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2013/2014
Nordamerika

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New York State, New Jersey, Pennsylvania und Maryland, USA

8. Oktober 2013 – North Beach Campground, Burlington
Wir sind soeben mit der Fähre in den Staat New York gekommen und besuchen nun den Adirondack Park, ein 24'000 km2 grosses Schutzgebiet. Die beeindruckende „High Falls Gorge“ liegt auf dem Weg nach Lake Placid und die Rundwanderung von knapp einem Kilometer entlang dem Ausable Fluss dauert mit Fotografieren eine gute halbe Stunde.

Im Infocenter von Lake Placid erkundigen wir uns nach offenen Campingplätzen und schönen Wanderungen in den Adirondacks. Die nicht sehr kompetente Mitarbeiterin erwähnt den keine 10 Meilen entfernten Statepark-Campingplatz "Meadowbrook" Richtung Saranac Lake und drückt uns komentarlos eine Wanderheft in die Finger. Wir verpassen den Campingplatz und erfahren auf der Information in Saranac Lake, wo uns eine hilfsbereite und kompetente junge Dame Auskunft erteilt, dass der sowieso bereits geschlossen ist. Der nächste noch offene sei "Fish Creek Pond", 30 Minuten südwestlich von Saranac Lake. Dort gibt es 300 grosszügige Plätze und jeder davon liegt direkt am See, grandios :)) Wir dürfen zwischen den Plätzen 35 - 160 frei wählen – superschön!
Wie entscheiden uns für einen Platz an der Abendsonne, man weiss ja nie wie es am Morgen aussieht….

9.10.2013 - Fish Creek Pond State Campground
Nebel hängt über dem See und es ist empfindlich kalt.

Im Wanderheft des Adirondack Park sind viele Möglichkeiten aufgeführt und wir entscheiden uns als erstes für den "Deer Pond Loop“. Wir hoffen, den Weg auch ohne die empfohlene Detailkarte zu finden, denn es ist eine markierte Langlaufstrecke und für uns genau richtig zum Nordic walken. 7.3 Meilen sind angegeben. Am Anfang wären wir noch froh um Handschuhe, doch es wird allmählich wärmer. Wir benötigen 2 3/4 Stunden für die Rundwanderung mit Herbstlaub unter den Füssen und frischer Luft in der Lunge.

Beim Eigth Lake State Campground sind nur wenige Plätze direkt am See und sie sind allesamt sehr dunkel. Wir stellen uns in die nähe der Lichtung um für uns und für die Photovoltaik noch etwas Sonne zu erhaschen.

Unsere Nachbarn, Neil & Traute O'Brian, laden uns zum Campfeuer ein ;) Sie war als 16jährige Deutsche bei ihrer Tante in USA eingeladen und wurde von ihr wie eine Sklavin behandelt. Deshalb hat es ihr nicht gefallen und ihre Mutter erlaubte ihr, nach drei Monaten wieder mit dem Schiff nach Hause fahren. Kurz vor ihrer Abreise hatte sie Neil kennen gelernt. Nach nur 6 Dates hat er Traute zu Weihnachten einen Heiratsantrag gemacht (per Brief) und sie ist von Deutschland wieder zurückgekommen um ihn im August, knapp 18jährig, zu heiraten – geschehen 1962, vor 51 Jahren!

10. Oktober 2013 – Eigth Lake State Campground
Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Parkplatz für unsere erste kurze aber steile Wanderung auf den "Rocky Mountain", der eine wundervolle Aussicht bietet. Wir dürfen diesen runden Gipfel ganz für uns allein geniessen.

Auf den "Bald Mountain" ist es etwa doppelt so weit. Dort steht ein restaurierter Feuerturm, von wo wir wiederum mit einer schönen Rundsicht belohnt werden. Dieser Berg ist offenbar beliebter und wir treffen viele Wanderer, sogar solche mit Babys, obwohl der Aufstieg teilweise über glatte Felsen führt und nicht ganz so einfach ist.

Das Laub ist leider mit dem Sturm vom letzten Montag von den Baumkronen gefegt worden, so wir erfreuen uns halt an dem was übrig bleibt.

Der kurze Halt bei der alten Eisenbahn in Old Forge bringt eine interessante Begegnung. Das Paar mit dem neuen Ural-Gespann (Baujahr 2012) ist auf dem Weg ins Café. Sie haben unser Fahrzeug schon in Bar Harbour gesehen und wohnen nur 20 Meilen von hier. Den Winter verbringen sie in Florida und wollen dort Ausschau halten nach uns ;)

11. Oktober 2013 – Kayuta Lake Campground, Forestport
Am äussersten Ende der Stadt Rome finden wir doch noch einen Supermarkt, wo wir unsere Grundbedürfnisse für eine Woche decken können. Unterwegs begegnen uns die bald letzten Reste des Indian Summer - nur vereinzelte Baumgruppen stechen durch ihre Farbe aus der Landschaft. Nordwestlich von Syracuse sind die Wälder noch wunderschön gelb gold rot, der Wind hat hier seine Kräfte noch nicht so zerstörerisch wirken lassen wie weiter östlich. Und jetzt wo die Sonne scheint ist es geradezu traumhaft schön mit diesen leuchtenden Farben.

Der Campingplatz ist ausgebucht, weil hier bereits an diesem Wochenende Halloween gefeiert wird. Deshalb kriegen wir einen Platz der normalerweise für Zelte reserviert ist. Um uns ein wenig sportlich zu betätigen haben wir die Idee ein wenig durch den Wald zu wandern. Da treffen wir allerdings auf so gruselige Dinge, dass wir irgendwann kehrt machen. So erfahren wir von Lynn, dass die Vorbereitungen für den morgigen Abend im Gang sind. Sie organisiert die Fahrt auf einem Heuwagen durch den dunklen Wald schon seit fünf Jahren und nennt es "Hayride through the hunted forest". Wir sind dann aber schon weg und deshalb nimmt es uns niemand übel, dass wir uns schon heute verbotenerweise auf dem Waldpfad umgesehen haben. Gut, das Verbot, den Wald zu betreten, wird ja auch erst per Lautsprecher durchgegeben, als wir schon wieder zurück sind.

Nach dem Essen machen wir noch eine Runde auf dem Campingplatz und kommen mit ein paar Dauercampern ins Gespräch. Lynn und Mark werden 2015 ihre 25jährige Hochzeit feiern und wir ermuntern sie, die lange erträumte Europareise zu verwirklichen und uns zu besuchen.

12. Oktober 2013 – Cherry Grove Campground, Wolcott
Wir starten früh, bei strahlendem Sonnenschein, in den Apfelplantagen ist Erntezeit. Die dichte Nebelzone braucht uns nicht zu beunruhigen, so wie sie gekommen ist, ist sie auch wieder vorbei. Auf der Lakeside Road, der Seestrasse entlang dem Lake Ontario, müssen wir wenden, weil eine Höhenbegrenzung von 11 Fuss, 10 Zoll angezeigt ist und wir meinen, dass das nicht reicht. Doch inzwischen wissen wir, dass das 3.60 m’ sind und wir nur mindestens 11 Fuss, 8 Zoll Höhenfreiheit brauchen.

Weil es morgen wieder einmal regnen soll fahren wir direkt zu den Niagara Fällen, auf Goat Island, wo wir unser Fahrzeug parken und von da alles zu Fuss besichtigen. Wir gehen sogar über die Regenbogen-Brücke auf die Kanadische Seite, weil man von der US Seite, ausser mit dem Boot, die Fälle gar nicht richtig sehen kann. Es ist ein Traumtag, 26°C und stahlblauer Himmel!

Jean-Michel & Carol aus Kanada sind ganz liebe Menschen. Jean-Michel ist Franzose, lebt aber seit den 70er Jahren in Kanada und er lädt Peter schon auf ein Bier ein, bevor wir uns richtig platziert haben. So kommt es, dass ich in Ruhe meine Hausarbeit erledigen und die Webseite vorbereiten kann, denn Peter versteht sich glänzend mit unseren Nachbarn und deren Gäste

13./14. Oktober 2013 – KOA Niagara Falls North, Youngstown
Nach dem trüben verregneten Sonntag starten wir heute bei klarem Wetter und wollen ganz zuerst unsere Dieseltanks im nahen Indianer Reservat füllen. Dort wird auf dem Treibstoff keine Steuer erhoben Pro Gallone macht das um 50 Cents aus.

Richtung Westen ziehen Wolken auf und als auf dem GPS die Zwischenziel-Flagge erscheint sind wir mitten in der Pampa, keine Tankstelle weit und breit. Tja, die guten Leute haben uns da wohl falsche Koordinaten herausgeschrieben, hier ist gar nichts, nur offenes Feld. Schade!

Bei bedecktem Himmel fahren wir heute gleich zwei Etappen und tätigen unterwegs noch einen Grosseinkauf in unserem Lieblings-Supermarkt Hannaford.

15. Oktober 2013 - Susquehanna Trail Campground, Oneonta
Wir reisen bei leicht bewölktem Wetter durch die Catskill Mountains. Ab Arkville werden Samstag und Sonntag nostalgische Zugfahrten durch den Herbstwald angeboten, es ist Montag und der Ort fast wie ausgestorben.

Heute sind wir noch in der Pampa und morgen schon in der Weltstadt.

Zuerst aber beschaffen wir uns noch einen Karton-Wein im „Liquor Store“ in Highland und werden von der Verkäuferin darauf aufmerksam gemacht, dass gleich um die Ecke die weltgrösste reine Fussgängerbrücke über den Hudson River führt. Sie erklärt uns wie wir hinkommen und so flanieren wir mit hunderten Besuchern und Einheimischen in der Mittagszeit über die erst 2009 von einer Eisenbahnbrücke zur Fussgängerbrücke umfunktionierte Verbindung.

16. Oktober 2013 - KOA Newburgh
In West Point nehmen wir an der einstündigen Besuchertour durch einen Teil des 65 km2 grossen Geländes der berühmten 1802 gegründeten „West Point Academy“, der bekanntesten Militärschule der USA, teil. Zirka 25 % des Offiziersnachwuchses des US-Heeres werden hier ausgebildet. Ein einziges Gebäude dürfen wir auch von Innen besichtigen, die Kirche. Unsere Führerin, Doreen, spricht fast die ganze Zeit, ziemlich schnell und ziemlich viel. Von diesen Informationen bleibt bei mir nicht all zu viel haften, ich finde das Gelände und dessen Lage sowie die Gebäude sehr beeindruckend. Militär, Zahlen und die Namen ach so wichtigen Personen sind mir eigentlich ziemlich egal.

Bereits um 14.00 treffen wir beim RV-Park Liberty Harbour in Jersey City ein. Wir haben ihn auf der Karte im GPS perfekt eingetragen und erreichen ihn durch dichten Stadtverkehr ohne Umweg!

New York – Big Apple

17. Oktober 2013 – Liberty Harbour RV Park, Jersey City
Der Campingplatz liegt direkt gegenüber Manhatten und mit der PATH U-Bahn erreicht man das World Trade Center in nur 15 Minuten. Von dort sind wir zu Fuss unterwegs und besuchen als erstes das „911 Memorial“ welches an der Stelle der zerstörten Zwillingstürme des World Trade Center errichtet wurde. Zwei von Terroristen entführte Flugzeuge wurden in die beiden Tower gelenkt. Das Ausmass der Zerstörung war fatal, beide Gebäude stürzten in sich zusammen. Auch das daneben stehende Marriot Hotel und das Tishmann Center wurden vollkommen zerstört und einige Gebäude in der Umgebung stark beschädigt. Die Gedenkstätte wird umrahmt von Wolkenkratzern und soll an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 erinnern. Auf dem Rand der beiden Brunnen stehen sämtliche Namen der getöteten. Sucht man im Computer nach Opfern so findet man den genauen Standort des in die Kupferumrandung eingefrästen Namens.

Die St. Pauls Chapel blieb damals vor der Zerstörung verschont, obwohl ein riesiger alter im Kirchgarten stehender Baum entwurzelt wurde und rundherum alles mit Schutt und Asche übersät war. Ein Künstler kam auf die Idee, diese Wurzel in Bronze zu giessen und diese steht nun als Denkmal bei der zwei Blocks entfernten Trinity-Kirche.

Das Gebäude der Börse dürfen wir leider nur von aussen betrachten, obwohl Peter dem Sicherheitsmann zu erklären versucht, dass es von innen bestimmt viel interessanter wäre. Der stimmt zwar lachend zu, weist ihn aber trotzdem freundlich zurück.

Der „Charging Bull“, eine 3200 kg schwere Bronzeskulptur in der nähe der Wall Street, wurde nach dem Börsencrash von 1987 durch den italienisch/amerikanischen Künstler Arturo di Modica als Symbol der Stärke und Kraft der Amerikaner erschaffen. Sie steht zwar als Leihgabe da, es würde aber kaum jemand auf die Idee kommen, den Touristen-Magneten so schnell wieder zu entfernen.

Die 1883 erbaute „Brooklin Bridge“ verfügt in jede Richtung über drei Fahrspuren und in der Mitte darüber gibt es eine Radfahr- und Fussgängerbrücke. Wir lassen uns auch diese Überquerung nicht entgehen, denn die Aussicht von oben ist immer etwas Spezielles.

18. Oktober 2013
Es zieht uns früh heraus und wir sind bereits um 9 Uhr an der Fähre nach Staten Island. Diese Fähre ist gratis und braucht eine gute halbe Stunde. Sie fährt nah genug an der Freiheitsstatue vorbei, dass man einen hervorragenden Blick darauf werfen und sie ausgiebig fotografieren kann. Wir fahren mit der Fähre auch gleich wieder zurück, weil wir ja gesehen haben, was wir wollten.

Der nächste Gang ist zum Heliport, wir gönnen uns einen kurzen Hubschrauber-Rundflug und sind davon hell begeistert. Beim betrachten der Fotos erkennen wir sogar unser Wohnmobil im RV-Park auf einem der Bilder.

Dann geht es mit der U-Bahn zur 33rd Street. Viele Leute warten, um in das 1931 erbaute und 102 Stöcke hohe Empire State Building auf 373 Meter hinauf zu fahren. Nach dem Rundflug erübrigt sich das für uns, obwohl man sich vom Wolkenkratzer aus etwas mehr Zeit für gewisse Blicke nehmen könnte.

Times Square mit den vielen Leuchtreklamen wäre natürlich bei Nacht einiges eindrücklicher und auch der Besuch eines der berühmten Broadway Musicals wäre reizvoll. Aber die finden an den Wochentagen nur abends statt und das wird uns zu spät.

Der letzte Besuch gehört dem Central Park, der Lunge New Yorks - hier kann man inmitten der Metropole Sport treiben, spazieren, sich mit Freunden treffen, oder einfach die Seele baumeln lassen.

Zum Abschluss unseres NY-Besuchs kommen wir in den Genuss eines wunderbaren Feuerwerks, das wir von unserem Wohnzimmer-Fenster aus schauen können.

19. Oktober 2013
Wir verabschieden uns noch von Pascal und Théo im Action Mobil mit französischen Kennzeichen, sie reisen erst in zwei Tagen weiter

Als wir auf dem Camping in Shartlesville eintreffen ahnen wir nichts Gutes. Schon wieder ist Halloween in vollem Gang und wenn wir Glück haben (oder ist das vielleicht eher Pech?) kriegen wir noch einen Platz, denn eigentlich ist er ausgebucht. Ich selber würde da einen LKW Rastplatz vorziehen. Doch der Campingwart ist von unserem Wohnmobil derart fasziniert, dass er uns unbedingt hier behalten will. Das kann ja noch heiter werden.

Wir erregen definitiv etwas zu viel Aufsehen hier. Da werden in Bezug auf unser kräftiges Fahrzeug schon die verrücktesten Ideen herum geboten. Stimmen wie: "Ich weiss nicht, ob der dafür gemacht wurde, aber die sieht man doch an den Rallyes im TV" (der Vater zu seiner Familie) oder „Der kann sich sogar überrollen und dann trotzdem wieder weiterfahren“. So was!

Mikel & Terry laden uns and Feuer ein, doch nach kurzer Zeit wird unsere angeregte Unterhaltung durch den plötzlich einsetzenden kräftigen Regen gestört und wir begeben uns unter ihr kleines Zeltdach. Jetzt wird es auch unangenehm kühl und deshalb brechen wir das leider nicht mehr so gemütliche Zusammensein zugunsten unserer warmen Stuben ab.

Der Niederschlag hat allerdings auch etwas Gutes, denn er verhindert, dass es heute Abend allzu laut wird. Bei diesem Wetter hält sich niemand freiwillig draussen auf und falls doch übertönt der heftige Regen jeglichen Festbetrieb.

20. Oktober 2013 - Appalachian RV Resort, Shartlesville
Nachdem die Natur gestern Abend so richtig durchgewaschen wurde leuchtet sie heute in den kräftigsten Farben und wir geniessen die Fahrt nach Gettysburg.

Gettysburg

Wir informieren uns im Besucherzentrum des Nationalen Militärparks und erfahren im Film näheres zum riesigen Schlachtfeld rund um Gettysburg, das wir mit dem Motorrad besuchen wollen. Das Cyclorama zeigt ein vom französischen Maler Paul Philippoteaux erstelltes 890 m2 grosses faszinierendes Panoramagemälde vom Kriegsgeschehen.

Vor 150 Jahren (1863) fand in Gettysburg während des Sezessionskrieges vom 1. – 3. Juli eine Schlacht mit tausenden von Toten, zehntausenden von Verletzten und vielen Vermissten statt. Die Kriegsgegner lieferten sich erbitterte Gefechte bis 12’000 Südstaatler (Konföderierte) unter dem Kommando von General Lee am dritten Tag den schweren Fehler begingen, ihre Feinde in den Verteilungsgräben auf offenem Feld anzugreifen, und dabei riesige Verluste erlitten. Diese entscheidende Schlacht ging zwar zu Gunsten der Union (Nordstaaten) aus und die Südstaaten konnten sich nie mehr von diesem schweren Schlag erholen, doch der bereits 1861 begonnene Krieg dauerte trotzdem noch zwei weitere Jahre an.

21./22. Oktober 2013 - Artillery Ridge Campground
So viele Monumente, Artillerie, Statuen, Kanonen und hölzerne Barrikaden wie hier haben wir im Leben noch nicht gesehen, ganz abgesehen von den Friedhöfen mit Gräbern von gefallenen Soldaten beider Lager. Und würden wir hunderte von Fotos schiessen, so könnten diese den Eindruck solchen Ausmasses nicht vermitteln. Diese drei Tage dauernde Schlacht war grauenhaft, und genau das empfinden wir beim Anblick dieser Stätten.

23. Oktober 2013
Wir verlassen den derzeit bestbewachten Campingplatz in USA, denn momentan ist etwa ein gutes Dutzend Polizisten von Pennsylvania hier stationiert. Die Männer und Frauen geniessen ein Reittraining auf dem Platz sowie Weiterbildung und Schiesstraining in der Nähe.

Kaum überqueren wir die Grenze zu Maryland ist es hügelig und kurvenreich, es wäre wunderbar zum Töfffahren (jedenfalls bei etwas wärmeren Temperaturen als 8°C). Der Highway East 140 ist dann allerdings wieder eine normale Schnellstrasse, die eine Geschwindigkeit von 55 mph (88 kmh) zulässt.

Baltimore lassen wir vorerst rechts liegen und peilen direkt den Campingplatz im Süden der Stadt an. Von hier aus möchten wir dann Baltimore und Washington besichtigen. Wie, das gilt es noch herauszufinden.

24. Oktober 2013 – Capitol KOA, Millersville
Baltimore, “The Greatest City In America”, liegt an der Mündung des Patapsco River in die Chesapeake Bay und hat ca. 620’000 Einwohner.

Wir fahren mit der Bahn in die Stadt und erkunden sie heute zu Fuss. Im Hafen besuchen wir zwei Museumsschiffe die als „National Historic Landmark“ gelten. Der Dreimaster „US CONSTELLATION“ und das U-Boot „USS TORSK“ aus dem Jahr 1944. Die beiden Museumsschiffe „Coast Guard Cutter TANEY“ und „US Lightship Chesapeake“ überlassen wir anderen ;)

Das „Seven Foot Knoll Lighthouse“ wurde 1855 gebaut und stand ursprünglich an der Mündung des Patapsco Flusses. Es wurde zum Museum umfunktioniert, 1989 ins nationale Register der „Historischen Plätze“ aufgenommen, steht es seit 1997 als Teil des Maritime Museum auf dem Pier 5. Hier lesen wir, dass Baltimore bis vor dem 1. Weltkrieg der führende Einwanderungshafen der USA war und über eine direkte Schiffsverbindung von Bremen verfügte. In den frühen 1870er Jahren sind sehr viele Europäische Einwanderer hier angekommen und zwischen 1900 und 1910 wuchs allein die Zahl der russischen Einwanderer (russische Juden) von 12'000 auf über 24'000.

Im Stadtteil Fells Point gehen wir über Kopfsteinpflaster aus dem 18. Jahrhundert, die „Public Comfort Station“, leider seit einigen Jahren schon renovationsbedürftig und deshalb geschlossen, ist auf dem Stadtplan als Toilettenanlage eingezeichnet.

Nach dem reichhaltigen Lunch meint Peter, er könnte sich gut vorstellen zum Znacht nur eine Glacé zu essen und so kommt es, dass wir wieder einmal einen feinen „Ben & Jerrys Icecream“-Coup, zur Abwechslung mit „Hot Berries“, schlemmen.

25. Oktober 2013
Es ist 6 Grad kalt und mit dem beissigen Wind empfinden wir das noch kälter. Macht nichts, in Churchill, wo wir morgen hin fliegen, könnte es auch - 20 Grad werden. Brrrr

Der "Federal Hill" liegt gegenüber der Stadt und ermöglicht uns einen schönen Blick über den Hafen und das Zentrum. Ein Besuch des visionären Museum würde mich reizen, doch wir setzen Prioritäten. Das Aquarium ist verlockender und wir sind denn von der sensationellen Aufmachung auch voll begeistert. Trotz der hohen Eintrittspreise hat es enorm viele Besucher, solche die sich sehr gut auskennen und andere, na ja... Eine Frau zeigt auf einen Fisch mit dickem Bauch und versichert ihren Kindern, der hätte bestimmt Junge im Bauch - hallo, wie war das genau?!! Für Unterhaltung ist also gesorgt, hinter wie vor den Glasscheiben;)

Und dann geht's "nach Hause" zum Packen - morgen startet unser Abenteuer zu den Eisbären. Davon gibt es bald einen speziellen Bericht.

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