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2010/2011
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Buenos Aires (Argentinien) – Hamburg (D) - Safenwil

8. April – 2. Mai 2011

7./8. April 2011 Das Schiff soll um 07.00 Uhr angekommen sein und wir müssen um 11.00 im Hafen beim Terminal 1+2 geduldig auf Ruben Godoy warten. Dieser trifft dann um 13.00 ein und verlangt von einigen nochmals die Papiere, welche ihm von Turner hätten übermittelt werden sollen und angeblich nicht bei ihm angekommen sind. Es könnte aber auch sein, dass diese in seinem Büro – sprich Beifahrersitz, Rücksitze und Boden seines Autos – untergegangen sind. Er schnappt sich also die fehlenden Originale, inkl. Peters Pass, um davon Kopien anzufertigen. Drei Stunden später, pünktlich um vier, kommt er dann wieder zurück.

Dann geht alles plötzlich blitzschnell. Wir Frauen (Inge, Brigitte, Ruth) müssen im Zollgebäude warten, weil nur die Fahrer allein in den Hafen hinein fahren dürfen. In der Eile stehen wir da ohne Pass und ohne Geld. Ruben will uns in etwa einer halben Stunde, nachdem die Wohnmobile geröntgt und auf dem Schiff untergebracht sind, wieder abholen. Es dauert dann doch etwas länger, aber immerhin hält er sein Versprechen und bringt „seine letzte Fracht“ (drei Frauen) bei strömendem Regen ebenfalls noch zum Schiff. Die Männer haben die Kabinen bereits bezogen und schon einen Teil des Gepäcks aufs Deck 12 gebracht.

Bereits am ersten Abend sehen wir auf der „Grande San Paolo“ ein gut bekanntes Gesicht wieder. Kalam, der erste Offizier im Maschinenraum, war bereits vor vier Jahren auf dem Schiff und wir freuen uns riesig, dass er wieder im Dienst ist. Eigentlich läuft Kalams Vertrag am 10. April aus, doch weil für ihn noch kein Ersatz gefunden wurde, arbeitet er vorläufig weiter. Uns freut es und für ihn scheint es auch kein ausserordentliches Problem zu sein.

Am Freitag, 8. April um 02.30 Uhr legen wir ab und am frühen morgen sehen wir noch immer die Lichter der Stadt. Nach Stunden noch befinden wir uns im Rio de La Plata. Am Mittag sehen wir in der Ferne Montevideo (Uruguay) und bemerken das Boot, welches die Piloten abholt. Wo diese zugestiegen sind haben wir nicht bemerkt, das dürfte vermutlich an der „Landesgrenze“ mitten im Fluss passiert sein.

Samstag, 9. April 2011 Um halb vier fragt uns ein Matrose, welche elektronischen Geräte wir in unserer Kabine an Bord hätten. Von der Fotokamera über Laptop, Radio, i-Phone etc. müssen wir alles angeben, auch allfällige alkoholische Getränke, denn der brasilianische Zoll verlangt im Hafen eine komplette Inventarliste.

Der Kapitän heisst die Passagiere um 17.15 Uhr herzlich willkommen und lädt zu einem Apéro ein. Das ist eine Riesen-Überraschung, denn wir hatten das Gefühl, dass er mit uns nichts zu tun haben möchte, nachdem er nicht mit der „Allgemeinheit“ zusammen speist, sondern sich jeweils eine Stunde später mit den engsten (italienischen) Mitarbeitern zusammen servieren lässt.

Wir hatten Kalam heute Abend in unsere Kabine eingeladen, doch er muss bis um zehn Uhr arbeiten.

Sonntag, 10. April 2011 – Brasilien
Um 18.00 Uhr bei Flut können wir in den Hafen von Paranagua einlaufen, nachdem wir fast den ganzen Tag weiter draussen vor Anker gelegen hatten. Hier werden morgen riesige Papierrollen geladen und wir werden Zeit haben die Stadt zu besichtigen.

Montag, 11. April 2011 – Paranagua (Brasilien)
Kurz vor elf Uhr sind unsere Ausweispapiere in Ordnung gebracht worden und wir dürfen, mit Pass- und Visakopien ausgestattet, das Schiff verlassen. Im „Markt“ beim alten Hafen gibt es verschiedene Restaurants und wir entscheiden uns, auf anraten des Kellners, pro zwei Personen nur ein Menu zu bestellen. Gerhard teilt mit mir ein Fischmenu, Inge und Peter haben sich für Fleisch entschieden. Reis, Feijao (schwarze Bohnen), geröstetes Mehl, gemischter Salat, Fischsalat, gebackene Crevetten und Fisch, frittierte Bananen, Pommes frites, würzige Mayonnaise-Sauce schmecken lecker und lassen keinen Raum mehr für eine Nachspeise.

Die kleine Stadt mit 280'000 Einwohnern ist hübsch, einige alte Gebäude sind bereits restauriert, an anderen wird gearbeitet. Dort wo nur noch verwitterte Fassaden übrig bleiben erobert sich die Natur von innen her ihren Lebensraum zurück – Holz vermodert, die Pflanzen wachsen üppig und erinnern an Urwald.



Die bekannte Touristen-Bahn von Curitiba in den 30 km von Paranagua entfernten Ort ist nur von Freitag bis Sonntag in Betrieb, deshalb herrscht heute im alten Hafen wenig Betrieb. Es sind vor allem die mit Manneskraft betriebenen Taxis, welche die Leute in ihren Taxi-Booten von der Insel aufs Festland rudern
Pünktlich um vier Uhr kommen wir wieder auf die Grande San Paolo zurück.

Dienstag, 12. April 2011 – Santos
Weil wir in Santos auf der stadtentfernten Seite anlegen beschliessen wir an Bord zu bleiben und bei einem Hochhaus-Bewohner das Internet anzuzapfen. Von über 20 Netzen lässt nur gerade ein einziges diesen Eingriff zu und so können wir wenigsten das Allerwichtigste noch erledigen.

Wegen des starken Gewitters mit einem heftigen Tropenregen müssen die Ladearbeiten unterbrochen werden und deshalb verspätet sich auch die Abfahrt um einige Stunden. Statt 19.00 Uhr wird es 23.00 Uhr – es regnet noch immer.

Mittwoch, 13. April 2011 – Rio de Janeiro
Heute früh ist bei Peters Brille der Steg gebrochen. Das ist unangenehm und da er zum Wohnmobil-Fahren auf die Sehhilfe angewiesen ist muss sie dringend repariert werden. Klaus hilft mit Sekundenkleber aus und wir fixieren das ganze mit Isolierband, doch die Bruchstelle ist so fein, dass der Leim nicht hilft. Also werden wir versuchen, bei einem Optiker in Rio eine fachmännische Reparatur ausführen zu lassen.

Leider können wir erst kurz vor zwei Uhr von Bord und entgegen der ersten Mitteilung sollen wir bereits um 18.00 Uhr wieder da sein. In dieser Zeit wechseln wir etwas Geld und suchen nach einer „Reparaturwerkstatt“. Wir werden relativ schnell fündig und der Kostenvoranschlag von 35 Reais (ca. 20 Fr.) ist zwar hoch, aber die Arbeit sei aufwändig und daure etwa eine halbe Stunde. Als wir wieder ankommen und den vereinbarten Preis bezahlen wollen winkt der freundliche Mann ab – er hätte zu spät gesehen, dass das Gestell aus Titan sei und er das nicht löten könne. Er hat jedoch den Steg mit einer feinen Hülse versehen und versichert uns, dass das gut halten werde.

Die Zeit ist bald um, wir haben zu Fuss doch einige Kilometer zurückgelegt. Deshalb bringt uns ein Taxi an den Hafen. Wir kaufen noch ein paar Früchte ein, nehmen den Bus zur „Porteria 2 – MultiRio“ und schaffen es gerade kurz vor sechs Uhr zurück zu sein.

Inge, Gerhard, Brigitte und Klaus haben etwas Pech mit dem von ihnen gewählten Bus von der Copacabana zurück zum Hafen, der fährt nämlich einen weiten Umweg bevor er wieder in der Nähe des Hafens vorbeikommt. Und so steigen sie auch auf ein Taxi um und kommen mit etwas Verspätung wieder zurück. Salvatore, der Steward, ist aber heute gnädig und serviert ihnen trotzdem noch das volle Menu – Glück gehabt ;)

Weil der Treibstoff in Brasilien momentan billiger ist als in Antwerpen, hat Grimaldi den Auftrag gegeben, in Rio nachzutanken. Leider funktionieren die Pumpen der Tankstelle nicht einwandfrei und so kann nicht die gewünschte Menge eingefüllt werden. Normalerweise wird auf der ganzen Route Hamburg – Afrika – Brasilien -Buenos Aires und zurück nach Hamburg nur in Antwerpen getankt: 3300 Tonnen Schweröl und 200 Tonnen Dieselöl. Das reicht für die gesamte Strecke.

Ausfahrt aus dem Hafen von Rio de Janeiro, Brasilien: 22.22 Uhr. Mit etwas Wehmut verlassen wir heute Nacht den südamerikanischen Kontinent. Vielleicht kommen wir, ausser mit unseren Gedanken, nie wieder zurück.

Donnerstag/Freitag, 14./15. April 2011
Die Tage laufen gleichmütig dahin. 07.30 Frühstück, Lesen, ev. Tischtennis, 11.00 Mittagessen, Nachmittagsschlaf, Lesen an Deck, Filme schauen, Tischtennis oder Tischfussball, 18.00 Nachtessen, Schreiben, Lesen…

Samstag, 16. April 2011
Heute gibt es eine Abwechslung im Tagesablauf, um 16.00 findet eine Übung statt während der wir ein Rettungsboot besteigen dürfen. Die Kapazität beträgt 46 Personen – so wie wir uns heute reinsetzen hätte etwa die Hälfte Platz – im Ernstfall würde es ziemlich eng.

An Bord des Rettungsboots gibt es alles Lebensnotwendige – für wie viele Tage haben wir gar nicht erst gefragt – aber alles ist so ausgelegt, dass man nicht zur Toilette muss. Essen gäbe es in Tablettenform, Wasser nur wenig und schluckweise zu trinken. Das Rettungsboot kann von innen zu Wasser gelassen werden, wenn es denn auch wirklich funktioniert, wovon nicht wirklich alle Passagiere vollkommen überzeugt sind. Wie schon bei der Hinreise haben wir den Eindruck, dass es im Ernstfall ziemlich chaotisch zugehen könnte, denn ausser die Offiziere scheinen wenige wirklich an ihrer Notfall-Arbeit interessiert zu sein.

Sonntag, 17. April 2011
Schon wieder wird in der Nacht die Uhr um eine Stunde vorgestellt und die Gesichter am Frühstückstisch schauen etwas müder als sonst.

Um 15.00 Uhr treffen wir uns zur Schiffsbesichtigung mit Kalam. Er nimmt sich über zwei Stunden Zeit für die Passagiere. Schon bald merken wir, dass es diesmal nicht nur zum Maschinenraum geht – wir durchkämmen das Schiff von vorne bis hinten – werden aber ermahnt, von der Ladung keine Fotos zu machen, oder diese nur zu persönlichen Zwecken zu verwenden, denn Grimaldi untersagt das fotografieren im Frachtraum.

Der 8-Zylinder-Sulzer-Motor mit 18400 kW verbraucht 2.8 Tonnen bitumenähnliches Schweröl pro Stunde, was die oft rabenschwarzen Abgaswolken aus dem Kamin erklärt. Das dickflüssige Oel muss auf 135 – 140° C erhitzt werden bevor es filtriert werden kann.

90 % der Frachttransporte geschehen auf dem Seeweg und im Nahbereich kostet eine Tonne nur gerade wenige Cents.

Die beiden deutschen Ehepaare haben beschlossen, die Aequator-Überquerung mit Champagner zu feiern und wir schliessen uns ihnen gerne an.

Montag, 18. April 2011
Wir treffen uns also um viertel vor zwei – mitten in der Nacht – auf der Brücke. Es ist Vollmond, windstill, warm und fast noch angenehmer als tagsüber, wenn die Sonne auf das Deck brennt und man in der Hitze kaum atmen kann. Der Diensthabende Offizier Nazir liest die Daten von seinem GPS ab und teilt uns mit, als wir um 01.53 Uhr den Aequator überqueren. Wir stossen mit Champagner resp. Kakaolikör auf dieses Ereignis an, geniessen den Sternenhimmel, und gehen erst nach drei wieder zu Bett.

Zum ersten Mal lasse ich das Frühstück sausen und erwache gerade noch rechtzeitig vor dem Mittagessen. Aber ausser Essen steht heute sowieso nichts mehr auf dem Programm und so spielt es keine Rolle, wenn man etwas länger im Bett liegt – Schiff fahren macht müde… Und doch, wenn es dann Zeit wäre zum Schlafen bringt man oft kein Auge zu.

Diese Nacht wird, zum dritten Mal bereits, wieder eine Stunde kürzer. Der Zeitunterschied zu Europa beträgt noch zwei Stunden.

Dienstag, 19. April 2011
Für die Crew gibt es heute nochmals einen „Drill“. Das ist auch bitternötig, denn die Leute stehen bei diesen Übungen manchmal ziemlich hilflos da und haben keine Ahnung, was genau ihre Aufgabe ist. Ob es an der Sprache liegt, den verschiedenen Mentalitäten oder schlichtweg an Unvermögen werden wir wohl nicht herausfinden.

Mittwoch, 20. April 2011
Um 11.00 Uhr sollten wir in Dakar sein – reicht die Zeit? Das Schiff sollte nicht Volllast fahren, weil beim Motor bereits vor zwei Monaten einer der acht Kolben kaputt gegangen ist und ausgetauscht werden musste. Und genau dieser defekte Kolben ist nun der einzige „Ersatz“… ???

Um 13.00 Uhr legen wir am Pier in Dakar, Senegal, an. Mit unserer wifi-Verstärker-Antenne haben wir die Möglichkeit bei einem Netz einzuloggen und die letzen E-Mails abzurufen. Deshalb bleibe ich auf dem Schiff und Peter macht sich auf die Suche nach der Konditorei, wo es so leckere Kuchen zu kaufen geben soll. Er kauft denn auch fünf Crèmeschnitten – als er sie dann auspackt sind es allerdings nur deren vier (die Schachtel war zu klein für 5 Stück). So wurde er vielleicht gleich zwei Mal „beschissen“: Das erste Mal beim Geldwechseln und das zweite Mal beim Kauf. Was soll’s – ein Stückchen kostet letzten Endes umgerechnet Fr. 2.50 – aber dafür schmeckt es auch ausgezeichnet!

Die Entlade-/Ladearbeiten kommen uns ziemlich chaotisch vor, aber die Verantwortlichen scheinen alles im Griff zu haben, sonst könnten wir nicht sogar früher als erwartet wieder auslaufen.

Den bilderbuchhaften Sonnenuntergang in Dakar versuchen wir mit unseren Kameras festzuhalten und erst jetzt wird mir bewusst, dass der Hafen im Osten der Stadt liegen muss, denn sonst würde ja die Sonne am Horizont untergehen.

Donnerstag, 21. April 2011
Das Schiff fährt weiterhin mit halber Kraft, denn wir dürfen erst am 28. in Emden sein, vorher ist der Liegeplatz besetzt. Von da ist es dann noch ein Tag bis Hamburg – wenn nichts Aussergewöhnliches passiert kommen wir am 30. April um 06.00 da an, wo der Lotse zusteigt.

Freitag, 22.-Donnerstag, 27. April 2011
Nochmals eine Stunde Zeitverschiebung nach vorne. Mir erscheint das schlimmer als ein Jetlag nach sechs Stunden Zeitdifferenz. Ich leide unter chronischer Müdigkeit – und das ganz ohne Reisetabletten – das Schaukeln wiegt einen in den Schlaf, auch tagsüber ;(

Am Samstag früh um sieben fahren wir zwischen Gran Canaria und Teneriffa durch. Wir sehen jedoch nur einen Teil der Küste Teneriffas und den Gipfel des Vulkans, alles andere ist tief in Wolken verhüllt.

Zu Ostern gibt es einige Überraschungen. Beim Frühstück legt der Osterhase (Brigitte und Klaus) allen Passagieren ein „Ferrero Rocher“ auf den Teller. Das Mittagessen beginnt erst um 12.00 Uhr, zusammen mit dem Kapitän und der gesamten Mannschaft. Zur Vorspeise gibt es einen üppigen Hors d’Oeuvre Teller, gefolgt von Lasagne nach Grossmutterart, Lammbraten mit Erbsenpüree, Riesencrevetten auf Zitrone, Fruchtsalat, und Ostertaube (Panettone), dazu Rotwein und zum Dessert süssen Sekt.

Abends dürfen wir dann gleich nochmals mit dem Kapitän und seinen vier „Auserwählten“ speisen, leider erst um acht. Es gibt zwar „nur“ die Reste vom Mittagessen, aber das ist gut so, denn ich hatte bereits nach dem zweiten Gang aufgehört und schon den Lammbraten nicht mehr versucht.

Am Montagmorgen sind wir auf der Höhe von Lissabon, die Ankunft rückt näher. Das Meer hat sich beruhigt und nachdem wir am Samstag- und Sonntagabend nicht aufs Deck durften ist es heute nicht mehr gefährlich.

Am Dienstag sind wir bereits in der Biskaya, wo es oft (fast normalerweise) ziemlich stürmisch ist. Wir erleben bei ungewöhnlich gutem Wetter eine ganz ruhige Fahrt. Uns freut es, einzig Brigitte hätte vorgezogen, wenn es so richtig gewellt und uns schön herumgeschaukelt hätte.

Die Ankunft in Emden erfolgt erst am Donnerstagabend spät statt wie geplant bereits am Vormitag. Die französischen Passagiere wollen trotzdem noch runter vom Schiff und dann die ganze Nacht durchfahren. Eigentlich hatten sie bis Le Havre gebucht, aber das würde noch einmal eine Woche länger dauern, aber sie alle scheinen mehr als gesättigt zu sein von dieser Schiffreise.

Bei der Einfahrt in die Ems sehen wir Kalam, „unseren“ ersten Offizier, ganz traurig an Deck stehen. Seine Ablösung kommt nicht wie geplant in Hamburg aufs Schiff – der Mann hat einen Hautausschlag – und deshalb wird sich sein zweimonatiger Heimurlaub nochmals verzögern. Er wird nicht aus dem bereits am 10. April abgelaufenen Vertrag entlassen, bevor seine Ablösung kommt. Die Schiffe welche nur Kurzstrecken fahren und zudem schlecht bezahlen sind für Seemänner nicht attraktiv und deshalb ist es sehr schwierig genügend fähige Leute zu finden.

Am Freitag haben wir Zeit, die Stadt Emden zu besuchen. Wir müssen zwar erst um 16.00 Uhr wieder auf dem Schiff zurück sein, doch der Weg ist sehr weit – auch nachdem wir das erste Stück mit dem Bus zurücklegen können. Von der Hafenschranke gehen wir dann noch gute zwei Kilometer den Weg zu Fuss, welchen uns am Vormittag ein freundlicher Mitarbeiter der Speditionsfirma mit einem Mitarbeiterbus in seiner Pause gefahren hat.

Samstag, 30. April 2011
Frühe Tagwache, wir wollen die Fahrt auf der Elbe und die Einfahrt in Hamburg auf keinen Fall verpassen. Zudem müssen wir reisefertig sein, wenn es dann plötzlich heisst: „Runter vom Schiff!“ – Dann wollen wir keine Minute verlieren.

Jedes Schiff, das bei Hamburg-Finkenwerder vorbeifährt wird beim Schild „Willkommen in Hamburg“ durch eine Kapelle (ab CD) begrüsst. Leider ist die Kamera zu diesem Zeitpunkt nicht gerade „schussbereit“, aber das Ereignis ist sowieso eher für die Ohren gedacht…

Vom Schiff aus erkennen wir am Quai Gudrun und Heiko, die ganz vergnügt winken und eigentlich gern ihr als Fracht aufgegebenes Womo mitnehmen möchten. Aber vor Dienstag geht nichts, so freuen sie sich ganz einfach, noch ein wenig mit ihren ehemaligen Reisefreunden Inge und Gerhard zu plaudern.

Wir pflegen seit Emden regen SMS-Kontakt mit unseren treuen Freunden Kathrin und Köbi, die uns extra unsere Nummernschilder nach Hamburg bringen, bekommen aber plötzlich keine Meldung mehr von ihnen. Deshalb staunen wir gar nicht schlecht, als sie zusammen mit ihren Freunden Daniela und Ernst gleich hinter der Hafenschranke, wo wir ausfahren müssen, auf uns warten. Das ist eine Riesenüberraschung und wir freuen uns gewaltig – herzlichen Dank euch allen!

Köbi und Ernst haben Karten für ein Fussballspiel, das um 15.30 Uhr beginnt, Katrin und Daniela wollen zusammen auf Einkaufstour und Peter und ich decken uns mit den nötigsten Lebensmitteln ein, damit wir morgen gemütlich frühstücken können.

Wir treffen uns zum Nachtessen wieder, wegen Baustellen und einer Demonstration zwar eine Stunde später als vereinbart, doch das hat auch etwas Gutes. Peter möchte sehr gern auf dem Feuerschiff essen, doch es gibt um Sieben Uhr noch keinen freien Platz, um acht versichert uns der Kellner, er würde den kleinen Tisch für uns sechs reservieren – kein Problem für uns, so ist es gemütlich und auch schön warm. Uns gefällt’s!

Sonntag, 1. Mai 2011 – Hamburg
Heute freuen wir uns auf unsere lieben Hamburger Freunde Petra und Thomas. Sie treffen uns um 15.30 Uhr beim Wohnmobil, damit wir gemeinsam etwas Essen, der Elbe entlang bummeln und ein bisschen schwatzen können. Wir geniessen dieses gemütliche und interessante Zusammensein mit den beiden sehr.

Montag, 2. Mai 2011
Wir fahren um sieben Uhr früh los mit dem Ziel, etwas unterhalb von Frankfurt zu übernachten. Da kommen wir jedoch so früh an, dass das GPS als Ankunftszeit in Safenwil immer noch 18.15 Uhr anzeigt. Jetzt gibt es für Peter kein Halten mehr – er will nach Hause und wir sind bereits um sieben Uhr daheim. Hier überraschen wir unsere Nachbarn, die uns erst um den 5. Mai erwartet hatten.

Gaby, ganz herzlichen Dank für das warme Willkommen und das blitzblank geputzte Haus!























Vier Jahre ist es her, seit wir unser Wohnmobil nach Buenos Aires verschifft haben. In dieser Zeit waren wir zweieinhalb Jahre in Südamerika damit unterwegs und haben insgesamt 80'000 Kilometer unfall- und störungsfrei zurückgelegt. Die Reisen waren spannend, wir haben herzliche Menschen kennen gelernt und viele neue Reisefreunde dazu gewonnen. Wir erinnern uns an traumhafte Strände, endlose Wüsten, tiefblaue Seen, gewaltige Bergketten, majestätische Bäume, glitzernde Salzseen, farbige Berge und fremde alte Kulturen. Diese Zeit in Südamerika werden wir niemals vergessen und wir möchten uns bei all jenen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir uns so wohl gefühlt haben. Das sind in allererster Linie die Einheimischen selber, aber auch Reisende, die wir unterwegs getroffen haben und mit denen wir unsere Gedanken austauschen konnten. Es hiess aber auch, immer wieder Abschied zu nehmen, was uns nicht immer leicht fiel. Wir hoffen allerdings sehr, den einen oder anderen irgendwann, irgendwo wieder einmal zu treffen!

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