabana endlich im Sonnenlicht stehen, aber wir freuen uns, dass es klappt. Statt mit dem Motorrad zum Corcovado-Parkplatz zu gelangen nehmen wir ein gelbes Taxi. Dieses bringt uns zum Aussichtspunkt „Mirante da Marta“, dann zur Mittagszeit zum Corcovado. Die Fahrt im klimatisierten Taxi ist angenehm und wir werden gleichzeitig mit nützlichen Informationen versorgt. Unser Fahrer wartet, wie vorgängig vereinbart, überall geduldig auf uns. Nach gut zwei Stunden satteln wir dann wieder den Töff und fahren nach einem Halt im Hardrock-Cafe von Rio de Janeiro zurück nach Recreio auf den Campingplatz, um uns für die nächsten beiden Tage vorzubereiten, denn: Adrian von Sao Paulo hat für uns eine Stadtführung mit seinem Bekannten eingefädelt. Wir freuen uns schon riesig.

Dienstag, 24.11.2009
Rio hat ca. 7 Mio. Einwohner, 45’000 gelbe Taxi und geniale Künstler. Zwei von Ihnen dürfen wir sogar persönlich kennen lernen. Damit wir rechtzeitig um neun Uhr bei unserem privaten Schweizer Tourenführer an der Copacapana ankommen starten wir bereits eineinhalb Stunden vorher, denn wir haben gestern festgestellt, dass bei diesem dichten Arbeitsverkehr die geschätzte Stunde nicht ausreicht.

Peter und seine Frau Silvia haben gerade Besuch von Nora, ebenfalls aus der Schweiz. So begeben wir uns zu fünft auf eine ganz spezielle Stadtbesichtigung. Mit U-Bahn und Taxi fahren wir nach Santa Teresa, an den Rand der Favela Francisco de Castro, wo wir dem Künstler vom „Atelier Chamego Bonzolandia“ wieder verwertbaren „Abfall“ bringen, aus dem er dann eben seine fantasievollen Kunstwerke gestaltet. In Basel wurde ihm sogar schon einmal eine Ausstellung zuteil und damit die Arbeiten bei der Ausfuhr in die Schweiz nicht als Kunstgegenstände deklariert werden mussten haben unsere heutigen Stadtführer diese in ihrem Reisegepäck mitgenommen.

Für den Rückweg in die Altstadt besteigen wir das uralte Bähnchen und sausen mit ihm unter knarrendem Lärm den Berg hinunter. In einer Seitenstrasse liegt die Mietwohnung eines Basler Fotografen, der gerade in der Schweiz weilt und dessen Schlüssel im Besitz von Peter F. sind, damit er ab und zu nach dem rechten sieht. Heute erwartet ihn eine böse Überraschung, denn das Dach scheint undicht zu sein und im Eingangsbereich hat sich schon der ganze Putz von der Decke gelöst. Auch an den Wänden hinterlässt die Feuchtigkeit ihre Spuren, überall blättert es ab und es riecht auch dementsprechend. Ein Holzträger der Decke wird von Schädlingen zerfressen – handeln ist angesagt. Anders wie bei uns kann so etwas hier nicht einfach dem Vermieter überlassen werden. Nach Rücksprache mit dem mietenden Fotografen wird Peter F. die notwendigsten Arbeiten ausführen lassen, damit das Haus wieder bewohnbar wird.

Die nächste Sehenswürdigkeit, die „Escadaria Selarón“ des chilenischen Künstlers ist ein Meisterwerk und vermutlich eines der grössten sich immer wieder ändernden Kunstwerke der Welt. 215 Treppentritte sind auf der Stirnseite mit über 2'000 verschiedenen Keramikplatten aus mehr als 120 Ländern belegt. Peter und Silvia haben ihm schon einige mitgebracht, zum Beispiel: China (chinesische Mauer, handgefertigt), Thailand, Paris, Kambodia und natürlich auch einige ganz spezielle aus der Schweiz. Er hofft, dass ihm jeder Besucher eine Kachel von seinem Land zuschickt, damit er diese in sein gigantisches Kunstwerk integrieren kann. Niemand auf der Welt ausser Selarón ist durch eine Treppe berühmt geworden.

„DIESER VERRÜCKTE UND EINZIGARTIGE TRAUM WIRD ERST AM TAG MEINES TODES ENDEN“. Selarón (Chilenischer Maler)

Er lädt uns ein, sein Atelier zu besichtigen und stellt sich für Norma in Pose mit dem von ihr eben erstandenen Bild.

Wir gelangen in die Altstadt und bestaunen einige historische Gebäude aus der Kolonialzeit, gehen zum Mittagslunch in die Confeitaria Colombo, besuchen eine von aussen unscheinbare Kirche, deren Inneres jedoch fast vollkommen vergoldet ist. Nach der Kaffeepause mit leckeren Dessert-Stückchen treten wir über die Schwelle der alten Bibliothek mit über 400'000 Büchern, die alle – ganz neuzeitlich – im Computer verzeichnet sind. Ob soviel Literatur bleiben wir beinahe sprachlos, und so soll es ja auch sein in einem Büchersaal.

In der Saara gibt es allerhand zu kaufen. Wenn man die Preise vergeicht hat es auch absolute Schnäppchen darunter. Die elektrische Fliegenklatsche gibt’s zum Beispiel an jeder Ecke zu erstehen und die Unterschiede betragen fast 100 % (von 5.50 Reais für 10 Stück – wer braucht schon so viele? – bis zu 10 Reais für 1 Stück). Wir haben seinerzeit in einem kleinen Ort 7 Reais bezahlt und im Shopingcenter in Recreio wird das Teil für 21 Reais verkauft.

Nach einem Bummel durch enge Gassen kommen wir zum ehemaligen Kaiserpalast und sehen einmal mehr die interessanten Gegensätze zwischen Alt und Neu. Unsere Augen und Kameras haben heute schon so viel aufgenommen, dass wir das Handtuch werfen und den nächsten Bus an die Copacabana besteigen, damit wir uns für den Abend frisch machen und zwischendurch etwas ausruhen können.

Wir übernachten heute im Hotel Miramar an der Copacabana. Das Zimmer liegt im 10. Stock und hat die Fenster zum Strand, wir sind begeistert. Kurz nach sieben treffen wir uns auf dem Dach des Hotels zum Apéro. Von hier sieht man die nahe Favela (das Armenviertel) an schönster Lage, welche gleich an der Verlängerung der Strasse, wo Silvia und Peter wohnen, an den Berg gebaut ist. Wir erfahren, dass der Grossteil der Favela-Bewohner einer regelmässigen Arbeit nachgeht und die Kriminalität in der Stadt nicht höher ist als in anderen Grossstädten der Welt. Wir fühlen uns jedenfalls in Rio genau so sicher wie in Amsterdam, Bern, London, Malaga oder Zürich. Anders als zuhause werden hier die Menschen respektiert und nicht aus purem Spass am Prügeln sinnlos zusammengeschlagen. Wenn jemand raubt tut er das in erster Linie um seine Drogensucht zu finanzieren oder den Hunger zu stillen.

Um halb neun beginnt das Musiktheater „Bratuques10“, wo eine Band aus Salvador de Bahia auftritt und eine eindrückliche Show zeigt. Der Perkussionist macht mit den verschiedensten Haushaltgeräten Musik. In seinem Repertoire gibt es einen „Kugelgrill“, dem er eine ganze Palette von Tönen entlockt, einen ganzen Bund hölzerner Kochlöffel, oder etwa einen Schlauch. Seine heutigen Spezialgäste, ein älterer, absolut fantastischer Pianist; ein kaum zu bändigender Musiker mit seinem Akkordeon, das er mit einer unheimlichen Geschwindigkeit spielt; und die bekannte Sängerin Margareth Menezis reissen die Zuschauer im relativ kleinen Theater beinahe von den Sitzen. Wir geniessen die zwei Stunden mit den Brasilianisch/afrikanischen Rhytmen und ich bin noch immer gerührt darüber, wie scheinbar tiefgründig sich der begnadete Pianist und der geniale Perkussionist mit seinem typisch brasilianischen Instrument „Berimbau“ unterhalten haben. BERIMBAU - das ist ein gebogener Holzstecken mit einer Stahl-Saite und einer bemalten Kokosschale als Klangkörper. Die Spannung der Saite wird mit einer Münze oder einer Metallscheibe variiert. Die Saite wird mit einem Holzstäbchen mit einem Körbchen mit Muscheln drin angeschlagen.

Der Abend ist noch lange nicht fertig, denn wir haben Hunger. Zum Nachtessen geht’s zum Japaner. Zu viert bestellen wir zwei Sushi-Platten – mmmhhhh fein!!! und Peter entscheidet sich für ein Poulet-Gericht mit Gemüse, weil ihm der rohe Fisch nicht schmeckt. So sind wir denn alle zufrieden und nach dem Genuss der Leckerbissen auch ganz satt.

Müde und glücklich fallen wir weit nach Mitternacht ins breite Hotelbett und schlafen herrlich.

Mittwoch, 25.11.2009 – Copacabana, Rio de Janeiro
Nach dem reichhaltigen Frühstücks-Buffet gehen wir nochmals zu Peter F., der uns noch ein Fotobuch zeigt und zwei drei wertvolle Tipps für den Norden mitgibt. Für heute schreibt er uns den Weg zum Aussichtspunkt „Vista Chinesa“ auf, dem einzigen Ort von wo man den „Corcovado mit dem Christo Redentor“ und den „Pao de Açucar“ miteinander sehen kann. Leider ist die Sicht nicht klar und der weiter entfernte Zuckerhut auf dem Foto nur schwach zu erkennen. Aber schon rein der Fahrt wegen lohnt sich der Abstecher durch den Wald und über den Hügel.

Donnerstag, 26.11.2009 – Recreio dos Bandeirantes, RJ
Ein paar Kilometer südlich stoppen wir am Strand um im Meer zu baden. Rote Flaggen warnen: GEFAHR STRÖMUNG. Deshalb beschliessen wir, uns nur schnell anzunässen und nicht weit hinaus zu gehen. Trotzdem schafft es eine der unberechenbaren Wellen mich so richtig unangenehm zu überspülen. Das Wasser ist hier um einige Grade kühler als in Paraty, weil das Meer offen ist.

Freitag, 27.11.2009
Gestern Abend hat unser GPS noch einwandfrei funktioniert, doch heute früh ist nichts zu machen – es schaltet einfach nicht mehr ein. Jetzt wären wir doch so froh gewesen, wenn es uns auf dem schnellsten Weg durch die Stadt und über die Brücke nach Niteroi geleitet hätte. Wir finden den Eingang zu den Tunnels problemlos, werden jedoch von einem eifrigen Mitarbeiter der „Prefeitura“ (Stadtpolizei) gestoppt, wir dürften mit dem Camion nicht dadurch fahren. Wir haben jedoch nirgends ein Verbotsschild ausgemacht und fragen, ob denn das auch für Wohnmobile gelte. Daraufhin ruft er die Leitstelle an und erbittet unter Angabe des Nummernschilds die Freigabe für unser Fahrzeug. Zudem macht er uns genauste Angaben, wie wir auf dem schnellsten Weg nach Niteroi gelangen. So sind wir denn nur eine Viertelstunde später bereits auf der riesigen Brücke, die uns Richtung Cabo Frio führt. Glück gehabt!

Von Cabo Frio, Búzios und Arraial do Cabo mit den Schnorchelstränden berichten wir dann in unserem nächsten Update!




Diese futuristischen Duschen am Strand von Recreio sind leider nicht mehr in Betrieb - die Düsen sind verstopft

© by Peter und Ruth Zaugg | Das Kopieren und/oder Weiterverwenden von Inhalten ist untersagt. | Website © 2017 by x1024.ch