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2007/2008
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Freunde

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Mendoza – Buenos Aires

18. März – 4. April 2008

18. März 2008 – Uspallata
Die Wetterprognose ist nicht sehr gut, so haben wir schön Zeit, unsere Homepage zu aktualisieren. Im Ort gibt es ein Restaurant mit schnellem Internetzugang, und wir verbinden für einmal das Nützliche mit dem Angenehmen. Nachdem die Übertragung unserer Daten erledigt ist bestellen wir ein Lomito-Sandwich und einen gemischten Salat. Während des Essens laden wir vom Internet noch die letzten „Echo der Zeit“ als Podcast herunter, damit wir uns auf der langen Strecke zurück nach Buenos Aires auf den neusten Stand des Weltgeschehens bringen können.

19. März 2008
Mit dem Töff fahren wir, über weite Strecken der alten Bahnlinie entlang, via Puente del Inca zum Aussichtspunkt des Aconcagua und zum Paso Bermejo wo das bekannte Denkmal „Cristo Redentor“ (Christus Erlöser) auf der chilenisch/argentinischen Grenze steht. Im Tal sieht es nach einer schnell aufkommenden Bewölkung aus, doch der starke Wind verbläst das Gewölk und nur über dem Aconcagua ziehen ab und zu einzelne Wolken hinweg. Beim „Cristo Redentor“ auf 3800 Metern ist es trotz Sonnenschein kalt und windig. Ein Tourbegleiter meint jedoch jetzt sei es angenehm, in vier Stunden würde man es hier nicht mehr aushalten, dann käme von den Schneebergen her ein eisig kalter Wind. Na wenn das so ist haben wir ja trotz klammen Fingern Glück gehabt. Wieder unten im Tal wird es warm und 2000 Meter tiefer, in Uspallata, suchen wir bereits den Schatten.

20. März 2008 – Lujan de Cuyo
Nachdem wir in Bariloche mangels Auswuchtmöglichkeit nur die hinteren Reifen auf der Felge haben drehen lassen suchen wir heute in Mendoza einen Pneuservice, der die Vorderreifen ummontieren und auswuchten kann. Bei der dritten Werkstatt werden wir endlich fündig, mit ihrer Auswuchtmaschine können sie dies nur mit montierten Rädern am Fahrzeug erledigen. Wir sind ziemlich skeptisch, doch das Resultat weist keine Mängel auf und wir sind mit der Arbeit zufrieden.

Der gesprächige Pneumonteur erzählt uns, dass die in Mendoza verkehrenden Omnibusse aus Deutschland stammten und seinerzeit von der Stadt mit Wein bezahlt wurden. Ob das tatsächlich stimmt wissen wir nicht – möglich ist es allemal.

21. März 2008 – Parque San Martin, Mendoza
Bis zur „Plaza Independencia“ sind es vom Campingplatz her etwa 5 Kilometer. Wir satteln unsere Fahrräder und fahren an diesem ruhigen Karfreitag ins Stadtzentrum um in der Fussgängerzone der Calle Sarmiento etwas zu trinken und den Menschen zuzuschauen.

22. März 2008 – Luján
Zur Osterzeit gibt es vermehrte Polizeipräsenz und so sind denn auch die Kontrollen auf der 180 Kilometer langen Strecke zwischen Mendoza und San Juan übertrieben - mindestens acht sind es an der Zahl. Allerdings werden wir nur ein einziges Mal nach dem Führerschein gefragt. Alle anderen Male können wir sogar ohne ganz anzuhalten weiterfahren.

Unser Ziel ist der Schrein der „Diffunta Correa“ in Vallecito. Wir erwarten dort, viele Lastwagen zu sehen, denn gemäss einem Artikel der Zeitschrift GEO treffen sich am Ostersamstag in Caucete hunderte von Lastwagenfahrern und hinter einem Wasser-Tanklastwagen her zum Wallfahrtsort fahren. Unser erster Eindruck, ein völlig verschmutzter Parkplatz und Jahrmarktbuden, enttäuscht uns sehr und unsere Frage nach den Lastwagenfahrern wird mit einem wenig überzeugenden „die waren gestern und vorgestern schon da“ beantwortet. So fahren wir, nach dem kurzen Besuch der „Diffunta Correa“, frühzeitig weiter um eventuell auf dem Campingplatz in Belgrano dem bekannten sonntäglichen „Asado“ von Ralf beiwohnen zu können.

Nicht zum ersten Mal versuchen wir versehentlich mit unserem Fahrzeug einen zu nahe stehenden Pfahl auf die Seite zu rücken. Doch dieses Mal ist der dicke Pfosten deutlich stärker als der MAN und beschädigt das Abdeckblech des Tanks, so dass es wieder in Form geklopft werden muss.

23. März 2008 – Villa General Belgrano
Die heutigen Kontrollen sind zwar nicht mehr ganz so zahlreich – auf 300 Kilometern nur vier – doch zwei Mal werden wir, nebst der Ausweiskontrolle überraschenderweise auch nach unserem Transportgut gefragt.

Zum „Asado“ kommen wir leider zu spät, dafür hätten wir uns bereits am Donnerstag telefonisch anmelden müssen, aber da wussten wir ja gar noch nichts von unserer Planänderung. Zu unserer Freude treffen wir Michel & Lise aus Kanada und Ingrid & Leo auf dem Campingplatz „La Florida“. Weil es mit dem „Asado“ auf dem Campingplatz nicht klappt, essen wir heute Abend mit Lise & Michel auswärts im feinen Restaurant „Posta del Arroyo“. Dessert und Tee/Kaffee genehmigen wir uns erst „zuhause“, weil wir gleich nach dem Festschmaus einfach nichts mehr hinunterkriegen.

24. März 2008
Bis wir fertig geschwatzt, gewaschen und geputzt haben ist es bereits Abend und wir haben noch immer das Städtchen nicht besichtigt. Morgen ist auch noch ein Tag.

25. März 2008
„Die Hauptstadt des Bieres – Villa General Belgrano“ wurde von deutschen Kolonisten in den 1930er Jahren errichtet und1938 wurden die ehemaligen Besatzungsmitglieder des vor Montevideo versenkten Deutschen Kriegsschiffes „Graf Spee“ dort interniert. Man kommt sich wirklich beinahe vor wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Der Ort sieht gepflegt aus, in der Bäckerei gibt es feinen Apfelstrudel und im „Dickhaus“ beinahe alles was das Herz des Heimwerkers begehrt – sogar das alljährlich stattfindende Oktoberfest fehlt nicht.

26. März 2008 – YPF-Tankstelle (nach Blockade 50 km vor Junin)
Der heutige Tag ist sehr intensiv. Wir wissen, dass einige Strassenblockaden auf uns zukommen werden, doch was uns da erwarten wird kann uns niemand voraussagen. In Berrotaran und Alcira werden wir jeweils nur kurz angehalten und mit Flugblättern versorgt. Wir verstehen zwar, dass die Landbesitzer und -Arbeiter sich gegen irgendwelche Abgaben auflehnen, doch worum es genau geht ist uns noch nicht ganz verständlich. In Rio Cuarto gibt es in Richtung Süden absolut kein Durchkommen. Lastwagen stehen kreuz und quer auf der Strasse und die Demonstranten haben sogar ein Zelt aufgestellt. Nachdem wir vergeblich versuchen über die Grünflächen an ihnen vorbeizugelangen kehren wir um und wählen die nordöstliche Umfahrung der Stadt. Hier werden wir bis nach „El Cruce de las Acequetas“ nicht mehr behelligt. Da werden wir fünf Minuten angehalten, bekommen ein Flugblatt und dürfen weiterfahren. Die Blockade in “La Carlotta“ ist nicht nennenswert und in „Canals“ haben wir während des Tankens das erste Mal die Möglichkeit, uns kurz mit den Demonstranten zu unterhalten. Weil Diesel und Benzin wegen der Blockaden wieder knapp sind haben sich die Tankwarte etwas Neues einfallen lassen. Zusätzlich zum auf der Tanksäule angegebenen Preis verlangen sie zwischen 12 und 15 Centavos mehr pro Liter und das geht, selbstverständlich, in die eigene Tasche. Den günstigsten Diesel finden wir zu 1.799 Pesos + 12 Centavos (ca. 68 Rappen). Vier Kilometer vor „Venado Tuerto“ gibt es eine grosse Blockade, doch PW’s und Touristen dürfen sie umfahren.

Im Ort selber habe ich doch glatt wieder vergessen die Lichtsignale zu zählen: Soweit das Auge reicht, bei jeder Strassenkreuzung, gibt es jeweils zwei nebeneinander über der Doppelspur hängende Lichtsignale - es sind bestimmt über zwanzig.

Genau 21 km weiter, bei einer Kreuzung die zumindest Richtung Südosten nach Junin nicht umfahren werden kann, treffen wir um 17.25 Uhr auf eine Totalblockade. Zehn Minuten später nutzt Peter die Möglichkeit über das sumpfige Land zu fahren und durchbricht die Sperre. Die Leute werden ziemlich aggressiv und als wir weiterfahren werfen sie sogar Steine. Wir sind zwar durch, aber es war trotzdem eine schlechte Idee.

Die nächste und für heute letzte Blockade ist sehr professionell und sogar beinahe sympathisch. Als Erstes erhalten wir einen Zettel, der uns berechtigt, zwei Stunden später weiterzufahren. Wir könnten uns irgendwo hinstellen und einer der Herren sagt er werde dann gleich kommen und uns erklären, worum es geht. Das wollten wir ja schon lange gern von einem Betroffenen selbst hören.

Das Kriterium sind die Exportzölle, in seinem Fall für Soja (in anderen Fällen auch für Rindfleisch). Vor fünf Jahren seien diese Zölle eingeführt worden und seither von 10% über 16, 22, 35 bis auf heute sage und schreibe 44.1 % gestiegen. Von einer Tonne Soja, die in China für US$ 500 verkauft wird, gehen US$ 220 an den Fiskus (resp. an Cristina, die neue Präsidentin). Dem Sojabauern bleiben US$ 280 von denen er nochmals 35 % Steuern bezahlen, Saatgut und Dünger kaufen sowie sämtliche damit zusammenhängenden Arbeiten berappen muss. Letzen Endes bleiben ihm noch 10 % davon, also US $ 28 pro Tonne. Bei dieser Rechnung können wir den Ärger der Landleute verstehen, ob Grossgrundbesitzer, wie der Mann mit 700 ha Soja der uns diese Erläuterungen abgibt, oder nicht. Dann sagt er (nach knapp 30 Minuten), wir dürften jetzt passieren.

Wir haben genug für heute und stellen uns an die Tankstelle, 2 km südlich der Blockade. In Junin, 50 km weiter, soll es die nächste – schlimmere – Blockade geben, doch diese könnte östlich Umfahren werden, wir müssten einfach die anwesenden Polizisten fragen. Das verschieben wir auf morgen früh, wir wollen um sieben ohne Frühstück los, vielleicht schlafen sie dann noch.

27. März 2008 – Lobos
Nach insgesamt 16 Blockaden treffen wir auf dem Camping Bahia de Los Lobos ein und finden dort schon Robusto mit seinen Bewohnern Brigitte, Edy und Amigo vor. Anstatt bereits heute ernsthaft mit putzen zu beginnen müssen wir zuallererst einmal Neuigkeiten austauschen.

28. – 31. März 2008
Wir sind mit Reinigungs- und Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Obwohl das Fahrzeug sehr klein ist beansprucht der Frühlingsputz ziemlich viel Zeit. Es gibt Ecken und Winkel wo unsere Hände einfach nicht hinreichen, Staub und Schmutz jedoch unerklärlicherweise einen Zugang finden.

Am Samstag erleben wir dann eine ganz angenehme Überraschung – die Scheinkönigs treffen mit ihrem Action-Mobil (dem Zwilling unseres Fahrzeugs) auf dem Campingplatz ein. Drei Action-Mobile in Südamerika am gleichen Platz, das gibt es nicht alle Tage. Wir freuen uns riesig, das Putzen geht leichter und wirkt sogar ansteckend.

Bis am Montagabend haben wir neben Neuigkeiten austauschen und gemütlich zusammensitzen auch alles gepackt und sind bereit am Dienstag früh das Fahrzeug einzustellen bis wir auf den südamerikanischen Frühling hin wieder zurückkommen.

1. April 2008
Wir parkieren unser Wohnmobil in einer alarmgesicherten Halle und werden zusammen mit Brigitte und Edy nach Buenos Aires chauffiert. Sie nächtigen im Hotel Madero und wir fahren mit dem Taxi weiter zum Hotel Orly, wo gestern bereits unsere Freunde Margrit und Edi eingetroffen sind.

Zum Mittagessen verabreden wir uns im Restaurant „Parilla El Mirasol“ in Puerto Madero und möchten gern ein feines Lomo verspeisen. Doch wegen der Blockaden ist das Fleisch knapp und es gibt von der üppigen Speisekarte nur gerade noch etwa ein Fünftel des normalen Angebots. So fehlen denn auch die feinsten Stücke und wir weichen auf ein ebenfalls erstklassiges 400grämmiges Steak aus. Nach dem Essen stossen noch Margrit und Edi zu uns. Sie kennen die beiden anderen erst vom hören sagen. Als wir uns zwei Stunden später verabschieden gibt es gleich ein weiteres Wiedersehen – Carmen und Lino, das Schweizerpaar aus Bariloche welches uns zum „Asado“ eingeladen hatte, kommen ein paar Meter hinter uns über den Platz. Also setzen wir uns in eine nahe Bar und feiern zu acht unser unverhofftes Wiedersehen in der Hauptstadt Argentiniens. Gerade als wir wieder vom Aufbrechen sprechen bricht ein Gewitterregen herein. Wir denken uns, kein Problem, es gibt ja Taxis. Doch wenn es in Strömen regnet, so wie gerade jetzt, sind diese bereits alle besetzt. Nach einer Viertelstunde warten wird es langsam knapp, denn wir sollten vor acht Uhr im Cafe Tortoni sein, wo Peter und ich von Margrit und Edi zu einer Tango-Vorführung eingeladen sind.

Das Cafe Tortoni wurde 1858 gegründet und ist das älteste in ganz Argentinien. Als wir das Lokal betreten scheint uns fast, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Wir bewundern die alten Requisiten und geniessen anschliessend jede Minute der vielseitigen professionellen Darbietung (www.cafetortoni.com.ar).

Das Lokal wurde von einer Gruppe von Künstlern frequentiert – Maler, Schriftsteller, Reporter und Musiker – welche im 1926 „La Peña“ (den Freundeskreis) bildeten und darum baten, den Keller benutzen zu dürfen. Der damalige Inhaber, Don Celestino Curutchet, akzeptierte erfreut, weil seinen Worten zufolge … die Künstler zwar wenig ausgeben, aber dem Cafe Glanz und Berühmtheit verleihen würden …

2.04. Heute Vormittag um neun Uhr wird am 21. Tag der Proteste mit Blockaden die Ruta 14 im Norden von Buenos Aires wieder für die Lastwagen freigegeben. In den nächsten 30 Tagen wollen die beiden Parteinen miteinander verhandeln und solange die Blockaden aussetzen.

In Recoleta besuchen wir den Kunsthandwerkermarkt. Der Künstler, welcher lediglich aus Gabeln und Löffeln tolle Objekte herstellt winkt empört ab, als ich seinen interessanten Stand fotografieren möchte. Auf der „Plaza Mitre“ besuchen wir das Denkmal der Evita Peron und im Friedhof Recoleta das Mausoleum der Familia Duarte, wo auch die im Alter von nur 32 Jahren verstorbene Eva beigesetzt wurde. Über 4500 Mausoleen stehen auf dem Friedhof, wo bekannte und wohlhabende Familien beerdigt werden. Es hat zwar keinen Platz mehr um ein neues Mausoleum zu bauen, doch in den bereits bestehenden gibt es noch viel Raum für Verstorbene. Die Särge werden teilweise einfach aufeinander gestapelt.

Heute werden uns im Restaurant „El Establo“ gleich an der Ecke beim Hotel die letzten Lomos serviert. Sie sind zwar klein, schmecken aber superlecker und wir bereiten uns darauf vor, dass diese für ein halbes Jahr herhalten müssen. In der Schweiz gibt es einfach kaum so gutes Fleisch und wenn, dann zu einem für uns unbezahlbaren Preis.

3. April 2008
Seit langem gibt es wieder schöne frische Früchte und knackiges Gemüse auf dem Markt, noch immer fehlt Fleisch, doch die Situation beginnt sich langsam zu normalisieren. Wir beschliessen spasseshalber unsere Reise durch Argentinien gleich wieder fortzusetzen.

Unser Marsch entlang der Costanera und über die Brücke „de La Mujer“ vermittelt uns eine neue Ansicht von Puerto Madero. Je länger wir uns in Buenos Aires aufhalten, desto besser gefällt uns die Stadt.

Um halb vier Uhr Nachmittags findet auf der „Plaza 25 de Mayo“ der allwöchentliche Protest von Frauen statt, deren Söhne/Ehemänner in den Jahren 1966 – 76 verschollen sind. Heute wollen wir uns diese Demonstration mit ansehen. Ob der Slogan „La Plaza es de las mujeres, no de los cobardes“ (Der Platz ist der Frauen, nicht der Feiglinge) immer derselbe ist, wissen wir nicht. Aber es ist eine deutliche Nachricht an die Regierung, die die Geschehnisse von anno dazumal unter den Tisch zu wischen versucht.

Wir treffen uns um acht Uhr mit Bettina und Walter im Restaurant La Minna zu einem feinen Abschieds-Nachtessen. Es gibt leckere (quadratische) Pizza mit einem frischen Salat.

4. April 2008
Zum Ausklang bummeln wir durch die Stadt bis zur Silberblume, deren Mechanik von einer Flugzeugfirma produziert wurde. Die Blüte öffnet und schliesst sich, doch derzeit ist sie nicht in Betrieb. Macht nichts, eigentlich ist es ja sowieso nur Energie verschwendende Kunst. Wir drehen eine gewaltige Runde, entdecken wieder ein paar neue Ecken, und kommen ziemlich müde im Hotel an um dann vom Taxi zum Flughafen gebracht zu werden.

Pünktlich um 20.30 Uhr starten wir Richtung Atlanta, USA, wo wir am nächsten Morgen kurz vor sechs ankommen und noch zehn Tage Ferien bei unseren lieben Freunden in Birmingham, Alabama, verbringen werden.


Der erste Teil unserer Südamerika-Reise ist abgeschlossen. Wir haben 30'000 Kilometer zurückgelegt und Argentinien, Ciudad del Este in Paraguay, das südliche Pantanal in Brasilien, Bolivien, den Süden Perus und grosse Teile Chiles bereist. Wir waren auf den Tag genau ein Jahr unterwegs und hatten während dieser Zeit trotzdem immer ein eigenes Zuhause. In unserem rollenden 5*Hotel haben wir vor allem das eigene WC und die Dusche sehr genossen, lassen doch die öffentlichen sanitären Einrichtungen in dieser Beziehung oft zu wünschen übrig.

Wir nehmen ganz viele Eindrücke mit nach Hause und tun uns immer noch schwer mit der Antwort auf die meistgestellte Frage: „Was hat euch denn nun am Besten gefallen?“

Eine Antwort die ganz bestimmt weit vorne steht ist: Die Herzlichkeit der Argentinier! und natürlich Natur-Erlebnisse wie die Iguazú-Wasserfälle im Dreiländereck Argentinien/Brasilien/Paraguay, der Lauca-Nationalpark im Norden Chiles mit seinen riesigen Vulkanen, schneebedeckten Bergen, Vicuñas und unzähligen Vögeln. Die Reise in die Antarktis betrachten wir als ganz separaten speziellen Höhepunkt und der aktive Vulkan Llaima ist nach dem schrecklichen Erdbeben von Pisco ein weiteres Beispiel von im Prinzip bedrohlicher aber dennoch faszinierender Naturgewalt.

Die verschiedenen Länder mit ihren Kulturen haben uns sehr beeindruckt. Wir bringen viele positive Erfahrungen mit nach Hause, haben wir doch viele Menschen kennen gelernt – Einheimische, die uns trotz grosser Armut ihre Lebensfreude haben spüren lassen und Reisende, mit denen wir unsere Erlebnisse ausgetauscht haben. Es gibt Eindrücke, die ewig in unserer Erinnerung bleiben werden.


Den zweiten Teil unserer Südamerika-Reise werden wir Mitte September starten und unser nächster Reisebericht wird voraussichtlich gegen Ende Oktober 2008 aufgeschaltet.

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