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SPANIEN-REISE VOM 8. – 19. MAI 2010

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SPANIEN-REISE VOM 8. – 19. MAI 2010

08.05.2010 – 410 km
Soviel schon einmal vorab: Würde mir jemand erzählen, was wir in Bezug auf Wetter und Temperaturen in den nächsten 10 Tagen zu erwarten haben könnte ich mich reuelos dazu entscheiden, in meiner warmen Stube zu bleiben und die anderen allein fahren (und frieren) zu lassen.

Wir starten unsere diesjährige Motorradreise in die Pyrenäen trotz fürchterlicher Kälte bereits vor 06.00 Uhr und treffen uns pünktlich bei der Shell-Tankstelle in Oftringen.

Mit von der Partie sind: Otti, unser Freund aus dem Baselland mit seiner Moto Guzzi; René, ein ehemaliger Kollege mit seinem Sohn auf dem V-Max; Ruedi, Peters älterer Bruder mit seinem 25jährigen Virago; Ueli, Peter jüngerer Bruder, mit der 1200er GS-BMW, Peter mit der 1200er GS-BMW und Ruth (ich) mit der 800er GS-BMW.

6°C zeigt das Thermometer und wir ziehen alles an was nur möglich ist, inklusive Regenkombi, obwohl es glücklicherweise nicht regnet.

Es lohnt sich so früh wegzufahren, denn weder am Gotthard noch vor der Grenze gibt es viel Verkehr und wir erreichen Genua bereits um 14.00 Uhr, nachdem es etwa 30 Kilometer vor dem Ziel doch noch einen kurzen aber heftigen Regenschauer gegeben hat.

Um möglichst schnell in die Wärme zu kommen haben wir uns entschieden, die Fähre von Genua zu buchen um 18 Stunden später ausgeruht in Barcelona einzutreffen.

Ab 16.00 Uhr beginnt das Einschiffen, doch bis wir an die Reihe kommen ist es schon 17.30 Uhr und bis zur Abfahrt des Dampfers dauert es nochmals 1 ½ Stunden. Die Kabinen sind klein, aber okay und nachdem unsere verstopfte Toilette gereinigt ist, auch akzeptabel. Das Essen in der Selbstbedienung auf Deck 6 wird von den einen als gut und von den anderen als „so so“ bezeichnet. Die Lasagne ist aussen kalt und die Pommes schmecken nicht. Die „Penne“ und der Salat munden.

09.05.2010 – 175 km
Trotz der verspäteten Abfahrt treffen wir pünktlich in Barcelona ein. Das Wetter, leicht bewölkt und Sonne bei 21°C ist uns (noch) wohlgesinnt und um schnell aus der Stadt herauszukommen fahren wir auf der Autobahn A18 nach Manresa. Über die C1410 nach Solsona, Basella und weiter auf der C1313 nach Montferrer. Dort checken wir im Hotel ein (DZ € 51.50 inkl. Frühstück), denn es sieht nach Regen aus. Eine halbe Stunde später giesst es denn auch schon wie aus Kübeln.

10.05.2010 – 318 km
Bis wir aus der Nebeldecke hinauskommen beschlagen die Visiere und Brillen so stark, dass wir zeitweise kaum etwas sehen. Als das Nebelmeer dann unter uns liegt geniessen wir die wärmende Sonne und die schöne Morgenstimmung.

Die heutige Strecke: N260 Sort – Pobla – Pont de Suert – Castejon de Sos – Campo – Ainsa – Broto – Biescas – N330 Jaca – N240 Puente la Reina de Jaca

11.05.2010 – 250 km
Auch heute starten wir im Nebel, es ist kühl, doch schon bald sehen wir blauen Himmel. Wegen der sehr schlechten Wetteraussichten im Nordwesten haben wir gestern Abend entschieden, eher Richtung Südwesten weiterzureisen, wo es ein bisschen wärmer sein soll als in den Pyrenäen.

Strecke: Puente la Reina – A132 Ayerbe – A125 Ejea de los Caballeros – A127 Magallon – A121 Calatayud – A202 Nuévalos

Wir wollten heute eigentlich noch ein wenig weiter, doch der einsetzende Regen veranlasst uns, das soeben passierte Hotel anzusteuern. Der Haussalat schmeckt lecker und die Champignonspfanne ist absolut empfehlenswert. Peter und Otti geniessen eine feine würzige Forelle.

(Hotel La Trucha, Nuévalos, DZ € 50.-- inkl. Frühstück)

12.05.2010 – 110 km
Nuévalos – A202 Molina de Aragón – CM2111 Oréa

In der Sierra de Albarracín ist es bitterkalt und die noch höheren Pässe schlagen wir uns gleich aus dem Kopf, denn bei Regen – fast schon Schnee – und nur 2°C macht das Motorradfahren keinen Spass.

Die Weicheier unter uns, sprich BMW-Fahrer/in, verfügen über eine Griffheizung und die „herte Sieche“ klagen über Kuhnagel an den Fingern.

So landen wir denn bereits um halb zwölf im nächsten Hotel und hoffen, dass es Morgen ein bisschen freundlicher wird.

Nach dem (ein bisschen zähen) Mittagessen gibt es einen Jass- und Spielnachmittag und obwohl am Abend noch die Sonne scheint fällt unser „Dorfrundgang“ minimal aus, denn es bläst noch immer ein eisiger Wind.

(Oréa, Albergue € 35.-- fürs Doppelzimmer, inkl. speziell für uns bereits am Vormittag eingeschaltete Heizung!)

13.05.2010 – 351 km
Fast von Beginn weg begleitet uns die Sonne und wir empfinden die immer noch tiefen Temperaturen von 3.5 – 7°C nicht mehr ganz so schlimm. In Sagunto, am Meer, ist es mit 21°C richtig schön warm.

Von Oréa über Teruel, Los Santos, Ademuz, Abstecher nach Landete und wieder zurück nach Ademuz (weil die Strecke nach Santa Cruz de Moya gesperrt ist), Mas del Olmo, Puebla San Miguel (wo wir das Schild, dass die 18 km lange Strasse beim Km 5.300 gesperrt sei, kurzerhand ignorieren – dort winken uns die Bauarbeiter freundlich durch), Titaguas, Casinos, Alcublas, Segorbe, Sagunto.

(****Hotel AGH in Canet, € 75.--/DZ, inkl. Frühstück – beim Nachtessen-Buffet für € 20.-- pro Person handeln wir die Getränke, inkl. Wein, mit ein)

14.05.2010 – 386 km
Es will einfach nicht wirklich warm werden, auch heute wieder erleben wir in den Bergen eisige Kälte. Mein Thermometer zeigt auf der Höhe 1.5°C an, brrrrr…. Mehr als 15°C erleben wir heute nicht, wenigstens bleiben wir wieder trocken.

(**Hotel Yola, Altafulla - DZ zu € 63.--, inkl. Frühstück)

15.05.2010 – 183 km
Altafulla – Vilanova – Vilafranca – Igualada – Monasterio Montserrat – Terrassa - Castelltergol

Otti prüft den Luftdruck seiner Reifen. Dabei stellen wir fest, dass der Hinterreifen dringend ersetzt werden muss. In Terrrassa führt uns ein hilfsbereiter Motorradfahrer zu Moto Dafy, der eine Riesenauswahl an Pneus an Lager hat. Von der benötigten Dimension besitzt er gerade einmal ein Stück, denn diese ist nicht sehr üblich. Um 17.15 Uhr ist der Pneu gewechselt und wir können schon wieder weiterfahren. In der Eile lässt Otti jedoch seine Brille da liegen und bemerkt dies erst, als wir nach über einer Stunde im Hotel ankommen. In der Zwischenzeit hat der Mechaniker die Brille bereits gefunden und sich an „die Suizos“ erinnert. Er versucht, auf mein Telefon anzurufen, bevor ich überhaupt über den Verlust informiert bin. Ueli anerbietet sich, mit Otti nochmals zurückzufahren und die Brille zu holen – über die Autobahn geht es ein bisschen schneller (ein Weg 40 km). Da der Laden bis 21.00 Uhr geöffnet ist, reicht die Zeit längstens aus und die beiden sind kurz nach neun bereits wieder zurück – gerade recht zum Nachtessen.

(****Hotel La Violeta, mit Sprudelbad zum Spezialpreis von € 300.-- für zwei Doppelzimmer und ein 3er-Zimmer, inkl. Frühstück)

16.05.2010 – 226 km (oder sind es mehr?)
Bei schönem Wetter machen wir eine Extraschleife von Castelltergol nach Vic, über die C154 Berga, C26 Ripoll, auf der N152 nach Puigcerda (E), ab Bourg-Madame (F) auf der N116, dann zur D118 bis Quillan.

Ab der französischen Grenze wird es zunehmend bewölkt und in der St. George Schlucht ist es dunkel und kalt. Das ist, zusammen mit der schlechten Strasse, ziemlich zermürbend und wir sind froh, in Quillan ein schönes Zimmer zu finden.

(Hotel La Chaumière € 70.-- für Doppelzimmer, regulärer Preis fürs Frühstück: € 10.-- pro Person, Spezialpreis € 5-- pro Person)

17.05.2010 – 350 km
Quillan – Castres – Albi – Rodez – Aurillac

An der Sonne ist es angenehm warm, doch kaum sind wir unterwegs spüren wir auch schon wieder den kühlen Wind. Trotzdem geniessen wir die Fahrt durch die gepflegte grüne Landschaft mit den für die Region typischen wunderschönen Steinhäusern. Obwohl wir in keiner der Städte halt machen erfreuen wir uns an vielen hübschen Ortschaften.

In der nahen Lastwagenbeiz verpflegen wir uns preisgünstig und gut: Das Menu, bestehend aus Hauptgang und Dessert oder Käse, kostet € 9.-- und die Getränke gibt’s „gratis“ dazu.

(**Hotel Auréna, Doppelzimmer: € 49.--, zusätzlich pro Person € 6.-- fürs Frühstück)

18.05.2010 – 370 km
Aurillac – D62/D16 Condat – D978/D621/D26 Issoire – D996 Sugères – D7/D53/D58 Coupière – D906 Vichy – D906b Lapallisse – D994 Paray-le-Monial – N79 Mâcon

Ein kurzer Schreckmoment verdirbt uns beinahe das Frühstück. Ruedi vermisst den Schlüssel seiner am Motorrad befestigten Alarmanlage. Er leert alle Taschen, kehrt seinen Rucksack und die Reisetasche – ohne Erfolg. Die Idee, dass er ihn am Vorabend im Restaurant verloren haben könnte veranlasst ihn, sich sofort auf den Weg dorthin zu machen. Sichtlich erleichtert kehrt er nach zehn Minuten von da wieder zurück: Gott sei Dank putzen die da nicht so fleissig, denn er lag noch unter dem Tisch.

Obwohl es noch immer nicht wärmer ist beschliessen wir, nochmals über einen Pass und durch die Vulkan-Landschaft südlich von Clairmont-Ferrand zu reisen. Einmal mehr schützen und die Regenkleider gegen das Eindringen des Fahrtwindes und die Schneereste entlang der Strasse lassen uns buchstäblich kalt. Die Landschaft ist traumhaft und entschädigt längstens für klamme Finger und kalte Füsse.

(**Hotel Genève, Mâcon: € 220.-- inkl. Garage und Frühstück für 3 Zimmer/7 Personen)

19.05.2010 – 350 km
Strecke: Mâcon – Le Pont – Aesch/Oftringen/Safenwil

Auch heute erleben wir nichts Neues mehr – sprich: wärmeres Wetter. Es bleibt ungemütlich kühl und obwohl wir erwarten, dass es im „Tiefland“ ein wenig milder ist wählen wir einstimmig den interessanteren Weg dem Lac de Joux entlang über Le Pont nach Vallorbe. Dann jedoch ist es Zeit, zügig nach Hause zu fahren und auf der Autobahn geht es flott Richtung Mittelland, wo wir uns in Deitingen von Otti verabschieden, damit er bei der Verzweigung Härkingen gleich ins Baselland reisen kann.

Kurz nach fünf Uhr kommen wir nach insgesamt 3'644 unfall- und problemfreien Kilometern zuhause an. Drei Erkältungen müssen auskuriert werden und einige Reifen werden demnächst das Zeitliche segnen. Es war schön, aber einfach mindestens „einen Kittel“ zu kalt. Kaum einmal 20°C auf einer Motorradreise und Durchschnitts-Temperaturen um 10°C sind einfach zu wenig.

Trotz allem werden uns natürlich viele gute Erinnerungen an diese für uns wirklich etwas ungewöhnliche Motorradreise bleiben. Auch wenn es noch so eisig war, die gute Stimmung wurde immer durch einen Witz, coole Sprüche oder eine Aufmunterung aufrechterhalten.

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