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2013/2014
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Georgia (Küste) und Florida, USA

25. November 2013 - Red Gate Campground, Savannah
Wir haben für Savannah eine Trolley Tour gebucht, so lösen wir elegant das Problem „wie kommen wir in die Stadt“. Denn die Firma „Old Town Trolley Tours“ holt uns um 9.00 Uhr vom Campingplatz ab und bringt uns um halb fünf wieder nach Hause. Die Stadtrundfahrt mit verschiedenen Stopps dauert insgesamt 90 Minuten und wir können den ganzen Tag aus- und zusteigen wie es uns beliebt.

Schade, dass es so kalt ist. 10 C, klamme Finger und der kühle Nordwind lassen uns fast ein wenig frösteln. Wer sich länger als ein paar Tage Zeit nimmt sucht sich für die Stadtbesichtigung einen milderen Tag aus.
Savannah hat 22 Parks, sogenannte Squares, und viele restaurierte Häuser, die Altstadt ist eine der schönsten in den USA und zieht viele Touristen an.

26. November 2013
Vom Staat Georgia sehen wir leider nicht viel, nur die hübsche Stadt Savannah und Regen. Heute ist es zwar bis 21 C warm, aber es regnet während der gesamten ca. 2stündigen Fahrt entlang der Küste Georgias.

27. November 2013 - Country Oaks Campground, Kingsland GA
Nach einer Meile kommen wir nach Florida, wo der Verkehr gleich merklich dichter wird aber das Wetter leider noch nicht viel anders ist.

28. November 2013 - North Beach Camp Resort, FL
Ein kühler Wind bläst von Norden, doch auf dem Campingplatz sind wir ein wenig geschützt. Peter bereitet das Fahrrad vor um auf der Rolle zu trainieren. Dabei verliert er eine kleine Feder. Er sieht sie zwar herunterfallen, kann sie aber nicht mehr finden und bittet mich um Hilfe. Nach 10 Minuten erfolglosem Suchen auf dem mit Laub und Eicheln bedeckten Sandboden machen wir eine Denkpause. Wir müssen gezielter suchen. So mache ich mit dem Metermass ein Quadrat von 20x20 cm und fixiere mich jeweils auf diese kleine Fläche. So entdecke ich die Feder mühelos, und zwar genau da wo wir schon die ganze Zeit erfolglos gesucht hatten.

Um 15.00 wird auf dem Campingplatz ein Thanksgiving Dinner veranstaltet. Jeder bringt ein Gericht mit und das ganze wird zu einem schönen Buffet aufgebaut. Das Essen ist fein, die Unterhaltung in unserer Ecke ziemlich spärlich, wir sind ja am Essen – am anderen Tisch ziemlich laut, da ist eine Familie am Geburtstag feiern – und um 16.30 Uhr ist der ganze Spass bereits vorbei. Anders als bei uns geht man nach dem Essen sofort wieder seine eigenen Wege, ein gemütliches Beisammensein kennt man hier nicht.

29./30. November 2013
Unser Nachbar Gordon hat Peter zu einer Velotour eingeladen. Die Männer starten um 9 Uhr zu einer etwa 37 km langen Fahrt nach St. Augustine. Ich mache derweil mit seiner Frau Marilyn bei Ebbe einen Strandspaziergang.

Das Castillo San Marcos in St. Augustine wurde im 17. Jahrhundert von den Spaniern erbaut und deshalb erstaunt es uns nicht, in Sevilla und Barcelona hergestellte Kanonen zu finden. Das 1565 gegründete St. Augustine ist die älteste Stadt Amerikas und erlebte viele Schlachten, Belagerungen und Kriege. 1702 setzten die in Charleston stationierten Engländer die Stadt bei ihrem Abzug in Brand. Das Fort wird heute zusammen mit dem Fort Matanzas (weiter nördlich) vom Nationalpark Service verwaltet.

Marilyn und Gordon laden uns für Samstagabend zu Cocktails bei sich ein. In ihrem riesigen Wohnmobil ist mit je zwei Seitenauszügen im Wohn- und Schlafbereich lässt es sich fast wie zuhause leben. Sie bewirten uns grosszügig mit Häppchen und Wein und geben uns ein paar interessante Tipps für Florida, Alabama und Texas.

1. Dezember 2013
Wir haben uns bei Dominics Eltern angemeldet und überraschen Mary Anne allein zuhause, denn Frank trainiert für den Halbmarathon am nächsten Wochenende und kommt erst etwas später mit einem breiten Lachen von seinem Lauf zurück.

Mary Anne und Frank bringen uns zum Strand, wo sich die Manatees (Seekühe) gern im flachen Wasser aufhalten. Heute finden wir ein paar sehr aktive Delfine, die uns den neblig trüben Tag für einen Moment vergessen lassen, aber keine Seekühe. Danach zeigen sie uns das Städtchen New Smyrna Beach sowie den alten Teil westlich vom Fluss.

Das Nachtessen im Restaurant SoNapa ist ausgezeichnet und wir geniessen Gerichte, die wir im Wohnmobil so nicht zubereiten würden.

Am Abend tätigt Frank, für uns Reservationen im Disney Campground "Fort Wilderness" mit einem Riesen-Rabatt. Erist seit über 20 Jahren im Disney World als Musiker angestellt. Zudem offeriert er uns Gast-Eintritte für alle vier Themenparks. Zu diesem Zweck werden wir Frank am Dienstag um 11.30 Uhr beim Eingang zum EPCOT-Center treffen.

2. Dezember 2013
Wir erfüllen Franks Wunsch ein Stück in unserem Womo mitzufahren und besuchen zusammen das nahe Cape Canaveral National Seashore. Das Wetter spielt heute mit und als wir auf dem Rückweg zum "Turtle Mound" spazieren bietet sich die Möglichkeit für wunderschöne Aufnahmen.

Bei schönstem Wetter machen wir uns auf den Weg nach Disney World, wo wir im Fort Wilderness auf dem wunderbaren riesigen Campingplatz einchecken.

3. Dezember 2013
Der Campingshuttle bringt uns zur Haltestelle wo die Busse zu den verschiedenen Themenparks abgehen. Weil wir uns einem anderen Paar anschliessen, das vermeintlich weiss, wo es lang geht, besteigen wir den Bus, der in die Gegenrichtung fährt und steigen erst noch eine Haltestelle zu früh aus. Hätte der Busfahrer unseren Fehler nicht geahnt, hätten wir bis in alle Ewigkeit warten können. So kommt es, dass wir über eine Stunde brauchen, bis wir an unserem Bestimmungsort sind. Glücklicherweise haben wir viel Zeit eingeplant und kommen trotz kleiner Verspätung noch vor unserem Gastgeber am Treffpunkt beim Fahnenmast an. Wer so wie wir denkt, Disney sei nur etwas für Kinder, der täuscht sich gewaltig und wird bald eines besseren belehrt. Es macht richtig Spass, die verschiedenen Attraktionen zu besuchen und auch als Erwachsener kann man bei vielen Themen einiges an Wissen dazu lernen.

Frank übergibt uns die Gästekarten und lässt diese am Eingang zusammen mit seinem Pass aktivieren. Dann rät er uns, unbedingt als erstes für Soarin‘ einen „Fastpass“ zu erstehen, ein solcher verhindert Wartezeiten, in diesem Fall wären es 70 Minuten. Er begleitet uns und erbittet die entsprechenden Karten vom Wachmann, denn mit der Gästekarte hätten wir eigentlich kein Anrecht auf diesen Vorteil. So können wir heute Abend zwischen 21.00 – 21.30 Uhr hingehen und profitieren von einer Wartezeit von lediglich 10 Minuten.

In „Living with the Land“ erleben wir eine naturnahe Präsentation vom Leben auf der Erde, fahren durch Treibhäuser und am Ende sogar durchs Labor Dank den Insider-Tipps können wir Rosinen picken und besuchen nur die besten Attraktionen. Der Canada Rundumfilm ist überragend, daneben verblasst die hübsch gemachte Präsentation von Norwegen gänzlich. Im „Spaceship Earth“ erleben wir die Geschichte der Kommunikation von der Steinzeit bis ins frühe Computerzeitalter und auf dem Fast-Track nehmen wir an einer rasanten Spritzfahrt teil.

Wir wechseln zum ältesten Themenpark, dem „Magic Kingdom“, bestaunen das Märchenschloss und besuchen im Adventureland das „Swiss Family Robinson Treehouse“ - als ob wir Schweizer auf den Bäumen leben würden – besteigen das Boot der „Pirates of the Caribbean“ und machen, bereits im Dunkeln, die aufregende „Jungle Cruise“ mit. Zurück im Epcot treffen wir uns „in Deutschland“ zwischen zwei Musikshows mit Frank. Wir möchten gern etwas essen, doch leider können wir heute fürs Buffet keinen Platz mehr reservieren. Die Oktoberfest-Musikanten sind das Glanzstück im Biergarten. Frank, 69, spielt Schlagzeug und beim Zuschauen/-hören wird uns klar, weshalb es ihm so schwer fällt, sich pensionieren zu lassen. Er liebt das Musizieren über alles und strahlt auf der Bühne seine riesige Freude aus.

Soarin‘ bietet einen atemberaubenden Ausblick über Kalifornien, diese Attraktion bleibt bis zum Ende unser Top-Favorit. Wir heben ab und soaren für ein paar Minuten über die Golden Gate Bridge, einen Flusslauf, den Ozean, die Wüste, Wälder, Berge, Städte, Seen - einfach sensationell!

Ein paar Zahlen zu Disney World Orlando: Disney World umfasst insgesamt 270400 acres (1095 km2), die Hälfte davon ist bisher erschlossen. Es gibt fast 400 Busse, sechs davon fahren ausschliesslich im Campingplatz. 65'000 Mitarbeiter finden hier Beschäftigung und täglich kommen bis zu 200'000 Besucher. Wenn man das alles umrechnet findet man schnell heraus, dass die hohen Eintrittspreise absolut gerechtfertigt sind.

4. Dezember 2013
Heute treffen wir uns mit Mary Anne beim Eingang zum Animal Kingdom. Sie hat sich bereit erklärt, uns um 09.30 Uhr zu treffen und uns heute, wie Frank gestern, als ihre Gäste einzuchecken.

Mary Anne empfiehlt uns die interessantesten Attraktionen und kommt mit bis "nach Africa" zur Kilimanjaro Safari. Die Wartezeit von ca. 30 Minuten wird mit einer sensationellen Tour durch den Tropenwald und die afrikanische Savanne belohnt. Nashörner, Gnus, Springböcke, Elefanten, Nilpferde, Straussen, Giraffen und dabei wird uns erzählt, diese Tiere hätten in ihrem grosszügigen Lebensraum genügend Nahrungsresourcen ohne dass sie gefüttert werden müssten. Danach spazieren wir durch den Tropenwald wo Gorillas, Nilpferde und exotische Vögel zuhause sind.

Auf dem Rückweg besuchen wir im "Camp Minnie-Mickey" das 30minütige Spektakel "Festival of the Lion King". Ehrlich gesagt macht das grad Lust aufs Musical.

Wieder im Epcot haben wir noch Zeit für den Besuch des 14minütigen 360° Films in "China". Er ist ähnlich aufgemacht wie der Kanada-Film und gefällt uns sehr gut.
Die zwei wundervollen intensiven Tage in Disney World schliessen wir mit dem "Deutschland"-Besuch im Biergarten mit Oktoberfest-Buffet und Livemusik ab. Frank ist der Franzl bei den Oktoberfest Musikanten, er spielt das Schlagzeug und heute auch die Solo-Einlage mit der „Wooden Laughter”, einem Holz-Xylophon.
Tico, unser Kellner (das hat Frank arrangiert), ist aus der Bodensee-Region, aber schon seit 30 Jahren für Disney tätig. Wir sitzen in der 1. Reihe und schwingen sogar zu einem Stück das Tanzbein - so hat das Dessert besser Platz;)

5. Dezember 2013
Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Disney und reisen weiter bis kurz vor Fort Lauderdale.

Intakte Zitrusanbauten gibt es noch, doch auf unserem Weg sehen wir nur wenige. Bei einigen mangels Rendite aufgegebenen Pflantagen prangen Schilder wie "26 acres for sale" (Land zu verkaufen).

6. Dezember 2013 - Juno Ocean Walk RV Resort
Am Morgen steigt Peter für eine Stunde aufs Rad. Die A1A dem Strand entlang hört Richtung Süden leider schon nach etwa 4 Meilen auf und deshalb fährt er halt noch ein Stück weiter in den Norden.

Nach Fort Lauderdale fahren wir südlich von Palm Beach etwa 50 km auf der malerisch schönen Küstenstrasse A1A. Am Abend laden wir unseren Neffen Chrys, der in Fort Lauderdale Englisch studiert, zum Nachtessen ein. Unser Campingplatz liegt direkt an der Buslinie mit welcher er von der Schule nach Hause fährt. Er wohnt Luftlinie nur etwa einen Kilometer von hier, der Strasse entlang ist es wegen dem Kanal allerdings etwas weiter.

7. Dezember 2013 - Paradise Island RV Resort
Zum ersten Mal auf dieser Reise lädt das Meer zum Baden ein. Wir fahren mit dem Bus Nr. 72 zum Strand, das ist sehr einfach, denn die Stecke führt geradeaus Richtung Osten und es fährt ca. alle 20 Minuten ein Bus. Dieser wird zwar vorwiegend von Schwarzen genutzt, aber das stört uns nicht.
Am Abend kommt Chrys wieder zum Essen und als er mit dem von seiner Gastfamilie geliehenen Rad heimfährt wird er ganz schön geduscht, denn kaum ist er abgefahren beginnt es auch schon heftig zu regnen. Seine Rückmeldung kommt postwendend bei der Ankunft zu Hause: „Dusched han i auscho“ – aber der nette Abend und das feine Essen machen diese Unannehmlichkeit längstens wett, er nimmt es uns nicht übel, dass wir ihn im falschen Moment haben heimfahren lassen.

8. Dezember 2013
Der Verkehr ist noch nicht so dicht und die Temperatur am Morgen früh angenehm kühl. Deshalb beschliesst Peter, noch vor dem Frühstück mit dem Rad direkt zu Strand und ein Stück der A1A entlang zu fahren.
Es hat uns gestern so gut gefallen im Meer zu schwimmen, dass wir heute grad nochmals an den Strand wollen. Diesmal läuft es nicht ganz so reibungslos ab, denn am Sonntag gibt es nur alle 30 Minuten einen Bus und dass ausgerechnet derjenige auf welchen wir warten 25 Minuten Verspätung hat und dann bei uns ohne anzuhalten vorbeirauscht ist schon ein bisschen Pech. Wir haben trotzdem noch genügend Zeit für einen erfrischenden Schwimm in den Wellen und freuen uns über das angenehme Wetter in diesen Breitengraden.

9. Dezember 2013
Key Largo heisst der erste Zwischenhalt nach Key West. Es ist fast unerträglich heiss, doch bei unserem Platz an der Wasserfront bläst eine etwas kühlere Brise. Wir geniessen die warmen Abende, wo wir mit kurzen Hosen draussen sitzen können. Ein Kubaner, der hier lebt, lädt uns spontan für Donnerstag zum Nachtessen ein. Offenbar gefällt es ihm, dass sich Peter ein bisschen in Spanisch mit ihm unterhält. Wir wissen noch nicht einmal wie er heisst, sondern nur dass er auf Platz 58 wohnt.

In den ganzen Keys kommt das Wasser vom Festland, das sind hunderte von Kilometern Wasserleitungen für tausende von Bewohnern und Touristen. Das führt dazu, dass die Wasserrechnungen oft teurer sind als die Stromrechnungen.

10. Dezember 2013 - Calusa Campground, Key Largo
Der Highway Nr. 1 führt über viele durch Brücken oder Dämme verbundene Inseln nach Key West und allein schon die Fahrt ist eine Reise wert. Auf dem Ausflug nach Key West buchen wir im Visitercenter für morgen um eins eine 3stündige Schnorcheltour zum Korallenriff. Heute schlendern wir ein wenig im Hafen herum und durchs Städtchen und besuchen zu guter Letzt den südlichsten Punkt auf dem Festland der USA.

11. Dezember - Big Pine Key Fishing Lodge
Wir neigen normalerweise nicht dazu grosse Hoffnungen zu hegen, doch vom Schnorcheln haben wir definitiv mehr erwartet und sind ziemlich enttäuscht. Wir sehen kaum Fische, wenige Korallen und Farben leider gar keine. Kommt hinzu, dass wir im hohen Wellengang leicht seekrank werden. Zurück auf dem Katamaran fragt kein einziges Crewmitglied, wie es uns gefallen hat und was wir gesehen haben. So ist uns das noch nie passiert und wir schliessen daraus, dass die Veranstalter genau wussten, dass es nicht viel zu sehen gab. Schade, wir hatten uns wirklich auf diesen Ausflug gefreut.

Den Sonnenuntergang lassen wir aus, denn wir wollen unser Glück nicht herausfordern. Es ist stark bewölkt und wir hoffen, wie bereits auf dem Hinweg, auch auf dem Rückweg trocken durchzukommen. Und wir haben recht, denn kaum haben wir das Motorrad fertig aufgeladen, unsere Sachen gereinigt und versorgt, beginnt es zu regnen - kurz nur, aber dafür heftig.

12. Dezember 2013
Der Kubaner, der uns eingeladen hat heisst eigentlich Jorge, wird aber von allen Tito genannt. Er ist ein ausgezeichneter Koch und er offeriert uns ein typisches kubanisches Essen: Yucca mit Specksauce, Reis, schwarze Bohnen, gebratenes Schweinefleisch Sein Nachbar Alberto ist mit von der Partie und obwohl er schon über 50 Jahre in den USA (Miami) ist spricht ein furchtbar schwer verständliches Englisch. Tito lebt auch schon über 20 Jahre in Miami, er zieht es vor Spanisch zu sprechen, weil sein Englisch ziemlich kümmerlich ist.
Tito hat in Kuba vor der Revolution (1959) ein luxuriöses Leben geführt. Als bei einer brasilianischen Firma angestellter Händler hat er monatlich 4000 US $ verdient. Als Mitglied im „Club Inglés“ zum Beispiel, hatte er sein eigenes mit Namen angeschriebenes Gedeck, inkl. Teller und Besteck. Zum Vergleich: heutzutage vierdient ein Angestellter in Kuba umgerechnet 40 $ monatlich. Damit kann man offenbar leben, weil die Grundnahrungsmittel günstig sind und man für die gesamte Gesundheitsversorgung Arzt, Zahnarzt, Spital, Medikamente sowie für die Ausbildung, inkl. Universität, nichts bezahlen muss. Wie viele reiche Kubaner hatte auch Tito grosse Neider bei den schlecht bezahlten Staatsangestellten, die die Macht besassen „die Schrauben anzuziehen“ und ihm das Leben zu vermiesen, bis er sich entschliessen musste, die Insel zu verlassen und in die USA einzuwandern. Kubaner sind die einzigen, welche die sofortige Niederlassungsbewilligung in den Vereinigten Staaten erhalten sobald sie einen Fuss auf Amerikanisches Staatsgebiet gesetzt haben. In Miami baute Tito eine Kleiderkette mit 20 Verkaufsläden auf, wo er vorwiegend Damekleider aus Indien angeboten hat.
Vor vier Jahren qualifizierte er sich in Costa Rica dafür das Land an der Poker WM auf den Bahamas zu vertreten. Dort gewann er als 7. nur gerade 60'000 $, sagt er etwas enttäuscht, denn der erste Platz wäre 5 Mio. $ wert gewesen.

13. Dezember 2013 - Calusa Campground, Key Largo
Über Homestead fahren wie in die Everglades: Dank den vielen Kanälen kann das ehemalige Sumpfland urbar gemacht werden und die weiten Felder erinnern uns grad an Südamerika, weil wir viele dunkelhäutige Menschen die Feldarbeit verrichten sehen.

Der Parkranger mit deutschem Namen (Keith Singer) erzählt uns seine halbe Familiengeschichte, seine Vorfahren sind schon 1710 nach USA ausgewandert.

Beim ersten Holzsteg "Royal Palm" sehen wir schon ganz viele Tiere: Verschiedene Vögel, Fische, Schildkröten und drei riesige Alligatoren. Weil es aber momentan so feucht ist konzentrieren sich die Tiere nicht auf die Teiche oder Tümpel sondern verteilen sich im 6'000 km2 grossen Park.

14. Dezember 2013 - Everglades Nationalpark, Flamingo
Auf der Bootsfahrt durch den Buttenwood Kanal zum Bear Lake und in die Whitewaterbay sehen wir als erstes gleich schon Krokodile, White Herons (Reiher?) und natürlich Mangroven. Aber von diesen Mangroven gibt es verschiedene und wenn man genauer hinschaut kann man sie auch sehr gut voneinander unterscheiden. Die Stamm-/Astfarben geben den drei Arten ihre Namen. Was man allerdings nicht einfach so sehen kann sondern wissen muss ist folgendes: Bei den roten Mangroven wird das Salz bereits von den Wurzeln absorbiert. Bei den weissen und schwarzen Mangroven jedoch absorbieren die Blätter das Salz.
Butterfly Orchideen wachsen auf abgestorbenen Mangroven, das Alter dieser abgestorbenen Mangroven wird auf 500 - 750 Jahre geschätzt.
Mangrovensamen überleben 1 Jahr im Wasser und wenn sie fruchtbaren Boden finden spriessen sie innerhalb nur einer Stunde. In den Everglades gibt es einen der giftigsten Bäume der Welt, den „Mancheneel“: Er trägt kleine giftige Äpfel, auch der Saft ist tödlich, bei Regen soll man sich nicht unterstellen, das von ihm tropfende Wasser verbrennt die Haut; Dämpfe von brennendem Holz des Baums können Blindheit verursachen und beim Inhalieren zum Tod führen.

Der Lebensraum in den Everglades ist nicht geschaffen für Menschen. Schaffen es die Mücken nicht unsere Spezies fernzuhalten, so fegt ab und zu ein Hurrikan übers Land, um unser Eindringen in die Natur zu vermindern. 2005 hat der Hurrikan Wilma im Oktober in Flamingo grosse Zerstörung angerichtet und auch die Lodge komplett vernichtet. Bis heute ist diese noch nicht wieder fertig aufgebaut.

Auf die Frage, wie es im Juni hier unten sei antwortet der Ranger: die Hölle. Gehst du nach draussen, atme nicht ein - du würdest Moskitos inhalieren. Nimmst du nur eine Mücke war so ist es bereits zu spät, denn im nächsten Moment umschwirren dich bereits tausende.

15. Dezember 2013
Wir sind mit der momentanen Mückenplage nicht zurechtgekommen und flüchten nach zwei Tagen von diesem eigentlich sehr schönen Platz. Während der Fahrt sehen wir wieder sehr viele Vögel, Aasgeier, Fischreiher, Silberreiher, Raben, Adler…

Auf der Scenic Route Nr. 94 und im Visitor Center des Big Cypress National Preserve liegen die Alligatoren zum fotografieren herum, sie sind zwar wild, aber das kommt hier nicht richtig zur Geltung, doch das Beste liegt noch vor uns: Entlang dem Tamiami Kanal (Hwy 41) ist es wie auf einer Safari. Es hat vermutlich dutzende von Alligatoren, hunderte von Reihern der verschiedenen Arten, denn das was wir von unserem erhöhten Führerstand aus sehen können dürfte nur einen Bruchteil des wirklichen Bestands ausmachen. Wir sind richtig begeistert auf der heutigen Fahrt Richtung Westen.

Auf Chocoloskee Island stoppen wir gleich beim ersten RV Park und werden von drei Frauen empfangen. Nachdem sie sich die Liegenschaftshändlerin vergewissert hat, dass unser Fahrzeug ein Camper ist begleitet sie Peter im Golfcart zum Büro. Wir bekommen einen schönen Platz – nicht ganz am Wasser – und mit weniger Moskitos als die letzten beiden Nächte. Allerdings gibt es hier die „Noseems“, kleine auf der Haut kaum sichtbare Insekten, die zwar auch eklig beissen, aber einem nicht zusätzlich noch schlafraubend um die Ohren surren.

Es regnet (ein wenig). Macht nichts, denn "noch em Räge schiint d Sonne" ...

Und weshalb wir unsere Reisepläne kurzfristig umstellen und nochmals über Fort Lauderdale fahren erzählen wir in unserem nächsten Bericht.

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