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Mexiko – Baja California Sur

Neujahr 2015 – Playa los Cocos
PROSPERO AÑO NUEVO!
Um elf Uhr findet in Österreich (und deshalb dieses Jahr auch bei uns) traditionsgemäss das Neujahrskonzert statt. Wolfgang offeriert Glühwein und wir haben noch ein Dattelbrot, während dem wir uns andächtig die abgekürzte Version des Konzerts aus dem Jahr 2003 anhören, bevor wir am Strand zum letzen Walzer ausgelassen tanzen. Mit Bergschuhen, Crocs, FlipFlops und Sandalen sieht das im tiefen Sand wahrhaftig zum Schiessen aus.

Am Mittag spazieren wir auf den nahen Hügel, um etwas durchzulüften. Weil es bedeckt und ziemlich kühl ist verschieben wir unsere Abreise auf Samstag, damit wir erst morgen, bei hoffentlich etwas freundlicheren Temperaturen, das Vordach demontieren und das Motorrad laden können.

2. Januar 2015
Beim Tiefkühlfach in Wolfgangs Kühlschrank ist ein Plastikstück weggebrochen welches hilft, das Türchen geschlossen zu halten. Gemeinsam bauen Lothar, Peter und Wolfgang ein stabiles Ersatzstück aus Metall, welches wohl für die Ewigkeit halten wird.
Als Dank und aus Freude über die gelungene Reparatur laden uns Anni und Wolfgang zu einer Margerita und einem Glas Wein ein.

Zum Abschied gibt es noch einmal ein Lagerfeuer, denn wir wollen den Radfahrern gern für morgen ein frisches Brot backen und das schmeckt halt viel besser aus dem Gusseisentopf als vom Backofen.

3. Januar 2015
Als wir Playa los Cocos verlassen winken alle unsere Freunde gemeinsam zum Abschied. Wir werden die harmonische Zeit vermissen und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit den einen oder anderen.

Zum ersten Mal werden wir an einer der vielen Militärkontrollen aufgehalten. Der Soldat will überall hereinschauen und zu guter Letzt klettert er mit seinen groben Stiefeln auch noch behände und ohne Vorwarnung ins Wohnmobil. Sich deswegen zu ärgern bringt nichts, wir ertragen es, putzen später die Spuren und sind froh, dass die Schublade welche der Trottel nicht mehr gesichert hat keinen Schaden genommen hat.

4. Januar 2015 – Loreto
An der Kreuzung bei Puerto Escondido führt ein Weg zu einer Quelle wo wir frisches Bergwasser tanken können. Gleichzeitig putzen wir unsere furchtbar verstaubten Fenster und Scheiben.

Bei Ultima Agua (letztes Wasser) gibt es tatsächlich Bäche und Teiche und die Strasse führt teilweise durch Furten.
Ich hatte mir die Baja California ganz anders vorgestellt: Karge Landschaft, riesige Ebenen und nichts ausser Kakteen. Dass sie richtig gebirgig ist und auch viele andere Pflanzen wachsen habe ich nicht geahnt. Auf der MEX1, weit vor Ciudad Insurgentes, sieht es dann fast so aus wie ich mir die ganze Fahrt ausgemalt hatte: Eine lange gerade Strasse mit rechts und links lauter Kakteen.
Die langgezogene mexikanische Halbinsel, Baja California, ist 1200 km lang, 220 km breit und hat 125‘000 Einwohner. Die Pflanzenwelt ist einzigartig und es gibt auch viele Tiere von denen wir noch nie etwas gehört haben, die wir leider aber auch nicht wirklich sehen. Die von der US-Grenze bis zum südlichsten Punkt nach Cabo San Lucas führende Hauptstrecke, die Transpeninsular, ist über weite Strecken nur sechs Meter breit und hat keine Seitenstreifen. Oft ist sogar am Rand unvermittelt ein Stück abgebrochen und man muss richtig aufpassen wenn einem ein Lastwagen oder ein Car entgegenkommt, aber glücklicherweise ist das Verkehrsaufkommen nicht allzu gross.

Bis vor fünf Jahren war der Campingplatz in Ciudad Constitución stark frequentiert, 10 - 15 Wohnmobile täglich waren die Regel. Heute wären wir die einzigen, hätte nicht das Paar aus Wisconsin Probleme mit seinem Fahrzeug.
Das Motel hingegen rentiert prächtig, es sei jeden Abend voll, lächelt der Besitzer verschmitzt und erst später als wir die diskreten Parkplätze sehen wird uns klar, dass es sich um ein Stunden-Motel handelt. 4 Stunden kosten 300 Pesos (ca. 21 Franken), eine ganze Nacht 500 Pesos.
Der etwa 6jährige Sohn der Besitzer spricht akzentfreies Englisch und auf meine Frage wo er die Sprache gelernt habe sagt er: „vom Papa“. Er ist Engländer. Der ältere, 14 jährige Sohn, besitzt eine Nascar-Lizenz und hat zu seinem Geburtstag bereits einen Auto-Führerschein erhalten, üblicherweise gäbe es diesen erst mit 15 oder 16. Aber weil er bereits als 10jähriger Rennen fuhr und mit 12 "Profi" wurde ist er da eine Ausnahme. Hoffentlich kennt er auch die Regeln im Strassenverkehr.

Im riesigen Spargelverpackungsbetrieb nebenan wird es erst im April betriebsam. Denn dann ist Saison und es werden kurzzeitig 800 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Amerikaner verbreiten mit negativen Fernsehreportagen über schreckliche Drogenbanden-Kriege einerseits Angst vor Reisen nach Mexiko und andererseits fordern sie ihre Leute auf, das Geld in USA auszugeben statt im Ausland. Beides zusammen macht es relativ einfach, viele Bürger entsprechend zu manipulieren.

5. Januar 2015 – Ciudad Constitución
Nach 100 km gefühlter Geradeausfahrt, weiteren 100 km mit einigen sanften Bögen und einer unendlich langen Kopfschmerz verursachenden Baustellen-Umfahrung erreichen wir La Paz, wo unser Motorrad wieder zum Einsatz kommt.

Die Zeichen bei der heutigen Polizei- und Militärkontrolle sind so unklar, dass wir einfach langsam vorbeifahren und scheinbar ist das auch in Ordnung, denn wir werden nicht verfolgt.

Wir schauen uns mit dem Motorrad den Stellplatz von Tecolote an, aber wir sind etwas enttäuscht und beschliessen deshalb, dann gleich Richtung Los Barriles weiterzureisen.

Aber vorerst der Reihe nach:
Dank einer E-Mail von Betty Bossi komme ich auf die Idee einen Königskuchen zu backen.

6. Januar 2015 - La Paz
Peter wählt das erste Stück und - wie könnte es anders sein - hat er bereits den König, resp. die Mandel zwischen den Zähnen.

Im MEGA Supermarkt finden wir Artikel, die in Mexiko nur schwer zu kriegen sind, zum Beispiel auch den Schweizer Emmentaler. Der Himmel ist bedeckt und deshalb lassen wir uns Zeit, viele verschiedene Kleinigkeiten zusammenzutragen, die uns schon länger fehlen.

7. Januar 2015
Das Wetter lädt noch immer nicht zum Fotografieren ein und so fällt es uns nicht schwer, statt an der Strandpromenade zu flanieren, einen neuen Update für die Homepage fertigzustellen und so für einmal ziemlich auf dem aktuellen Stand zu sein.

8. Januar 2015
Die Fahrt nach Los Barriles treten wir für einmal separat an. Die Sonne scheint und ich darf mit dem Motorrad weiterreisen, während Peter unser Zuhause weitertransportiert.

Pat und Sandy aus Wisconsin, die Leute welche mit ihrem Ford Probleme haben, zeigen uns heute vor der Abreise noch schnell Fotos und Filme von ihrem gestrigen Tauchausflug. Sie schwärmen vom schwimmen mit den Walhaien und dem Tauchen mit den Seelöwen.

Bei der Kirche in El Triunfo treffen wir auf Azure (AUS) und Roek (NL) mit ihren Motorrädern und unterhalten uns ganz kurz über ihre Reise. Sie stoppen hier, weil sie die Bäckerei suchen, wo es gutes Brot und leckere Süssigkeiten geben soll.

Beim Camping in Los Barriles sind Sandra und Andy grad am wegfahren als wir ankommen und wir werden auch gleich von Maria und Hansjörg begrüsst, die uns von einem anderen Action Mobil auf dem Platz erzählen.

Für Manfred und Rita sind wir keine Unbekannte, denn sie waren an dem Action Mobil Treffen 2006 dabei, wo wir unser neues Wohnmobil übernommen haben und deshalb können sie sich gut an uns erinnern.

9. Januar 2015 - Los Barriles
Nach Solarzellen, Dach und Fenster reinigen werden noch Peters Haare geschnitten. So ist wieder einmal alles sauber und gepflegt ;)

Wir essen heute im Bistro Sabaidee, wo die sympathischen Brigitte (CH) und Peter (GB/CH) von Dienstag bis Freitag asiatisches und internationales Gourmet-Essen anbieten.

Die beiden waren vor zehn Jahren mit dem Fahrrad gestartet, haben ein paar Jahre in Todos Santos gearbeitet und vor zwei Jahren das eigene kleine Restaurant eröffnet. Peter ist Koch und er bereitet alle Gerichte von Grund auf selber zu, Gewürze gibt’s aus dem eigenen Garten. Wir sind froh, dass wir bereits auf fünf Uhr einen Tisch bestellt haben, denn als wir bezahlen ist das Lokal mit etwa 24 Plätzen bis auf den letzten Stuhl besetzt. Die Currysuppe und das Thai Curry schmecken superlecker - wir empfehlen das Lokal gerne weiter!

10. Januar 2015
Brigitte besucht uns nochmals kurz auf dem Campingplatz und so erfahren wir noch etwas mehr über sie und ihren Mann.

In der Strandbar am Campingplatz gibt es starke Margaritas und bereits nach einem Drink spürt man den Alkohol ganz zünftig.

11. Januar 2015
Maria und Hansjörg reisen heute weiter und zum Abschluss habe ich gestern noch einen feinen Zopf gebacken, den wir zum Frühstück genüsslich verzehren.

12. Januar 2015
Es bläst ein schöner Wind und wir schauen den Kite-Surfern zu. Vom Anfänger bis zum Könner zeigen sie schon viele schöne Sprünge, aber so richtig toll wird es wohl erst am Wochenende zugehen, wenn der Wettbewerb der besten ausgetragen wird.

Das Essen im Strassenbeizli lässt leider sehr zu wünschen übrig. Der Fisch und die Crevetten sind zwar in Ordnung, doch der Reis ist von gestern und die kalten Pommes Frites zeugen auch nicht von bester Qualität.

Rita und Manfred zeigen uns an den lauen Abenden ihre wunderschönen persönlichen Filme von Island, Burma und Vietnam.

13. Januar 2015
Der Motorradausflug führt bis Cabo Pulmo und Los Frailes. Die letzen etwa 20 Kilometer sind Naturstrasse und teilweise im losen Sand oder Sand/Schotter zu Zweit ganz schön anspruchsvoll und deshalb auch sehr anstrengend. In Cabo Pulmo könnte man am nahen Riff schnorcheln und viele farbige Fische sehen, doch beim heutigen Wellengang ist das nicht möglich. Auch hier hat der Hurrikan Odile von anfangs September 2014 Schäden angerichtet und die ganze Strohhütte der Tauch-Vermietung weggefegt. Diese wurde aber bereits wieder aufgebaut.

Der Fischverkäufer macht auf dem Campingplatz ein gutes Geschäft, Crevetten, Langusten und Fischfilets gehen weg wie frische Semmeln.

14. Januar 2015
Bevor wir morgen weiterreisen essen wir nochmals im Sabaidee, wo wir uns für das Tagesmenu Viatnamesische Spaghetti entscheiden, dazu gibt es einen Salat oder die Lauch-/Karottensuppe – es schmeckt einfach köstlich.

15. Januar 2015
Trotzdem es in der Nacht und am frühen Morgen noch leicht geregnet hat will ich mit dem Motorrad nach Cabo fahren, wo es allerdings fast unerträglich heiss wird. Die Campingplätze in Cabo San Lucas sind nicht so schön – der eine ist vollkommen zerstört, ein anderer heruntergekommen, ein weiterer geschlossen. So entscheiden wir uns für den ersten, der zwar ein wenig lieblos wirkt, jedoch ganz schöne sanitäre Anlagen hat. Dass sich daneben ein tolles Restaurant befindet entdecken wir erst später, als wir dort etwas trinken möchten und uns kurzentschlossen entscheiden, auch etwas Leckeres zu speisen. Die gemischte Meeresfrüchteplatte mit Lobster, Crevetten, Fisch, Gemüse, Reis und Bohnenpüree sowie Peters saftiges Filet Mignon mit denselben Zutaten sehen nicht nur appetitlich aus sondern schmecken auch entsprechend.

Wir bleiben trotzdem nur eine Nacht und reisen Morgen weiter zum Kilometer 94 an der Mex19, wo wir mit Manfreds furztrockenem Holz aus den USA ein Lagerfeuer entfachen, grillen und Brot backen wollen.

16. Januar 2015 - Cabo San Lucas
Statt dem Rauschen der Autos lauschen wir heute demjenigen des Meeres und als Tüpfelchen auf dem i beobachten wir weit draussen die Wale beim Luft holen, Springen oder Schwanzflosse zeigen. Bei strahlendem Sonnenschein ist es anfänglich beinahe ein wenig zu heiss und wir sind nicht traurig, als allmählich leichte Schleierwolken aufziehen und den Himmel bedecken. Surfer und Bodysurfer tummeln sich in den Wellen, näher beim Ufer sehen wir fliegende Fische und sogar Mantarochen, die hoch aus dem Wasser springen und darüber segeln.

Fürs Feuer gibt es mehr wie genügend Schwemmholz am Strand, das gut brennt und eine heisse Glut erzeugt. Manfred vermeint plötzlich einen Regentropfen verspürt zu haben, aber als wir aufschauen sehen wir über uns den Sternenhimmel.

17. Januar 2015 – Am Strand beim KM 94 an der Mex19
In der Nacht und am frühen Morgen tröpfelt es dann wirklich, aber es kann ja noch besser werden. Zudem finde ich es auch mit einem wolkenverhangenen Himmel sehr schön am Meer.

Wir wandern zur nächsten Bucht und entdecken zwei einsame Frauen, jede für sich. Peter spricht die eine von ihnen an und erfährt von ihr, dass insgesamt drei Personen hier sind, die sieben Tage am Strand verbringen ohne sich untereinander zu unterhalten. Diese Woche geht heute zu Ende und sie werden abgeholt. Showna erzählt uns ein wenig über das Projekt und auf der Webseite von „Way of Nature“ erfahren wir mehr über das Thema „Sacred Passage“ – das liegt jedoch nicht ganz auf unserer Wellenlänge.

Es hat noch so viel Holz und deshalb backe ich Brot bis zum Umfallen und Peter hält Feuerwache bis zur bitteren Neige. So endet ein stimmungsvoller Tag am Strand des Pazifik.

18. Januar 2015
Etwas traurig verlassen wir diesen schönen Ort, wir haben die Ruhe hier genossen. Einzig die Fliegen haben uns das Essen nicht gegönnt und den Frieden etwas gestört.

Im Grossen und Ganzen erscheinen uns die Agrarbauflächen der Baja eher minim. Es gibt zwar grüne Felder und neue Gewächshäuser, auf der anderen Seite auch viele nicht mehr bewirtschaftete oder verlassene Felder.

Wir haben inzwischen erfahren, weshalb es so viele Bauruinen oder leer stehende Lokale gibt. Ein Neukäufer muss nämlich sämtliche Schulden aus dem Konkurs des Vorgängers übernehmen, was es natürlich praktisch unmöglich macht, einen angefangenen Bau zu kaufen.
In Tecolote finden wir Anni und Wolfgang an einem schönen Plätzchen in den Dünen. Wir stellen uns zusammen mit Rita und Manfred direkt am Strand auf und besuchen die beiden zum „Sundowner“ (Apéro).

Die Campergemeinschaft ist international: Franzosen, Deutsche, Österreicher, Spanier, Kanadier, Amerikaner, Australier. Dabei sind auch Sabine und Andy sowie die Deutschen Veronika und Michael, die eine Action-Mobil Version aus der Zeit besitzen, wo die Firma auch noch kleinere Fahrzeuge gebaut hat. Die grösste Überraschung für uns ist jedoch, Dom und Diane hier zu treffen. Sie führen eine kleine Gruppe "Baja Amigos" und haben uns ein paar Eckdaten angegeben. Eigentlich hatten wir geplant am 26. Januar auf dem Camping in La Paz zu sein, um sie wiederzusehen. Wir haben einander vor etwa sechs Jahren in Salta kennen gelernt und seither ab und zu mal ein E-Mail ausgetauscht.

Theodor, ein noch gut aussehender bereits 72jähriger ehemaliger Lehrer aus British Columbia, lädt uns nach einem längeren Gespräch am Abend zum Campfeuer ein.

19. Januar - Playa Tecolote
Am Morgen laufen wir mit Anni los zur Bahia Balandra. Wir wandern über zwei Hügel und vermeiden den dritten, weil ich unbedingt zuerst am Ende der Bucht noch um die Ecke schauen will. Dabei entdecken wir, dass es sogar möglich ist dem Strand entlang zu unserem Ziel zu gelangen.

Vom Ufer aus sehen wir manchmal ganze Schwärme fliegender Fische, die im Sonnenlicht silbrig glitzern. Sofort sind dann auch die Pelikane über ihnen und erhaschen den einen oder anderen um ihn ohne Umstände zu verschlingen, diese Kleinen rutschen ganz anstandslos. Mit grossen Fischen haben sie allerdings manchmal ganz schön zu kämpfen, sie bleiben zwar im grossen Schnabelsack drin, doch der Weg bis zum Magen kann ganz schön dauern und, falls er quer in den Hals zu liegen kommt, das ästhetische Aussehen dieses Vogels heftig verunstalten.

20. Januar 2015
Wir wandern noch in die andere Richtung (Osten) dem Strand entlang mit dem Ziel, auf dem Rückweg etwas Holz mitzunehmen, damit wir heute Abend ein schönes Feuer machen können.

Claudia, eine italalienische Dokumentaristin die für RAI3 arbeitet, gesellt sich mit ihrem Verlobten Doug zu uns ans Feuer. Sie hat eine äusserst interessante Arbeit, ein Teil von dem was sie zum Brot verdienen macht müssen andere in ihrer Freizeit ausführen und erst noch teuer bezahlen. Am Donnerstag wird sie mit Walhaien und Seelöwen schwimmen und sich dabei filmen lassen.

21. Januar 2015
In der Nacht zieht ein kräftiger Wind auf und macht uns die Abreise von Tecolote etwas leichter.

Manfred und Rita verbringen mit uns noch einen letzten Abend auf dem Camping Maranata. Morgen reisen sie definitiv nach Norden und wir ziehen um auf den kleinen Campingplatz an der Nayarit am Strand, von wo aus wir zu Fuss in die Stadt und zum Malecon laufen können.

22. Januar 2015
Zum Abschied schenken uns die beiden einen kleinen Champagner und eine Flasche Rotwein, wir freuen uns riesig und hoffen, Rita und Manfred irgendwo auf unserer Reise wiederzusehen. Wir zügeln auf den Stadtcamping Aquamarina und satteln dann gleich unser Mororrad um erneut nach Todos Santos, Cabo San Lucas und Los Barriles zu reisen. Das Wetter ist noch schön und heiss, bevor darauf zwei Regentage folgen sollen.

In Todos Santos wollen wir das Hotel California sehen, doch ausser dass dieses von „The Eagles“ besungen wurde ist daran eigentlich nichts Spezielles.

In Cabo San Lucas steht die Bootstour zum Bogen an der südlichsten Spitze der Baja auf dem Programm. Als uns der Bootsführer Salvador sagt wir sollten durchs Glas ins Wasser schauen, da habe es schöne Fische, verstehen wir die Welt nicht mehr und entdecken erst jetzt, dass es im mittleren Teil des kleinen Boots einen 0.5 m2 grossen Glasboden gibt.

Im Cafe La Esquina essen wir eine feine Pizza und geniessen den lauen Abend.

Wir treffen einen Amerikaner, der seit Jahren illegal hier lebt und Touren verkauft. Er meint, in USA hätte er zu viele Ex-Frauen (für die er bezahlen müsste) und daher seiner auf die Idee gekommen, in Mexiko das zu machen was so viele Mexikaner in den USA tun.

23. Januar 2015 - Hotel in Cabo San Lucas
Die Küste von Cabo San Lucas-San José del Cabo ist ein Desaster. Obwohl schon viele unvollendete Bauwerke und zum Verkauf stehende renovationsbedürftige Hotels die Landschaft verunstalten wird die Küste weiter verschandelt.

Auf einer Hotelbauruine am Strand von Cabo San Lucas steht in verbleichter Sprayfarbe" huelga de los trabajadores de construccion“ (Streik der Bauarbeiter). Vermutlich wurde ihre Arbeit nicht bezahlt und so wird dieses Hotel nie vollendet.

Wir besuchen die Altstadt von San José de los Cabos und fahren zum Hafen mit den teuren Yachten in Los Cabos. Nach dem Halt beim Tropic de Cancer, dem nördlichen Wendekreis, fahren wir bis Los Barriles, wo wir nochmals eine Nacht verbringen wollen. Wir können uns kaum trennen von den bunten Kite-Surfern, den besten Margaritas, den gemütlichen Menschen und dem feinen Essen von Britgitte und Peter im Sabaidee. Heute gibt es als Tagesspezialität Spätzli mit ungarischen Fleischbällchen an einer rassigen Paprikasauce oder Grünes Thaicurry mit Reis. Beide Gerichte schmecken hervorragend. Sie sind würzig aber nicht zu scharf.

24. Januar 2015 - Hotel auf dem Camping in Los Barriles
Leider ist der Himmel wolkenverhangen und ab und zu gibt es sogar ein paar Regenspritzer, aber die Strasse bleibt trocken und wir geniessen die kurvenreiche Strecke durch die Berge trotzdem. Nach einem Abstecher nach Ensenada de los Suenos und La Ventana fahren wir zurück nach La Paz. Ursula und Hans aus Colorado, die wir schon in San Ignacio kennen gelernt hatten, laden uns zu Kaffee und Kuchen ein! Wir entdecken gemeinsame Interessen und haben viel zu erzählen.

25. Januar 2015
Mit Lynn, Ursula und Hans fahren wir in die Stadt zum Fischtacco essen. Die im Durchmesser zwar kleinen Tortillas werden grosszügig mit Crevetten oder Fisch belegt, die Zutaten und Saucen können wir selber darüber geben. Das Essen ohne Besteck ist etwas knifflig und Ursula leiht Peter ihre vorsorglich mitgebrachten Messer und Gabel aus. Woraus das knallrote Getränk "Agua Jamaica" besteht wissen wir nicht, aber es schmeckt gut und passt zum Essen.

Auf dem Rückweg laufen uns Sabrina und Robert über den Weg - wir auf dem Motorrad, sie beide am Rennen. Sie haben in La Paz einen zweiwöchigen Sprachaufenthalt eingelegt und haben jetzt Halbzeit. Wir werden uns am Dienstag zum Frühstück treffen, und hoffen dabei noch mehr Informationen über das Schwimmen mit den Walhaien zu erhalten.

Im Walmart stehen wir dann plötzlich vor Diane, die mit ihrer Gruppe "Baja Amigos" soeben in der Stadt eingetroffen ist und sich auf dem Weg zum Camping noch mit Früchten und Gemüse eindecken will.

27. Januar 2015
Wir treffen uns um neun mit Sabrina und Robert beim Mercado Madero in La Paz. Hier kaufe ich schon einmal einen Becher guten Kaffee, um den Fischgeschmack um die Nase etwas zu vertreiben. Denn obwohl Peter keine Meerfrüchte mag will er doch immer gemütlich durch den Fischmarkt schlendern. Ich finde: Vor dem Frühstück und ohne eine Tasse Kaffee geht das gar nicht… Zum Essen begeben wir uns dann zum Mercado Bravo, wo es Stände gibt mit frischem Fruchtsaft und Tacos, Burritos, Chile rellenos oder Supe (Maisfladen) mit Fleisch und Salat drauf. Hier gesellen sich später auch noch Nicki und Philipp dazu und wir verbringen ein paar gemütliche Stunden bevor die Jungen um ein Uhr ihren Spanisch-Unterricht beginnen müssen. Täglich von 13.00 bis 17.00 Uhr profitieren sie vom günstigen Privatunterricht eines Universitätsprofessors. Sie haben eine dumpfe Ahnung, er könnte für sie sogar Lektionen an der Uni ausfallen lassen, weil er durch drei Privatschüler mehr verdient.

28. Januar 2015
Weil uns so viele Leute vom Schwimmen mit den Walhaien vorschwärmen beginnen wir überhaupt erst uns damit zu befassen. Als wir die Tour buchen ist uns zwar noch nicht ganz geheuer, doch je näher der Moment rückt als wir aus dem Boot springen sollen, desto grösser werden unsere Freude und die Erwartungen. Der Bootsführer Pancho ist zwar etwas ungeduldig und möchte uns in Sekundenschnelle im Wasser sehen, aber wir lassen uns die nötige Zeit und werden trotzdem nicht enttäuscht. Im Gegenteil, wir sind absolut begeistert von der fast hautnahen Begegnung mit diesen riesigen Tieren.

Der Walhai ist der grösste aller Fische, grau mit leuchtend weissen Punkten, und er kann über zehn Meter lang werden. Er ist ein Pflanzenfresser und besitzt keine Zähne. Davon können wir uns aus nächster Nähe überzeugen, denn beim Schwimmen schauen wir plötzlich in sein riesengrosses Maul. Das Tier ist vielleicht 4 bis 5 Meter gross und scheint sich von uns überhaupt nicht beeindrucken zu lassen. Dummerweise habe ich bei der Kamera, ohne es zu bemerken, den Filmmodus eingeschaltet und deshalb ist natürlich kein einziges Foto zustande gekommen und so habe ich dieses Bild ganz frech bei einem Touranbieter geklaut.

Am Nachmittag suchen wir Claudia und Martin, sie haben uns gestern Nacht eine E-Mail geschickt und mitgeteilt, sie seien in La Paz. Peter hat daraus gefolgert, dass sie auf dem anderen Campingplatz sein müssen, wo wir sie tatsächlich am Arbeiten antreffen. Claudia ist gerade dabei, eine von Martin gebaute Kiste zu lackieren. Gemeinsam beschliessen wir, am Abend miteinander auf einen Drink in die Stadt zu fahren, wo wir die vier Radfahrer treffen wollen, welche in La Paz eine längere Reisepause einlegen um Spanisch zu lernen und/oder das Tauchbrevet zu absolvieren. Martin und Claudia holen uns um sieben Uhr ab und wir suchen die Unterkunft der „Studenten“ auf, um einen Treffpunkt zu fixieren. Diese sind noch am Kochen und werden dann später nachkommen. Um halb zehn und einen Liter Bier später ist es dann endlich soweit, wir sind vollzählig und freuen uns zu erfahren, wie es allen geht.

29. Januar 2015
In Ensenada de los Suenos finden wir Anni und Wolfgang ganz allein am Strand.
Wir treffen uns zum Apero und essen gemeinsam im Restaurant: Arrachera a la Tampiquena, Arrachera a la plancha, Quesadillas de Arrachera, Burrito de Steak. Dort treffen wir Barbara & Patrick aus British Columbia, die ihr vor sieben Jahren in der Baja gebautes Haus im Hurricane vom September komplett verloren haben. Da wo es stand ist heute ein trockenes Flussbett und nach dem ersten Schock mit zweimonatiger Trauer und darauffolgendem Verkauf der in einem Lagerhaus untergestellten Sachen sind sie nun dabei, sich zu erholen und das Leben wieder zu geniessen.

30. Januar 2015 – Bahia de los Suenos
Bereits um sechs Uhr kommen die ersten Fischer und wassern ihre Boote ein. Früher wären hier viele Touristen in Minibussen angereist, die zum Angeln hinausgefahren seien. Heute machen wir gerade noch vier Gäste auf zwei Booten aus, die sich einen solchen Ausflug leisten. Beim zurückkommen erfahren wir, dass die einen Gäste und Fischer sich untereinander kennen und deshalb zusammen hinausgefahren sind.

Wir sind überrascht, wie viele Haie gefischt werden, insgesamt bringen drei Boote über 20 noch lange nicht ausgewachsene Fische zurück. Ich äussere mich bei einer kleinen Diskussion, dass es so bald keine Haie mehr geben würde, worauf mir ein älterer Fischer erklärt, die Familien müssten schliesslich etwas zu essen haben und wenn die Regierung sie dafür bezahlen würde, dass sie keine Haie mehr fischen, dann bräuchten sie es nicht mehr zu tun. Ein sehr heikles Thema, denn dass die Haie illegal gefischt werden (und die Polizei von den Fischern bestochen wird) erfahren wir erst später.

31. Januar 2015
Mit dem Wohnmobil ist die Strecke über die Berge von Bahia de los Suenos nach La Paz ein kleiner Hindernisparcours – mit dem Motorrad konnten wir den vielen tiefen Löchern in der Asphaltstrasse viel besser ausweichen. Auf dem höchsten Punkt war es vor zwei Tagen 31°C warm und schwül, heute sind es bei leichtem Regen gerade noch 17°C. Auf dem Campingplatz treffen wir alte Bekannte und ein paar neue Gesichter – Schweizer (in der Überzahl), Deutsche, Belgier.

Jetzt ist es aber endgültig, von nun an geht es wirklich nordwärts und in unserem nächsten Reisebericht von der Baja hoffen wir, von mindestens einem Ausflug zu den Grauwalen berichten und ein paar schöne Fotos zeigen zu können.

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