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2013/2014
Nordamerika

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Washington D.C., Virginia, North und South Carolina, USA

Washington D.C.: Capitol, White House, Monumente und Museen! In der Hauptstadt der USA leben ca. 600'000 Menschen und es gibt keine Wolkenkratzer. Die Gebäude dürfen nicht höher gebaut werden als das stattliche Kapitol auf dem „Capitol Hill“ - und das gefällt uns sehr gut an dieser Stadt. Im Internet findet man verschiedene interessante Beiträge über die Hintergründe dieser Höhenbeschränkung.

1. November 2013 – Cherry Hill Campground, Washington D.C.
In Washington gibt es vor allem Monumente und Museen, die Eintritte sind allesamt frei, doch bei jedem Eintritt durchlaufen wir, genau wie auf dem Flughafen, einen Sicherheitscheck. Was bei einem Besuch auch nicht fehlen darf sind das Kapitol und das weisse Haus.

Wir versuchen zuallererst bei einer Tour durchs Kapitol teilzunehmen und sind überrascht, dass wir in einer Schlange vor dem Schalter anstehen müssen wo gar niemand bedient wird. Die Überraschung wird dann noch grösser, als nach fünf Minuten eine Dame kommt und allen Besuchern ohne Reservation einen Tourkleber für 11.30 Uhr in die Finger drückt und uns damit schleunigst auf die andere Seite schickt, denn es ist bereits Zeit. Wie wohl alle Regierungsgebäude ist auch dieses prunkvoll ausgestattet

Überall findet man goldene Verzierungen mit Tabakblüten als Anerkennung der im 17. Jahrhundert florierenden Tabakindustrie. Wir sind vor allem von der hellen Kuppel mit den Fresken an der Decke und dem Rundbild-Fresko an der Wand, den gerahmten Bildern und Statuen begeistert. Nach der Tour erbitten wir noch einen Pass für den Besuch des Repräsentantenhauses. Wir müssen die iPhones und die Kamera abgeben, denn fotografieren ist strengstens untersagt, und werden vor dem Eintritt nochmals durch eine Sicherheitsschleuse geschickt.

Unser nächster Besuch gilt dem Nationalmuseum der Amerikanischen Indianer. Dieses liegt dem Kapitol am nächsten und ist so interessant, dass wir gleich den Rest der heute verfügbaren Zeit darin verbringen.

2. November 2013
Wir nehmen uns vor, heute die zu Fuss erreichbaren Denkmäler abzuklappern. Ganz am Anfang steht aber das weisse Haus mit seinem wunderschönen Garten, das wir aus weiter Entfernung hinter dem Zaun stehend bewundern dürfen. Leider ist dieses momentan nur zu begehen, wenn man sich über die Botschaft des Heimatlandes etwa ein halbes Jahr im Voraus dafür anmeldet, obwohl es wie auch die Denkmäler und die „National Mall“ zum Amerikanischen Nationalparksystem gehört. Am Washington Memorial vorbei, das beim Erdbeben am 23. August 2011 beschädigt wurde und derzeit renoviert wird, kommen wir zum 2. Weltkrieg-Denkmal mit dem Regenbogen-Brunnen in der Mitte. Das Korea-Krieg Denkmal (1950-53) stellt Soldaten im Minenfeld dar und der eine oder andere Veteran tut sich noch heute schwer, damit klar zu kommen.

Das imposante Lincoln Monument ruft kaum Emotionen hervor, wogegen beim würdevollen Vietnam-Krieg Denkmal eher wieder Gemütsbewegungen sichtbar werden. Das wunderschöne andächtige Martin Luther King Jr. Denkmal, das Franklyn D. Roosevelt Denkmal und die stattliche Thomas Jefferson Statue in der erhabenen Umgebung liegen am Flutbecken.

Wir treffen auf eine grosse Gruppe von Korea-Kriegsveteranen, einige Vietnam-Kriegsveteranen (darunter zwei Krankenschwestern, die älteste der Gruppe mit 98) und unterhalten uns mit den einen oder anderen. Auch etwa dreissig 2.Weltkrieg-Veteranen besuchen heute die verschiedenen Ehrenmale.

3. November 2013
Die Besuche der beiden Museen "Air & Space" (Luft- & Weltraum) und "Holocost Memorial" beanspruchen den ganzen Tag und wir sind unmittelbar nach dem Studium der Ereignisse während des 2. Weltkriegs ziemlich mitgenommen. Wir sind froh, dass nach diesen düsteren Momenten draussen die Sonne scheint.

4. November 2013
Im Süden von Virginia werden, was wenige Leute wissen, auch Erdnüsse angepflanzt. Aus diesem Grund bekommen wir im Visitorcenter an der Grenze im Norden des Staates schon ein kleines Müsterchen.

Shenandoa Nationalpark: Bei der Station am Parkeingang darf man noch die Eintrittsgebühr entrichten, das ist aber auch schon alles, was noch offen ist. Die Nationalparkbüros und Sehenswürdigkeiten haben bereits Winterpause.

Der Skyline Drive führt durch den Shenandoa Nationalpark. Diese 105 Meilen (170 km) lange Strasse wurde von 1931 bis 1939 gebaut und kostete pro Meile 50'000 US $. Am südlichen Ende beginnt der Blue Ridge Parkway, der diesen Nationalpark mit dem Smokey Mountain Nationalpark im Süden verbindet. Diese Strassen führen praktisch über den Bergkamm und vermitteln einen wunderbaren Ausblick. Von den insgesamt 75 Aussichtspunkten auf dem Skyline Drive sehen wir einmal rechts nach Westen und dann wieder links nach Osten ins Tal hinunter. Dass die Bäume oberhalb von 1000 m bereits ihr Laub verloren haben ist nicht nur ein Nachteil, dadurch ist es heller und wir sehen auch die Umgebung besser. Und der Bär in der Astgabel kann sich auch nicht vor uns verstecken. Der höchste Punkt des Skyline Drive ist 3680 feet - 1120 Meter und der Campingplatz liegt auf 1080 m. Es ist kalt, in der Nacht wird es unter 0 Grad und weil es keinen Elektroanschluss gibt wärmen wir unsere gute Stube wieder einmal mit der Dieselheizung.

5. November 2013 – Big Meadows Campground, Shenandoa NP

Am Morgen ist es 4°C und die Sonne scheint. Wir wandern dick eingepackt etwa 5 Kilometer zu den Dark Hollow Falls. Um viertel nach zehn sind wir bereits im Womo unterwegs auf dem um diese Zeit noch fast verlassenen Skyline Drive.

6. November 2013 - Glen Maury Park, Buena Vista
Unsere Nachtruhe wird nur zwei drei Mal durch einen Güterzug gestört. Jeder von ihnen hupt im Verlauf der Durchfahrt ein paar Mal seeehr laaaaang, weil die Bahnübergänge schlecht oder teilweise gar nicht gesichert sind. Die Natural Bridge in der Nähe des Blue Ridge Parkway ist nur eine gute Viertelstunde südlich von da wo wir übernachtet haben und wir nehmen den Umweg in Kauf um sie zu bewundern. Doch den überrissenen Eintrittspreis von 20 Dollar pro Person nur um diese 400 m entfernte Natural Bridge zu sehen wollen wir nicht ausgeben, denn das im Preis inbegriffene Wachsmuseum und die Fabriktour interessieren uns überhaupt nicht. Bei schönem Wetter hätten wir es uns sicher zwei Mal überlegt, aber grau in grau und kühl dazu sparen wir dieses Geld für etwas das sich lohnt. Auf dem Weg zurück zum Blue Ridge Parkway führt uns das GPS über die Petits Gap Road, eine 10 km lange Waldstrasse - unser MAN macht beinahe Freudensprünge auf diesem Terrain ;)

Beim Otter Creek vertreten wir uns etwas die Beine. Der Spaziergang um den See ist dafür genau richtig. Der Ridgeway 608 ist dann richtig kurvenreich und hügelig, fast wie im Fricktal. Es ist nicht mehr weit bis zum Campingplatz mit Seeanstoss und Internetanschluss. Über die Landstrassen 799 und 40 (Gretna), die Schnellstrasse 29S, Abfahrt zur 726 - und schon sind wir 13.20 Uhr am Ziel. So haben wir schön Zeit, dem überquellenden Wäschesack unsere Aufmerksamkeit zu schenken und die Wäscherei „zu besetzen“. Da habe ich nur stumme Gesellschaft von einem nervösen Internet-Nutzer.

Gestern haben die elektrischen Fensterheber den Dienst quittiert, wir werden uns diese Sache gelegentlich anschauen, vielleicht liegt es ja nur an der Sicherung.

7. November 2013 - Paradise Lake Campground, Keeling

Um 14 Uhr treffen wir in Chapel Hill ein, wo wir etwa 10 Tage bei Suzie und Dominic bleiben dürfen. Dominic ist bis Dienstag bei einem Ärztekongress in Atlanta, wo er am Samstag einen Vortrag halten wird.

Suzie nimmt uns am Abend mit zu einer Sitzung ihres Veloklubs, bei der unter anderem die Organisation verschiedener Radrennen, Radquer (Cyclo-Cross), Mountainbike-Wettbewerbe besprochen und über ein neues Club-Trikot diskutiert wird.

8. November 2013 – Chapel Hill, NC
Unsere Gastgeberin besucht heute und morgen einen USAT Trainer-Kurs in Raleigh. Peter und ich fahren mit den Rädern in die Stadt und schliessen mit dem Hund Toby Freundschaft, indem wir ihn auf einen ausgiebigen Spaziergang durch den Wald mitnehmen.

Unsere langjährige Freundin Therese fliegt von Birmingham, AL, nach Chapel Hill um uns zu sehen. Sie hat ihren alljährlichen Besuch bei unseren gemeinsamen Freunden Suzie und Dominic aus diesem Grund etwas vorverlegt und wir holen sie am Abend zusammen vom Flughafen ab.

9. November 2013
Jeden Samstag und Sonntag treffen sich die Mitglieder des Radsportvereins um 09.00 Uhr im Wilsonpark in Carborro zur Ausfahrt. Rory und Susan warten um fünf vor neun an der Strassenecke auf Peter, um gemeinsam zum Treffpunkt zu radeln. Eine andere Radsportlerin, Sid, lädt uns am Nachmittag zu einer Fahrt über Land ein und Therese spendiert uns im "Hofladen" eine feines hausgemachtes Glacé. Nach dem Apéro bei Suzie fahren wir ins „Sage Cafe“ zum Nachtessen. Peter bestellt "Chicken Soy", das ihm gut schmeckt, obwohl es wenig mit Hähnchen zu tun hat, denn wir befinden uns in einem vegetarischen Restaurant. Meine Gnoggi mit der cremigen Sauce, Spinat und Kräutern schmecken lecker, sie werden mit einem kleinen Salat mit Dillsauce serviert.

10. November 2013
Suzie nimmt uns mit ans „Cyclo-Cross Race“ auf dem Orange County Speedway in Rougemont. Hier ein Auszug aus dem Flyer für diese Veranstaltung: “Held at historic Orange County Speedway, a 3/8 mile stockcar track, the parcours incorporates sections of the track and infield as well as the sur¬rounding fields and woods. Expect a fast course punctuated by sections of technical single track and off camber turns. Also expect awesome. Come on down for a “fun” filled day of racing and self inflicted agony. You will likely have a breakthrough race, accomplish all your goals and drive home feeling encouraged and enriched by the whole experience- PSYCH!!! You will fall down and we will laugh at you!!! Don’t wor¬ry tho’, there’ll be enough beer that you won’t remember (Just make sure someone can drive you home- else things’ll get real- REAL quick)!”

Das Radquer zieht hier sämtliche Altersgruppen sowie Frauen und Kinder an. Dank den verschiedenen Stärkeklassen hat jede/r seine Chance auf einen guten Platz. Die meisten Teilnehmer/innen haben aber einfach nur grossen Spass, an diesem recht anspruchsvollen Hindernisrennen teilzunehmen und so macht auch das Zuschauen Freude. Als ich das am Finger verletzte Mädchen mit einem Pflästerli verarzten kann, trage ich auch noch ein klein wenig zum Wohl dieser Veranstaltung bei. Die Erwachsenen können, wie im Flyer erwähnt, ihre kleinen und grösseren Verletzungen ja mit Gratis-Bier „hinunterspülen“…

Damit Peter und Suzie nochmals eine kurze Radtour machen können verlassen wir die Vorstellung schon, als das einstündige Rennen der Elite-Männer noch in vollem Gange ist, aber von diesen kennen wir sowieso niemanden. Vorher als Sid, Rory und Susan ihre Rennen bestritten haben, konnten wir diese anfeuern und mitfiebern. Susan hat ihr Rennen überlegen gewonnen. Sie ist allerdings als allerletzte im Ziel eingetroffen, was uns etwas irritierte. Sie erklärt uns, dass der Männer-Sieger sie in seiner letzten Runde einfach nicht überholen wollte und deshalb musste sie eine Runde mehr fahren als alle ihre überrundeten Konkurrentinnen.

11./12. November 2013
Im Einkaufsladen „Southern Season“ finden wir den Schweizer Käse "Chällerhocker". Vom Aussehen her könnte es ein Appenzeller sein. Suzie fragt den Verkäufer ob wir ihn vor dem Kaufentscheid probieren dürften. Es handelt sich tatsächlich um eine Appenzeller-Variante. Der Käse mit der ausgewogenen Kräuterwürze ist nicht so rezent wie das Original und wir sind echt begeistert davon.

Am Montagabend besuchen wir das Frauen Basketball-Spiel zwischen North Carolina Tarheels und Tennessee. Leider kommt das Heimteam mangels Treffsicherheit ziemlich unter die Räder, denn Tennessee spielt sehr gut, aber dem schnellen Spiel zuzuschauen ist trotzdem äusserst interessant.

Dominic kommt am Dienstagvormittag vom Ärztekongress in Atlanta nach Hause und wir holen ihn vom Flughafen ab. Auf dem Weg zu seiner Arbeit kehren wir im Kaffee Gugelhupf ein, wo feines Gebäck zu Kaffee und heisser Schokolade angeboten wird. Dann besuchen wir den Botanischen Garten, der pflanzlich derzeit nicht viel bietet, dafür aber präsentieren verschiedene Künstler entlang der Wege ihre in die Natur eingebrachten Skulpturen.

Am Nachmittag backt Suzie Weihnachtsplätzchen, die wir dann am Abend gemeinsam kunstvoll verzieren. Das machen die drei nämlich jeweils gemeinsam in der Adventszeit, wenn Therese ihren alljährlichen Besuch abstattet. Das Dekorieren ist absolut witzig, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, aber ich falle prompt auf den Scherz herein, sie hätten sich für dieses Jahr das Thema Schweizer Sujets ausgedacht. So zeichne ich am Nachmittag schon einmal ein Edelweiss auf Papier, damit ich dieses dann auch möglichst originalgetreu auf die Plätzchen zaubern kann. Schon bald stelle ich fest, dass die angebliche Sujet-Wahl nur ein Witz war. Doch weil die Guetzli ganz hübsch aussehen und ich die feinen Verzierungen nicht so kunstvoll anbringen kann wie die anderen, fahre ich mit meinen einfachen Blümchen weiter.

13. – 15. November 2013
Um 12 Uhr nehmen wir an Dominiks Seminar in der Universität über seine Forschungsergebnisse der genetischen Veränderungen bei chronisch Nierenkranken Patienten teil. Leider verstehen wir nicht all zuviel davon, aber die meisten anderen Teilnehmer sind engagiert bei der Sache und stellen auch gezielte Fragen. Dominik kann diese zufrieden stellend beantworten und als wir uns nach einer knappen Stunde verabschieden unterhält er sich noch immer mit einer Doktorandin interessiert über die Materie.

Wir bringen Therese zum Flughafen und verabschieden sie auf die Heimreise nach Birmingham. Nach dem Lunch unternehmen wir mit Toby, Suzie & Dominics Australischem Schäferhund, einen ausgiebigen Waldspaziergang.

Am Donnerstagnachmittag kaufen wir in Whole Food und Trader Joes ein: Wir finden Rosenkohl – was ist so speziell daran? – er wird am Strunk verkauft :), Raclettekäse und Fertigfondue.

Auf dem Campus der Duke Universität in Durham weiss der mit einem Duke-T-Shirt ausgestattete Handwerker keine Antwort auf die Frage wo sich die Gärten befinden. Eigenartig. Wegweiser im Uni-Gelände gibt es viele, aber keiner davon deutet auf Gärten hin. So besuchen wir nur die für Amerikanische Verhältnisse ausserordentlich schöne Kirche auf dem Campus. Suzie kocht wieder sehr fein, heute gibt es Sauerbraten, Rotkraut, Kartoffelstock und Apfelsauce. Zur Feier des Tages gibt’s Eiscreme zum Dessert.

Am Freitag schlendern wir durch die ehemalige Tabak-Stadt Durham. Die umgebauten Tabak-Fabriken werden jetzt als Büroräume, Shoppingcenter und teilweise als Wohnungen genutzt. Uns gefallen die Backsteinbauten, und die oft sehr modernen Geschäfte hinter den alten Fassaden harmonieren gut.

Auf dem Rückweg besuchen wir das Basketball-Museum der UNC (University of North Carolina). Dean Smith ist mit 879 Siegen der erfolgreichste Coach der USA. Grosse Basketballspieler wie Michael Jordan sind hier ausgebildet und berühmt geworden. Das Stadium dürfen wir uns heute nicht anschauen, denn am Abend findet im „Dean Dome“ das Basketball-Spiel unter Deans Nachfolger, dem ebenfalls sehr erfolgreichen Trainer Roy Williams, gegen Holy Cross statt. Wir schauen uns die Begegnung im TV an und diesmal gewinnt das Heimteam 62:54.

Weil wir nur für je zwei Personen Raclette und Fondue-Geschirr besitzen und auch nur je 2 Portionen eingekauft haben machen wir halb/halb, mit einem Salat dazu und Glacé zum Dessert bekommen wir alle genug.

Am Samstag findet wieder der allwöchentliche Club Bikeride um 9 Uhr statt. Diesmal sind auch Suzie und Dominic mit von der Partie und Peter freut sich, mit ihnen 76 km radeln zu können. Danach gibt es einen währschaften Brunch, zu dem auch Dan eingeladen ist. Dominic geht nicht mit ins Café sondern kommt gleich nach der Ausfahrt nach Hause und backt Pancakes, Speck und Rührei. Zudem stehen auf dem Buffet warmer Ahornsirup, frischer Fruchtsalat und Brot.

Am Abend sind wir - zusammen mit anderen Arbeitskollegen von Dominik - bei Darla zum Domino spielen eingeladen. Jeder bringt etwas zum Essen mit. Darla bittet uns, mit dem Apéro anzufangen und an einem Tisch platz zu nehmen, damit das Spiel beginnen kann. Es gibt zwei Tische mit je sechs bis acht Spielern. Nach den ersten Runden haben wir schnell begriffen, worum es geht, doch die richtige Strategie zu finden verlangt schon etwas Übung. Zwischendurch gibt es Nachtessen und Dessert, dann geht die heitere Runde weiter. Obwohl wir weit davon entfernt sind, Experten zu sein, macht das Spiel doch recht viel Spass.

Weil wir an „Thanksgiving“, das immer am 4. Donnerstag im November stattfindet, nicht mehr bei Suzie und Dominic zu Besuch sein werden überraschen sie uns heute mit diesem speziellen Festessen. Statt dem beliebten Truthahn gibt es jedoch Pouletbrust (aus dem Smoker) und dazu: Süsskartoffeln mit einer Kruste aus Pecannüssen, braunem Zucker und Butter; Apple Chutney mit Zwiebeln und frischen Cranberries; Kartoffelpüree; Spargeln; zum Dessert Kürbis Pie mit Vanilleeis. Dominic grillt noch eine ganze Schweineschulter im Smoker, lässt diese etwas erkalten bevor er das Fleisch vom Knochen zupft und es dann mit Barbecue Sauce verfeinert. Er gibt uns zwei Pakete davon mit auf die Reise, damit wir auch von dieser fein duftenden Spezialität versuchen können. Das ganze Menu ist so superlecker, dass wir uns riesig freuen auch von den restlichen Beilagen noch etwas mitnehmen zu dürfen.

18. November 2013
Es ist Zeit, wieder aufzubrechen und die Reise nach Süden fortzusetzen. Wir haben unseren Aufenthalt mit Suzie und Dominic unheimlich genossen und das Abschiednehmen wird dadurch etwas versüsst, dass wir die beiden um die Weihnachtszeit bei ihren Eltern in Florida wieder sehen werden.

Obwohl in unserem Kühlschrank noch 7 Blöcke Schweizer Käse liegen können wir nicht widerstehen je ein Stück Chällerhocker und Raclettekäse dazu zu kaufen. Suzie und Dominic haben für uns ein paar Delikatessen vorgekocht, wir haben einige feine Brote gekauft, und so kommt es, dass unser Tiefkühler zum ersten Mal randvoll ist. Ausser Früchte, Gemüse und Milch müssen wir in nächster Zeit gar nichts mehr einkaufen, denn sogar fürs Dessert haben Suzie mit Kürbispie und Dominic mit Cookies gesorgt.

Die lange flache Strecke nach Wilmington gewinnt durch die immer noch herbstlich leuchtenden Wälder entlang des Highway etwas an Attraktivität.

Es ist 28 Grad heiss (Hitzerekord), so schön!

19. November 2013 - KOA Wilmington
Bei der Vorderachse des MAN drückt auf der rechten Seite irgendwo Öl hinaus. Der Chef-Mechaniker bei "TTT - Tripple-T Wilmington Truck repair" hat zwar eine Vermutung, müsste jedoch das Rad wegnehmen und die Teile auseinanderbauen um sicher zu sein. Weil wir die Ersatzteile in Europa bestellen müssten könnten wir das Wohnmobil nicht brauchen bis die Reparatur ausgeführt ist. Deshalb versuchen wir mittels Fotos, Telefongesprächen und Schemata die Ursache zu ermitteln. Roli Leu von unserer Garage und MAN sind uns dabei eine grosse Hilfe. Peter kontrolliert das Ölniveau der Vorderachse, des Planetengetriebes und der Achsschenkellagerung. Es hat noch überall genügend Öl drin, darum beschliessen wir im Moment so weiterzufahren und die Ölstände im Auge zu behalten. Öl um allenfalls nachzufüllen kaufen wir bei der erstaunlich hilfsbereiten Lastwagen-Vertretung (u.a. Volvo, Freightliner...).

Am Nachmittag besuchen wir Wilmington und spazieren auf dem Holzsteg der Wasserfront entlang. Es gibt schöne Restaurants, Cafés und Souvenirläden, Sitzbänke mit und ohne Lehne und sogar Barhocker mit direkter Sicht auf den Fluss - vielleicht sind die für die Fischer gemacht?

20. November 2013
Am frühen Morgen ist es empfindlich kalt, nachdem es vorige Nacht noch so schwül war, dass wir zum Schlafen sämtliche Fenster offen lassen mussten.

Das heutige Ziel, Charleston, wurde 1670 durch die ersten Siedler in diesem Gebiet am Westufer des Ashley River gegründet und zu Ehren des damaligen Königs „Charles Towne“ genannt. Um 1680 zogen sie um auf die Halbinsel. Die Stadt erlangte Reichtum durch Reis, Baumwolle, Indigo und Heerscharen von Sklaven. 1783 bekam die Stadt nach dem Unabhängigkeitskrieg ihren heutigen Namen. Nach dem Bürgerkrieg (1861-65) hatte Charleston alles verloren: Geld, An- und Aussehen. Es fehlte sogar (glücklicherweise) an Geld um die durch Feuer und Zerstörung beschädigten Gebäude abzureissen. 1920 beschloss die wohlhabende Susan Pringle die Häuser an der Tadd Street zu renovieren, was dazu führte, dass 1931 die Preservation Society of Charleston gegründet wurde. Die Stadt mit ca. 120'000 Einwohnern ist heute ein Touristenmagnet und wird auch "Holy City", "Palmetto City" oder "Chucktown" genannt.

Wegen dem berühmten „Festival Of Lights“ haben wir einen Platz im James Island County Park gebucht.

Wir fahren die mit Beleuchtung geschmückte Runde gemütlich mit dem Shuttlebus ab. Über 2'000'000 glitzernde Lichter verzieren von Mitte November bis anfangs Januar die 5 km lange Strasse im Park und machen unseren Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die 1000 $ Stromkosten pro Nacht werden durch Eintrittsgelder gedeckt. Pro Auto bezahlt man 15 $, Kleinbusse bezahlen gut das Doppelte und ein Reisecar mit über 31 Gästen berappt 100 $. Später in der Saison müsse man manchmal schon eine halbe Meile vor dem Park anstehen. Der Initiator der ganzen Geschichte ist ein unscheinbarer, ca. 50jähriger Mann, der aussieht als ob er gerade aus dem Urwald käme (so hat ihn uns der Shuttle-Fahrer beschrieben). Das nächste Jahr feiert dieses Lichtspektakel 25jähriges Jubiläum – wer dann also gerade in der Nähe weilt sollte das unbedingt besuchen!

21. November 2013 - James Island County Park, Charleston, SC
Um 09.00 bringt uns der Shuttle-Bus in die Stadt. Ab dem Visitorcenter gibt es drei gratis Trolley Routen. Weil es noch kühl ist setzen wir gleich in den ersten, der ankommt und beschliessen die ganze Runde ohne Unterbruch drin zu bleiben. Beim Aquarium zieht es uns dann aber doch hinaus und wir schiessen die ersten Bilder von der imposanten Brücke, die uns beim Hereinfahren so fasziniert hat. In der Altstadt finden wir entlang dem Ashley River alte grobe Kopfstein-Pflaster-Strassen und vermutlich genau so alte riesige Laubbäume, deren knorrige Wurzeln einen Teil des Gehsteigs bilden. Die schön renovierten alten Häuser passen perfekt in dieses Bild.

Wir besuchen den Charleston Markt, wo viele lokal hergestellte Souvenirs verkauft werden: Korbwaren, Schmuck, Keramik, Gemälde, Schuhe, Kosmetika, Reis, getrocknete Gemüse/Früchte.

Nach dem Nachtessen klopft Marianne an unsere Tür, Peter hat mit ihr am Vortag ein paar Worte gewechselt. Sie ist Deutsche und mit ihrem eigenen Wohnmobil ganz allein unterwegs. Sie möchte, wie wir, heute Abend nochmals die Lichtschau besuchen und freut sich, wenn sie nicht allein gehen muss. Peter nimmt die Filmkamera mit und ich brauche für einmal das Stativ, die Bilder aus dem fahrenden Bus sind unbrauchbar.

22. November 2013
Auf dem Highway 17 verlassen wir Charleston und reisen Richtung Südwesten. Der Highway 21 bringt uns über Beaufort, Ladys Island nach Hunting Island, wo wir zwei Nächte auf dem Statepark Camping verbringen werden. Nachdem wir eingerichtet sind fahren wir mit dem Velo zum Leuchtturm, denn zu Fuss kann man nur bei Ebbe dem Strand entlang gehen und diese ist heute erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit um fünf Uhr Nachmittags.

Es ist sehr warm und wir machen wieder einmal ein Campfeuer. Unsere dicken saftigen Rindersteaks schmecken lecker vom Grill.

23. November 2013 – Hunting Island Statepark
Bis ans Ende der kleinen Insel sind es nur sechs Kilometer. Die nächste Insel ist in Privatbesitz, das erfährt Peter, als er (ohne mich) eine kleine Zusatzrunde fahren möchte. Mit dem Fahrrad geht es auf der flachen Strasse ganz schnell vorwärts, aber weil wir heute sonst nichts mehr vorhaben stoppen wir beim „Marsh Boardwalk“, ketten unsere Räder an und wandern hinaus zur Plattform, wo wir uns mit ein paar anderen Besuchern ausgiebig unterhalten. Ausser den tausenden von kleinen Krebsen, die sich bei unserem Erscheinen sofort in ihre Löcher verstecken oder zumindest an deren Eingang flüchten, sehen wir ohne Feldstecher kaum ein Lebewesen. Der Blick über das Sumpfland ist phänomenal, wenn es im Sonnenlicht goldgelb glänzt.

Damit Peter doch noch auf seine Rechnung kommt fährt er die Zusatzrunde von einer guten Stunde vom Campingplatz in Richtung Norden und kommt gerade rechtzeitig vor einem kurzen heftigen Regen in den Camper zurück.

24. November 2013
Die Sonne scheint und ein frostiger Nordwind bläst als wir noch vor dem Frühstück am Strand die letzen Fotos von Hunting Island machen. Über die malerische Route mit vielen Brücken, die kleine Inseln miteinander verbinden, fahren wir zum Savannah Highway. Manchmal sehen wir von weitem Boote vermeintlich im Schilf stehen und entdecken erst im letzten Moment das Gewässer durch welches sie dahin gelangt sind. Weil das Wetter, entgegen der Vorhersage, noch wunderbar ist machen wir einen Abstecher nach Hilton Head, an dessen Ende wir die Ruinen von Fort Howell anschauen möchten. Der Eintritt kostet 5 $, aber mit dem Wohnmobil dürfen wir nicht hineinfahren. Zu Fuss wird uns auch kein Zutritt gewährt. Das ist Pech - oder 5 $ gespart? Die Rückblicke von Besuchern auf der Internetseite sind jedenfalls sehr kontrovers, wir haben vermutlich - ausser vielleicht einer schönen Aussicht - nicht viel verpasst.

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