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Reiseberichte - April 2005 [zurück]


17.04.2005

An Ostern wurden die Uhren in Australien wieder auf Winterzeit zurückgestellt. Weil Europa gleichzeitig auf Sommerzeit vorgestellt hat, beträgt die Zeitdifferenz acht Stunden.

01./02.04. In New South Wales Nordosten ist die Auswahl an Natur- und Nationalparks enorm. Die Küsten mit ihren schneeweissen Sandstränden bezaubern, die Vielfalt und Anzahl von Wildtieren (hier ein Bandicoot) ist enorm. An der Jervis Bay im Boodere Nationalpark faulenzen wir am Strand und schwimmen im klar blauen, etwa 21°C warmen Meer.

Das kleine Jervis Bay Territory (JBT) ist eigenständig regiert und besitzt sogar zwei Vertreter im Senat in Canberra.

02.04. Wir checken heute die E-Mails und sind überrascht: Der „Detektiv“ hat für uns die Adresse herausgefunden und er ist überzeugt, dass dies die richtige ist. Wir hoffen nun sehr, dass unsere Nachbarin mit den beiden tatsächlich wieder in Kontakt kommen kann.

03.04. ... und was uns bestimmt kaum jemand glauben will: auf all den rauen Strecken und etwa 40'000 Kilometern (über 54'000 km auf unserer Reise insgesamt) hatten wir nie einen platten Reifen! – Bis wir dann in Nowra, ca. 100 km vor Sydney, auf der Teerstrasse doch noch einen Plattfuss einfangen. Wir haben (wie fast immer) Glück im Unglück, können den Pneu an der nächsten Tankstelle aufpumpen und so bis zum Campingplatz in Kiama fahren. Dort entlasten wir das Rad mit Steinen und Holz, pumpen am nächsten Morgen nochmals auf und kommen so problemlos bis zur nahen Reparaturwerkstätte. Bequemer geht’s kaum.

04.04. Wir sind zurück in Miranda (Sydney) - der Kreis um Australien hat sich geschlossen. Bruno Meier, der Verkäufer unseres Landcruisers, hatte uns ganz zu Beginn unserer Reise erzählt, ein Deutsches Ehepaar hätte eine Woche vor uns einen Buschcamper übernommen und reise ebenfalls für ein ganzes Jahr durch Australien. Wir hatten immer erwartet, ihnen irgendwo einmal zu begegnen, doch erst heute, am Ende der Reise, treffen wir die beiden auf dem Campingplatz zum ersten Mal an. Wir haben einander einiges zu erzählen und es ist interessant zu entdecken, wie verschieden wir gereist sind.

05.04. Das Packen beansprucht den ganzen Tag und zwischendurch verkauft Peter ganz überraschend, schnell, zu einem guten Preis, sein Fahrrad. Der allererste, den er fragt ob er ein Fahrrad kaufen möchte offeriert ihm $ 250.-- und damit sind wir natürlich sofort einverstanden. Russel, der neue Besitzer, ist glücklich … und wir erst recht, denn ein Fahrrad überhaupt zu verkaufen ist normalerweise fast unmöglich. Anschliessend sitzen wir auf dem Campingplatz gemütlich beisammen und verbringen einen fröhlichen Abend mit drei reiselustigen Paaren aus Neuseeland resp. Perth.

06.04. Wir brechen die Zelte in Australien so langsam ab, künden das Bankkonto, erledigen einige Kleinigkeiten und freuen uns nochmals über das hervorragende Wetter, nachdem in der Wettervoraussicht des „The Australian“, für Sydney vier Tage Regen, Regen, Regen prognostiziert waren.

Am Nachmittag fahren wir zu Brad nach Leumeah, in der Nähe von Campelltown. Wir hatten ihn mit zwei seiner Kinder in Queensland kennen gelernt und waren auf einer wirklich rauen Strecke gemeinsam unterwegs. Heute werden wir von seinem Sohn Ben (7 ½) und seiner Ehefrau Tracie so herzlich willkommen geheissen, dass wir uns sogleich wohl fühlen. Ben überlässt uns grosszügigerweise für vier Tage sein Zimmer.

07.04. Wir bringen die sorgfältig gepackte Ware in Brad’s Geschäft, wo alles auf ein Pallett geladen und mit Schrumpffolie umwickelt wird. Eine Firma zu finden, die das ganze zu einem akzeptablen Preis verschifft ist ziemlich schwierig.

08.04. Letztendlich vergeben wir den Auftrag zähneknirschend für AUD 410.--, um die Sorge los zu sein. Am Abend erfahren wir jedoch, dass das Holz-Pallett speziell behandelt werden müsste, was weitere AUD 250.-- kostet. Brad wird am Montag für uns ein Plastik-Pallett organisieren und so können wir etwa zweihundert Dollar sparen.

Die Familie Robinson fährt mit uns zum Strand von Balmoral. Dort essen wir mit Brad, Tracie, Rebecca (Becky),und Josh, gemeinsam Lunch vom „Fish & Chips Shop“. Wir sünnele an der Cobblers Beach und schwimmen im sauberen Wasser des Sydney Harbour. Zum Nachtessen sind Gail und Grant eingeladen und zur Feier des Tages kocht Brad leckere Spaghetti Carbonara.

09.04. Um zehn ist der Termin unser „Heim“ der letzten elf einhalb Monate zurückzugeben. Die 40'364 Kilometer haben wir Gott sei Dank unfallfrei gefahren und bis auf ein einziges Mal waren wir nie auf fremde Hilfe angewiesen. Nun hoffen wir, uns zuhause möglichst schnell wieder an den Rechtsverkehr zu gewöhnen. Um 11.15 Uhr ist mit Bruno Meier von SwissAmMotors bereits alles zur Zufriedenheit erledigt und um zwölf Uhr holen uns Brad, Tracie und Ben in der Westfield Shopping Mall ab. Den Rest des Nachmittags geniessen wir mit Baden im Spa und plaudern. Vier Uhr ist in Brad’s Haus „Beer o’clock“ und er freut sich auf ein kühles Bier.

Das Thai-Restaurant in Campelltown wurde im Jahre 2003 als bestes Thai-Restaurant in Sydney ausgezeichnet. Es hat nur etwa zwanzig Sitzplätze, ist familiär, gemütlich und die Speisen sind hervorragend. Den Wein bringt man hier selber mit (BYO = bring your own).

10.04. Wir werden von unseren äusserst hilfreichen Gastgebern auf den Flughafen gebracht. Sie sind eine weitere Familie, die wir sehr lieb gewonnen haben und gerne einmal bei uns beherbergen werden.

Kurzer Rückblick auf Australien:

Die Herzlichkeit, die Offenheit und die Gastfreundschaft der Australier ist einmalig. Zusammen mit der Weite, Abgeschiedenheit, Stille und Einsamkeit im „Outback“ gehören sie zu unseren eindrücklichsten Erinnerungen an Australien. Die Lagerfeuer und den Sternenhimmel mit dem „Southern Cross“ werden wir nie vergessen. Aber auch der „Lawnhill“- und der „Karijini“ Nationalpark sowie das „Ningaloo“ Riff, werden uns in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

Australien macht süchtig - irgendwann werden wir wieder zurückkommen.




FIJI

Der Flug nach Nadi auf der Hauptinsel Viti Levu dauert 3 ¾ Stunden und wir werden ein wenig geschüttelt. Bei der Ankunft regnet es, doch bei einer Temperatur von 28°C ist das eher erfrischend als frustrierend. Die Zeitverschiebung zu Sydney beträgt zwei Stunden, zur Schweiz sind es jetzt wieder 10 Stunden. Wir sind östlich des 177sten Längengrad und somit ganz nahe an der Datumsgrenze.

11.04. Der Malolo Cat bringt uns von Port Denarau zum Plantation Island Resort auf Malolo Lailai, wo wir am Steg von fröhlich singenden Fijianern empfangen werden. Jeder Gast erhält eine Muschelkette als Willkommensgruss. Die Einheimischen sind sehr gross, freundlich und sie begrüssen einen immer mit einem herzlichen „Bula“, was soviel bedeutet wie „Grüezi“, genau übersetzt jedoch gute Gesundheit heisst. Die Insel ist so klein, dass wir sie bequem zu Fuss umrunden können.

12.04. Der Ausflug zum Schnorcheln bei der Sandbank dauert leider nicht sehr lang, weil schwarze Wolken aufziehen und starker Regen einsetzt. Als es wieder aufhellt rudern wir mit einem Zweier Kanu zur Nachbarinsel und später am Nachmittag versuchen wir uns auf dem Wakeboard.

Zum Nachtessen spielt die Musik auf und die Band besteht aus zwei bis fünf Leuten, je nach Lust und Laune der musikalischen Fijianer. Dann heisst es „Kava-Time“. Wir haben zwar bereits von diesem Getränk gehört, wissen jedoch nicht wie es schmeckt: Einmal Klatschen, die Schale entgegennehmen, den Kava ex trinken, die Schale zurückgeben und drei Mal Klatschen. Kava wird aus Pflanzenwurzeln hergestellt, ist nicht alkoholisch und einer der Musiker erklärt, man werde davon müde. Wir finden das Getränk nicht gerade schmackhaft und bei einer geringen Dosis scheint es auch gar keine Wirkung zu haben.

Wir haben uns leider überhaupt nicht auf Fiji vorbereitet und haben keine Ahnung, wie viele Inseln zu diesem Staat gehören und wie viele Einwohner er hat. Einige Informationen erhaschen wir von Einheimischen, die sich gerne mit uns unterhalten und frei erzählen, was wir gerne wissen möchten. So erfahren wir von Kesa, dass Ausländer in Fiji kein Land kaufen, sondern nur für 99 Jahre leasen können. Im Leasingvertrag ist z.B. auch festgehalten, dass in erster Linie Fijianer beschäftigt werden müssen. Erst wenn unter den Einheimischen keine geeigneten Angestellten gefunden werden darf auf Ausländer zurückgegriffen werden. Ein Amerikaner hat die ganze Namotu Island geleast, ein Resort darauf erstellt und bezahlt dafür halbjährlich 40'000 Fiji-Dollar (ca. 28'000 CHF) Leasingzins.

Toni, ein älterer Mann dem wir unterwegs begegnen, erzählt uns, dass jedes Resort seinen Strom mittels Diesel-Generator erzeugt. Im Plantation Island Resort wird das Dusch- und Brauchwasser entsalzt, als Trinkwasser wird filtriertes Regenwasser angeboten.

In Fiji gibt es 10'000 km2 Korallenriffe mit 398 Korallenspezies und 9 Mangrovenarten, zusammen mit 1'200 verschiedenen Riff-Fischen und unzähligen wirbellosen Tieren.

Mittwoch. Weil die Gratis-Tour zum Riff bei der Sandbank bereits ausgebucht ist, schliessen wir uns dem Trip zum Sunflower Riff an. Das Schnorcheln dort ist noch viel schöner und erinnert uns sehr ans Ningaloo Riff, ausser dass das Wasser hier viel wärmer ist. Im glasklaren blauen Meer bewundern wir die farbigen Korallen, die buntesten Fische, dicke Seegurken, mehrheitlich blaue Seesterne, Muscheln … Später schnorcheln wir nochmals gleich in der Nähe des Stegs. Leider ist es hier nicht sehr klar, doch wir sind erstaunt, wie intakt die Unterwasserwelt so nahe am Strand noch ist. Was will uns wohl das winzige gelbe Fischli mitteilen, das immer unmittelbar vor unserer Taucherbrille herumschwimmt?

Am Nachmittag, bei Ebbe, begeben wir uns zu Fuss auf den Weg zum Shell Village auf der Insel Malolo Levu (levu heisst gross). Doch wir kommen nicht sehr weit. Bereits kurz nach der Ankunft auf der Nachbarinsel treffen wir auf eine Familie mit vielen Kindern und unterhalten uns längere Zeit mit den Männern. Wir erfahren, dass ein Arbeiter lediglich $ 3.-- pro Stunde verdient und bei den Preisen, die im Supermarkt verlangt werden, reicht das vermutlich nicht sehr weit. So wird alles Mögliche selbst angepflanzt, Früchte werden gepflückt und Kokosnüsse von den Palmen heruntergeholt. Sollten wir morgen nochmals kommen, könnten wir Kokosmilch für $ 2.-- bekommen. Wir werden auch eingeladen, gegen ein kleines Entgelt bei der Familie zu Essen, doch wir können uns aus verschiedenen Gründen nicht entschliessen, dieses Angebot anzunehmen.

Auf unserem Weg dem Strand entlang unterhalten wir uns mit einem weiteren Ehepaar, das in einem kleinen Paradies lebt, inmitten von Palmen, Sandstrand und der Blauen Lagune.

Zu guter letzt finden wir auch noch Kesa’s Onkel, Amani, der Backpacker-Unterkunft anbietet. $ 60.-- (CHF 42.--) pro Tag für Übernachtung und drei Mahlzeiten sind günstig. Er will am Freitag nach Nadi auf der Hauptinsel fahren um einen Internet-Auftritt in die Wege zu leiten.

Leider haben wir nicht sehr lange Zeit für unsere Besuche, denn die Flut kommt bald und die sichere Rückkehr auf Malolo Lailai würde schwieriger werden (und wir nässer).

Do. 14.04. Die Korallenriffe und die Vielfalt der Fische sind derart faszinierend, dass wir für heute gleich zwei Schnorcheltouren gebucht haben. Diejenige zur Sandbank kostet nichts, für die Fahrt zum Sunflower Riff, auf der anderen Seite der Insel, bezahlen wir $ 10.-- pro Person, umgerechnet sieben Franken.

Am Nachmittag umrunden wir noch das westliche Ende der Insel und vervollständigen damit unsere Wanderung rund um Malolo Lailai (Lailai heisst klein).

Kesa verrät uns, dass die beiden Inseln Malolo Levu und Malolo Lailai ganz früher eine einzige Insel waren. Doch vor vielen vielen Jahren wollte das Oberhaupt der Gemeinde, Chief genannt, einmal zum südlichen Insel Ende wandern. Weil das Wasser zu hoch war und ihn an seinem Vorhaben hinderte, erhob er wütend seinen Stock und teilte das Land entzwei.

Fr. 15.04. Eigentlich hatten wir uns gedacht, dass eine Woche Fiji in einem Resort mehr als genug sei. Doch man kann sich täuschen. Den Bootsausflug auf vier Inseln, inkl. Schnorcheln, lassen wir zugunsten des Besuchs im „Shell Village“ aus. Das Dorf hat etwa 800 Einwohner und keine einzige Strasse. Es liegt direkt am Strand und wir schlendern einfach ein wenig zwischen den Häusern durch. Die Hütten sind ärmlich, doch die Menschen sind fröhlich – sie besitzen nichts und sind trotzdem glücklich.

Wir hören ein herzliches „Bula“ und werden auf einen kurzen Schwatz eingeladen. Ima und Mesa haben drei Kinder, der älteste Sohn sucht Arbeit, der zweitälteste geht auf der Hauptinsel in die „High School“ und das Mädchen besucht im Dorf die 7. Klasse. Ima zeigt uns eine „Bread Fruit“ und ich möchte ein Foto davon machen, doch weshalb nicht gleich die beiden mit auf das Foto bannen? Sie freuen sich über das Resultat und bitten uns, ihnen ein Bild zu senden.

Kesa hat heute ihren freien Tag und wir finden heraus, dass sie am Ende des Dorfes wohnt. Wir möchten sie besuchen, schlendern dem Strand entlang, unterhalten uns mit neugierigen Schulkindern, versuchen eine rote, säuerlich bittere Frucht direkt vom Baum und finden Kesa im zweitletzten Haus, idyllisch gelegen mit Meeranstoss.

Am Nachmittag geniessen wir zum Abschluss unserer Fiji-Ferien noch einmal das warme Wasser, die Korallenriffe und die farbigen Fische bei der Sandbank.

Als wir am Abend als Souvenir noch ein Badetuch erstehen unterhält sich Peter mit der Verkäuferin. Sie ist eine auf Fiji geborene Hindu mit einem roten Punkt auf der Stirn. Der rote Punkt bedeutet, dass sie verheiratet ist. Sie lebt mit ihrem Ehemann eigentlich auf der Hauptinsel, doch weil hier sechs von sieben Tagen gearbeitet wird wohnen die beiden in den Angestellten-Unterkünften und teilen sich ein Zimmer in der Grösse von etwa 16 m2.

Am Samstagmittag kehren wir bereits wieder auf die Hauptinsel zurück um am Sonntagmorgen früh das erste Flugzeug nach Sydney zu besteigen.

Fiji ist ein Paradies. Eigentlich hatten wir uns gedacht, eine Woche Badeferien sei mehr als genug. Doch es ist anders und bei der nächsten Gelegenheit werden wir uns besser auf den Besuch vorbereiten und ganz bestimmt auch mehr Zeit investieren.




THAILAND

30.04.2005

17./18.04. Die Reise von Fiji über Sydney nach Thailand dauert 20 Stunden und nach unserer Ankunft in Bangkok warten wir noch vier Stunden auf Ruedi, Peters Bruder, der direkt aus der Schweiz anreist. Ein Taxi bringt uns dann für 1900 Baht (ca. 60 Franken) ins 160 Kilometer entfernte Pattaya. Der Chauffeur findet jedoch trotz x-maligem Fragen und Telefonieren die angegebene Adresse nicht. Erst als Peter die Sache selber an die Hand nimmt und Paul Arnold persönlich anruft und ihm erklärt wo wir sind nimmt die Irrfahrt ein Ende. Denn unser Gastgeber steigt sofort auf sein Motorrad und ist in zwei Minuten bei uns. Dann lotst er uns dahin zurück, wo wir bereits drei Mal vorbeigefahren sind. Wir werden sehr freundlich empfangen und sogleich mit einem reichhaltigen Frühstück verwöhnt.

19.04. Paul fährt mit uns in die Stadt, wo heute das Thailändische Neujahrsfest „Songkran“ gefeiert wird. Von voll gepackten Pickups oder vom Strassenrand wird mit Wasser gespritzt, Motorradfahrer und Autoscheiben werden mit weissem Puder beschmiert. Alle Menschen sind fröhlich und es herrscht ein ausgelassenes Treiben. Das Thailändische Jahr beginnt im April und das diesjährige Kalenderjahr ist 2548 (Jahr des Buddha).

Ausserhalb von Pattaya geht es durch eine etwas ruhigere Gegend und ländliche arme Dörfer, zu riesigen Golfplätzen, auf das pompöse Gelände des zweitreichsten Thai (Chinese) und zum Poloplatz. Die Gegensätze sind riesengross.

An einem anderen Ort stehen unzählige Tempel, die von verschiedenen Nationen gebaut und dem König als Anerkennung geschenkt wurden.

Weil am Abend wegen eines Gewitters der Strom ausfällt und Paul mit Da, der Köchin, im Chaos des Songkran stecken bleibt, lädt er uns zum späten „Candlelight-Dinner“ im Kuhn John’s Restaurant ein. Dieses liegt am Mabprachan Lake, der wie so viele andere Stauseen, im Moment beinahe leer ist. Doch die Hoffnung bleibt, dass er sich in der kurz bevorstehenden Regensaison wieder etwas füllt.

20.04. Auf einem Berghang ist ein riesiger goldener Buddha appliziert und wir wundern uns, ob dieser Berg eigens deswegen abgebaut wurde. Paul weiss, dass die Steine für die „Ocean Marina“ von hier stammen und wir schauen uns die neu gebaute Hafenanlage an.

Nong Nooch, der tropische Garten, ist sehr eindrücklich. Schön angelegt und äusserst gepflegt, zieht er viele in- und ausländische Besucher an. Es gibt Vogelkäfige, ein Schmetterlingsgehege, Orchideengärten, Elefanten, eine Eisenbahnanlage, Schildkröten und vieles mehr. Der Riesenvogel „Cassowary“, den wir in Queensland, Australien, der vielen Warntafeln wegen in der Wildnis vergebens gesucht haben, lebt hier in Gefangenschaft und wir sehen ihn zum allerersten Mal in Natura.

Weil Peter erzählt, dass er zuhause als erstes einen Wurstsalat essen möchte, kauft Paul bei einem Schweizer Metzger Cervelats und es gibt zum Nachtessen den besten Wurst/Käsesalat der Tropen.

21. – 27.04. Donnerstag. Paul und Som bringen uns zum Boot, das uns zu den Bungalows „Samed Villa“ auf der Insel Samet (Ko samet) fährt. Es gefällt uns und Ruedi lässt sich gleich am ersten Tag Pedicure & Manicure verpassen. Daneben werden auch ein- bis zweistündige Thai-Massagen direkt am Strand angeboten und, obwohl diese Dienstleistung für uns Europäer sehr günstig ist, verdienen die freundlichen Frauen verhältnismässig gut bei ihrer Arbeit.

Freitag. Sepp und Bun Sue aus Balsthal begleiten uns auf der Wanderung dem Strand entlang bis fast ans östliche Ende der kleinen Insel. Der Weg zurück auf der „Hauptstrasse“ ist lang und in der feuchten Hitze mühsam, doch bereits nach einem kurzen Stück nimmt uns für 200 Baht ein Pickup-Taxi mit.

Schnorcheln soll leider nicht mehr sehr gut sein in den Gewässern um Thailand. Der Wirbelsturm El Niño hat vor einigen Jahren mit seiner warmen Strömung viele Korallen zerstört und es wird sehr lange dauern, bis diese sich wieder einigermassen erholt haben. Es gibt auch immer weniger Fische und Meerestiere, denn die Asiaten holen alles heraus, was geniessbar ist, und das ist nicht wenig. Deshalb packen wir Taucherbrillen und Flossen gar nicht erst aus, sondern begnügen uns mit Schwimmen im etwa 30°C warmen Wasser.

28.04. Das Schnellboot sollte uns um 12 Uhr nach Ban Phe auf dem Festland zurückbringen. Der Trip beginnt mit 15minütiger Verspätung, dann bekommt der Motor nicht genügend Benzin und hundert Meter vor der Anlagestelle geht der Treibstoff noch ganz aus. Weil der Motor nach dem Nachfüllen trotzdem nicht anspringen will beschliesst Peter zu schwimmen, weil er Paul und Som nicht im Ungewissen warten lassen will. Doch Ruedi und ich können ihn glücklicherweise vom Vorhaben, ins schmutzige Hafenbecken zu springen, abhalten. Der Motor nimmt seinen Dienst dann doch wieder auf und uns ist jetzt klar, weshalb die Konkurrenz der „Samed Villa“ die Ueberfahrten günstiger anbietet.

29.04. Som kommt mit uns auf Einkaufstour: Uhren und Sonnenbrillen sind günstig, T-Shirts gibt’s für zwei Franken und Socken für 30 Rappen pro Paar, ich erstehe ein Fläschli Nagellack für 25 Rappen und diverse Kosmetika in Reisegrösse die im Verhältnis weniger kosten als bei uns die Grosspackungen. Für unsere Verhältnisse sind solche Artikel enorm günstig.

Das neu gebaute Aquarium in Pattaya ist empfehlenswert und der Preis von umgerechnet 11 Franken für Ausländer scheint uns angemessen. Thais zahlen die Hälfte, was im Verhältnis zu deren Einkommen wiederum enorm viel ist und nur von Reichen überhaupt bezahlt werden kann.

Am Abend stürzen wir uns dann ins berühmte Nachtleben von Pattaya und obwohl wir schon sehr viel Negatives darüber gehört haben sind wir angenehm überrascht, wie freundlich und unaufdringlich die tausenden von leichten Mädchen sich verhalten.

30.04. Som stellt sich heute nochmals als Reiseleiterin zur Verfügung. Wir besuchen einen Buddha-Tempel, den riesigen auf einem Hügel thronenden, sitzenden Buddha und als Abschluss führt sie uns zum 130 Meter hohen Aussichtsturm. Mit dem Lift kommt man hoch und am Seil wird man heruntergelassen. Wir geniessen zuerst die grandiose Aussicht über Pattaya und fahren dann per „Sky Jump“ wieder auf den Boden zurück. Som wählt mit Xaver den sichereren Weg im Gitterkorb und hängt eine Rundfahrt durch den Park mit der Monorail an.

Allen aufgestellten Leuten, die nach Thailand reisen und wirklich Ferien verbringen wollen, können wir einige Tage bei Paul und seiner Frau Som wärmstens empfehlen. Ihr Gästehaus liegt an einem grossen Teich im üppigen Naturgarten. Durch sie lernen wir auch einen ganz kleinen Teil Thailands aus den Augen der Thais/Einheimischen kennen.

01.05. Dies ist der letzte, lange Tag unserer 19monatigen Reise. Wir fahren spät abends gemeinsam zum Flughafen. Ruedi verlässt Bangkok mit Thai Airlines um 12.30 (2. Mai) und wir fliegen um 03.15 mit Emirates Airlines über Dubai nach Zürich. Ein kurzer Aufenthalt in Dubai wäre zwar verlockend gewesen, doch wir können keine neuen Eindrücke mehr verarbeiten und fliegen deshalb gleich weiter.


Wir wollen mit dem Zug nach Hause fahren und haben deshalb unsere Flugdaten geheim gehalten. Vom Bahnhof in Safenwil können wir so ganz langsam auf unser altes Zuhause zugehen und uns wieder an die neue Umgebung herantasten. Der Empfang im Haus ist so herzlich, dass wir uns richtig freuen, in der nächsten Zeit wieder hier zu leben.




Wieder zuhause

Das am Anfang unserer Reise anvisierte Ziel Leute kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen, an einsamen Buchten und Stränden zu baden, wilde Tiere zu beobachten und das Outback zu erleben haben wir erreicht. Dass es jedoch so interessant und fesselnd würde und viele bleibende Freundschaften entstehen, hätten wir vorher nicht für möglich gehalten. Wir sind begeistert und froh, dass wir diesen Riesenschritt in unserem Leben unternommen und dadurch eine ganz neue Lebensqualität entdeckt haben. Es braucht so wenig zum Glücklichsein.


Zuletzt danken wir allen Freunden, Verwandten und Bekannten für die zahlreichen E-Mails. Wir haben uns immer gefreut, Post aus unserer Heimat zu bekommen, Neuigkeiten zu erfahren und so auch ein wenig am Leben zuhause teilzuhaben. Allerdings mussten wir auch ab und zu schmunzeln, wenn wir bei 35°C im Schatten sassen und E-Mails lasen, die von eisiger Kälte und Schnee erzählten.

Wir hoffen, dass wir in einigen von Euch mit unseren Reiseberichten und Fotos ein wenig Reisefieber wecken konnten und wünschen allen, die das Fernweh packt, dass sie ihre Träume früher oder später in die Tat umsetzen können.

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