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Reiseberichte - Januar 2004 [zurück]


12.01.2004

Am Silvester schenkt uns Gerard, ein Berufstaucher, den wir in der Titirangi Bay kennen gelernt haben, einen feinen Butterfisch und 6 Scallops (Muscheln). Weil wir zum Nachtessen bereits in ein Seafood-Restaurant abgemacht haben, werden wir die Delikatessen für den Neujahrstag aufheben.

Das Silvester-Dinner mit Petra und Claudio, Isabelle und Urs schmeckt ausgezeichnet. Kafi, Guetzli und ein Schnäpsli gibt’s in unserem Wohnmobil beim Park am Hafen, wo wir auch den Rutsch feiern. Die Polizei patroulliert und um ca. 12.30 Uhr kommt ein Security-Mann, wünscht uns „Happy New Year“ und fragt, ob wir hier campieren wollen. Nachdem wir ihm erklären, dass wir später auf den Campingplatz an der Waikawa Beach zurückfahren werden macht er uns auf eine Strassenblockade aufmerksam, wo jeder Fahrer einen Alkohol-Test machen muss. Als wir jedoch über eine Stunde später diesen Abschnitt passieren, ist alles schon vorbei.

Am Neujahrstag ist es heiss, strahlend blauer Himmel – Reisewetter vom feinsten. Auf der Strecke Whangamoa-Nelson zieht der Seamist (Nebel vom Meer) über die Berge, löst sich jedoch in der trockenen Luftschicht auf der dem Meer abgewandten Seite sofort wieder auf.

Wir besuchen Sally Wastney auf der Revington Farm, bringen Grüsse von Paul und Magi und halten einen kurzen Schwatz.

Trotz schönstem Wetter verbringen wir fast zwei Stunden im Internetkaffee und freuen uns, dass der Update unserer Homepage problemlos vonstatten geht. Ausser in Nelson ist nämlich unser Laptop nirgends willkommen.

Auf Rabbit Island, einem riesigen Erholungsgebiet mit 13 km feinstem Sandstrand, der von dichten Wald gesäumt ist, kochen und geniessen wir unser spezielles Znacht mit Fisch und Muscheln (wie gehabt für Peter den Fisch, für Ruth die Muscheln). Um 9 Uhr abends wird die Schranke zu dieser gepflegten Insel geschlossen und deshalb fahren wir auf einen Uebernachtungsplatz in der Nähe eines Golfklubs Richtung Belle Island.

Am Freitagvormittag fahren wir gleich nochmals nach Rabbit Island. Es ist so schön hier, dass wir beschliessen gleich am Strand zu Frühstücken.

Unser heutiges Ziel ist Farewell Spit, der nördlichste Teil der Südinsel. Unterwegs besuchen wir die Ngarua Caves. Diese Höhlen liegen in der Golden Bay Region, 600 m über Meer, im Takaka Berg und sind mehr als 300 m lang. Es ist nicht klar, wer sie entdeckt hat, aber man findet Inschriften der ersten Siedler auf Kalkstein Formationen. Die älteste Unterschrift stammt von H.B. Everett, 1876. Es wurden Moa-Knochen gefunden, welche heute nur noch in Museen zu sehen sind.

In Takaka buchen wir für Samstag die 6 ½stündige Farewell Spit und Cape Farewell Tour ab Collingwood.

Auf dem Campingplatz in Tukurua bekommen wir noch den letzten Platz mit Stromanschluss um unsere vielen elektrischen Geräte wieder aufladen zu können.

Samstag, 3. Januar. Die Farewell Spit Safari beginnt pünktlich um 09.00 Uhr. Unser Busdriver Murray erzählt uns unterwegs von der Geschichte der Golden Bay, macht uns auf interessante Felsformationen aufmerksam und gibt uns viele eindrückliche Informationen. Sein Fahrzeug, ein Bedford mit Jahrgang 1961 aus England, ist bereits seit 20 Jahren im Einsatz für Touren durch den Sand am Strand des Farewell Spit. Murray weiss alles über die Tier- und Pflanzenwelt in diesem Naturreservat. Er führt uns zum Fossil Point wo es ein paar Robben offenbar geniessen, für die fotografierenden Besucher zu posieren oder sich filmreif im Wasser zu tummeln.

Ueber die Vögel, welche von der Arktik auf den Farewell Spit fliegen weiss er ganz Unglaubliches zu berichten: Sie brüten nur in der nördlichen Hemisphäre und kommen lediglich zum Futtern hierher. Einige dieser Vögel legen die 15'000 km lange Strecke von Alaska bis zur Südinsel von Neuseeland innert einer Woche hinter sich. Sie fliegen sieben Tage und sieben Nächte in Höhen von 2'000 m’, teilweise mit Windgeschwindigkeiten von 300 kmh. Im Vogelschutzgebiet tummeln sich zum Beispiel Knots, Godwits, Turnstones (welche wir diesen Sommer bereits in Norwegen erlebt haben), Black Shags, Dotterel, Oyster Catcher, Pied Stilts, Royal Spoonbills, Dotterel und Black Swans. Am äussersten Spitz gibt es eine Gannet-Kolonie, welche jedoch lediglich mit einer speziellen Tour besucht werden kann. Wir sehen die Vögel nur von weitem über die Sanddünen fliegen und können in etwa erahnen, dass es unzählige davon gibt.

Als nächstes halten wir beim 1897 erbauten Leuchtturm, welcher inzwischen mit zwei 50 Watt/12 V Birnen betrieben wird; früher waren es zwei 1000 Watt Glühbirnen mit 240 V.

Die Landschaft auf dem Farewell Spit verändert sich ständig, pro Jahr wandern die Dünen um 30 bis 40 Meter. Auf dem Rückweg besteigen wir eine der Dünen und haben die Möglichkeit, auf der steilen, weichen Seite herunter zu springen, zu rennen, zu rollen oder einfach nur die Aussicht zu geniessen. Auch der Ausflug zum Cape Farewell ist lohnenswert. Einerseits handelt es sich um den nördlichsten Punkt der Südinsel, andererseits ist die Aussicht auf die Kliffs ganz spektakulär. Wir geniessen einmal mehr einen erlebnisreichen Tag.

Am Sonntag machen wir einen kleinen Spaziergang zu verschiedenen Lookout Points in Mangarakau und fahren dann weiter, ans Ende der Naturstrasse nach Anatori River. Die Landschaft hier ist paradiesisch schön und wir können uns kaum satt sehen. Wir geniessen den Nachmittag direkt am Meer und lernen zwei Neuseeländer-Pärchen kennen. Der pensionierte Schuldirektor von Tasman, Murray mit seiner Frau Noeline, lädt uns für nächste Woche auf eine Bootstour entlang dem Abel Tasman Nationalpark ein und das andere Pärchen, Judy und Peter, bietet uns spontan an, am Dienstag bei Ihrem Haus in Rangihaeata, direkt an der Golden Bay, zu verbringen.

Der Abstecher zu den Pupu Springs, den grössten Quellen der Welt, ist lohnenswert. Pro Sekunde sprudeln 14'000 Liter Wasser aus dem Boden.

Nach dem Ausflug nach Totaranui, wo der Campingplatz leider schon ausgebucht ist, versuchen wir in die südlichere Bay nach Awaroa zu fahren. Die erste Wasserdurchfahrt bereitet nur Ruth etwas Sorgen (sie ist tatsächlich problemlos zu meistern), doch vor der zweiten macht auch Peter halt, diese ist um einiges länger und tiefer als die vorhergehende, und wir müssen mit unserem Toyota 2Radantrieb schweren Herzens umkehren. Das Pohara Beach Camp hat noch einige freie Plätze und wir machen es uns hier gemütlich.

Dienstag, 6. Januar. Heute gibt es seit langem wieder einmal ein bisschen Regen, aber es wird trotzdem nicht sehr kalt. Judy & Peter wohnen direkt an der Golden Bay Beach. Heute dürfen die Häuser nicht mehr so nahe an den Strand gebaut werden. Murray und Noeline sind noch bis morgen hier in den Ferien. Wir werden zu einem grossartigen Neuseeland-Lamm Nachtessen eingeladen und dürfen direkt am Strand vor ihrem Haus übernachten. Wir verbringen einen gemütlichen Abend und geniessen die Gastfreundschaft dieser herzlichen Leute.

Die ausgiebige Dusche am Morgen tut gut und macht uns frisch für den ganzen Tag. Zum Abschied machen wir noch ein Foto und stellen dabei fest, dass die Digitalkamera defekt ist. Deshalb fahren wir nach Nelson, um sie in einem Kamera-Shop checken zu lassen. Leider kann uns niemand helfen, alle würden die Kamera nach Christchurch zur Reparatur senden. Und da können wir sie auch selber hinbringen.

Am Mittwochabend werden wir in Tasman von Noeline und Murray bewirtet und wir dürfen sogar in einem wundervollen Bett übernachten.

Der Donnerstag verspricht wettermässig nicht sehr gut zu werden, doch wir machen uns trotzdem auf zum Bootsausflug von Kaiteriteri über Tonga Island, Bark Bay und entlang der Küste via Torrent Bay zurück nach Kaiteriteri. Uns scheint, dass auch Murray Riesenspass hat und ausser einem herzlichen Dankeschön akzeptiert er gar nichts von uns. Wir dürfen sogar ein weiteres Mal die Gastfreundschaft von Noeline und Murray geniessen und zum Nachtessen und Uebernachten bleiben. Bevor wir am Freitag wegfahren werden wir noch mit Kartoffeln und Bohnen aus dem eigenen Gemüsegarten beschenkt.

In Nelson kaufen wir eine Vodafone Mobile Connect Card, die uns von Internetkaffees und gutmütigen Neuseeländern unabhängig machen soll. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis dieses System auf unserem Laptop läuft.

Im Laufe des Nachmittags wird es wieder strahlend blau und nur der starke Wind verhindert, dass es auch wieder heiss wird. Wir schlagen unser Lager in der Elaine Bay auf und Peter fängt beim Eindunkeln zwei kleine Fischli, gerade genug für ein Nachtessen.

Die 1 ½stündige Wanderung zur Piwakawa Bay dauert nicht ganz so lang und führt auf einem schmalen Pfad durch den Urwald dem Marlborough Sound entlang. Wir wollen noch eine Nacht in dieser Bay bleiben und backen deshalb wieder einmal Brot in der Bratpfanne, denn Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier absolut keine.

Gegen Abend wandern wir noch bis zur Deep Bay. Die angegebenen 3 km erweisen sich hier als um einiges länger, gemäss Auskunft von Anwohnern sind es 5 km. Die Farben des Meeres umfassen alle Schattierungen von smaragdgrün bis tiefblau.

Peter beschliesst vor dem Duschen noch schnell im Meer zu schwimmen. Doch als er hineinspringen will, kommt ihm ein schwarzes Riesending entgegen. Was aussieht wie ein Stein erweist sich als 1.5 Meter langer Stingray. Stingrays sind, abgesehen vom Stachel, beinahe rund und ziemlich Furcht einflössend, deshalb verzichtet er auf dieses erfrischende Bad. Später sehen wir sogar drei Stingrays in der Bay, der Stachel dieser Fische ist fast so lang wie ihr Körper. Am Sonntagvormittag schwimmen eine ganze Anzahl Quallen im Wasser, sie sind jedoch ungiftig.

Wir fahren noch das kurze Stück weiter bis zum Campground in French Pass. Die Aussicht auf der unbewaldeten Hügelstrasse auf die Tasman Sea und die Admiralty Bay ist beeindruckend. Beim French Pass, der engen Stelle zwischen der Südinsel und D’Urville Island sehen wir wie schwierig diese mit einem Segelboot zu passieren ist, weil nur etwa 1/5 der ganzen Breite tief genug ist um sie zu durchfahren. Und zwischen Ebbe und Flut wirken gewaltige Kräfte, die See strömt und brodelt.

Montag steht eine etwas längere Etappe an, weil wir gerne den 200 km langen Molesworth Track von Blenheim durch die Täler nach Hanmer Springs fahren möchten. Dieser ist jedoch, gemäss Auskunft der Infocenter, wegen Trockenheit noch immer geschlossen. Die Alternativroute, Rainbow Valley (ca. 120 km), ist für einen 4WD machbar, doch mit dem 2Radantrieb ist es zu gefährlich, weil es einige rutschige Stellen sowie Flussdurchfahrten und steile Rampen drin hat, die gar nicht oder nur mit Glück zu bewältigen wären.



24.01.2004

Am Dienstagvormittag, nach einigen Telefongesprächen, können wir endlich die Vodafone Mobile Connect Card in Betrieb nehmen und sind glücklich, dass es plötzlich so problemlos klappt.

Bei gutem Wetter nehmen wir die Wanderung auf den Mt. Robert in Angriff. Es ist warm und auf dem schön angelegten und gut unterhaltenen Track ist der Aufstieg sehr angenehm. Der Himmel bedeckt zunehmend und beim Abstieg werden wir ein bisschen verregnet und gehörig abgekühlt. Zum Uebernachten finden wir ein Plätzchen am Buller River. Dort sind wir, abgesehen von unheimlich vielen hungrigen Sandflies, ziemlich allein.

Weil die Landschaft entlang den Naturstrassen oft sehr unberührt und wild ist beschliessen wir, auf dem kurzen Braeburn Track, einer engen Strasse mit 4 Bachdurchfahrten, von St. Arnaud nach Murchison zu fahren.

Murchison erlebte in 1929 ein starkes Erdbeben von 7.8 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag nur gerade 19 km von der Stadt entfernt und die Naturkatastrophe richtete grosse Zerstörung an. Ein weiteres Beben in 1968 von der Stärke 7 richtete nicht mehr ganz so grossen Schaden an, weil inzwischen die Bauvorschriften entsprechend angepasst wurden.

Der Track über den Maruia Saddle ist zu eng und unser Campervan sei vor allem wegen der Höhe nicht geeignet, diese wunderschöne Naturstrasse zu befahren, also müssen wir über die Hauptstrasse zur Spring Junction gelangen.

Von Waiau führt eine kurvenreiche Strecke über Hügel und durch Täler Richtung Osten auf den Hwy. Nr. 1. Die Landschaft ist abwechslungsreich und wir können uns beim Durchfahren kaum daran satt sehen.

Ab dem Hwy. 1 Richtung Christchurch machen wir einen kurzen Abstecher auf dem Tourist Drive nach Gore Bay und zum Hurenui Riverdelta. Bereits zur Mittagszeit treffen wir in Christchurch ein und feiern Wiedersehen mit Lorraine und Paul. Am Abend fahren Peter, Paul und Bruce zum letzten Mal in den Bottle Lake Park zum Biken.

Freitag ist Organisations- und Putztag: Die zwei Velos sollen in die Schweiz zurückgeschickt werden, zusammen mit einigen anderen Sachen die wir nicht (mehr) benötigen. Und am Samstagmittag um 12.00 Uhr holen wir Peters Bruder Ruedi vom Flughafen ab. Er wird bis zum 21. Februar mit uns die Südinsel bereisen und einen Segeltörn unternehmen, wir alle freuen uns riesig auf diese Abwechslung.

Am Nachmittag macht Peter mit Ruedi eine Sightseeing-Tour und zeigt ihm Sumner Beach, die Porthills und den Cathedral Square. Das Nachtessen im Workermans Club in New Brighton ist gut und günstig. Zum Abschluss des Tages bringt uns Lorraine zum Art Center, wo das World Baskers Festival im Gang ist. Strassenartisten aus aller Welt zeigen vom 15. – 28. Januar 2004 Darbietungen vom Feinsten und wir geniessen das Spektakel.

Für Sonntag wäre Wasserskifahren und Wakeboarden auf dem Lake Hood in Ashburton angesagt. Weil es jedoch endlich wieder einmal regnet, in Christchurch ist es im letzten Monat richtig dürr geworden, und starke Winde vorausgesagt werden besichtigen Peter und Ruedi die beiden Museen Airforce World und das Antarktik-Center. Ruth sitzt derzeit wieder einmal am Computer, lädt Bilder auf die Homepage und bereitet die Reiseberichte vor. Zum Nachtessen sind wir bei Lorraine und Paul eingeladen.

Am Montag zeigen wir Ruedi das Touristenstädtchen Akaroa und auf dem Rückweg besuchen wir Benita und Roland, welche uns zu einem gemütlichen Abend mit Nachtessen eingeladen haben, an der Governours Bay. Auch diese beiden haben sich ein wunderschönes Plätzchen mit Blick auf Lyttelton Harbour zum Wohnen ausgesucht. Bereits heute beschliessen wir aufgrund der Wettervorhersagen anstatt Richtung Süden nach Dunedin in den Westen zu reisen. An der Westküste ist es oft sehr regnerisch, doch für die nächsten drei Tage ist Sonnenschein angesagt, was wir unbedingt ausnützen wollen.

Bei trübem Wetter starten wir also über den Lewis-Pass Richtung Westport. Bereits in Reefton ist es heiss und der Himmel strahlend blau. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt durch Westport besuchen wir Cape Foulwind. Dieses wurde von Abel Tasman 1642 als erstem Europäer umschifft und er nannte es Kap der Klippen. Captain Cook hatte hier jedoch Pech mit den Windverhältnissen und nannte es deshalb Cape Foulwind, welchen Namen es noch heute trägt.

Nach dem Nachtessen fahren wir bis Punakaiki zu den Pancake Rocks, um hier den traumhaftesten Sonnenuntergang zu erleben seit wir in Neuseeland sind.

Am Mittwoch, 21. Januar, besuchen wir bei schönstem Wetter nochmals die Blowholes um die Gewalten der Flut zu bestaunen und auch ein paar Fotos mit blauem Himmel zu erhalten. In Hokitika besuchen wir die Glasbläserei, wo unter anderem wunderschöne farbige Pinguine, Fische, Platten, Vasen und Trinkgläser hergestellt werden.

Wir übernachten ein paar km vor Franz Josef Glacier auf einem DOC Campground für $ 5.-- pro Person. Weil unheimlicher Motorenlärm auf ein schnelles Boot schliessen lässt vermuten wir einen See ganz in der Nähe. Der erste Versuch an dessen Ufer zu gelangen endet in undurchdringbarem Dickicht. Es bleibt uns deshalb nichts anderes übrig, als den etwas längeren Weg über die Strasse einzuschlagen und wir werden bald fündig. Ein Jet-Boat versucht einen Wakeboarder aus dem Wasser zu ziehen. Die unermüdlichen Versuche des Jungen scheitern jedoch letzten Endes an einem zerrissenen Griff.

Peter erkundigt sich bei den sportbegeisterten Leuten nach dem Boot und dessen Motorenleistung. Der Chevrolet-Motor wurde für den Gebrauch in einem Boot speziell verändert und die Leistung von gegen 400 PS ist unvorstellbar. Es dauert keine 10 Minuten und der Bootsbesitzer bittet Peter, mit Hansruedi und Ruth einige Runden zu drehen. Es drückt uns unheimlich in die Sitze, wir sind begeistert und geniessen dieses verrückte Erlebnis.

Am Donnerstag erleben wir noch immer strahlend blauen Himmel. Drei Tage in Folge solches Wetter an der Westküste sind sehr sehr selten. Wir unternehmen eine ca. 1 ¾ Stunden lange Wanderung zum Fuss des Franz Josef Glacier und wandern in ca. 1 ¼ Stunden rund um den Lake Matheson (auch Mirror Lake genannt). Wir haben auch das Glück, den Mount Cook in seiner Pracht zu bestaunen und nehmen im vorbeifahren den üppigen Regenwald so richtig in uns auf.

Am Freitagvormittag ändert sich das Wetter an der Westküste, wie angekündigt, und wir verlassen den Pleasant Flat DOC Camping, ca. 30 km östlich von Haast, bei leichtem Regen. Unterwegs vertreten wir uns ein bisschen die Füsse und besuchen die klarblauen Blue Pools. Als wir in Wanaka ankommen, scheint schon wieder die Sonne und wir machen um vier Uhr eine ereignisreiche Jet-Boat Tour auf dem Clutha River mit. Diese ist recht spektakulär und als wir zurückkommen sehen wir bereits Fotos von uns auf dem Bildschirm.

Am Samstag besteigen Peter und Ruedi den Roys Peak. Die Wanderung in der prallen Sonne ist sehr anstrengend, wird aber durch die prächtige Aussicht auf den Mt. Aspiring und den Lake Wanaka belohnt. Ruth bleibt auf dem Campground, färbt sich die Haare, wäscht die Wäsche, backt Brot und Zopf und reinigt den Campervan. Nach getaner „Arbeit“ sind alle glücklich und zufrieden. Deshalb gönnen wir uns gleich noch einige Zugaben: Wir buchen eine zweistündige Dampfschifftour in Queenstown und eine Tagestour zum Doubtful Sound.



31.01.2004

Der Sonntag, 25. Januar, beginnt mit ein paar Regentropfen, doch wir fahren trotzdem auf der Crown Range Road über die Berge nach Queenstown. Die Aussicht auf Queenstown und den Lake Wakatipu wäre von der Passhöhe (1076 m’) bestimmt grandios, durch das trübe Wetter jeoch ein bisschen dürftig. Von der im Jahre 1880 erbauten Kawarau Brücke kann man für $ 130.-- einen 60 m’ hohen Bungy Jump machen. Wir springen nicht, irgendwie können wir das Geld für diese paar Sekunden einfach nicht locker machen.

Als wir noch ein paar Fotos auf die Homepage laden wollen erleben wir eine kleine Ueberraschung. Unsere Vodafone Mobile Connect Card ist gesperrt. Nachdem wir uns beim Anbieter nach dem Grund erkundigen erklärt er uns, wir hätten bereits 16 MB Daten übertragen und somit das Kreditlimit von $ 80.-- für diesen Monat erreicht. Und wir waren aufgrund der Auskunft im Vodafone Shop der Meinung, wir könnten täglich 3 MB brauchen. Peter hat allerdings gleich von Anfang an einen Haken bei der Sache vermutet, er fand es einfach zu günstig. Inzwischen sind die Schulden jedoch beglichen und wir haben unseren Vertrag aufgestockt. Neu können wir für monatlich $ 30.-- insgesamt 15 MB übermitteln und wenn wir schön Buch darüber führen, wird uns das auch reichen.

Um sechs Uhr abends besteigen wir die T.S.S. Earnslaw und geniessen die fast zweistündige Dampfschifffahrt auf dem Lake Wakatipu. Die zwei Maschinen mit je drei Zylindern (je ein high pressure, ein intermediate und ein low pressure Zylinder) benötigen pro Kolbenhub zwei Liter Wasser und pro Stunde muss eine Tonne Kohle geschaufelt werden.

Am Montag sind die Berge Wolkenverhangen, es regnet leicht und Ruedi beginnt den Tag auch noch mit einer kalten Dusche. Weil er statt der verlangten 2 x 50 Cents nur 1 x 50 Cents einwirft gibt es statt 6 Minuten heisses Wasser nur jede Menge kaltes. In Kingston besichtigen wir die Dampflokomotive „Kingston Flyer“, welche Touristen von Kingston nach Fairlight und zurück bringt.

Am Dienstag um 10.00 Uhr beginnt unser 8stündiger Ausflug von Manapouri nach Westarm mit dem Schiff, mit dem Bus über den Wilmot-Pass (617 müM) nach Deep Cove und weiter mit dem Schiff in den Doubtful Sound. Die tiefste Stelle im Lake Manapouri beträgt 444 m’, er ist damit der zweittiefste See Neuseelands.

In Westarm besuchen wir das Untergrund-Kraftwerk „Manapouri Power Station“, das zweitgrösste Kraftwerk Neuseelands. Es liegt 160 m’ unter Seelevel und wurde 1963 in erster Linie für die Herstellung von Aluminium erbaut. Im Jahre 1969 ging das Werk ans öffentliche Stromnetz, und wurde im Jahre 1976 fertig gebaut. Heute werden 90 % des Stroms für die Aluminiumerzeugung benötigt und 10 % gehen ins Stromnetz. Unterwegs sehen wir einige Stellen, wo Baum-Lawinen niedergegangen sind. Die Bäume wachsen in einer lediglich 150 – 250 mm dicken Moosschicht und stützen sich gegenseitig.

Die Strasse über den Wilmot-Pass ist die teuerste Neuseelands und kostete in den sechziger Jahren $ 2.00 pro inch. Ab der Passhöhe ist der Himmel strahlend blau und die Aussicht auf den Doubtful Sound beeindruckend schön.

In Deep Cove besteigen wir das Boot und unser Busfahrer, Kapitän und Tourguide Mark von den Fjordland Explorer Charters gibt uns alle interessanten Informationen. Die obere 3 – 4 m’ dicke Wasserschicht ist Frischwasser, darunter erst kommt das Salzwasser des Meeres. Weil das Meer heute sehr ruhig ist und die Wellen lediglich 2 m’ hoch können wir ziemlich weit hinaus fahren und die Robben-Kolonie besichtigen. Auf dem Rückweg fahren wir in den Crooked Arm, wo einige Bottlenose Delphine gerne in den Wellen des Bootes surfen.

Bei schönem Wetter fahren wir am Mittwoch von Manapouri nach Te Anau und zum Milford Sound. Unterwegs besteigen wir in einer 4 ½stündigen Klettertour den Gertrude Saddle und geniessen die wunderbare Aussicht auf den Milford Sound. Der Abstieg über die grossen Felsbrocken ist ziemlich anspruchsvoll und wir sind sehr froh, als wir endlich unser Fahrzeug erreichen.

Wir verzichten auf eine Tour in den Milford Sound, weil uns der Doubtful Sound so grandios gefallen hat und die Wetterprognose für die nächsten Tage nicht mehr sehr gut ist.

Es beginnt auch schon bald zu regnen und der Freitag ist vom Morgen bis am Abend nass, trüb und grau. Wir erreichen heute nach einem 20 Minütigen Marsch durch Wind und Wetter den südlichsten Punkt der Südinsel „Slope Point“ (S 46°-40.450’/E 169°-00.091’).

An der Curio Bay gibt es einen primitiven Campingplatz und am Abend warten wir im strömenden Regen darauf, dass die Pinguine endlich zu ihren Nistplätzen zurückkommen. Nach etwa einer Stunde sind wir durchnässt und warten noch immer. Ab und zu streckt ein neugieriges Exemplar seinen Schnabel aus der Unterkunft und irgendwann, nach scheinbar endlosem Warten, entsteigen doch zwei Pinguine ganz gemütlich dem Meer und lassen sich alle Zeit der Welt „nach Hause“ zu watscheln.

Die Reise geht von hier aus weiter Richtung Dunedin und trotz bedecktem Himmel bleibt es heute wenigstens trocken.

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