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2010/2011
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Caraz (Peru) – Otavalo (Ecuador)

7. Dezember – 28. Dezember 2010

Dienstag, 7. Dezember 2010 - Caraz
Unsere Idee ist es, durch die Entenschlucht nach Trujillo zu gelangen, wir wissen jedoch nicht, ob das mit unserem Fahrzeug wegen der Tunnels auch machbar ist. Die Auskünfte sind so unterschiedlich, wie sie kaum sein könnten: Von einer Tunnelhöhe von 3 Metern bis zu 12 Metern bekommen wir alles zu hören. Auf dem Internet finden wir dann doch noch die Website von zwei Deutschen, die bereits in Ecuador sind und sehen, dass sie die Strecke gefahren sind. Ihr Fahrzeug ist ein wenig breiter als unseres, nicht ganz so hoch, ansonsten in etwa gleich gross. Das macht uns Mut.

Eva und Sergio begleiten uns bis zum Tunnel 18 (oder 19?) im „Cañon del pato“. Von da wollen sie etwa zwei Stunden zurück wandern und das restliche Wegstück nach Caraz mit einem „Colectivo“, einem öffentlichen, Kleinbus zurücklegen.

Die Strasse ist teilweise recht schmal und Peter zieht einige Male die Spiegel ein, damit er näher an die Felswand heranfahren kann. Der meiste Verkehr verläuft in unserer Richtung und bis zum allerletzten Tunnel vor dem Kraftwerk, dem Tunnel Nr. 35, begleitet uns das Glück, denn erst da trifft es uns, zirka 50 m zurück zu fahren weil ein Lastwagen entgegenkommt.

Ab Hullanca gibt es nur noch Schotterpiste, dann kurz Teer und später nochmals 50 km Piste, dies auf der Abkürzung über die Privatstrasse für 32 Soles pro Camion. Dafür sparen wir 100 km, ca. 1 ½ Stunden und ca. 22 Liter Diesel.

Etwas südlich von Trujillo steht ein österreichisches Wohnmobil bei einer Tankstelle und wir halten kurz an, um Greti und Gerhard zu begrüssen. Sie werden am nächsten Tag ebenfalls auf den von uns angesteuerten Camping RV Huanchaco Gardens kommen, wo wir heute Nachmittag Susanne und Didi kennen lernen. Wir verbringen gleich einen ganz gemütlichen Abend miteinander.

Mittwoch, 08.12.2010 – Camping Huacanchaco Gardens
Es ist Feiertag in Peru und am Strand von Huanchaco merkt man das auch. Gestern noch war er menschenleer und heute herrscht ein reges Treiben, baden sieht man nur wenige, denn das Wasser ist doch ziemlich frisch.

Donnerstag, 09.12.2010
Der Besuch der Ruinen Chan Chan mit einer informativen Führung macht uns staunen. Meistens schaut man sich in Peru die Inka-Ruinen an, doch Chan Chan entstand im Jahr 1300 und war die Hauptstadt des präkolumbischen Chimú-Reichs. Nach heutigem Wissen war sie mit 28 km2 vermutlich die grösste Stadt Südamerikas in der damaligen Zeit. Bis zu 60'000 Einwohner lebten in Chan Chan und die Inkas konnten die gut befestigte Stadt nicht erobern, so dass sie den Fluss Mocha umleiteten um die Festung einnehmen zu können. Ihre Überreste befinden sich, teilweise immer noch unter dem Sand versteckt, an der Pazifikküste, westlich vom heutigen Trujillo.

Von den Ruinen geht es nach Trujillo, wo wir uns im Restaurant El Sombrero mit einem feinen Mittagessen stärken und im Tottus-Supermarkt decken wir uns mit neuen Vorräten ein. Die Fahrten dazwischen legen wir jeweils zu sechst in normalen PW-Taxis zurück, das ist zwar etwas unbequem, aber wir haben es lustig und sparen erst noch ein paar Soles dazu.

Freitag, 10.12.2010
Aufbruchstimmung – Wir machen uns auf den Weg nach Norden, Greti und Gerhard werden uns bald folgen. Doch Susanne und Didi fahren nach Süden weiter um den letzten Reiseabschnitt vor der Rückverschiffung vorwiegend in Argentinien zu verbringen.

Wir halten erst wieder in Lambayeque, wo wir die beiden Museen Brüning und Sipan besuchen wollen. Das „EcoHostal Mamita Helmita“ bietet uns einen schönen und sicheren Übernachtungsplatz an, den wir gleich für zwei Tage in Beschlag nehmen, um für die Museen genügend Zeit zu haben.

Samstag, 11. Dezember 2010 – EcoHostal Mamita Helmita, Lambayeque (Peru)
„Museo Arqueologico Nacional Bruning“
Der in Deutschland geborene und als Ingenieur ausgebildete Hans Heinrich Brüning wanderte im Alter von 27 Jahren nach Südamerika aus. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts trug er als Archäologe Funde früherer Kulturen zusammen aus denen eine beachtliche Sammlung entstand mit der 1924 das Museum eröffnet werden konnte. 1925 erwarb der Peruanische Staat diese Kollektion uns sie wurde ständig erweitert durch konfiszierte Stücke, Spenden und neue Funde.

„Museo Tumbas Reales de Sipán” – Museum der Königsgräber von Sipan
Das Museum ist einer Moche-Pyramide nachgebildet und erklärt und zeigt deren Kultur anhand von Schmuckstücken aus Gold und Silber. Es gibt einiges, das wir bereits im Brüning Muesum gesehen haben – doch es ist neuer, moderner präsentiert. Im Grossen und Ganzen dreht sich alles um das eine, im Jahre 1987 gefundene Königsgrab des heute als Señor de Sipán bezeichneten Fürsten, dessen Ausgrabung durch den damaligen Direktor des Brüning Museums geleitet wurde. Die minuziöse Dokumentation dieses Grabes bis hin zur Rekonstruktion der Auffindungen mit all den Grabgaben, den dazugehörenden Nebengräbern wichtiger Untergebener, ist das Thema dieses sehr interessanten Museums.

Sonntag, 12. Dezember 2010
Ganz im Norden Perus wird es dann nach der …Wüste gebirgig und schön grün. Hier werden über weite Flächen Mangos kultiviert und an mehr als einer Wand prangt der Spruch: Kämpfen wir für einen gerechten Preis für die Mangos!

Heute Mittag reisen wir über Macará in Ecuador ein. Die Grenzformalitäten gehen für uns reibungslos vonstatten. Der Ecuadorianische Beamte wird jedoch beim Ausfüllen des Autopapiers durch ein längeres Telefongespräch unterbrochen und zwar weil einem anderen Reisenden für sein Fahrzeug die gleiche Dokumenten-Nummer erteilt wurde wie uns. Da unser Beamter jedoch das Papier direkt am Computer ausfüllt und die Nummer bereits abreserviert hat, wird es für uns keine Probleme geben. Der andere dürfte allerdings bei der Ausreise etwas länger benötigen, da seine Daten nachträglich unter der Nummer 003 (statt unserer Nr. 001) im System registriert wurden.

Die Nationalpolizei lässt uns beim alten Flughafen auf ihrem kleinen Gelände sicher übernachten. Wir danken es mit Schokolade und erhalten im Gegenzug frische Mango direkt vom Baum.

ECUADOR Das Land ist, inklusive den Galapagos-Inseln, 256.370 km² gross und hat 14.5 Mio. Einwohner. Die Hauptstadt Quito liegt in den Anden auf 2850 müM und nur 20 Kilometer südlich des Äquators. Sie ist mit etwa eineinhalb Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt der Republik, die grösste ist die Hafenstadt Guayaquil in deren Grossraum mehr als 3 Millionen Menschen leben. Auf der Reise empfinden wir das Gefühl, das Land sei dicht besiedelt.

Einschliesslich der Galapagos-Inseln, die etwa 1000 km vom Festland entfernt im Pazifik liegen, gibt es 22 Provinzen, die ihrerseits unterteilt sind in Kantone.

Die Anden ziehen sich von Süd nach Nord durch Ecuador und diese Bergkette teilt das Land in drei sehr unterschiedliche Zonen: Das Hochland (Sierra), die Küstenregion (Costa) und das Amazonasbecken (Oriente).

Montag, 13. Dezember 2010 – Macará (Ecuador)
Die Vegetation beginnt dichter zu werden und wir freuen uns richtig an dem satten Grün in Ecuador. Auf der Fahrt von Loja nach Vilcabamba fühlen wir uns so richtig wohl und als wir in der Hostería Izhcayluma der Gebrüder Peter und Dieter aus „Alemania“ ankommen ist uns klar, dass der Abstecher in den nicht wahnsinnig attraktiven Ort trotzdem absolut gerechtfertigt ist. Die beiden haben in den letzten 12 Jahren ein richtiges Paradies aufgebaut und trotz europäischem Standard sind die Preise (gerade mit dem jetzigen $-Wechselkurs) nicht hoch. Das Klima ist angenehm, der Himmel ist bedeckt und erst in der Nacht tröpfelt es ein bisschen.

Die Hostería ist gut besucht, es hat viele Europäer, inkl. Schweizer, die für ein paar Tage hier Halt machen. Einige allerdings auch mit dem Ziel, kurzzeitig ihre Hemmungen zu verlieren – die Region ist bekannt für einen Kaktus, dessen Saft genau diese Wirkung auslösen soll.

Für unsere erste Tankfüllung von 75 Gallonen (fast 300 l) Diesel kostet uns gerade mal 78 $. Zum heutigen Kurs sind das genau 25 Rappen pro Liter, so günstig haben wir noch nie getankt. Von anderen Reisenden haben wir erfahren, dass es sehr schwierig sei mit 100 $-Scheinen zu bezahlen. Deshalb beginnen wir gleich damit, so viele wie möglich zu wechseln. Die Verantwortliche der Tankstelle hat kein Problem damit und gibt uns 5 20er für einen unserer Hunderter. Dann erklärt sie, dass Scheine mit der Serien-Nummer CB… von der Bank nicht angenommen würden, vermutlich sind Fälschungen davon im Umlauf.

In der Hostería dürfen wir ebenfalls mit grossen Noten bezahlen und so sind wir für den Anfang doch ganz gut mit „Kleingeld“ bestückt.

Dienstag, 14. Dezember 2010 – Hosteria Izhcayluma, Vilcabamba
Trotz wunderschöner Umgebung nutzen wir den heutigen Vormittag zum Telefonieren, Termine vereinbaren und zur Planung unserer weiteren Reiseroute.

In Cuenca, unserem nächsten Reiseziel, ist das Wetter gar nicht einladend (Regen, Regen, Regen), aber Richtung Norden liegt das nun einmal auf dem Weg…

Cuenca heisst auf Deutsch übersetzt: Becken. Der Name bezeichnet die Lage der Stadt, die sich in einem andinen Hochlandbecken befindet. Der Tomebamba fliesst mitten durch die Stadt und die kleineren Flüsse Machangara, Yanuncay und Tarqui fliessen dem nördlichen oder südlichen Stadtrand entlang.









Mittwoch 15. Dezember 2010
Von Vilcabamba bis Cuenca sind es etwa 250 Kilometer. Die ab Loja gut ausgebaute Betonstrasse führt über mehrere um die 3000 Meter hohe Pässe Richtung Norden. In den Bergdörfern sehen wir die älteren Frauen auch während ihres Ganges in den Ort am Arbeiten – sie spinnen unablässig Wolle. Viele der jüngeren Frauen sind gekleidet wie Männer und man kann sie erst im letzten Moment unterscheiden. Alle Menschen sind in Bewegung – hier wird fleissig gearbeitet und das Land scheint es ihnen zu danken.

Was allerdings ein Problem ist, oder noch werden könnte, ist die Währung: der US Dollar. Wir erfahren von einem Arbeiter der hier einen Tageslohn von 10 $ erhält – in den USA hat er 35 $ pro Stunde verdient. Kein Wunder dass viele Ecuadorianer der Versuchung in den Staaten schwarz zu arbeiten nicht widerstehen können. Wenn sie dann erwischt und ausgeschafft werden kommt das böse Erwachen und manch einer wünscht sich, wieder nach Nordamerika aufbrechen zu können. Zudem kommen viele Amerikaner nach Ecuador um hier zu leben, was vieles noch komplizieren dürfte. Wie kann sich ein Einheimischer mit einem Monatseinkommen von 250 bis 400 US$ ein Haus zum Preis von 150'000 US$ leisten?

Donnerstag, 16. Dezember 2010 – Cabañas Yanuncay, Cuenca
Die ein-dreiviertelstündige Stadtrundfahrt im Doppelstockbus kostet US$ 5.-- pro Person. Dieses Geld ist gut investiert, der Bus führt uns sicher durch die interessanten Viertel der Stadt und hinauf zum Aussichtspunkt „Turi“, von wo wir den ganzen Ort überblicken können. Die Informationen sind gut verständlich, wir können die Tour geniessen ohne überfordert zu sein. In Cuenca gibt es 52 katholische Kirchen – jede Woche des Jahres könnte man also eine andere besuchen. Wir haben auch Glück mit dem Wetter, die Sonne scheint sogar ein bisschen obwohl der Himmel immer noch grau ist.

Freitag, 17. Dezember 2010
Die Inka-Ruinen von Ingapirca sind die ältesten und bedeutendsten Ecuadors. Wer jedoch die Ruinen von Machu Pichu kennt, dürfte sich von den spärlichen Überresten wie wir ein wenig enttäuscht zeigen. Für die 6 $ Eintritt bekommen wir nicht viel zu sehen, dafür einen Übernachtungsplatz dazu gratis! Das Wetter ist, wie in den letzten Tagen leicht regnerisch, und nur ganz kurz drückt einmal die Sonne durch die Nebel-/Wolkendecke.



Samstag, 18. Dezember 2010
Den ersten schönen Tag in Ecuador starten wir zwar im leichten Regen, aber der Nebel und die Wolkendecke lichten sich während wir die Pässe überqueren und wir sehen erstmals ein bisschen richtig blauen Himmel.
Auf der einen Talseite geht es sehr steil hinunter ins Dorf und auf der anderen genau so steil wieder hinauf über den nächsten Berg. Kurz vor Riobamba, an der Wetterscheide, gibt es einen kleinen Regenschauer und weiter nördlich sind die Wolken wieder dichter – es ist also doch wieder nichts mit dem erwartet schönen Wetter…

Bei der Laguna Yambo, zwischen Ambato und Latacunga, treffen wir einen deutschen Radfahrer, der sich über die Abwechslung einer deutschen Unterhaltung zu freuen scheint.

Von Lasso aus sehen wir den Vulkan Cotopaxi trotzdem (ganz kurz)! Zwar nicht ganz ohne Wolken, doch der Gipfel zeigt sich als diese für einige Minuten sinken, gerade bevor es wieder zu tröpfeln beginnt.

Beim Nachtessen erklärt uns der Koch, dass das Wetter hier im Februar besser sei als jetzt. Im weiter östlich gelegenen Tena, im Amazonasbecken, solle es derzeit jedoch weniger regnen. Das heisst für uns: Nachdenken und überlegen, die Reiseroute umzukrempeln. Statt wie schon lange geplant in Otavalo Weihnachten zu feiern würden wir diese dann „im Urwald“ verbringen. Morgen schauen wir uns nochmals in Ruhe die Wetterkarten an und entscheiden, ob wir die Schlaufe, von hier aus nach Südosten beginnend, bereits jetzt fahren wollen.

Sonntag, 19. Dezember 2010 – Hostería Posada del Rey, Lasso
Ohne Ohrstöpsel hätten wir wohl nicht so ruhig geschlafen, denn von nachts um zehn bis morgens um sieben ist etwa zweihundert Meter von uns weg ein Fest mit lauter Musik im Gang.

Immer wieder wandert unser Blick zum Vulkan Cotopaxi – wird er sich heute einmal in seiner vollen Pracht zeigen – oder müssen wir darauf hoffen, auf der Rückreise im Februar in den Genuss des vollkommenen Bildes zu gelangen?

Auf dem Nachhauseweg von Lasso stoppen wir bei einer Tankstelle um nach Scheibenwischerwasser zu fragen. Es gibt zwar auch hier keines, aber dafür kommt uns der Radfahrer von gestern wieder auf der Hauptstrasse entgegen. Nachdem er ebenfalls im Ort etwas zu sich genommen hat kommt er uns auf dem Weg zur Hostería plötzlich wieder hinterher. Es scheint, dass es bald wieder zu Regnen beginnt und deshalb hat er sich entschlossen, ein Zimmer zu beziehen und ein wenig mit uns zu plaudern.

Widersprüchliche Aussagen über das Klima in Amazonien verunsichern uns ein wenig, doch aufgrund der schlechten Wetteraussichten für Otavalo entschliessen wir uns das Glück zu versuchen und schon jetzt nach Misahuallí zu reisen.

Montag, 20.12.2010 Wir fahren über Baños und haben uns bereits auf dem Hotelparkplatz installiert, als Gerlinde und Horst zufahren. Wir freuen uns und beginnen bald, gemeinsame Pläne für die Weihnachtsfeiertage zu schmieden.

Am Abend baden wir im heissen Wasser der „Termas de la Virgen“ direkt unter dem gleichnamigen Wasserfall (der jedoch eisig kalt ist) und werden plötzlich in Schweizerdeutsch angesprochen. Marcel aus dem Kanton Glarus hat seine Basis beim Hilfswerk EcoSur in Riobamba und unternimmt von dort aus seine Ausflüge – einige Tage verbringt er in Baños und dann will er mit einem Führer noch den Aufstieg zum Vulkan Cotopaxi in Angriff nehmen. Wir wünschen ihm viel Glück, dass es diesmal bis zum Gipfel geht. Das kann er bestimmt brauchen, denn die Wetteraussichten sind weiterhin nicht gerade rosig.

Dienstag, 21.12.2010 – Hotel Monte Selva, Baños
Die kurze Wanderung hinauf zum Aussichtspunkt Bellavista dauert nur 45 Minuten. Der Weg zurück über RunTun (Café del Cielo) in die Stadt zurück ist etwa doppelt so lang. Der momentan aktive Vulkan Tungurahua bleibt unseren Blicken leider verborgen, wir hätten ihn liebend gern speien sehen.








Mittwoch, 22.12.2010
Der Übernachtungsplatz am Fluss in El Capricho ist direkt von der Hauptstrasse einsehbar. Fernando, der Besitzer, ist zwar sehr nett und beflissen, dass es uns hier angenehm ist, doch seine Fürsorge ist uns denn doch zuviel. Hier zusammen mit ihm und zwei Familien Weihnachten feiern möchten wir nicht.

Donnerstag, 23. Dezember 2010 – El Capricho, am Fluss (Km 50 Puyo-Tena) bei Fernando Greta
Wir bezahlen Fernando die Übernachtung und fahren weiter zur „Jungle Lodge El Jardín Alemán“ ausserhalb von Misahuallí, wo wir drei Tage „Luxus-Ferien“ verbringen. Unterwegs stoppen wir bei einer von zwei Firmen gesponserten Kinder-Weihnachtsfeier um ein paar Aufnahmen zu machen.






Heiligabend 2010 – El Jardín Alemán, Misahuallí
Um neun Uhr starten wir mit unserem Führer Leopoldo die Tagestour in den Primärwald. Mit dem Taxi legen wir die kurze Strecke nach Puerto Misahuallí zurück, steigen ins Boot um und fahren 45 Minuten den Napo hinunter. Dieser Fluss mündet nach 1400 Kilometern in den Amazonas. Auf der folgenden zweistündigen Wanderung durch den Urwald (Sekundär & Primär) zeigt uns Leopoldo viele Pflanzen und erklärt deren heilende – oder auch verheerende – Wirkung. Die eine heilt Husten und Erkältung nach nur einmaliger Anwendung – von einem einzigen Tropfen einer anderen Pflanze in jede Nase wird man ein halbes Jahr verrückt und bei Inhalation der doppelten Menge bleibt man ein Leben lang irr. Mit einer ziemlich hässlichen Brennnessel wird ungehorsamen Kindern der Hintern versohlt und mit einem speziellen Blattwedel vertreibt der Medizinmann die Bösen Geister.

Die tropische Riesenameise „Conga“ (Paraponera clavata) hinterlässt mit ihrem Biss eine schreckliche Entzündung, die 24 Stunden Schmerzen und Fieber zur Folge hat. Unser Führer findet auch ein paar kleine Fledermäuse im hohlen Baum, fördert Tausendfüssler und Frösche zu Tage und entdeckt durchsichtige Schmetterlinge auf den Blättern. Im Ansatz eines Pflanzenblattes findet er ganz kleine Zitronenameisen, die lecker schmecken sollen. Horst probiert sie und bestätigt mit einem zweiten Versuch, dass sie wirklich minden und nach Limone schmecken.

Der Besuch des „Einheimischen-Dorfes“ ist eher etwas ernüchternd. Die Leute feiern heute, aber ausser dass sie sich schon als Kinder verheiraten erinnert nicht mehr wirklich viel an früher. Es gibt hier zwei Ehepaare von vierzehn/fünfzehn Jahren, die bereits Kinder haben. Kaum jemand ist traditionell angezogen, sie verfügen über Elektrisch, Kühlschrank und Fernsehen. Das ganze ist etwas eine Farce.

Unser Führer Leopoldo, ein Huaorani, erscheint uns viel ursprünglicher als alle die Dorfbewohner. Er kennt den Urwald mit seinen Pflanzen und Tieren und scheint sich darin richtig wohl zu fühlen.

Weihnachten 2010
Die heutige gut dreistündige Wanderung beginnt direkt bei der Lodge und führt, wiederum in Gummistiefeln, durch den Sekundärwald.

Wir lernen neue Pflanzen kennen und erhalten Demonstrationen zur Erstellung von Kopfbedeckungen und -schmuck, wasserdichten Unterständen im Dschungel und dauerhaften Dächern für die Hütten. Vor den Dornen des harten Bambus, der auch für Häuserbau benutzt wird, müssen wir uns in Acht nehmen, denn diese würden problemlos die dicke Gummisohle unserer Stiefel durchdringen.

Wir hören den Tucan, können ihn aber trotz der geduldigen „Lockrufe“ unseres Guide nirgends sehen. Einer der Vögel gibt von weit her Warnlaute, nachdem Leopoldo mit einem dicken Knüppel an die Wurzeln des Luftwurzelbaumes schlägt.

Sonntag, 26. Dezember 2010
Vom Tiefland fahren wir heute wieder hinauf in die Berge. Die Thermen von Papallacta liegen auf 3300 müM und die Temperaturen sind auch wieder bedeutend tiefer. Wettermässig ist alles wie gehabt, auch hier gibt es zwischen kurzen Aufhellungen wieder heftige Regenschauer. Heute ist uns das egal, wir geniessen das heisse Thermalwasser.

Unterwegs treffen wir Caro und Alex, die ebenfalls nach Papallacta reisen. Bei einem heissen Kaffee im Wohnmobil lernen wir uns etwas kennen. Sie wollen morgen eine kleine Wanderung unternehmen und ev. am Nachmittag mit dem Mietwagen zur Lagune fahren. Wir beschliessen spontan, noch eine Nacht länger zu bleiben und die Tour gemeinsam zu machen.

Montag, 27. Dezember 2010 – Termas de Papallacta
Bei bedecktem Himmel starten wir zum kleinen Rundgang. Dieser ist so kurz, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, bei Halbzeit schon wieder umzukehren. So stehen wir denn drei Stunden später bereits bei einer kleinen Lagune und sind uns nicht ganz sicher, ob es diejenige ist, von der ein Parkaufseher erzählt hat.
Der Himmel ist grau – die Lagune farblos – und die tiefen Wolken warten nur darauf, sich über uns zu ergiessen. Die Regenjacken sind dicht, aber unsere dicken Hosen werden tropfnass und wir sind froh, dass es wieder bergab geht, so können wir ein wenig schneller marschieren um auf 3800 müM nicht ausser Puste zu geraten und warm zu bleiben.

Um 16.40 Uhr ist das Wetter wieder etwas freundlicher und in der Ferne sehen wir den 5'758 Meter hohen Vulkan Antisana in seiner vollen Pracht. Dies sei leider nicht sehr oft der Fall, bestätigt mir ein Angestellter des Thermen-Hotels im Vorbeigehen – meistens sei er von Wolken verhüllt. Das Wasser ist heute noch heisser als gestern, aber nach der langen und kalten Wanderung tut uns das ganz gut.

Dienstag, 28. Dezember 2010
Bereits kurz nach Mittag treffen wir in Otavalo ein. Dank Koordinaten finden wir den Campingplatz „Rincon del Viajero“ auf Anhieb, obwohl uns das nicht routenfähige GPS-Programm beharrlich auf die „richtige Route“ verweisen will.
Wir werden sehr freundlich empfangen und freuen uns, ein paar Tage im schönen Garten eines ehemaligen Herrschaftshauses zu verbringen.



FÜRS 2011 WÜNSCHEN WIR EUCH GUTE GESUNDHEIT UND SONNE IM HERZEN!

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