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2013/2014
Nordamerika

Reiseberichte

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Florida, USA

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Florida, USA

15. Dezember 2013
Beim Zusammenstellen seines Fahrrads stellt Peter fest, dass der Sattelfeststeller fehlt und wir suchen ihn erfolglos. Vielleicht ist er ihm schon beim Einladen abgefallen. Er hat das Velo in Fort Lauderdale das letzte Mal gebraucht und deshalb bitten wir unseren Neffen Chrys, der dort die Sprachschule besucht, nochmals zum Campingplatz zu gehen und dort im Gras nach dem fehlenden Teil zu suchen. Hoffentlich haben wir Glück!

16. Dezember 2013 - Outdoor Resorts Chokoloskee Island
Wir gönnen uns ausnahmsweise ein Mittagessen im nahen Cafe Havanna: Peter entscheidet sich für frischen Mahe Mahe, einen Fisch aus dem Golf von Mexiko und ich esse die Krevetten an einer rassigen Sauce mit Peperoni und Zwiebeln auf Reis.

Gegen Abend folgt dann eine kleine Erfolgsgeschichte: Chrys fährt nach der Schule mit dem Bus zum Campingplatz um das verlorene Befestigungselement für den Velosattel zu suchen. Er meldet sich bei der Rezeption und sucht den Platz, wo wir gestanden haben, minutiös ab. Nach einer Viertelstunde schreibt er, er spiele „Rasenmäher“ und habe noch nichts gefunden. Er spricht mit Nachbarn, doch keiner hat etwas gesehen – und der direkte Nachbar komme in etwa 10 Minuten wieder zurück. – Amerikanische Minuten, da weiss man nie so genau wie lang das dann wirklich ist. Wir danken Chrys für seinen Einsatz und sagen ihm, er solle die Suche abbrechen, wir würden das Teil heute in Kanada bestellen, denn wir hatten am Vormittag unsererseits die Abklärungen in diese Richtung bereits getroffen. Diese Fahrradmarke ist in USA leider nicht vertreten und deshalb ist es uns so wichtig. Doch Chrys lässt nicht locker, wartet auf den fehlenden Nachbarn und schreibt uns kurz darauf, dieser sei eben eingetroffen und er hätte tatsächlich ein schwarzes Plastikteil mit zwei Schrauben gefunden. Jetzt beginnt die Suche seinerseits im Wohnmobil, denn er kann sich nicht mehr erinnern, wo er das Stück verstaut hat. Der Mann sucht völlig planlos, bevor Chrys den Gedanken äussert, es könnte doch auch im Auto sein, das gleich neben unserem damaligen Platz steht. Und tatsächlich, nachdem das ganze Durcheinander im Auto untersucht ist, kommt das Teil zum Vorschein. Zur Sicherheit bekommen wir per WhatsApp gleich ein Foto zugestellt – und Peter ist überglücklich, obwohl das bedeutet, dass wir unsere Reisepläne ändern und sofort nochmals nach Fort Lauderdale fahren werden – „from coast to coast“.

17. Dezember 2013
The Grooves RV Resort ist der günstigste wirklich gut ausgestattete RV Park in Florida, den wir bisher angetroffen haben (mit 50 % Passport America Rabatt zahlen wir 19 $ pro Übernachtung für „Full Hook up“, mit Schwimmbad, Clubhaus und sauberen grosszügigen sanitären Einrichtungen.

Wir besuchen Sanibel Island. Die Fahrt mit dem Motorrad über den Sanibel Causeway ist wunderschön. Die Strasse auf der Insel selber führt durch die Mitte und es hat furchtbar viel Verkehr. Vom Strand sehen wir nur etwas als wir am südlichen Ende parken und zu Fuss hingehen. Wir staunen über den weissen feinen Sand und erfreuen uns an den Delphinen, die in der Nähe hin und her schwimmen.

Immer wieder kommen Nachbarn und Camper vom ganzen Platz um uns über das Wohnmobil und unsere Reise auszufragen. Die Leute sind sehr freundlich, aber es ist hier ganz extrem wie viele Auskünfte von uns erbeten werden.

18. Dezember 2013 – My Grove RV Resort Fort Myers
In Fort Myers Beach möchten wir einen Blick über die Bay werfen, doch die Enden der Sackgassen sind meistens privat. Wir landen in einer wo der Postbote am Pakete austragen ist. Er gibt uns einen guten Tipp: An der Hercules Street gebe es einen Bootssteg von dem aus wir schöne Bilder machen könnten.

Die Insel ist zwar sehr touristisch aber äusserst sympatisch. Am Südende hat es Gratisparkplätze und wir spazieren zum nahen Strand. Wir sind erstaunt, dass es hier so viele Hunde hat und diese sich frei tummeln dürfen. Auf die Frage an einen Hundebesitzer erfahren wir, dass dies der Hundestrand sei. Auf dem Rückweg studieren wir dann auch die entsprechenden Schilder. Alles klar – dies ist neu für uns!

19. Dezember 2013
Wir durchqueren Florida auf dem Hwy 80 und von South Bay am Lake Okeechobee auf dem Hwy 37 südöstlich nach Ft. Lauderdale. Dieser letzte Teil ist ganz offensichtlich die Lastwagen-Route. Vom See sehen wir leider gar nichts, denn ein hoher Damm schützt die südlichen Felder vor Überflutung. Die Abflüsse wurden vor vielen Jahren kanalisiert um das Land urbar zu machen. Es gibt riesige Zuckerrohr Plantagen und wir sind am Beginn der Erntezeit.

In der Sawgrass Mill Mall in Fort Lauderdale finden wir unzählige „Outlet Shops“. Die Markenartikel sind teilweise bis 70 % günstiger und die Auswahl ist riesig.

Bevor wir zu Chrys' neuer Gastfamilie fahren haben wir noch Zeit für einen längst fälligen Haarschnitt und den Grosseinkauf vor Weihnachten. Wir dürfen unser Fahrzeug auf dem Vorplatz parken und werden sogar zum Essen eingeladen. Weil wir aber bereits hungrig sind bereiten wir unser Nachtessen selber zu und teilen es mit Chrys, der soeben von der Schule nach Hause kommt.

Danach gesellen wir uns zu der Gastfamilie und verbringen einen sehr angeregten Abend mit interessanten Menschen. Die Themen sind vielfältig und reichen von der Paris-Dakar Rallye, wo Jean Charles, Chrys‘ Mitbewohner aus Frankreich, drei Mal teilgenommen hat, über Solarenergie und Elektrofahrzeuge bis zu in den Niederlanden hergestellten fliegenden Autos, von denen Steve, ein Freund der Familie, absolut überzeugt ist, dass sie in Kürze in Produktion gehen werden.

Um Mitternacht richtet mir Chrys das neue Progrsmm zum Aktualisieren der Website ein, weil ich mit dem alten aus Sicherheitsgründen von USA her keinen Zugriff mehr erstellen kann. Danach muss er noch die Präsentation für den letzten Schultag vorbereiten.

20. Dezember 2013 - SW 19 Street, Fort Lauderdale
Wir verabschieden uns zum zweiten Mal von unserem Neffen, der ab Morgen seinen weiteren Aufenthalt in USA organisieren muss, und fahren bis Fort Pierce auf der Autobahn I-95 um von Vero Beach auf die Strandnahe A1A zu wechseln.

Im Sebastian Inlet State Park bekommen wir den zweitletzten verfügbaren Platz und machen wieder einmal ein schönes Campfeuer mit dem erst kürzlich erstandenen Feuerholz. Uns schmecken die Rindersteaks gegrillt am besten und die restliche Glut reicht gerade für zwei köstlich riechende Campofen-Brote.

21. Dezember 2013 - Sebastian Inlet State Park
Ohne die tausenden von Sandflöhen wäre dieser State Park ein Paradies. Peter kann angenehm Rad fahren und ich habe die Möglichkeit für Strandspaziergänge und zum Fotografieren. Wir werden uns leider noch lange mit gemischten Eindrücken an diesen Platz erinnern, denn wir erleiden dutzende von Bissen an Armen, Beinen und sonst wo, die fürchterlich jucken und uns zeitweise sogar den Schlaf rauben.

Wir sind heute bei Frank und Mary Anne eingeladen, Suzie und Dominic sind schon da als wir um vier bei ihnen eintreffen. Wir freuen uns, die Festtage mit guten Freunden verbringen zu dürfen. Dominics Bruder kommt mit seiner Frau Mary Margret und ihrem Sohn Isaak vor dem Nachtessen an und jetzt ist das Haus voll und die Party komplett.

Nachts um halb elf, als wir grad ins Bett gehen wollen, klopft es an unserer Tür und – Riesen-Überraschung – Chrys schaut zum Küchenfenster herein. Er hat sich in Fort Lauderdale ein Auto gemietet und ist am Abend nach New Smyrna Beach gefahren. Wir hatten die Adresse da gelassen, für den Fall, dass er Weihnachten mit uns verbringen möchte. Wir freuen uns gewaltig über sein Erscheinen, machen für ihn das Bett in der Fahrerkabine bereit und verstauen seine sieben Sachen vorerst einmal notdürftig.

22. Dezember 2013 - New Smyrna Beach
Frank und Dominic bereiten einen reichhaltigen Brunch zu mit Pancakes, Ahornsirup, gebratenem Speck, Rührei und Fruchtsalat. Suzie und Peter fahren mit dem Rad zum Cape Canaveral National Seashore, während die heutigen Köche damit beschäftigt sind das Nachtessen zuzubereiten. Ansonsten verbringen wir einen ziemlich faulen Tag mit viel feinem Essen und angeregter Unterhaltung.

23. Dezember 2013
Der Strandstrasse entlang spazieren wir zum Steg beim Spielplatz, wo wir einen unserer temporären Nachbarn antreffen. Wir sind gespannt, ob wir heute vielleicht Manatis, die für diese Region typischen Rundschwanzseekühe sehen würden. Doch der Mann erzählt uns er hätte bereits seit zwei Wochen keine mehr gesichtet, denen sei es wohl zu kalt geworden. Wie beim letzten Mal erblicken wir wieder „nur“ Delphine, Pelikane und Möwen. Heute essen wir auswärts – unsere Wohnmobilküche ist nicht eingerichtet um sieben Personen zu verpflegen – und wir laden unsere Gastgeber zum Nachtessen ins Restaurant ein.

24. Dezember 2013
Wir transferieren nach Odessa an die WestküsteFloridas zu Debbie, Suzies Schwester, und fahren dann weiter zu Karen und Hank, den Eltern, um heute in ihrem Haus zu feiern. Da lernen wir Bill, Karens interessanten Bruder kennen. Bill hat als Arzt 6283 Kindern auf die Welt geholfen. Mit Debbie und ihrem Freund Jim dürfen wir nach dem Essen von Sun City wieder zurück nach Odessa fahren.

Bereits der Apéro ist lecker, an den Riesencrevetten mit der feinen Sauce könnte ich mich schon sattessen, da hat es für Karens feine Frischkäse-Kreation mit Crackers kaum mehr Platz. Zum Essen gibt‘s knackigen Salat, Süsskartoffel-Würfel, Käsemakkaroni, saftigen Honigschinken (in Scheiben vorgeschnitten), Spargeln und zum Dessert: Eiscreme, Chocolate Fudge und Cake.

Chrys macht Karen glücklich indem er Candy Crush, ein momentan topaktuelles App auf ihr Android phone lädt, damit sie nicht nur auf dem Tablet spielen kann.

25. Dezember 2013 - bei Debbie(Suzies Schwester) in Odessa
Suzie verbringt den Tag mit ihren Eltern und so unternimmt Dominic mit Peter eine 30 km lange Radtour.

Die quirlige Debbie, mit ihren Töchtern Nicole und Gianna und Sohn Jerry, lädt heute zum grossen Weihnachtsessen ein. Familie, Freunde und Nachbarn sind eingeladen, insgesamt etwa 25 Personen. Der 30 Pfund Truthahn, der saftige Schinken und die vielen anderen Speisen würden für grad nochmal so viele Leute reichen. Der gesprächige Ron arbeitet in einer Schönheitsklinik und unterhält die Tischgesellschaft mit seinen Erzählungen. Er führt Haartransplantationen aus, kennt sich aber auch in allen anderen Bereichen gut aus und weiss zu berichten, sie hätten im letzten Jahr überdurchschnittlich viele Brustoperationen in „TheVilages“, einem Wohngebiet für über 55jährige, vorgenommen. Seine Verliebte (natürlich: Verlobte) Iris aus Costa Rica muss neben ihm nur schön aussehen.

26. Dezember 2013
Wir haben gerade noch Zeit, die Website zu aktualisieren, bevor Suzie und Dominic zum Radfahren bereit sind. Die zu viel zugefügten Kalorien wollen wieder abgestrampelt werden.

27. Dezember 2013
Unser Nachbar aus Tampa erzählt er hätte zwei Affen im Wohnmobil. Wer kommt denn auf so eine Idee? Wir dürfen sie anschauen, wollen aber nicht mit Fotografieren stören. Dies seien „Service Animals“ und er hätte sie in Pflege. Der junge Affe ist noch nicht platziert und ein 26jähriges Affenweibchen, das 10 Jahre bei einer Tetraplegikerin war, die kürzlich an Krebs gestorben ist, verbringt bei ihm die Trauerphase bevor es einem neuen Bedürftigen zugeteilt werden kann. Wir erfahren mehr unter „www.monkeyhelpers.org“ und finden dort auch dieses Bild von Daisy (dem Affenweibchen).

28. Dezember 2013 – KOA Campground St. Petersburg
St. Petersburg ist eine lebendige Stadt und wir machen mit dem“ City Looper“ für 50 Cents eine kleine Stadtrundfahrt. So machen wir uns ein Bild von der Stadt und entscheiden, was wir uns übermorgen ansehen möchten.

Im Bus treffen wir einen 71jährigen gebürtigen Puerto-Ricaner der lange in Vietnam war und uns erzählt, er hätte 1985 in Genf gegen den damaligen Schweizer Federgewichtsweltmeister einen Boxkampf ausgetragen. Wir kennen uns im Boxsport nicht aus und finden im Internet keinen Hinweis zu einem solchen Anlass – ist ja auch schon ein Weilchen her.

30. Dezember 2013
Die lange Busfahrt in die Stadt wird uns durch angeregte Unterhaltung mit einem behinderten Ladenbesitzer verkürzt. Er kann kaum mehr gehen und bewegt sich seit 8 Jahren mit einem Segway fort. Die Ärzte sagen ihm er leide an einer seltenen Form von MS, er ist jedoch überzeugt, dass seine Krankheit in Zusammenhang steht mit von ihm durchgeführten chemischen Tests in den 70er Jahren, die das Immunsystem beeinträchtigen.

Wir besuchen das Dali Museum, und sogar Peter ist begeistert, obwohl er ursprünglich gar nicht mitgehen wollte. Wir erhalten einen Audioguide und erfahren einiges über das Leben und Schaffen des exzentrischen Künstlers. So ist es auch einfacher, seine Bilder zu verstehen. Dass ihn seine Eltern nach seinem mit neun Jahren verstorbenen Bruder Salvador genannt hatten, machte sein Leben nicht gerade einfach. Wer war er nun? War er nun er selbst – oder war er die Kopie seines neun Monate vor seiner Geburt verstorbenen Bruders? Vielleicht wollte er der Welt deshalb beweisen, dass er einzigartig war.

Vor der Besichtigung der unglaublichen Chihuly Glas Collection verfolgen wir die Demonstration eines Glasbläsers, welche von einem Präsentator/Gehilfen Schritt für Schritt erklärt wird. Im Gegensatz zur Glasbläserei in Hergiswil, wo Klarglas hergestellt wird, fügen die Künstler hier Farbe bei und erzeugen so eine ganz andere Art dieser fragilen Kunstwerke.

Aus der Kollektion von Chihuly könnte man zu Preisen zwischen 4‘600 und 8‘500 US $ Stücke einer limitierten Anzahl von Glasobjekten (2500 Stück pro Design innert 4 Jahren) kaufen. Da begnügen wir uns doch lieber mit ein paar schönen Fotos – die sind dann auch nicht so zerbrechlich und können erst noch relativ problemlos verstaut werden.

Der von Seattle stammende Glaskünstler Dale Chihuly hatte 1975 einen schweren Autounfall bei dem er ein Augenlicht verlor und die eine Schulter schwer verletzte. Danach war es für ihn zu gefährlich selber Glas zu blasen, weil sein Gleichgewichtsystem stark beeinträchtigt war. Zusammen mit seinem Team kann er aber seine phänomenalen Ideen und Träume glücklicherweise trotzdem noch verwirklichen!

Die Leute im Bus sind allgemein ziemlich gesprächig! Und manchmal müssen wir uns umsehen um festzustellen ob nicht wieder jemand lautstark Selbstgespräch führt. Doch nein, diesmal unterhalten sich ein paar Schwarze singend über günstige “Sneaker“ Einkäufe (Turnschuhe) - wie sie sagen - und die Dame schräg vor uns erzählt von ihren Weihnachtsferien in Boston.

31. Dezember 2013
Peter fährt mit dem Rad bis zum Ende des Bike Trails im Norden, der wie vielerorts die frühere Bahnlinie „ersetzt“ (from Rail to Trail). Chrys und ich schnallen unsere Inline Skates an, fahren ein Stück in die entgegengesetzte Richtung und verbinden den Sport mit einem Einkauf.

Das Silvester Menu bereiten wir auf dem Grill zu: Es gibt Olivenbrot, saftige Rind- und Schweinesteaks, Kartoffeln und Gemüsezwiebel im Feuer und einen gemischten Salat dazu. Das Dessert, leckere Ben & Jerrys Eiscreme, verschieben wir auf morgen, denn wir sind so satt.

Sytske und Bas aus Holland haben für 10 Tage einen Miet- Camper gewonnen und sie feiern mit uns den Jahreswechsel.

1.Januar 2014
Eine kleine Zwischenbemerkung: Vor 100 Jahren fand der erste bezahlte Passagierflug der Geschichte statt und zwar von St. Petersburg, wo wir gerade sind, nach Tampa.

Wir beginnen das neue Jahr mit einem entspannten Tag und geniessen zwischendurch im Regen das heisse Sprudelbad, von dem wir hinterher ganz groggy sind.

2. Januar 2014
Chrys fährt mit einem Mietwagen von Clearwater zurück nach Ft. Lauderdale. Kurz bevor wir ihn absetzen erfährt er, dass er heute Abend eine Unterkunft hat. Wir können ihn also beruhigt fahren lassen.

Es beginnt zu regnen, wir reisen definitiv in die falsche Richtung. Im eigentlich schönen Crystal Isle RV Resort sieht es etwas trostlos aus mit den riesigen Pfützen und dem schlammigen Boden. Es kann definitiv nur besser werden.

4. Januar 2014 - Crystal Isle RV Park
Entlang den Ufern des Crystal River State Parks und in den herumliegenden Gewässern liegt das Zuhause der Rundschwanzseekühe, auch Manatis genannt. Diese Tiere sollen ganz friedlich sein und man kann im warmen Quellwasser (22°C) mit ihnen schwimmen. Doch warmes Wasser allein reicht mir nicht – die Luft ist kühl und der Himmel bedeckt, wohl deshalb reizt es mich nicht mit diesen schwerfällig aussehenden Viechern im Wasser zu tummeln. Aber Peter kann nicht widerstehen, er wagt das Abenteuer und ist rundum begeistert. Er bringt unglaublich viele Fotos mit zurück, ist aber halb durchfroren nach der Rückfahrt im Boot ohne warme Kleidung.

5. Januar 2014
Peter schwärmt dermassen von den Manatis, dass er mir diese unbedingt mit dem Kajak gerne zeigen möchte. Vom Land her ist der Zugang zu den „Three Sisters“ Quellen leider gesperrt, zu anderen Plätzen wo sie sich aufhalten gar nicht erst möglich und deshalb gibt es in dieser Region nur das Angebot mit einer Schnorcheltour oder mit dem Kajak den Tieren näher zu kommen. Die Sonne scheint und es ist so schön warm, dass es sich geradezu anbietet, aufs Wasser zu gehen. Um die Mittagszeit ist es sogar so heiss, dass ich ohne Neoprenanzug schwimmen und die massigen Seekühe von nah sehen und berühren kann. Das heisst, eigentlich berühren sie mich zuerst, denn sie kommen so nah, dass man dies einfach geschehen lassen muss um sie nicht versehentlich mit den Flossen zu verletzen. Ihre Haut ist rauh und ledrig, ihr Gemüt aber ganz offensichtlich fein und zart. Die Meeressäuger werden oft mit Katzen verglichen, denn sie scheinen einen ähnlichen Charakter zu haben. Das Zusammentreffen mit diesen gefährdeten Tieren ist tatsächlich eine einmalige Erfahrung und wir geniessen es beide sehr.

Die Kältewelle im Norden reicht bis hinunter nach Florida, sie soll morgen auch uns betreffen, und so sind wir etwas zögerlich mit unserer Weiterreise. Im nächsten Reisebericht werden dann vielleicht trotzdem einige Minustemperaturen einfliessen – aber für den Moment frieren wir die Berichterstattung ein ;)

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