HOME

2013
Südafrika

Reiseberichte

Motorradreise vom 12. – 26. Januar 2013 in Südafrika

Galerien

Südafrika – Bilder von Helmkamera

Südafrika - 2. Teil

Südafrika - 1. Teil

ca. 71 Website-Besucher pro Tag, 161'878 Besucher total seit Update vom 6.September 2011

Motorradreise vom 12. – 26. Januar 2013 in Südafrika

Für einmal reisen wir etwas anders: Die Tour von Kapstadt nach Johannesburg ist organisiert und geführt. Im August 2012 haben wir uns entschlossen die von Plüss Moto Sport veranstaltete Motorradtour mitzumachen. Wir erzählen das einigen Freunden und staunen nicht schlecht, dass sich auch Anita und René sehr dafür interessieren. Als ganz zufällig auch Ruedi (Peters älterer Bruder) mit zu Moto Mader fährt ist die Überraschung ganz perfekt, denn er entschliesst sich äusserst spontan, sich uns anzuschliessen.

Dienstag/Mittwoch, 8./9. Januar 2013
So kommt es, dass wir als fröhliche 5er Gruppe am Dienstagabend um 18.59 in Olten den Zug besteigen und gemeinsam zum Flughafen reisen. Obwohl der Flug nach Johannesburg mit etwas Verspätung startet landen wir pünktlich um 10.16 Uhr und haben gerade genügend Zeit um die Einreiseformalitäten und den Zoll zu durchlaufen um den Flug nach Kapstadt zu erreichen. So sind wir denn um Punkt 12.00 Uhr auch startbereit in der Maschine. Doch diese wird angeblich noch von einem technischen Defekt geplagt und wir warten volle 1 ¼ Stunden im Flugzeug, bevor es endlich losgehen kann.

Die Flugzeit beträgt zwei Stunden und wir werden trotz der Verspätung vom pflichtbewussten Chauffeur, der uns ins „Guesthouse Huijs Haerlem“ bringen soll, freundlich empfangen. Auch hier werden wir schon freudig erwartet und in die netten Zimmer einquartiert. Trotz etwas Schlaf auf dem ersten, 10stündigen, Flug sind wir ziemlich müde und wollen heute nicht mehr viel unternehmen.

So spazieren wir runter zum Strand um etwas frische Seeluft zu schnuppern und ein Restaurant für ein feines Nachtessen zu suchen. Das Lokal ist nett, die Bedienung jung, hübsch und freundlich, das Essen einfach, aber hervorragend, der Preis moderat. Das effektvolle Feuer strahlt eine angenehme Wärme aus, obwohl ein kalter Wind durch das vorne und hinten offene Lokal bläst und es draussen heftig regnet.

Das Guesthouse liegt am Berg und so können wir den Rückweg als Verdauungsspaziergang betrachten. Ab Morgen wird das Wetter wieder wärmer und wir werden beim Frühstück besprechen, was wir unternehmen wollen.

Donnerstag, 10. Januar 2012
Ruedi P., Heiner, Kathrin und Mauro sind neben Erwin, die ersten Reiseteilnehmer, die wir beim Frühstück begrüssen.

Das Wetter ist immer noch ein wenig zweifelhaft und im roten Doppeldeckerbus können wir uns allenfalls auch ins Trockene setzen. Für 150 Rand (ca. Fr. 16.50) können wir ein- und aussteigen wo wir möchten und so den ganzen Tag unterwegs sein. Bei der Tafelberg Talstation machen wir eine Mittagsrast, verpflegen uns und ergattern die ersten kleinen Souvenirs. Als wir zur Waterfront zurückkehren zeigt sich endlich die Sonne wieder. Nichts desto trotz begeben wir uns auf den Markt, wo sich vermeintliche Schnäppchen als teure Luxusgegenstände herausstellen. Der einfache kleine Geldbeutel zu 150 Rand kostet ja satte Fr. 16.50 und nicht wie Anita und ich in unserer ersten Euphorie falsch umgerechnet hatten, nur 1.65. Uuiii, das wäre fast ins Auge gegangen, denn da war noch einiges mehr auf unserer Wunschliste… Dann ist da noch der Unsicherheitsfaktor „Einfuhr in die Schweiz“ – na, das müssen wir jetzt nicht mehr bedenken.

Beim Nachtessen versuchen wir erstmals einheimisches Wild. Springbock und Co. Schmecken ganz gut und werden bestimmt bei Gelegenheit wieder einmal auf unseren Tellern landen.

Der Nachhauseweg dauert etwa eine Stunde, weshalb wir bei Halbzeit einen Kaffee vertragen können, bevor wir den steilen Aufstieg zu unserer Unterkunft in Angriff nehmen.

Heute versuchen wir vor dem zu Bett gehen den süssen Likör, den uns Johan, der Besitzer vom „Huijs Haerleem“ als Schlaftrunk bereitgestellt hat.

Freitag, 11. Januar 2013
Wir frühstücken um acht und werden um neun von zwei Taxen abgeholt, die uns zur Talstation des Tafelbergs bringen. Zu sechst werden wir aufsteigen, die restlichen vier wollen mit der Bahn hoch. Wegen zu starken Windes ist die Luftseilbahn jedoch heute nicht in Betrieb. Ruedi will sich den Ausblick vom berühmten Tafelberg aber keinesfalls entgehen lassen und entschliesst sich spontan ebenfalls aufzusteigen, obwohl er die Bahn vorgezogen hätte.

Bereits der Aufstieg ist sehr eindrucksvoll, obwohl uns die hohen Felsstufen ans Limit bringen. Immer wieder bleiben wir kurz stehen um die fantastische Aussicht zu bestaunen. Nach etwa zweieinhalb Stunden kommen wir endlich oben an und sind begeistert, denn der Ausblick nach allen Richtungen ist einzigartig und überwältigend – einfach toll.

Beim Abstieg geschieht dann leider ein Missgeschick. Ruedi rutscht unglücklich über einen der hohen Tritte und stürzt so brutal auf den Kopf, dass er sich eine hässliche Wunde zuzieht, die genäht werden muss. Ein Wanderer, der das im vorbeigehen mitbekommt organisiert via Polizei die Rettungskräfte, Anita und Peter leisten erste Hilfe und helfen ihm, damit er noch sicher bis zur Strasse absteigen kann.

Ich (Ruth) sitze derweil bereits mit den anderen drei Männern vor einem kühlen Getränk und mache mir schon langsam Sorgen, dass etwas passiert sein könnte. Als dann zuerst Anita zu Fuss, Peter in einem Rangerauto und Ruedi als letzter mit Kopfverband in einem Polizeiauto zufahren wird alles klar. Ruedi wird in die Notaufnahme des Barnard-Krankenhauses gebracht, Peter und ich kommen später nach. Nach der ersten Begutachtung durch die Notfallärztin wird entschieden, dass die Wunde im Operationssaal durch den Spezialisten genäht werden muss. Ruedi meint zwar ein Pflaster würde doch völlig ausreichen, er hätte ja gar keine Schmerzen und es sei sicher nicht so schlimm. Die Krankenschwester bittet Peter, sich die Verletzung anzusehen und seinem Bruder zu erklären wie sie aussieht. So kommt es, dass Ruedi auf den „Plastic Surgeon“ warten und die Nacht im Spital verbringen muss. „Sorry, mach’s guet, wir holen dich dann morgen wieder ab!“

Vor dem Nachtessen kaufen wir Ruedi noch neue Hosen und ein neues T-Shirt, damit er sich vor dem Verlassen des Spitals sauber einkleiden und wieder mit uns auf Erkundungstour kommen kann.

Samstag, 12. Januar 2013
Die Motorradgruppe ist beim Frühstück schon fast komplett – Ruedi ist noch im Spital und zwei drei Teilnehmer treffen erst am Nachmittag ein.

Gemeinsam mit Anita und René „befreien“ wir Ruedi von den hübschen Krankenschwestern und spazieren gemütlich zur „Waterfront“ wo wir als erstes dafür sorgen, dass unser „Patient“ endlich wieder einmal etwas Anständiges in den Magen kriegt. Denn seit der Aufnahme im Spital gestern Nachmittag wurden ihm lediglich ein paar Tassen Tee offeriert.

Danach trennen sich unsere Wege – wir Frauen interessieren uns mehr für die farbenfrohen Geschäftsauslagen als für Museen oder das Aquarium. Damit, dass wir überhaupt zum „Lädele“ kommen, hatten wir überhaupt nicht gerechnet und geniessen es umso mehr.

Um 18.00 Uhr beginnt dann die „SÜDAFRIKA PLÜSS MOTO SPORT Motorradreise von Kapstadt nach Johannesburg 12. – 26. Januar 2013“ mit der Begrüssung im Garten des Huijs Haerleem und anschliessendem Apéro in einer typischen Altstadt-Bar von Kapstadt.

Das Restaurant wo wir das Abendessen geniessen ist vermutlich ein Geheimtipp, denn von aussen kann man unmöglich erkennen, dass hier ein Gourmetlokal untergebracht ist.

Sonntag, 13. Januar 2013
*Tagesausflug mit Zug und Bus nach Stellenbosch. Tour zu verschiedenen Weingütern. Wir können auch die köstlichen Weine versuchen. Mittagessen auf einem Weingut.*

Um 07.00 gibt’s bereits Frühstück und um 07.30 holen uns drei Taxis ab, die uns zum Bahnhof in der Stadt bringen. Der Zug nach Stellenbosch fährt bereits um 07.52 und braucht in seiner Langsamkeit eine Stunde zwanzig Minuten. Am Bahnhof werden wir mit einem Kleinbus abgeholt und damit durch die Weinregion kutschiert.

Bereits um zehn Uhr sind wir auf dem Weingut Kyburg des Schweizer Ehepaars Rosmarie und Fredy. Es gibt vier Rotweine zum Degustieren. Beim Weingut „Saxenburg“ werden wir vor der Degustation durch die Keller geführt und der Besitzer erklärt uns die Vorgänge in aller Ausführlichkeit. Dann gibt es Weissweine und Rotweine. Wir sind vorsichtig beim Verkosten der erlesenen Tropfen, damit unsere Sinne nicht schon vor dem Mittagessen im „Hidden Valley“ vernebelt werden, denn dieses ist von ausgesuchter Exklusivität und jeder der fünf Gänge wird vom passenden Wein begleitet. Spätestens jetzt macht sich der Alkohol etwas bemerkbar und wir werden schon langsam etwas müde. Nichts desto Trotz fahren wir tapfer mit zur nächsten Verkostung bei „Peter Falke Wines“ – diesmal werden die edlen Tropfen von einem Käseplättli begleitet.

Als wir um 19.00 Uhr wieder in Kapstadt ankommen brauchen wir definitiv kein Nachtessen mehr – und schon gar keinen Schlummertrunk. Wir haben gegen zwanzig Weine versucht, aber glücklicherweise nicht alle auch getrunken.

Montag, 14. Januar 2013
*Übernahme der Motorräder. Tour ums Kap der guten Hoffnung.*

08.45 Abfahrt mit dem Mietbus zur Übernahme der Mietmotorräder. Es gibt genau eine rote 1200er GS und die ist, wie könnte es anders sein, für Peter bestimmt. Aber da ist noch irgendetwas schief gelaufen – Ruedi findet seine 650er GS nirgends, er wurde doch tatsächlich vergessen. Heute wird er vorerst mit dem Ersatztöff bedient, dafür kriegt er morgen eine GS 700.

Die Fahrt ums Kap der Guten Hoffnung ist für den ersten Tag gerade richtig. Es gibt uns Gelegenheit, mit dem Linksverkehr vertraut zu werden. Die Temperaturen sind angenehm. Was die zahlreichen „Baboons“ Warnschilder bedeuten realisieren wir, als sich vor uns plötzlich Affen auf einem Auto tummeln. Die sind sehr frech, lassen uns auf den Motorrädern aber unbehelligt.

Die malerische Chapmans Hill Road ist teilweise in den Fels hinein gehauen und sieht aus wie ein Tunnel ohne Seitenwand, für dieses Teilstück wird eine Strassengebühr erhoben.

Erwin hat fürs gemeinsame Nachtessen einen Tisch in einer Pizzeria reserviert – leider draussen. Bei diesem kalten Wind sind wir froh, dass der Platz knapp ist und wir eng zusammen rücken müssen. Auf dem Heimweg werden wir an die steilste Strasse der Welt in Dunedin (NZ) erinnert – ist es möglich, dass es noch steiler hinaufgehen kann als hier???

Dienstag, 15. Januar 2013
*Wir folgen der N2 ostwärts. Übernachtung in Wilderness.*

Die Etappe ist etwa 480 km. Bei der erlaubten Geschwindigkeit von 120 km/h ergäbe das gerade Mal vier Stunden Fahrzeit. Doch am Anfang fahren wir der windgebeutelten Küste entlang wo das Tempo noch etwas gemässigt wird.

Wir besuchen die putzigen Pinguine am Strand und beobachten die Fregattvögel mit ihren Schwierigkeiten beim landen.

Später, auf der teilweise schnurgeraden N2 kennt die schnellere Gruppe dann kein Halten mehr – die Bussen seien, falls man erwischt würde – nicht sehr hoch…

Wir halten uns mehr oder weniger an die Höchstgeschwindigkeiten und können so auch noch etwas von der Landschaft sehen.

Mittwoch, 16. Januar 2013
*Tagesausfahrt nach Outshoorn. Wir besuchen weisse Löwen und viele andere Tiere. Über den landschaftlich traumhaften Swartberg Pass fahren wir zurück nach Wilderness.*

Nach dem Besuch der Tierstation in Outshoorn darf ich allein bis zur Passhöhe auf dem Swartberg (Naturstrasse) fahren, denn Peter fühlt sich bei einer Temperatur um die 40°C nicht sehr gut und kann im klimatisierten Begleitfahrzeug mitreisen. Oben angekommen geht es ihm schon viel besser und er steigt wieder auf die GS um. Die zügige Talfahrt auf der Schotterstrasse macht ihn grad ganz gesund. Ich darf dann nach der kurzen Einkehr nochmals bis vor George fast eine Stunde fahren, diesmal jedoch mit Sozius, was mir – vor allem beim Anhalten – nicht sehr behagt.

Donnerstag, 17. Januar 2013
*Heute fahren wir über Uniondale und Aberdeen in den Camdeboo National Park bei Graaff-Reinet.* …

Kurz vor dem Ziel biegen wir zu früh auf eine Naturstrasse ab. Als es auf der steilen Schotterstrasse bergauf geht wird Erwin unsicher und gibt das Kommando zur Umkehr. Doch das ist bereits zu spät um den Schlam(m)assel zu verhindern.

Der erste Sturz passiert gleich am ersten Steilhang. Silvio wird von seiner 800er GS abgeworfen und verstaucht sich den Fuss. Alle anderen meistern die Rückfahrt problemlos oder lassen das Motorrad herunterfahren (Ruedis 700er fällt mir zu) bis der sintflutartige Regen einsetzt. Denn ab dann wird die Naturstrasse hässlich schlammig und es gibt eine richtige Sturzorgie und akrobatische Einlagen. Kathrin fährt so gut, bis sie plötzlich in eine blöde Spur gerät und ihre Maschine etwas unsanft ans Strassenbord parkiert. Ruedi P. ist der spontane Retter und will ihre Maschine elegant durchs grosse Wasserloch manövrieren. Doch er hat die Rechnung ohne die Tücken der modernen Technik gemacht und legt einen nicht sehr eleganten Sturz hin. Ganz im Gegensatz zu René, welcher - als ich nach einem Schlenker-Manöver plötzlich auf einem kleinen Hügel neben der Strasse stehe – gleich neben mir eine Pirouette dreht und zusammen mit Anita in den Schlamm fliegt. Leute, das war filmreif. Nun bessern die Verhältnisse langsam und so wie der Regen kam, hört er auch wieder auf. Der Rest der Naturstrasse ist unverändert trocken und wir sind im Nu auf der sicheren Hauptstrasse. Um allenfalls nicht nochmals in die gleiche Lage zu geraten organisiert Claudio zusammen mit den Lodge-Verantwortlichen eine Garage in Graaff-Reinet, wo wir die Motorräder einstellen können und dann von einem Taxi zum Reservat gebracht werden. Das ist eine weise Entscheidung, denn inzwischen regnet es schon wieder kräftig und es wäre fatal, wenn wir uns nochmals durch Schlamm kämpfen müssten.

… Und auch für die Sonnenuntergangsafari ist es natürlich zu spät, weshalb wir am frühen Morgen, 06.00 Uhr, zur Fotopirsch aufbrechen werden.

Unsere Unterkunft ist in einer ehemaligen Jagdhütte, Erich in Zimmer 1, Ruedi in Nr. 2 und wir in Nr. 3. Wir werden mit einem Jeep von der Lodge dahin gebracht, denn es gibt einige wilde Tiere, unter anderem Nashörner, die uns allenfalls gefährlich werden könnten – die Betreiber der Lodge gehen da kein Risiko ein.

Freitag, 18. Januar 2013
*Wir fahren durch malerische Landschaften Richtung Lesotho und übernachten in Lady Grey. Im Garten des Comfrey Cottage werden wir mit einem kühlen Bier begrüsst.*

Von den erwähnten Nashörner finden wir leider nur frischen Kot, doch in den Hügeln sichten wir Orix und Giraffen gibt es zuhauf. An ihrem Muster kann man erkennen um welche Art Giraffe es sich handelt – wo wir doch bisher angenommen haben Giraffe sei Giraffe. Es gibt auch ein Wildkatzen Aufzucht Programm, das uns voller Stolz präsentiert wird. Die Nashörner werden wir sicher anderswo zu Gesicht bekommen…

Die erste Gruppe erreicht das Comfrey Cottage vor Regeneinbruch. Weil wir wettermässig etwa 15 Minuten zu spät dran sind erleben wir aber ein Naturspektakel. Ein Regenbogen so schön und riesig, wie wir ihn noch nie gesehen haben – Claudio bringt ihn nicht einmal ganz aufs Foto – und wir fahren drunter durch. Spektakulär!

Nachdem wir uns der feuchten Regenklamotten entledigt haben geniessen wir das wohlverdiente Bier – oder auch „nur“ einen Fruchtsaft.

Das Nachtessen ist einmal mehr ausgezeichnet und die Dame des Hauses fragt Anita, ob sie einen „Giggle juice“ getrunken habe, denn wir haben es heute Abend an unserem Tisch wegen einer kleinen Anekdote so lustig, dass wir uns kugeln vor lachen.

Samstag, 19. Januar 2013
*Wir fahren entlang der Grenze zu Lesotho nach Ficksburg.*

Das Morgenessen ist eine Sensation – wo ich normalerweise Porridge verschmähe muss ich mich heute eines besseren belehren lassen. Dieser Haferbrei mit etwas Honig, Schlagrahm und einem Schuss Whisky schmeckt so lecker, dass man sich am liebsten damit den Magen voll schlagen möchte.

Wir fahren um zehn Uhr los und kommen nach 357 km um 15.15 Uhr an. Der letzte Abschnitt ist voller Löcher und die allerletzten 8 km sind Naturstrasse, zum Glück nicht mehr allzu nass und nur stellenweise rutschig. Beim Eingang zum Reservat bleibt Christian beim Portier stehen, welcher ihm die Liste zum abhaken der Namen in die Hand drückt. Ich bin ihm dabei behilflich und merke nicht, dass Peter bereits weitergefahren ist nachdem ich durch die nasse Einfahrt vom Motorrad gestiegen bin. Ruedi P. erbarmt sich meiner und nimmt mich mit bis zum Empfang.

Um 16.00 Uhr geht die Safari los und weil kein zweiter Chauffeur verfügbar ist fährt Claudio den Safari-Landrover, damit niemand zurückbleiben muss.

Für uns ist diese die eindrücklichste Safari, die wir bisher erleben durften. Wir sehen Gnus, Zebras, Springböcke, Straussen, Oryx, Sekretärvögel – die Tiere sind so kräftig, lebendig und verspielt – die Verfolgungsrennen der Gnus sind ein wahres Schauspiel.

Sonntag, 20. Januar 2013
*Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Owa Owa Nationalpark. Bizarre Felsformationen säumen unseren Weg über den Golden Gate Pass. Hinter „Little Switzerland“, am Fusse der Draakensberge beherbergt uns die exklusive Montusi Mountain Lodge.*

Die heutige Etappe ist in der Tat phänomenal, nur zu schnell lassen wir die eigenwilligen Felsen hinter uns. Kurz vor dem heutigen Etappenziel ist die Strasse eine Baustelle. Im losen Schotter hat Kathrin etwas Mühe und damit sie sich ein wenig erholen kann fahre ich ihre 700er bis ans Ende dieses miserablen Strassenstücks … und noch ein wenig weiter, denn etwas Spass für mich darf doch auch sein ;)

Die 4* Lodge ist wunderbar gelegen und auch hier könnten wir locker ein paar Tage verweilen, aber morgen geht’s gleich wieder weiter.

Montag, 21. Januar 2013
*Die Route führt uns Richtung Swaziland in den Pongola Game Park. Die echte Chance auf dem Motorrad wilden Tieren zu begegnen.*

Die heutige 450 km lange Etappe ist wenig ereignisreich. Wir fahren durch etwas dichter besiedelte Gebiete und begegnen vielen Kindern auf dem Schulweg.

Zwischen der Einfahrt in den Game-Park und dem Eingang in die Lodge sehen wir links der Strasse die ersten Nashörner – zwar in dichtem Gebüsch, aber doch ziemlich nah und riesengross. Eigentlich sollte man nicht vom Motorrad absteigen zum Fotografieren – es ist sowieso schwierig durch die Büsche – aber vor lauter Begeisterung vergesse ich diese wichtige Vorsichtsmassnahme …

Dienstag, 22. Januar 2013
*Am Morgen begeben wir uns auf eine Flusssafari. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung.*

Zirka um neun Uhr geht es los zur Flusssafari. Wir Gäste sind da, nur die Fahrer/Führer fehlen noch. Der Start ist etwas harzig, doch nachdem das Boot endlich aus der Untiefe herausgezogen ist verläuft alles nach Plan. Wir sehen Krokodile und Flusspferde! Am Ufer hat es Warzenschweine, Springböcke, Zebras, verschiedene Vögel, Gnus …

Am Nachmittag um 15.00 Uhr beginnt die Game-Safari und wir finden gleich zuerst Kudus und bald darauf ein paar riesige Breitmaul-Nashörner (White Rhinos), die Männchen werden bis zu zwei Tonnen schwer. Schildkröten, Warzenschweine, Springböcke, Büffel. Für die schnelleren scheuen Tiere sind unsere Kameras oft zu langsam – anvisieren, auf den Auslöser drücken zum Scharfstellen – schon zu spät! Schade, denn auch die putzigen Affen beobachten uns lieber „aus dem Hinterhalt“.

Auf dem Rückweg finden wir eine einzelne junge Giraffe und die Elefanten welche wir bereits am Morgen auf der anderen Flussseite ausmachen konnten sind immer noch in weiter Entfernung sichtbar.

Mittwoch, 23. Januar 2013
*Heute erreichen wir Hazyview beim Krüger Park. Wir übernachten bei „Sommerfields“.*

Wegen der langen Mittagsrast (die Zubereitung der 17 Essen dauert ewig und wird fast zur Geduldsprobe) kommen wir in den Städten … und Hazyview in den Abendverkehr und so verdoppelt sich die Fahrzeit der letzten 100 km.

Die 5*-Unterkunft besteht aus Luxus-Zelten und ist absolut genial. Die zum Nachtessen bestellten Rindsfilets sind zart und fein, der Wein dazu, Cabernet Franc, sehr passend.

Wir gehen früh zu Bett, denn der morgige Tag wird sehr anspruchsvoll.

Donnerstag, 24. Januar 2013
*Frühmorgens geht’s auf Jeepsafari in den Krüger Park. Am Nachmittag fahren wir zum Blyde River Canyon.*

Tagwache ist um 04.30 – die Abfahrt zur Safari im Krüger Park soll um 05.00 beginnen. Doch der zweite Fahrer kommt verspätet an und nachdem Erwin ihn zurechtgewiesen hat rächt dieser sich skrupellos. Ohne die Seitenschütze des offenen Fahrzeugs zu montieren brettert er mit 80 Sachen über die Landstrasse bis zum Eingang des Parks. Zeit genug, dass die Insassen die empfindliche Kälte bis in die Knochen zu spüren bekommt.

Beim Frühstückshalt um 07.40 wird es endlich langsam wärmer und die Nebel verziehen sich. Endlich beginnen wir die Safari zu geniessen – und auch die Tiere scheinen sich über die Wärme zu freuen, denn auf dem zweiten Teil sehen wir doch einige mehr als am Anfang.

Impalas, Giraffen, Schildkröten, Elefanten, einen Löwen, Kudus, verschiedene Vögel, Nashörner, Schakale, ein Chamäleon – auf die lange Zeit und das grosse Gebiet verteilt hätten wir mehr zu sehen Tiere erwartet. Wenn wir es jedoch realistisch bedenken ist klar, dass wir uns dafür mehr Zeit lassen müssten. Der 35'000 km2 grosse Park ist durch einen 1800 km langen Zaun abgegrenzt, der regelmässig per Helikopter kontrolliert wird.

Am Nachmittag unternehmen wir die ca. 250 km lange Panoramatour – Blyde Canyon, Potholes, Pilgrims Rest – das ist eine wunderschöne Strecke, wir können sehr zügig fahren und geniessen die tolle Landschaft.

Freitag, 25. Januar 2013
*Über eine wunderschöne Route erreichen wir die grösste Stadt Südafrikas.*

Um 09.15 ist Briefing – die Bezahlung der Essen/Getränke zieht sich ein wenig in die Länge und deshalb fahren wir schon einmal mit Kathrin, Mauro, Ruedi, Erich, René und Anita gemütlich voraus. Wir treffen uns bei der Tankstelle zum anschliessenden Mittagessen. Von da weg wird es dann leider ziemlich mühsam, denn unser GPS führt uns nur bis zum Stadtrand von Johannesburg. Deshalb müssen wir hinter dem Begleitfahrzeug bis zum Guesthouse fahren. Die Gruppe hinter Erwin hat den schnelleren/kürzeren Weg dahin gefunden und trifft, trotz späterer Abfahrt von der Raststätte, gleichzeitig mit uns am heutigen Ziel ein.

Samstag, 26. Januar 2013
*Es besteht die Möglichkeit einer Stadtrundfahrt. Am Abend fliegen wir zurück nach Europa.*

Wir freuen uns auf die Stadtrundfahrt durch die Altstadt und Soweto. Sie beginnt interessant, mit dem Besuch in einem als Museum bezeichneten Laden, der als einheimische Apotheke charakterisiert werden könnte. Wurzeln, Knochen, Pelze, Kräuter und sonstiger „Schabernack“ werden von der schwarzen Bevölkerung rege gekauft.

Dann geht es weiter nach Soweto, der wohl bekanntesten Township Johannesburgs. Sogar hier gibt es ein „Reichenviertel“ wo unter anderem Winnie Mandelas Villa steht. Wir besuchen das Apartheid-Museum wo es viele Bilder, Filme und Erklärungen zu den Aufständen gegen die rassistische Bildungspolitik im Jahr 1976 gibt.

98 % der Bevölkerung von Johannesburg ist schwarz und nur 2 % weiss. Das scheint uns zwar fast unvorstellbar, aber nachdem fast 80 % der Gesamtbevölkerung schwarz ist schenken wir unserem Reiseführer Glauben.

Das einheimische Mittagessen ist mässig gut und die Tour nach diesem kulinarischen Tiefflug auch schon zu Ende. Zwar hätten wir noch ein weiteres Museum besuchen können, doch der Eintrittspreis wäre in den umgerechnet fast 100 Franken nicht inbegriffen gewesen und man hätte in etwa das gleiche gesehen wie im vorher besuchten Apartheid-Museum. Deshalb ist niemand wirklich daran interessiert. Insgesamt ist der Effekt der zu teuren Tour mässig und unsere Begeisterung darüber hält sich in engen Grenzen. Schade, dass der Abschluss dieser wunderschönen Reise durch Südafrika nicht besser war.

Der Bus, welcher uns abholen und zum Flughafen bringen soll, hat eine Panne. Doch mit dem Ersatzbus, der nur eine Viertel Stunde später eintrifft werden wir sicher und schnell zum Flughafen chauffiert. Das Einchecken und die Kontrollen verlaufen schnell und reibungslos. Der Flug startet pünktlich und …

Sonntag, 27. Januar 2013
*Ankunft in der Heimat.“

… wir kommen nach einem “kurzen“ Nachtflug am Morgen früh beinahe ausgeruht in Zürich an.

Am Flughafen verabschieden wir uns von den meisten Reiseteilnehmern und das kleine Grüppchen, das im Zug Richtung Zürich – Olten – Biel reist verzettelt sich nach und nach…

Südafrika ist eine – oder auch mehrere – Reise(n) wert und wir werden beim nächsten Mal mehr Zeit einplanen oder uns eine kürzere Strecke vornehmen. Obwohl wir uns vorher eigentlich nie mit dem Gedanken einer Südafrika-Reise auseinandergesetzt hatten sind wir sicher, dass wir wieder einmal zurückkehren möchten. Die Menschen, schwarze wie weisse, sind uns immer freundlich und aufgeschlossen begegnet, und wir haben uns jederzeit wohl gefühlt.

Die Region um Kapstadt hat uns sehr gut gefallen, aber auch an den bizarren Felsformationen am Golden Gate Pass konnten wir uns kaum satt sehen.

Dann gibt es da noch einen Floh, den uns (ganz unbewusst) unsere Nachbarn ins Ohr gesetzt haben – Bungeejumping von der höchsten Brücke der Welt – Na dann bis zum nächsten Abenteuer!!!

© by Peter und Ruth Zaugg | Das Kopieren und/oder Weiterverwenden von Inhalten ist untersagt. | Website © 2017 by x1024.ch