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2009/2010
Brasilien

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Ilhéus – Campo Grande

28. Januar – 18. Februar 2010

Donnerstag, 28.01.2010 – Olivença
Am 5. Januar haben wir im Restaurante Suiço in Ilhéus den Schweizer Robert kennen gelernt, der soeben aus der Schweiz in Brasilien angekommen ist und hier fünf Wochen mit seiner brasilianischen Frau und den beiden Söhnen zusammen sein wird. Sie wohnen in Canavieiras und er hat uns eingeladen, sie zu besuchen, falls wir dahin fahren.

Heute nun reisen wir das kurze Stück von Olivença und wollen bei der Pousada Costa Verde in Canavieiras campieren. Ob wir Röbi, von dem wir ja nur Vorname und Wohnort (mit 6000 Einwohner) kennen wirklich besuchen würden ist noch offen. Mitten im Ort beschliesst Peter jemanden nach dem Weg zu fragen und hält das nächste entgegenkommende Auto an. Ich staune nicht schlecht, als ich in sagen höre: „Ah hallo Röbi“. Dieser bringt uns nach kurzer Unterhaltung zur Pousada und zeigt Peter auch noch schnell wo er wohnt. Wir dürften am Abend oder morgen sein Internet nutzen. Also mache ich mich daran, die Vorbereitungen für die Aktualisierung der Homepage in Angriff zu nehmen. Gerade als Peter und ich zusammen die Fotos fertig beschrieben haben taucht Röbi wieder auf und nachdem ich den beiden versichere, dass ich jetzt nur noch die „Fleissarbeit“ machen müsse empfinde ich Röbis Vorschlag, dass Peter und er am Hafen etwas trinken könnten wie eine Erlösung. So kann ich konzentriert und effizient arbeiten und bin innert kürzester Frist fertig.

Freitag, 28.01.2010 – Canavieiras
Am Vormittag fahren wir zu Sandra und Röbi wo wir die Vorzüge des schnellen Internets nutzen und trotzdem volle drei Stunden ihrer Gastfreundschaft beanspruchen.

Sandra besitzt am Hafen die schöne Boutique „Elegance“ mit auserlesenen Kleidern und zum ersten Mal seit wir in Brasilien sind packt mich die Kauflust. Obwohl sonst eher bescheiden hindert mich heute absolut nichts daran ein Paar Shorts und gleich mehrere schöne Shirts zu kaufen. Qualität und Design sind exklusiv - und die Preise ebenfalls. Wir wundern uns, ob sich die Einheimischen das überhaupt leisten können. Robert erzählt uns, dass Sandra treue (reiche) Stammkunden hat und das Geschäft nach einem schweren Anfang inzwischen immerhin selbst tragend ist.

Am Abend laden wir Sandra und Röbi zum Essen bei Katherina ein. Nur ein paar hundert Meter von der Pousada Verde entfernt direkt am Strand essen wir für wenig Geld ganz ausgezeichnet. Hier treffen wir Jürg, einen Schweizer der seit fünf Jahren eine Crevettenzucht betreibt. Claudia, auch Schweizerin besitzt eine exklusive Pousada (Bungalows) und auch Andrea, eine Deutsche, verdient sich ihren Lebensunterhalt mit einer Pousada. Andrea war mit ihrem Ehemann und dem Sohn vier Jahre auf Reisen. Als dieser schulpflichtig wurde beschlossen sie, sich in Canavieiras niederzulassen und eine Existenz aufzubauen. Ihr Mann hat sich jedoch inzwischen für eine brasilianische Frau entschieden und Andrea verlassen.

So verleben wir für einmal einen spannenden Abend in angenehmer Atmosphäre mit interessanter Unterhaltung und brasilianischem Reggae ab DVD.

Sonntag, 31.01.2010
Prado Das Meer ist ruhig und die Wellen sind moderat. Zum ersten Mal seit dem Unfall wage ich mich wieder ins Wasser, das tut mir und meiner Seele gut und wir geniessen es, uns endlich wieder einmal gemeinsam im warmen Wasser treiben zu lassen.

Montag, 01.02.2010
Wir entscheiden spontan, von meinem Bruch nochmals ein Röntgenbild machen zu lassen um ganz sicher zu gehen, dass der Knochen auch richtig zusammenwächst. Der Arzt findet das eine ganz gute Idee und versichert mir, dass die Heilung voranschreitet. Ich muss den Schuh nur noch zum Gehen anziehen und darf problemlos in das Piscina. Dass mein Schwimmbad allerdings der Atlantik ist habe ich ihm natürlich nicht unter die Nase gerieben. Auch Reisen könnten wir ohne Bedenken, er weiss selbstverständlich nicht, dass wir das ohnehin bereits ausgiebig gemacht haben, denn der Unfall ist ganz in der Nähe von Prado passiert. Noch drei Wochen soll ich den „Bota Profoot“ tragen, erst dann sei der Bruch gut verheilt. Dies ist zwar 10 Tage länger, als ursprünglich gedacht, doch das ist nichts gegen die „Freiheiten“, von denen ich Dank des heutigen Spitalbesuchs per sofort profitieren kann. Jetzt erleben wir doch nochmals richtige Badeferien.

Dienstag – Sonntag, 02. – 07.02.2010
Wir schwimmen jeden Tag mindestens ein Mal ausgiebig und verlassen am Sonntag schweren Herzens Brasiliens Küste.

Montag, 08.02.2010 – Posto Rede Flecha Viana
Die Fahrt von Vitoria nach Ouro Preto ist wunderschön aber sehr anstrengend. 425 km durch die Berge, kein flaches und kein gerades Stück Strasse verlangen Peters volle Konzentration. Auf den letzten paar Kilometern hat es riesige Baustellen, die unserem Vorhaben, das Stück von Ouro Preto nach Mariana mit dem Fahrrad zurückzulegen, den Todesstoss versetzen. Nicht nur das, hier ist alles so hügelig, dass ich das nie und nimmer schaffen würde – bergabwärts schon, aber umgekehrt NIE!

Dienstag, 09.02.2010 – Ouro Preto
Für eine Stadtbesichtigung könnte das Wetter nicht besser sein. Wir starten unsere Erkundungstour von Ouro Preto zum 12 km entfernten Mariana mit dem Motorrad. Der Wegweiser zum historischen Zentrum führt als erstes zur Kirche „São Pedro dos Clérigos“. Hier dürfen wir erfreulicherweise fotografieren und vom Kirchturm aus entfaltet sich uns ein wunderbarer Blick über die Stadt. Schon in der Kathedrale „da Sé“, der wichtigsten und einer der größten Kirchen der Stadt, sieht das anders aus. Auch hier bezahlen wir 2 Reais Eintrittsgeld, aber die „freundliche“ Dame begleitet mich genau so lang in die Kirche, bis ich die Kamera ausgeschaltet und in die Tasche versorgt habe. Dabei habe ich mich doch so darauf gefreut, die 1701 von Arp Schnitger gebaute Orgel, die zuerst in Lissabon stand und 1752 nach Mariana überführt wurde, abzulichten. Von den 18 Registern sind deren 14 noch ganz oder teilweise erhalten und nach der 2002 erfolgten Restaurierung finden regelmässig Orgelkonzerte statt. Fotografiert habe ich sie dann zwar tatsächlich nicht, aber gut angeschaut, „nachgeforscht“ und prompt auch im Internet ein schönes Bild davon gefunden. Der Rest der Kirche ist prunkvoll, aber für meinen Geschmack viel zu kitschig.

In der für Touristen zugänglichen Goldmine „Mina da Passagem“ zwischen Ouro Preto und Mariana geniessen wir eine private Führung. Mit einem Minen-Wägelchen fahren wir auf einem über 300 Meter langen Schienenstück in 120 m Tiefe. Von dort gehen wir zwei Gänge entlang und sehen einige der riesigen Tunnel, die zwischen 1719 und 1985 entstanden sind. Zwischen 300 und 400 Leute haben in vier Schichten à 6 Stunden Gestein abgebaut, welches an die Oberfläche gekarrt, dort zu Sand zerkleinert und dann in den Goldpfannen ausgewaschen wurde. Der längste Tunnel misst 6 Kilometer und führt bis nach Mariana. Aus der ergiebigen Mine wurden insgesamt 35 Tonnen Gold gefördert. Bei einer Überschwemmung im Jahr 1932 kamen 20 Operateure ums Leben. Heute wird versucht, den damals entstandenen See als Taucher-Attraktion zu vermarkten.

Mittwoch, 10.02.2010
Die Altstadt von Ouro Preto gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Deshalb überrascht uns, dass sich zahlreiche der barocken Kirchen zumindest von aussen in einem erbärmlichen Zustand befinden. Die „Igreja São Francisco de Paula“ hat ihre Tore geschlossen, angeblich wegen Restaurationsarbeiten im Innern. Macht nichts, denn vom Kirchplatz aus haben wir einen fantastischen Blick über den Altstadt-Kern. Der Botanische Garten gehört zwar zu den ältesten Brasiliens (1799) wurde jedoch erst im Juni 2008 in seiner jetzigen Form eröffnet und ist sehr hübsch angelegt. Wegen meiner „Gehbehinderung“ machen wir frühzeitig wieder kehrt und kennen deshalb nur gerade den obersten Teil des „Parque Horto dos Contos“. Die Stadtbesichtigung fahren wir mit den Motorrad und zwei drei Mal bleibt mir ob der steilen Strassen fast der Atem stehen. Den geplanten Parcours verpassen wir irgendwie schon bald und landen bei der vollkommen restaurierten Bahnstation, von wo 2006 die Bahnverbindung zum 12 km entfernten Mariana wieder aufgenommen wurde. Mit Multimediashows ausgestattet ist das Museum im Bahnhof modern und äusserst aktuell.

Die 1766 vom Bildhauer Aleijadinho erschaffene Kirche „São Francisco de Assis“ behinhaltet auch ein Museum eben dieses Künstlers. Wir sind gerade um die Mittagszeit hier, als das Gotteshaus geschlossen wird. Deshalb setzen wir unsere Stadtrundfahrt fort und besichtigen weitere Kirchen von aussen. Der Himmel überzieht langsam mit Wolken und wir schaffen es, vor Einsetzen des Regens im Wohnmobil Schutz zu finden. Trotz der lediglich prognostizierten 7 mm Niederschlag gibt es heute ein bisschen mehr und wir haben das Glück, dass wir vor dem einsetzenden Gewitter ein paar der Kirchen virtuell (im Internet) besuchen können, bevor auch der Sender aussteigt. Es wäre zu gefährlich, die steilen Kopfsteinpflaster-Strassen mit dem Motorrad zu befahren, wo wir doch schon bei trockenem Zustand leer geschluckt haben.

Donnerstag, 11.02.2010
Die Fahrt nach São João del Rei dauert nicht lang, doch kurz vor Ouro Branco ist uns plötzlich ein wenig mulmig zumut. Bei der Ausfahrt aus Ouro Preto haben wir wohl das Schild mit der 4 Tonnen-Begrenzung bemerkt, aber darunter stand auch, dass auf den neuen Strassen 24 Tonnen erlaubt seien. Nun, bisher war die Strasse neu, bis dann die eine einzige alte Brücke, wo eben dieses 4t Schild nochmals davor steht vor uns erscheint. Wir halten an und studieren die Karte bezüglich einer allfälligen Umfahrung. Genau in diesem Moment fährt ein schwerer Lastwagen vorbei und passiert eben diese Brücke. Das ist für uns das Zeichen, es im gleich zu tun. Ein paar Kilometer weiter kommt uns irgendein offizielles Fahrzeug entgegen, das wie wild aufblendet und hupt. Gleich danach erreichen wir einen Werkhof, wo schwere Baufahrzeuge stehen. Da fragen wir wegen dieser Gewichtsbegrenzung nach, weil wir vermuten, dass es im Ort selber eventuell ebenfalls ein Problem geben könnte. Doch die Fahrer beruhigen uns, das Schild hätte für den von uns bereits zurückgelegten Streckenabschnitt, resp. eben diese Brücke gegolten.

Der „Camping del Rei“ liegt auf einem Hügel mit wunderbarem Blick über die Stadt. Von hier aus starten wir mit dem Motorrad ins Zentrum, und erkunden dann zu Fuss die Sehenswürdigkeiten entlang der im Reiseführer vorgeschlagene Route.

Vor der Kirche „São Francisco de Assis“ fragen wir uns, ob wir eventuell vom Pech verfolgt seien, denn der ganze untere Teil ist durch Baustellen-Abschrankungen verdeckt. Der Seiteneingang ist offen und obwohl an der Umgebung gearbeitet wird darf Peter zum Fotografieren ungehindert durchgehen. Im Innern der Kirche ist kein Foto-Verbot und deshalb kann ich ausnahmsweise selber ein paar Bilder schiessen.

Zwei weitere Kirchen die mich, zumindest von aussen, begeistern sind die „Igreja Nossa Senhora do Carmo“ und die „Igreja Nossa Senhora das Mêrces“ oberhalb vom Spital, die in der Nacht wunderschön beleuchtet ist.

Am Abend haben wir schnell noch ein bisschen Aufregung. Peter kommt nach dem Duschen von einem Insekt zerstochen zurück. Was genau es war weiss er zwar nicht, doch innert Minuten schwillt sein rechtes Auge zu, worauf er gleich eine Antiallergie-Tablette schluckt. Als ihn kurz darauf die Lunge zu schmerzen beginnt erwägen wir, zum Arzt zu gehen. Er fragt den Campingwart nach einem Spital, worauf ihn dieser persönlich dahin begleitet. Bevor der Arzt Peter eine Decadrom-Spritze verpasst hört er sein Herz ab und misst ihm den Blutdruck. Einmal mehr ein Notfall – und auch diesmal alles zum Null-Tarif. Im Laufe des Abends geht die Schwellung bereits zurück am nächsten Morgen sind die Stiche kaum mehr zu erkennen.

Freitag, 12.02.2010 – São João del Rei
Vom Campingplatz aus erreichen wir Tiradentes in einer Viertelstunde. Das kleine Kolonialstädtchen gefällt uns von den bisher besuchten am besten. Es erscheint uns irgendwie unberührt und die meisten Häuser, viele datieren aus dem Jahr 1853, sind liebevoll restauriert.

Die stattliche Kirche „Matriz de Santo Antônio“ (1710/1736) steht hoch oben und überragt alle anderen Gebäude des Städtchens. Erst 1810 gestaltete der bekannte Künstler Aleijadinho ihre imposante Fassade.

Erwähnt wird auch ein sehr schöner „Chafariz“, den wir scheint’s unbedingt anschauen müssten. Wir haben zwar schon ab und zu solche Wegweiser mit Springbrunnen drauf gesehen, sind aber bisher nie ganz schlau geworden. Als wir da sind ist alles klar: es handelt sich um einen alten Brunnen mit drei Wasserspeiern. Der recht hübsche „Chafariz de São José“ aus dem Jahr 1749 hätte allerdings wieder einmal eine Restauration nötig.

Samstag, 13.02.2010
Um nach Campos do Jordão zu gelangen wählen wir die „schnelle“ Strecke über Lavras, obwohl die Strasse im Atlas als „sehr schlecht“ gekennzeichnet ist Wir kommen zügig vorwärts, weil die meisten Löcher seit Herausgabe des Kartenwerks ausgebessert und einige Abschnitte sogar erneuert wurden. So brauchen wir für die knapp 400 Kilometer gute sechs Stunden Fahrzeit und kommen bereits um halb drei auf dem Campingplatz am. Dies gibt uns Zeit, nochmals kurz in die Stadt zu fahren und uns zu überlegen, was wir die nächsten beiden Tage alles anstellen könnten.

Die einzigen anderen Camper sind eine Familie aus São José dos Campos. Der Vater, Luis, ist Berufsmusiker und hat mit seiner Drei-Mann-Band morgen zwei Auftritte (13.00 – 17.00 und 19.00 – 24.00). Er gibt uns eine CD zum Hören und wir beschliessen, diese gleich zu kaufen, obwohl sie nicht brasilianische Songs sondern Amerikanische Oldies beinhaltet. Wir bekommen sie geschenkt und kaufen zwei weitere dazu.


Sonntag, 14.02.2010 – Campos do Jordão
Morgens um halb acht: Aussentemperatur 14°C, Innen 16°C. Gut, dass wir am Abend unsere Sommerdecke übers Leintuch gelegt haben. Wir haben uns zwar kühlere Temperaturen gewünscht, aber dass es gleich so kalt werden würde konnten wir uns nicht vorstellen. Tagsüber ist es dann wieder angenehm warm.

Unser Töff ist hier Gold wert, denn die Ausflüge zum Morro do Elefante, von wo wir die ganze Stadt überblicken können sowie zum Pico do Itapeva und dem Lago Pico do Itapeva ist weit und wären mit dem Wohnmobil ziemlich umständlich. Die Aussicht ist grandios.

Die „BigValley-Band“ spielt im Safari Cafe und wir haben Luis versprochen, da vorbeizukommen. Peter bestellt sich einen alkoholfreien Cocktail und ich genehmige mir einen Caipirinha do Montanha – der fährt ganz schön ein und ich bin froh, dass ich auf dem Sozius mit reiten darf.

Montag, 15.02.2010
Ich muss Peter richtiggehend dazu überreden, die Fahrräder zu entladen, weil ich unbedingt damit in den knapp 5 km entfernten „Horto Florestal“ fahren will. Wir merken schon bald, dass das die beste Entscheidung war, denn wir können problemlos bis zum Wasserfall radeln. Zu Fuss hätte ich die fast 5 Kilometer mit meinem steifen Schuh nie und nimmer geschafft, ja wir hätten sie gar nicht erst in Angriff genommen. Wieder zurück haben wir 22 Kilometer von Asphalt bis zum Wanderpfad über Stock und Stein hinter uns und sind glücklich über diesen absolut gelungenen Ausflug.

Dienstag, 16.02.2010
Heute machen wir uns mit dem Motorrad auf zum „Pedra do Baú“. Wir finden zwar das Foto auf dem Werbeblättchen nicht sehr speziell, doch die 25 Kilometer sind ja nicht alle Welt – haben wir gemeint… Die ersten zwanzig Kilometer sind eine wunderschöne Bergstrecke, ideal zum Töfffahren. Dann zweigt es allerdings ab auf eine miserable Naturstrasse, wo ich den Lenker lieber auch selber in den Händen hätte. Nach knapp fünf Kilometern eröffnet sich vom Aussichtspunkt der Blick auf den Felsen und wir sind froh, der schlechten Strasse wegen nicht aufgegeben zu haben. Schaut selber!

Mittwoch, 17.02.2010
Wir haben Campos do Jordão und seine Umgebung ganz gut kennen gelernt und es ist Zeit, weiter zu reisen. In São Paulo gehen heute die Fasnachtsferien zu Ende und am Mittag müssen die Leute wieder zur Arbeit. Schliesslich sollen die Mitarbeiter nach der letzten durchzechten Nacht ausgeruht am Arbeitsplatz erscheinen. Die meisten scheinen allerdings schon gestern vom „Höhenkurort“ abgereist zu sein und wir haben die Strasse am frühen morgen fast für uns allein. Wir kommen so zügig vorwärts, dass wir von den etwa 1150 Kilometern bis Campo Grande heute bereits 650 davon zurücklegen. So bleiben uns für morgen angenehme 500, die wir bis spätestens Nachmittags um vier schaffen sollten.

Das Restaurant auf der Posto sieht sehr einladend aus und wir genehmigen uns heute ein Rodizio. Vom Selbstbedienungsbuffet können wir nehmen, was wir begehren, das Grillfleisch wird in schneller Reihenfolge an den Tisch gebracht und wir dürfen die Stücke auswählen, welche der Kellner für uns abschneiden soll. Die kleinen Fleischstücke sind lecker und die Auswahl so vielfältig, dass wir uns beinahe überessen. Eigentlich haben wir das „Rodizio completo“ gewählt, doch beim bezahlen verrechnet uns der Kassier lediglich ein „Mini-Rodizio“ – vermutlich haben wir trotzdem zu wenig gegessen ;)

Donnerstag, 18.02.2010 – Posto BR, nähe Araçatuba
Fredi hat uns die Koordinaten seiner Wohnadresse durchgegeben und unser kleines Brasilianisches GPS hat die Strasse erkannt. Ohne das kleinste Problem finden wir die Adresse auf Anhieb. Vreni und Fredi freuen sich riesig über unseren Besuch, obwohl wir sie beim Mittagessen stören, und laden uns gleich ein, mit ihnen feine Spaghetti zu speisen.

Am Abend lernen wir dann auch Stefan kennen, der das Hilfswerk Girassolidario leitet sowie seine Lebenspartnerin Sueli mit den Kindern Grazieli und Amadeus.

Wir besuchen Fredi + Vreni Lei um das Schreiner-Projekt von Girassolidario, welches unter der Leitung von Fredi entstanden ist und derzeit von ihm geführt wird, persönlich kennen zu lernen.

Über diesen kurzen aber intensiven Besuch in Campo Grande erzählen wir in unserem nächsten Bericht.

© by Peter und Ruth Zaugg | Das Kopieren und/oder Weiterverwenden von Inhalten ist untersagt. | Website © 2017 by x1024.ch