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2009/2010
Brasilien

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Foz do Iguaçu (Brasilien) – Paraguay – Argentinien – Uruguay

27. Februar – 10. März 2010

Samstag, 27.02.2010 Foz do Iguaçu (Brasilien)
An der Grenze Foz do Iguaçu/Ciudad del Este (Paraguay) herrscht reger Verkehr, doch die Einheimischen müssen keine Grenzformalitäten erledigen und dürfen einfach durchfahren. Wir können mit dem Wohnmobil schnell auf eine „Spezialspur“ abzweigen und werden in Brasilien innert Rekordzeit abgefertigt. Auf der Paraguay-Seite ist es ein bisschen schwieriger. Das Personenvisum (90 Tage) erhalten wir sofort, doch der Beamte für das Auto- und Motorradpapier hätte heute frei, wird aber telefonisch zum Dienst beordert, was wir mit einem grosszügigen Trinkgeld belohnen (müssen).
Die Reise durch Paraguay unternehmen wir in erster Linie um der aufsässigen Polizei von Entre Rios, Argentinien, auf der Ruta 14 zu entgehen und andererseits um den Campingplatz von Hohenau kennen zu lernen.

Auf dem Camping Manantial treffen wir den deutsch sprechenden Besitzer gleich persönlich. Er ist äusserst zuvorkommend und erlaubt uns bereitwillig das vor Schmutz starrende Auto zu reinigen. Es gibt ein schönes Schwimmbad und ein hübsches Restaurant. Wir fühlen uns sehr wohl hier und wollen bis am Mittwoch bleiben.

Das Reiseunternehmen Tucan-Travel kommt mit zwei Lastwagen und insgesamt 30 Leuten aus Schottland, Australien und der Schweiz an. Für sie wird heute Abend ein Buffet mit 10 verschiedenen Salaten und reichlich Grillfleisch hergerichtet. Der Campingwart meint, wenn wir uns anschliessen möchten würde er einfach ein wenig mehr Wasser in die Suppe geben… Wir sind dabei und schlemmen mit. Das darauffolgende „Saufgelage“ bis am Morgen in der Früh lassen wir dann allerdings aus.

Sonntag, 28.02.2010 – Camping Manantial, Hohenau (Paraguay)
„Jesús de Tavarangüé“ ist eine alte Jesuiten-Reduktion aus 1685, die 1993 von der UNESCO zum Kulturgut der Menschheit ernannt wurde. Mit einem 70 Meter langen und 24 Meter breiten Kirchenschiff hätte diese imposante Kirche eine der grössten werden sollen, aber wegen der Austreibung der Jesuiten aus dem Lande wurde der Bau nie beendet. Das anliegende Dorf besteht hingegen noch heute.

Die weit grössere Mission „La Santisima Trinidad de Paraná” (Die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu Paraná) wurde 1993 zusammen mit „Jesús“ von der UNESCO zum Kulturgut der Menschheit ernannt. Unter den 30 Jesuitendörfern ist dieses eines der bedeutendsten. Erwähnenswert sind hier die Steinkanzel, der Fries, die mit verschiedenen Instrumenten musizierenden Engel, die steingehauenen Rosetten über den Türstürzen und der abwärts der Kirche stehende Kirchenturm.

Dies ist die letzte je gebaute und am besten erhaltene Jesuiten-Mission. Hier haben bis zu 4800 Guaraní gelebt.

Anfang des 17. Jahrhunderts machten die Jesuiten im heutigen 3-Länder Gebiet Brasilien-Argentinien-Paraguay den Versuch das Urchristentum mit der indianischen Bevölkerung zu vereinen. Den Missionaren gelang es, dass die Guarani-Indianer ihre angestammte Heimat in den Urwäldern und ihr Nomadenleben aufgaben, um sich in den Jesuitensiedlungen sesshaft zu machen. Unter Führung der Jesuiten entstanden so große Leistungen im Kunsthandwerk, Ackerbau und in der Viehzucht. Die Indios konnten sich in den angelegten Städten auch lange Zeit gegen die nachkommenden Sklavenjäger zur Wehr setzen. 1767 wurden die Jesuiten jedoch endgültig vertrieben und der Zerfall der Städte begann. Die Indianer blieben entweder ihrem eigenen Schicksal überlassen oder wurden von den spanischen Kolonialherren zur Sklavenarbeit herangezogen.

Ruben nimmt uns mit auf seine sieben Kilometer lange Kontrollrunde durch sein Anwesen, den Parque Manantial, die er drei Mal wöchentlich abfährt. Er zeigt uns sein riesiges Gelände und erklärt, wie dieses in absehbarer Zeit parzelliert und überbaut werden soll.

Mit dem hängenden Fahrrad dürfen wir den Fluss überqueren – witzig, aber das geht ganz schön in die Oberarme.

Ein Tung-Baum trägt kleine grüne Früchte. In jeder dieser Früchte reifen vier Nüsse heran, aus denen ein spezielles Oel zur Farbenproduktion hergestellt wird. Diese Farben wurden früher vor allem für die Schiffe gebraucht und vor noch nicht allzu langer Zeit genügten wenige Hektaren solcher Baumpflanzung, um mit dem Ertrag aus dem Tung-Nussverkauf gut leben zu können.

Mittwoch, 03.03.2010
Als wir vom Campingplatz wegfahren stoppt uns der Junge, der seinen kleinen Bruder zur Schule gebracht hat, um uns mitzuteilen, dass das rechte Abblendlicht defekt ist. Um nicht noch mit der paraguayischen Polizei ins Gehege zu kommen beschliessen wir, dieses auf der nächsten Tankstelle gleich selber zu wechseln, obwohl wir diese Verzögerung nicht gerade begrüssen.

Der Grenzübertritt Paraguay/Argentinien erfolgt dann problemlos. Es gibt zwar einige sehr neugierige Beamte auf argentinischer Seite, doch die wirklich relevanten sind sehr nett und zuvorkommend.

Aus unerklärlichen Gründen verfahren wir uns dann in Posadas und irren ein wenig orientierungslos umher, bevor wir auf die Ruta 12 Richtung Corrientes treffen. Die Provinz Corrientes ist topfeben, die Strassen sind schnurgerade und mit wenig Verkehr, so dass wir sehr schnell vorankommen und trotz des harzigen Starts heute ganze 600 Kilometer zurücklegen.

Donnerstag, 04.03.2010 – YPF-Tankstelle, Esquina
Auf den wenig befahrenen Strassen den Iberá-Sümpfen entlang gibt es keine Polizeikontrollen und wir können, ausser bei der schlecht beschilderten Autobahn-Umfahrung in Rosario, ohne lästige Verzögerungen reisen.

Auf dem Rast-/Campingplatz an der RN 9 lernen wir das französische Paar Mélanie und Christian kennen, unterhalten uns jedoch nur kurz über ein uns kürzlich zugestelltes in Französisch verfasstes Mail. Um Peter von meiner Interpretation zu überzeugen übersetzt uns Mélanie dieses bereitwillig auf Englisch. Es handelt sich um Probleme mit einem Zollbeamten, weil ein Reisender sein Fahrzeug in Argentinien abgestellt hatte und für ein paar Monate nach Europa gereist war. Die meisten Reisenden wissen, dass dies nicht legal ist. Da es jedoch von hunderten praktiziert wird und bisher noch niemand in Schwierigkeiten geraten ist, wird diese Vorschrift kaum von jemandem beachtet.

Freitag, 05.03.2010 – Tankstelle an RN 9 (Rosario-Zarate) mit Campingplatz
Nachdem wir bei der letzten Einreise nach Argentinien von Zollbeamten darauf aufmerksam gemacht wurden, wie genau über uns alles protokolliert* ist, beschliessen wir heute, unser Fahrzeug für die nächsten sechs Monate statt in Argentinien in Uruguay abzustellen. Wir wollen auf Nummer sicher gehen und nicht plötzlich in Schwierigkeiten geraten, weil ein paar geldgierige Zöllner aus uns Profit schlagen wollen.

*Nach der Eingabe der Autonummer im Computer erscheinen auf dem Bildschirm vorerst die Personalien des Fahrzeughalters und dann in chronologischer Reihenfolge sämtliche Ein- und Ausreisen an den argentinischen Grenzübergängen.

In Buenos Aires buchen wir die Buquebus-Fähre Eladia Isabel, die uns am Montag nach Colonia, Uruguay bringen wird. Im Oktober hatte uns ein Schweizer Hotelier angeboten unser Fahrzeug bei ihm einzustellen. Wir haben ihn vorgängig angerufen und abgeklärt, ob diese Offerte noch gilt. Er steht dazu und so bleibt uns nur noch die schwere Aufgabe, Jorge und Myrta, unsere Freunde vom Campingplatz in Lobos, über unsere Entscheidung zu informieren und ihnen die Umstände zu erklären.

Samstag/Sonntag, 6./7.03.2010 So verlaufen unsere letzten Tage in Argentinien ein bisschen anders als geplant – statt locker fünf Tage Fahrzeug reinigen und konservieren bleiben uns etwa zwei Tage Zeit dafür.

Am Samstagabend laden uns Myrta und Jorge zum Essen ein und wir freuen uns, dass sie dieses Jahr eine Europatour mit anschliessenden Besuchen in Ulm und in der Schweiz unternehmen werden.

Für Sonntag laden wir Sofia und Hugo, die wir in Salvador de Bahia kennen gelernt haben, um sieben Uhr zum Nachtessen ein. Wir planen vermeintlich genügend Zeit ein und fahren bereits vor vier Uhr von Lobos weg. Doch in Puerto Madero herrscht Chaos, denn an diesem Wochenende findet eine viel besuchte Segelregatta statt und wir finden für unser grosses Fahrzeug einfach keinen Parkplatz. Deshalb mache ich mich rechtzeitig allein auf den Weg zum Restaurant und kämpfe mich durch die Menschenmassen. Sofia und Hugo sind pünktlich da, Peter ist beim Wohnmobil geblieben um auf einen freien Parkplatz zu warten. Wir haben beschlossen, dass ich mit unseren Gästen zum Apéro zu ihm zurückkehren werde. Doch wir verpassen einander und haben Gott sei Dank einen „Vermittler“. Jochen hat mit seinem Wohnmobil ganz in der Nähe parkiert und leitet „Nachrichten“ weiter. So finden wir einander alle nach einer längeren Odyssee um etwa 20:15 Uhr in der „Parilla del Mirasol“ wieder und können endlich zum gemütlichen Teil des Abends übergehen.

Montag, 8.03.2010 – Calle Martha Lynch, Puerto Madero
Die Fahrt zum Buquebus dauert nur gerade zehn Minuten und wäre da nicht die unsinnige Bestimmung, dass das Motorrad für die Überfahrt separat bezahlt werden muss, hätten wir keine Probleme. Trotz unserem Protest, dass wir für den Platz bereits mit dem Wohnmobil bezahlt hätten, müssen wir zusätzlich 87.50 Pesos (Fr. 25.--) berappen bevor uns die Bordkarten ausgehändigt werden.

Im Hotel Suizo werden wir herzlich willkommen geheissen und am Dienstag haben wir noch Zeit, das Fahrzeug für die Winterpause vorzubereiten.

Wir nutzen die Annehmlichkeiten wie Essen im Restaurant oder die letzte Übernachtung im Hotelzimmer, so dass wir am Mittwoch Vormittag stressfrei abreisen können.

Ein Kleinbus holt uns gleich vor dem Hotel ab und bringt uns zur Sammelstelle an der Hauptstrasse. So dauert denn die Fahrt nach Colonia zum Buquebus nur eine gute Stunde und die Schnellfähre nach Buenos Aires legt ebenfalls bereits nach einer Stunde im Hafen an. Von dort fahren wir mit dem Taxi zu Sofia und Hugo. Hugo hat uns freundlicherweise angeboten, uns am Abend zum Flughafen zu fahren. Sofia bestellt Pizza und Empanadas zum Mittagessen und dann vertreten wir uns ein wenig die Füsse im nahen Botanischen Garten.

Hugo bringt uns sicher zum Flughafen und wir haben nach dem Einchecken des Gepäcks genügend Zeit um zusammen etwas zu trinken und auf seine Nichte, die eben ihren langen Arbeitstag bei der Migration beendet, zu warten.

Von Buenos Aires fliegen wir über Frankfurt und landen in Zürich am Donnerstagabend um viertel vor sechs mit nur kleiner Verspätung nach etwas über 14 Stunden Gesamtflugzeit.

Wir freuen uns, Frühling und Sommer in der Schweiz/Europa zu verbringen um uns mit Verwanden, Freunden und Bekannten zu treffen.

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