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2015
USA/Kanada

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South Lake Tahoe California, Oregon, Washington (USA) – British Columbia, Yukon (Kanada)

14. Juni 2015 – South Lake Tahoe
Auf der NV 341 südlich Virginia City, Nevada, sind wir ganz allein unterwegs, obwohl es Sonntag ist und das aus dem Film Bonanza (Ponderosa Ranch) bekannte sowie in den Goldrausch-Zeiten reichste Städtchen der USA, äusserst sehenswert sein soll.

Am Sonntagvormittag ist ausser einer Messe, in der gerade „öffentlich“ gebeichtet wird, noch gar nichts im Gang. Der erste Gunfight (Schiesserei) findet erst um 12 Uhr statt und um diese Zeit sind wir schon lange wieder auf und davon.

Der kurze Abstecher nach Nevada wird an der Kalifornischen Grenze mit einer "Kontrolle" abgeschlossen. Die Beamtin fragt Peter nach „Firearms?“ und Pflanzen. Er hört das mit dem Feuer… offenbar nicht so richtig und antwortet ganz überzeugt nein. Als ich ihn darauf anspreche meint er, wir haben doch keine Waffen... Das stimmt allerdings, ich habe jedoch ganz deutlich „Firewood“ (Holz) verstanden, was bei dieser Kontrolle logischer wäre, und solches haben wir schon... Sie lässt uns glücklicherweise weiterfahren und deshalb müssen wir es eigentlich gar nicht mehr so genau wissen.

15. Juni 2015
Am frühen Morgen verspürt Peter Schmerzen im linken Aug und ich meine, im unteren Augenlid einen Fremdkörper zu entdecken. Deshalb fahren wir als erstes gleich in die Augenklinik um der Ursache auf den Grund zu gehen. Der Arzt stellt fest, dass eine Entzündung besteht und das Auge irritiert ist. Er verschreibt eine Salbe mit Antibiotika, die eine ganze Woche lang 4 x täglich angewendet werden muss.

Die Krankenschwester am Empfang ist 68 Jahre alt. Sie hat sich bereits drei Mal pensionieren lassen, das erste Mal mit 45. Aber weil es ihr immer wieder zu langweilig wurde daheim hat sie jeweils wieder zu arbeiten angefangen.

Beim AAA holen wir ein paar Landkarten und machen uns dann auf den Weg. Auf dem Volcanic Legacy National Scenic Byway sehen wir schon von weitem den 4416 m hohen schneebedeckten Mt. Shasta und hoffen, ihn von einem Aussichtspunkt fotografieren zu können.

Das klappt auf einer langen Geraden, wo wir ein paar Kilometer weit direkt auf den Berg zu fahren. Wir haben Glück, denn schon kurze Zeit später steckt der Gipfel in den ersten Wolken.

16. Juni 2015 – Lake Siskiyou
In Weed wurden am 15. September 2014 durch einen Grossbrand 153 Häuser, eine Bibliothek und zwei Kirchen zerstört. Ein verwirrter Drögeler hatte am Waldrand ein Feuer gelegt, welches die Flanke eines Hügels und ein ganzes Viertel mit Holzhäusern in Schutt und Asche legte.

Wir besuchen Sandi und Ron in Weed, die wir am Ende unserer letzten Reise im Cattail Cove State Park kennen gelernt hatten. Sie wohnen auf einem vier Hektaren grossen Grundstück am Fuss des Mount Shasta und als wir bei ihrem Haus vorfahren empfängt uns ein kleines Reh, das sich allerdings durch unseren lärmigen Auftritt gleich in die Büsche schlägt. Sandy und Ron laden uns ins Golfrestaurant mit Blick auf den prominenten Berg zum Nachtessen ein, zeigen uns den kleinen Ort wo wegen irgendeiner Legende des sagenumworbenen Mt. Shasta viele Chinesen hin reisen, und fahren mit uns bis 7000 Fuss hoch ans momentane Ende der Bergstrasse.

17. Juni 2015 – Weed
Gleichzeitig mit unseren Gastgebern reisen wir ab, um genügend Zeit für einen ausgiebigen Abstecher zum Crater Lake zu haben und dieser ist absolut lohnenswert - wo sonst gibt es einen Vulkan im Vulkan? Genau das ist die Wizard Island im Kratersee - ein eigener kleiner Vulkan.

Bei einer Kontrolle stellt Peter fest, dass auf seiner Kreditkarte drei betrügerische Zahlungen vorgemerkt sind. Deshalb ruft er sofort bei der Kreditkartengesellschaft an und lässt seine Karte sperren, sie muss ganz offensichtlich kürzlich kopiert worden sein. Das hat zur Folge, dass wir uns seine neue Karte an eine physische Adresse schicken lassen müssen. Glücklicherweise haben wir Bekannte in British Columbia (Kanada) und können ihre Adresse angeben. Das heisst aber auch, dass wir uns auf einen Zeitplan festlegen müssen und das lieben wir gar nicht – in zehn Tagen sind wir dann hoffentlich wieder „frei“…

18. Juni 2015 – Bend, Oregon
Weisse Gipfel ragen majestätisch in die Höhe: Mt. Washington und Mt. Hood in Oregon, Mt. Rainier, der höchste der drei, im Staat Washington. Nachdem wir bis Biggs der US 97 gefolgt sind, reisen wir auf der malerischen Strecke dem Colombia River entlang gegen Westen. Auf der Autobahn, am Südufer des Flusses, erblicken wir immer wieder den schneebedeckten Mt. Rainier in der Ferne.

Wir verbringen die Nacht in Cascade Locks. Den Namen hat diese Stadt von den im Jahr 1896 gebauten Schleusen. Vorher mussten die Boote vor den Wasserfällen und Stromschnellen immer ausgewassert und wagemutig über die Felsen getragen werden. Als dann 1939 der Damm und die Schleuse in Bonneville gebaut wurden, wurden die alten Schleusen und Wasserfälle von Cascade Locks vom steigenden Rückstau überschwemmt.

19. Juni 2015 – Cascade Locks
Wir queren den Colombia River über die Brücke der Götter um ein Stück zurück und Richtung den mächtigen Mt. Rainier, der uns so imponiert, im Staat Washington zu fahren.

Auf den ersten 100 km kurvenreiche Strasse in der Abgeschiedenheit begegnen wir gerade einmal eine Handvoll Autos, eine kleine Motorradgruppe, drei Radfahrer und zu guter Letzt sogar einen Tesla. Ja klar ist der Tesla auch nur ein Auto, aber bisher haben wir diese Elektroboliden ausschliesslich in Stadtnähe angetroffen, wo auch jederzeit „getankt“ werden kann.

Querab der NF 25 (Nationalwaldstrasse) im Nebel liegt der Mt. St. Helens, der Vulkan der im Jahr 1980 ausgebrochen war und so viele Opfer forderte. 20 Kilometer dieser Strasse sind miserabel und wir sind schon froh, als wir auf der Bergseite fahren können, denn auf der Talseite sind die Risse und Abbrüche viel ausgeprägter. Kurz vor Randle wird es dann wieder erträglich und wir freuen uns, das Schlimmste hinter uns zu haben, als es uns nochmals ganz unvermittelt aus den Sitzen hebt.

Auf der US 12 fährt es sich dann wieder sanfter. Bevor wir auf der US 131 durch den Mt. Rainier Nationalpark nach Westen fahren übernachten wir auf dem La Wis Wis Campground direkt am Fluss.

21. Juni 2015 – Gifford Pinchot National Forest
Am längsten Tag überqueren wir die Grenze nach Kanada. Die Einreise verläuft absolut problemlos und Dank dem wir einen kleineren Grenzübergang unweit der Autobahn I-5 wählen beträgt die Wartezeit am Zoll knappe 20 Minuten statt die am Hauptübergang erwarteten 65 Minuten.

Lorna und Mark wohnen in Delta, südlich von Vancouver. Wir haben sie im Death Valley kennen gelernt und später in Indio nochmals getroffen. Sie haben uns heute zum Nachtessen eingeladen, doch wir treffen bereits am Nachmittag ein und werden zum Apéro mit selbst gefangenem und geräuchertem Lachs verwöhnt. Dabei erläutern uns die beiden nochmals den Lebenszyklus dieser Fische.

Nur, wo beginnen wir jetzt schon wieder - was war zuerst: der Lachs oder das Ei?
Die Lachse streifen ihre Eier in einem Fluss ab. Nach dem Schlüpfen bleiben die jungen Lachse ein Jahr in der Nähe ihrer Geburtsstätte. Danach schwimmen sie Flussabwärts ins Meer hinaus und kommen erst vier Jahre später wieder an ihren Geburtsort zurück, wo sie jetzt ihre Eier ablegen und daraufhin sterben.

Wenn die Lachse gefangen werden bevor sie den Fluss hinauf schwimmen sind sie am schmackhaftesten, denn später setzt der Hormonwechsel ein, was den Geschmack beeinflusst und ihre Farbe zu einem hässlichen rot verändert.

22. Juni 2015 - Delta
Unsere Gastgeber fahren mit uns am Vormittag nach Richmond, wo wir im Park am Ufer entlang spazieren und sie dann im Hafenviertel zum Lunch zu „Fisch and Chips“ einladen.

23. Juni 2015 - Vancouver
Wir geniessen den heutigen Tag bei schönstem Wetter auf dem Fahrrad und umrunden den Stanley Park entlang der Seawall im Gegenuhrzeigersinn, schauen uns die Totempfähle an und staunen, wie schwerfällig sich die Wasserflugzeuge beim Starten in die Luft erheben.

In Gastown steht unter anderem eine interessante Dampfuhr und endlich schaffen wir es einmal, diese bei Sonnenschein zu fotografieren. Bei unseren vorherigen Besuchen in Vancouver hat es immer Mal geregnet.

Am Abend gönnen wir uns im Restaurant Trattoria im Park Royal, West Vancouver, eine echt italienische Pizza Prosciuto mit Rucola.

24. Juni 2015
Der heutige Tag verläuft nicht ganz so wie wir ihn geplant haben. Während unserer Radtour beginnt es kräftig zu regnen und als wir zur Lagebesprechung unter einem Baum halten fragt uns ein anderer Radfahrer nach einem Reifenheber, damit er seinen defekten Schlauch auswechseln kann. Stephan, der gebürtige Südafrikaner, erklärt uns im Gegenzug, wo Peter sicher eine Halterung für den Radcomputer finden könnte. Deshalb widmen wir uns erneut jetzt diesem Projekt und radeln nach North Vancouver zur "mec" Mountain Equipment Company, wo wir auch tatsächlich fündig werden.

25. Juni 2015
Unsere Abreise wird durch eine äusserst angenehme Begegnung etwas verzögert. Ruth, ehemals aus Rothrist, ist mit ihrem Ehemann, zwei Töchtern und einer Nichte am Ende der 4wöchigen Ferienreise mit einem Mietcamper und sie haben einige Lebensmittel und Haushaltwaren übrig, die sie uns weitergeben möchten. Wir sind wie immer froh und freuen uns über all die Sachen, die wir gut brauchen können. Herzlichen Dank!

Die kurze Fahrt nach Whistler auf dem Hwy 99 ist abwechslungsreich mit Bergen, Wäldern, Gletschern, Schluchten, Flüssen, Wasserfällen, Seen und Warntafeln für Bären oder Holztransporter entlang dem Meeresarm.

Unterwegs wandern wir zum nahen Aussichtspunkt des Bayview Wasserfalls und schmieden Pläne. Aber zu früh haben wir uns darauf gefreut, am Abend ein Campfeuer zu entfachen - es herrscht Waldbrandgefahr und deshalb ist das hier strengstens verboten. Schade.

Als unsere Nachbarn zurückkommen sprechen sie uns auf Schweizerdeutsch an. Elvira und Markus sind insgesamt zehn Wochen in USA/Kanada unterwegs und waren heute in Whistler in den Bergen. Wir unterhalten uns solange bis es langsam zu kühl wird um draussen zu sitzen und ziehen uns dann für die Nacht zurück.

26. Juni 2015
Anstatt wie geplant gleich weiterzureisen beschliessen wir, bei diesem strahlenden Wetter und heissen Temperaturen erst noch die Berge zu geniessen. Wir lösen einen Tagespass und fahren mit der „Whistler Village Gondola“ zur Roundhouse Lodge, mit der „Peak 2 Peak“ Gondel zur Rendezvous Lodge, mit dem Ski-Shuttle zum Sessellift „7th Heaven Express“, von wo die Aussicht spektakulär ist. Die Betreiber hoffen, dass die Ski-/Snowboardpisten auf dem Gletscher noch 2 – 3 Wochen geöffnet bleiben können.

Am Mittag fahren wir das kurze Stück bis zum Nairn Falls Provincial Park wo wir vom Parkranger erfahren, dass heute der letzte Tag ist, wo man ein Feuer entfachen darf. Das lassen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen, haben wir doch so viel Feuerholz bekommen, dass wir nach Lust und Laune Fleisch grillen und Brot backen können. Zum ersten Mal backe ich kleine Brötchen aus Zopfteig im Campoven und die sind so lecker, dass wir dies so bald wie möglich wiederholen wollen. Aber wer weiss, ob das Feuern im Sommer irgendwo erlaubt sein wird?

Wir kriegen heute gleich doppelten Schweizer Besuch. Monika und Stefan waren mit seiner Schwester und dem Schwager nach Alaska unterwegs, bis diese einen schweren Unfall erlitten und die Reise abbrechen mussten. Jetzt reisen sie bis Mitte August alleine weiter durch Kanada und USA. Als die beiden gegangen sind kommen Kim und Raphael vorbei. Sie haben eine einjährige Auszeit genommen und mit ihrem 310er Mercedes Südafrika, Namibia und Botswana besucht. Von Afrika haben sie dann nach Huston TX verschifft und bereisen bis September USA und Kanada.

27. Juni 2015 – Nairn Falls Provincial Park
Der Highways 99 führt von Whistler dem Fluss entlang und ist hoch oben in den Berghang eingeschnitten, von wo wir während der Fahrt wunderbare Ausblicke geniessen können. Unvermittelt stehen zwei Bergschafe mitten auf der Strasse, als wir herannahen verschwinden sie ganz erschrocken den Hang hinunter zwischen den Büschen. Am Fluss ängstigen wir ein scheues Reh, das uns aber nur ungläubig nachschaut.

Am Horslake gefällt es uns und wir buchen gleich zwei Nächte direkt am Ufer bei dem Schweizer Ehepaar Bruno und Dora, die das hübsche Cariboo Bonanza Resort betreiben.

28. Juni 2015 – Lone Butte, am Horse Lake
Es ist schön und heiss, genau richtig um mit dem Kanu mitten auf den See hinaus zu paddeln und sich ein wenig treiben zu lassen. Die Strömung ist allerdings so stark, dass wir innert kürzester Zeit richtig stark abtreiben und es uns sicherer erscheint, lieber doch etwas zu paddeln. Das ist aber ziemlich anstrengend, denn beim Radfahren kommt eher die Beinmuskulatur zum Zug und der Oberkörper wird ziemlich vernachlässigt. Nach eineinhalb Stunden haben wir die Hütten am gegenüberliegenden Ufer und die Sandbank mitten im See ausgekundschaftet. Es ist Zeit, das Kanu zurückzubringen und im Schatten die Beine hoch zu lagern.

Bruno ist ein sehr interessanter Mensch und hat in seiner Funktion als Skilehrer und Bergführer äusserst einflussreiche und vermögende Kundschaft. Unter ihnen etwa Prince Charles oder ein Kanadischer Multimilliardär. Dieser hat ihm einmal gesagt: "Don't die rich – live rich!" (Stirb nicht reich – lebe reich!). Ein weiser Spruch, der eigentlich mit Geld gar nichts zu tun hat.

29. Juni 2015
Wir verabschieden uns von Dora und Bruno um heute in Williams Lake die neue Kreditkarte abzuholen. Wir sind bereits um 10 Uhr da, doch das Büro öffnet lediglich zwischen 2 und 4:30 Uhr. So vertreiben wir uns die Zeit mit Einkaufen, Checks einlösen und Internet (im McDonalds).

Auf der Fahrt zu unseren Bekannten in Horsefly sehen wir in der Mittagshitze einen stattlichen Bär am Waldrand, nur etwa vier Meter von uns entfernt. Unser abrupter Halt verunsichert ihn aber sosehr, dass er sich ins Unterholz zurückzieht. Hier, so nah bei den Häusern, hätten wir niemals einen Bär erwartet.

Bei Marie-Therese angekommen erleben wir dann einige Überraschungen. Sie hat das Haus voll Gäste, ist seit über 10 Jahren von dem Mann geschieden, den wir immer noch als ihren aktuellen Partner wähnten und lernen gleich ihren neuen Lebensgefährten kennen.

Zum Nachtessen sind wir zehn Leute, eine interessant gemischte Gesellschaft.

30. Juni 2015 - Leamontplace, Horsefly
Helene & Aldo, das Ehepaar welches in Marie-Thereses Abwesenheit zu ihrem Anwesen schaut, verkaufen heute ihr 34-Fuss Wohnmobil um sich ein Kleineres anzuschaffen. Ihre Freunde meinen aber, es würde bestimmt wieder grösser, als sie sich das jetzt vorstellen. Wenn das Wohnmobil die einzige Bleibe ist, die man hat, braucht man doch schon etwas Komfort.

Bei den etwa 8 Kilometer entfernten Nachbarn Silvia und Franz kaufen wir Landjäger, Cervelats und Bauernbratwürste. Sie zwei sind sehr initiativ und haben schon viele verschiedene Tätigkeiten ausgeführt. Vom Holz-/Häuserbau über Viehzucht, Metzgen, Viehtransporte, Schulbusfahren... beherbergen sie heute im Sommer sogar Hochzeiten und bewirten die Gäste. Seit zwei Jahren machen sie beim Wofer-Programm mit und haben immer wieder Gäste, die für fünf Stunden Arbeit am Tag Essen und Unterkunft erhalten. Ihr derzeitiger Gast aus Neuseeland ist sehr fleissig und arbeitet sogar viel mehr als er tatsächlich müsste.

Auf der BC97 begegnen wir so viele Motorradfahrer, die Richtung Süden fahren, wie noch nie - und das erst noch bei Regenwetter.

1. Juli 2015 - Red Rock (Prince George)
Auf dem Yellowhead Hwy #16 gegen Westen erwartet uns nichts Besonderes und wir kommen nach etwa 260 km Fahrt, nach einem kleinen Umweg über das in der Karte eingezeichnete Francois Lake in Burns Lake an. An der Lodge, die wir gesucht haben, sind wir schon vor etwa 100 km vorbeigedüst. Weil der Campingplatz der uns gefällt für mindestens eine Woche gebucht werden muss reisen wir weiter bis Fort Telkwa.

2. Juli 2015 - Fort Telkwa
Der Witz des heutigen Tages: Um 11 Uhr laden zwei Mitarbeiter der Stadt alles Feuerholz, das es hier übrigens gratis gibt, auf einen Pickup und transportieren es ab. Ab 12 Uhr gelte im ganzen Norden von British Columbia ein Feuerverbot. Etwa eine Stunde später kommt ein höherer Mitarbeiter und erklärt, das Holz werde wieder angeliefert, der Feuerwehrkommandant habe entschieden, dass wir hier trotzdem Feuer machen dürften. Es geht nicht lang, und die beiden vorher erwähnten Arbeitskräfte fahren wieder vor – sie hatten bereits alles abgeladen und mussten wieder neu beladen.

Das kleine Museum in Smithers ist es etwas chaotisch, aber wir erfahren immerhin, was es mit dem Signet des Alphorns auf sich hat. Nach dem ersten Weltkrieg kamen viele junge Bauern nicht mehr nach Hause und riesige Felder blieben unbestellt. Dies bewog den Staat, willige Immigranten aus Europa mit Gratisland in den Westen Kanadas zu locken. Das Alphorn in Smithers zeugt von der Besiedelung durch Schweizer, Österreicher und Deutsche.

Wir lernen Bruno kennen, der gleich hinter uns auf den Riverside Campground einfährt. Er ist derzeit allein unterwegs, seine letzte Reisebegleiterin ist am Montag nach Hause geflogen. In etwa drei Wochen wird er mit einer neuen Gefährtin unterwegs sein und ist gespannt auf dieses Abenteuer. Seit 2009 ist er im Sommer mit seinem Wohnmobil im Westen Kanadas unterwegs, immer dabei hat er sein Schwyzerörgeli. Beim Lagerfeuer spielt er seine Ländlermusik und wir freuen uns über den kurzweiligen Abend – herzlichen Dank Bruno!

3. Juli 2015 – Smithers
Im Visitor Center haben wir Karten erhalten, auf denen die verschiedenen Fahrrad Trails eingezeichnet sind. Wir radeln Richtung Skigebiet und starten beim Langlaufcenter zu einem Aussichtspunkt. Auf dem schmalen Weg sind Fahrräder verboten und wir zögern nicht, den kurzen Weg zu Fuss zurück zu legen. Doch schon kurz darauf ist es uns richtiggehend verleidet. Die Steckmücken und Rossbremsen haben heute nichts anderes im Sinn, als uns die Wanderung zu vermiesen. Sie stechen und beissen und wir wissen nicht wo wehren. Deshalb geben wir nach zähen zehn Minuten entmutigt auf, satteln erneut unsere Räder und sausen die rasante Abfahrt ins Tal hinunter.

Am Abend backen und grillen wir wieder - bald wird es das letzte Mal sein. Harry, der Radfahrer aus Schwyz, gesellt sich zu uns und wir gönnen uns seit langem einmal ein Dessert: Schoggibananen vom Feuer.

Unser Campingnachbar schenkt uns eine ganze Schale voll Morcheln, die in Butter angebraten mit Salz und Pfeffer gewürzt sehr delikat schmecken, nicht so intensiv wie wir sie zuhause kennen von Steaks mit Morchelsauce

4. Juli 2015
Eigentlich wollten wir Harry heute zum Nachtessen einladen, doch weil ich bereits den ganzen Tag flach liege bringt er den Salat selber mit und Peter grillt das Fleisch dazu. Genau als die Schweinesteaks gebraten sind kündigt der Campingwart das definitive Feuerverbot an – das war jetzt aber wirklich knapp.

5. Jul 2015
In Moricetown wird der 40 Meter breite Bulkley River durch eine nur 5 Meter enge Schlucht gedrängt und genau am Eingang zu dieser Verengung fischen die Wet’suwet’en Indianer wie seit eh und je mit ihren an langen Stecken befestigten Körben.

Vom Yellowhead Highway zweigen wir ab auf den Cassiar Highway, wo man laut Milepost gute Chancen hat Bären zu sehen. Obwohl wir eigentlich zu einer schlechten Zeit unterwegs sind um Tiere zu sehen grast ein Schwarzbär friedlich am Strassenrand bevor er durch unser bedrohend aussehendes Fahrzeug gänzlich verscheucht wird.

Die drei Motorradfahree Bill, Jeff und Mikel aus Kalifornien setzen sich zu einem interessamten Schwatz zu uns. Sie sind auf dem Weg von Alaska nach Hause und fahren von morgens früh bis abends spät (heute: Teslin - Meziadin Junction – über 800 km). Sie wollen in nur vier Tagen in Kalifornien sein.

6. Juli 2015 - Meziadin Lake
Auf der langen Gerade bei km 249 trottet ein Schwarzbär gemächlich über die Strasse - wir schleichen uns an und schiessen immerhin ein erstes brauchbares Bild – es kann nur noch besser werden ;)

Unseren zweiten Bär am heutigen Tag sehen wir kurz nach der Bell2 Lodge im hohen Gras oberhalb der Strasse und die Frage Baumstrunk oder Bär war gar nicht so unberechtigt.

Im Tal unten überqueren wir den Stikine River und fahren über den 1241m hohen Gnat Pass noch 50 km bis Dease Lake. Bei der Tankstelle treffen wir Judith aus Luzern, die mit ihrer 400er 1 Zylinder Suzuki seit erst einer Woche ganz allein unterwegs ist. Sie ist in Anchorage gestartet mit dem Ziel, bis Ende Jahr eventuell in Südamerika zu sein, hat aber wohlweislich noch keine Rückflug-Arrangements gebucht.

Am Abend treffen wir Esteban aus Buenos Aires, der mit seiner 650er Einzylindermaschine unterwegs ist nach Alaska. Über Toronto will er dann der Ostküste entlang nach Miami reisen, um von da nach Brasilien zu verschiffen.

7. Juli 2015 – Dease Lake
Bereits nach kurzer Fahrt wartet ein Cariboo (oder Moose) darauf, von uns fotografiert zu werden. Als wir aber näher kommen scheint es ihm offenbar doch ein wenig unheimlich und es verschwindet zwischen den Bäumen.

Kurz darauf schon läuft uns wieder ein Schwarzbär über den Weg.

Dem südlichen Ende des Boya Lake entlang führt ein Weg über den Hügel zum Biberdamm. Als wir zurückkommen wartet eine junge Frau auf ihr Taxi - sie wird von einem Wasserflugzeug abgeholt. Dieses benötigt zum Starten 400 Meter und steigt dann aber sehr langsam in die Höhe.

Im British Columbien sterben ganze Pinienwälder durch ein Insekt, das unter die Rinde schlüpft, sich da satt frisst und damit den Nadelbaum killt. Temperaturen von minus 40°C würden die Larven töten, aber milde Winter lassen das Ungeziefer ausbreiten.

8. Juli 2015
Wir begegnen einem Luzerner Radfahrer, der soeben drei Bären gesehen hat, die auf einen Baum geklettert sind. Wir kommen, wie so oft, etwas zu spät. Feuer haben riesige Wälder zerstört und eine makabre Landschaft hinterlassen. Später hat dann aber das Unterholz wieder genügend Licht zum Wachsen und Blumen blühen zwischen den verkohlten Baumstämmen.

Zum ersten Mal seit langem sind die Tagestemperaturen nur noch um die 20•C.

20 km westlich von Watson Lake biegen wir auf den Alaska Hwy und fahren bis nach Teslin, wo wir einen bitter nötigen Wasch- und Putztag einlegen. Gerade als wir fertig sind beginnt es wieder einmal zu regnen.

Teslin hat eine der grössten Ureinwohner-Populationen (vom Tlingit-Stamm) im Yukon.

Der Teslin Lake ist 116 km lang und auf etwa 55 Kilometern führt der Alaska Hwy diesem See entlang. Die Nisutlin Bay Bridge über den gleichnamigen Seitenarm ist die längste wasserüberspannende Brücke auf dem Alaska Highway, dessen ursprünglicher Name „Alcan Highway“ eigentlich passender wäre. Denn die Strecke beginnt in Dawson Creek, Kanada, und führt über 1900 km durch dieses Land.

9. Juli 2015 - Teslin
Der 3218 km lange Yukon River fliesst von Whitehorse Richtung Norden. Er ist der viert- oder fünftgrösste Fluss Nordamerikas und gelangt beim Norton Sound ins Bering Meer.

Auf dem Walmart Parkplatz stehen um die 50 Wohnmobile. Wir lernen Lorenz und Silvia kennen. Er ist ehemaliger katholischer Pfarrer und wird auf seiner Reise oft von Freunden/Bekannten u.a. aus seiner ehemaligen Gemeinde begleitet. Wir finden heraus, dass wir unsere Fahrzeuge zur gleichen Zeit nach Hause verschiffen und wollen einander im Oktober in Halifax treffen, weil wir uns hier leider nur kurz unterhalten konnten.

10. Juli 2015 – Whitehorse, Walmart
Der Himmel ist bedeckt und in der Horseshoe Bay des vollkommen ruhigen Kloane Lake spiegeln sich die dunklen Berge und die ganzen Wolkengebilde.

11. Juli 2015 – Kloane Lake
Der heutige Streckenabschnitt ist zwar, wie angekündigt, ziemlich rau, aber mit einer gemütlichen Fahrweise schüttelt es uns nur mässig durch. In der gut acht Kilometer langen Baustelle führt ein Pilotfahrzeug die lange Kolonne an, damit wir nicht einem der rasenden Lastwagen in die Quere kommen.

Weil wir unser Fleisch, das Gemüse und die Früchte vor dem Grenzübertritt aufessen wollen, stoppen wir schon früh und widmen uns am Nachmittag der Homepage. Wir schliessen diesen Bericht in Beaver Creek, Yukon, und reisen nach drei Wochen Kanadaaufenthalt am Sonntag wieder in die USA, nach Alaska!

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